Girls-Roadtrip in den Süden: Ljubljana und die Liebe

Nicht, was man empfindet, es ist das, was man tut

Kaum zu glauben, dass mein Roadtrip mit Nina nun schon fast wieder 1 Jahr her ist. Wie schnell so ein Jahr vergeht und wieviel in so einem Jahr passiert ist immer wieder bemerkenswert… weil der Juli bei den magischen Mottos unter dem Thema der Liebe steht, ist nun endlich der perfekte Augenblick für diese Bilder gekommen – denn nach vielen Jahren hatte ich endlich eine Liebesschlossbrücke gefunden, die auch für mich fotogen genug war, dass ich ein paar Motive mit nachhause bringen konnte. Vielleicht schon ein Vorzeichen 😉 ?

Seit ich dieses Motto verlautbart habe, habe ich einen Ohrwurm von einem Lied, das wir als Jugendliche in der Schule immer im Religionsunterricht gesungen haben.

Liebe ist nicht nur ein Wort. Liebe das sind Worte und Taten.

Während ich zugebe, dass ich mit dem Rest des Textes heute nicht mehr soviel anfangen kann, schwirrt diese Zeile nicht grundlos hinter meinem inneren Ohr herum. Immer wieder lese ich diese Texte über Mingles und über Beziehungen auf Zeit und über das nächstbeste Tindermatch und ich frage mich, wie sehr sich die Zeit verändert hat – oder die Menschen. Nicht, weil ich der Meinung bin, dass jeder Mensch eine Beziehung braucht um vollkommen zu sein, denn das denke ich nicht. Aber deswegen, weil es so viele gibt, die suchen und nicht finden und wenn sie gefunden haben oder gefunden wurden, doch wieder alleine weitergehen – und weitersuchen, ohne sich festzulegen.

Ich denke darüber nach, warum es die einen nicht wagen, sich zu binden, immer auf der Suche nach dem Besseren – während andere ihr Glück scheinbar gefunden haben, es vor dem Gesetz besiegeln und dann auf einmal nicht mehr als etwas Besonderes, sondern als Alltag erachten.

„Ehe“ – ein Begriff, der – ganz im Gegensatz zu „Hochzeit“ – irgendwie einen faden Beigeschmack hat. „Mein (Ehe)Mann“, „meine (Ehe)Frau“ – das klingt nach Spießigkeit und frustriertem Dasein im Schrebergarten, zwischen Kindergebrüll und schlecht bezahltem Teilzeitjob. Nach Stress mangels Vereinbarkeit. Und letztlich nach Scheidung. Aber warum? Wo am Weg verändern sich die Assoziationen zwischen „Hochzeit“ und „Ehe“?

Die Gründe, aus denen eine Ehe geschlossen wird sind vermutlich vielfältig – wesentlich vielfältiger als die Gründe für Trennungen. Ich habe in meiner Gefühlswelt verheiratet zu sein immer gleichgesetzt damit, eine Familie zu sein. Untrennbar zusammenzugehören. Ich bin immer schon ein Kitschkind gewesen. Für mich bedeutet es, mit diesem Menschen so verbunden zu sein wie mit meiner Herkunftsfamilie und das auch in allen Rechten. Es bedeutet, dass es einen Menschen gibt, für den ich so wichtig bin, dass er das auch mit mir sein möchte. Der Mensch, der zu mir gehört, egal wieviel Mist ich baue (selbstverständlich nicht ganz egal, aber ihr wisst schon). Der Mensch, der nicht davonläuft, wenns mal schlecht läuft.

Wer in einer Beziehung lebt, spricht meist darüber. Es ist ein Konstrukt, das lebt, das sich verändert. Das besprochen, bearbeitet und reflektiert wird. Wer in einer Ehe lebt, macht oft den Eindruck, stillzustehen. Oder wird vielleicht auch einfach nicht mehr gefragt, denn während jeder von uns schon zig Ehen auseinandergehen gesehen hat, wirkt es im Umgang immer noch so, als wäre es etwas so Fixes, nach dem man sich im Normalfall nicht erkundigen, worüber man eigentlich nicht reden braucht. Es ist, als würde alle Welt vergessen, dass eine Ehe nichts anderes als eine Beziehung ist – wenn auch eine Beziehung mit dem ausgesprochenem Wunsch, zu halten. Und gerade deswegen sollte man sie niemals einfach sein lassen, niemals als selbstverständlich ansehen. Denn es ist ein großes Glück, einen Menschen zu finden, mit dem man und der mit einem alt werden möchte. Ob man es schafft, steht trotz aller guter Absicht in den Sternen. Aber allein für den Wunsch und den Willen darf man sich glücklich schätzen.

Und wenn ich einen Text über die Liebe schreibe und über das Fragen, was es bedeutet und was es für mich bedeutet, dann darf auch dieser Songtext der Lieblingsband niemals fehlen, der mir vor langer Zeit ein Licht angeknipst hat…

Es ist nicht das, was man empfindet
nicht nur das, was man fühlt
nicht, was man voller Sehnsucht sucht
Liebe ist das, was man tut

Kettcar – Rettung