Eine kleine Weihnachtsgeschichte

Es war einmal…

Es war einmal ein Mädchen und eine Dienstreise an einem nebligen Novembermittwoch aus der Hauptstadt Richtung Westen.

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Hinauf auf einen Berg, über den Nebel, in die Sonne.

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In die Stadt der Liebe.

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Weihnachtlich geschmückt.

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Nach einem turbulenten Anreisetag wurde hervorragend gespeist, gefachsimpelt und das Leben genossen. Selbst die Aussicht auf einige rückenunfreundliche Autostunden hinterließen die Stimmung weitgehend ungetrübt. Tags darauf brach man auf, ein Meeting, wie man in der heutigen Zeit so schön sagt, stand auf dem Programm. Stunden mit Reden, Diskussionen, Notizen und ein paar Aufgaben im Gepäck vergingen überraschend rasch, die Vorfreude auf einen neuerlichen kulinarischen Höhenflug am Abend inklusive die Aussicht auf einen morgendlichen Blick über den See stimmten gelassen und versöhnlich.

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Es gibt diese Tage, an denen ist Entspannung da, auch wenn die Biografie etwas ganz anderes anmuten lassen müsste. Da stimmt die Chemie mit sich und der Welt. Dies war so ein Tag.

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Der späte Nachmittag im Hotelzimmer wurde zur Entspannung genutzt. Zwei Stunden, nur für mich. Zeit, um Haare zu waschen, ein Schläfchen zu machen und sogar, um ausnahmsweise einmal zu telefonieren (etwas, das ich üblicherweise sonst niemals tue). So trug es sich zu, dass zum Zeitpunkt des Abendessens der Anblick vor dem Spiegel noch nicht ganz ausgehfertig war und das Ohr noch am Telefon hing. Dass inzwischen zwei Whatsapp-Nachrichten vom Herzjungen eingetrudelt waren, hatte ich in all der Entspannung glatt übersehen. Sie ließen mich ein wenig verwundert zurück, aber nicht so verwundert, dass ich den Telefonier-und-schmink-Prozess unterbrochen hätte. Immerhin nahm ich mir kurz Zeit, die Information weiterzugeben, dass ich gerade telefonierte. Die Frage, ob ich nicht vielleicht später weitertelefonieren möchte und ihm nun erstmal folgen, drangen noch immer nicht ganz in mein Bewusstsein. Erst das Foto meiner Hotelzimmertüre, auf das eins des Stiegenhauses folgte, bewegte mich dazu, wahrzunehmen, dass hier irgendetwas sehr, sehr seltsam war. Ich unterbrach die liebe Nina mitten im Satz und legte vor lauter Verwunderung erst einmal einfach auf. Ein leiser Verdacht machte sich breit, es könnte etwas im Busch sein. Das praktische Mädchen von heute reagiert natürlich erstmal mit „Brauche ich eine Jacke?“ – falls nicht, will man ja nicht wie ein Michelinmädchen herumstehen. Gut, Jacke wurde gebraucht, in die Schuhe schaffte ich es noch und dann stolperte ich erstmal aus dem Zimmer, die Stiegen hinunter. Es folgte ein Bild der Eingangstüre und darauf eines einer mysteriösen und nicht eindeutig zuordenbaren Lampe (wie der Zufall es so will schlug ich die falsche Richtung ein). Machte aber auch nichts, letztendlich kam ich zum Ziel (Symbolbild, es war schon dunkel 😉 )

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Ja!

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Im Vorfeld hatten also der Herzjunge und meine Eltern eine ziemlich große und ziemlich geniale Überraschung geplant – die ihnen tatsächlich geglückt ist. Denn obwohl ein paar Dinge im Vorfeld verräterisch gewesen waren, wäre ich nie auf diese Idee gekommen und hatte nicht den Hauch einer Ahnung. Es war wohl das erste Mal in knappen 30 Jahren, dass mein Vater es geschafft hatte, sich bei einer geheimen Aktion nicht zu verplappern 🙂

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Anschließend verbrachten wir noch einen wunderbaren Tag im Salzkammergut, der Ort, an dem für mich alles seinen Anfang genommen hatte. Als ich an einem Weihnachtstag, an dem ich sehr, sehr traurig gewesen war zum ersten Mal durch Zufall direkten Kontakt mit dem zukünftigen Menschen an meiner Seite hatte, der mir damals trotz allem ein Lächeln schenken konnte.

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Wir spazierten durch St. Wolfgang und Bad Ischl und beendeten den Ausflug obligatorisch mit Tramezzini und Zaunerstollen in der gleichnamigen Konditorei.

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Zurück im Hotel dankte ich noch 3x dem Universum, dass ich die Sony dabei hatte und gönnte dem wunderschönen Stück an meinem Finger eine Hauptrolle.

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Und nun sind wir seit ein paar Wochen zurück in der Realität und auch nicht. 2016 ist mitunter eines der verrücktesten Jahre, die ich bisher erlebt habe. Es bot die höchsten Höhenflüge und die tiefsten Tiefen. Aber vielleicht ist das normal in diesen Jahren, in denen ein Jahrzehnt voll wird. Nun gilt es jedoch sich über einiges klar zu werden, Fragen zu beantworten, zu planen, Entscheidungen zu treffen. Ich bin unglaublich gespannt, was uns 2017 bringen wird. Und dabei hoffe ich natürlich: nur das beste!

Habt ein wunderschönes Fest mit euren Liebsten, genießt die Zeit, lasst euch nicht jagen, stressen, treiben. Und verfolgt eure Wünsche, Träume und Ziele.

FROHE WEIHNACHTEN!