Mikro-Honeymoon die Donau flussabwärts: Bratislava

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Seit Jahren planen wir es schon – unserer nächsten Nachbarhauptstadt einen Besuch abzustatten. Während alle um uns herum schon die Augen verdrehen, weil offenbar jeder von ihnen schon öfter dort gepoltert hat als ich Finger an einer Hand trage, habe ich selbst die Grenze in dieses Nachbarland des Ostens noch nie überschritten. Da es bekanntlich hilft, Ideen umzusetzen, wenn man sie plant, habe ich dem Herzmann zu Weihnachten einen Gutschein genau dafür geschenkt. Hin- und Rückfahrt mit dem Twin City Liner nach Bratislava. Und aus Zeitmanagementgründen traf es sich perfekt, diese Tour an das große Ja anzuhängen. Darum, ohne viele Worte, ein kleiner Spaziergang.

Bratislava ist klein. Das sagen alle. Das wussten wir. Darum planten wir auch nicht und ließen uns einfach treiben. Durch die Gassen der Fußgängerzone hinauf zur Burg.

Wie auch alle anderen vor mir, konstatiere ich: Bratislava ist nicht groß. Man braucht nicht viel Zeit, um sich in der Stadt umgesehen zu haben. Aber es ist unglaublich nett und gemütlich. Es gibt viele Cafés und Lokale, die Innenstadt ist geprägt vom Stadtbild der Monarchie und fühlt sich ebenso wie Zagreb, Budapest, Maribor und Prag trotz der fremden Sprache, erstaunlich vertraut an.

Ganz zum Schluss besitze ich glatt noch die Frechheit, mir uneingeladen 11 Fragen von meiner Lieblingsautorin Mitzi Irsaj zu klauen. Die arme Mitzi fühlt sich von mir vermutlich nach der letzten Woche schon gestalked, ich verspreche aber, keine schlimmeren Absichten zu haben, als meine Tage mit ihren Texten bereichern zu wollen und ihr für all die Gefühle, die sie so lockerfedrigleicht mit ihren Worten lostritt und die mir manchmal so fern zu sein scheinen, sehr lang und vielleicht sogar eine kleine Ewigkeit dankbar zu sein. Ich mag zwar Menschen, die Antworten haben, aber noch mehr, mag ich Menschen, die Fragen stellen. Und da ich Mitzis Fragen im Speziellen mag, nehme ich sie zum Anlass, mal wieder in meinen Gedanken zu wühlen, ganz ohne das Rundherum des Liebsten Award-Gedöns.

  1. Welche Frage wird hier und überhaupt zu selten gestellt?
    Ich finde, es werden überhaupt zu wenig Fragen gestellt – zumindest Fragen, auf die man ehrliche Antworten darf. Allen voran: „Wie geht es dir?“ – denn diese Frage ist zu bedeutend, zu intim, um nur als Floskel genutzt zu werden. „Was würde dein jüngeres Ich zu dir sagen?“. „Warum bist du wütend?“ oder „Warum bist du so gleichgültig?“. „Woran glaubst du?“ Fragen, nach der Essenz, die uns daran erinnern, dass das Leben größer ist als Weckerläuten und Freitagsfreude.
  2. Kannst du dich an deine Träume erinnern?
    Ja, phasenweise. Manchmal sogar sehr gut und intensiv und sie haben mir schon einiges an Aufschluss über mich selbst gegeben. Über den von letzter Woche, als eine weibliche Person, die ich zuerst nicht mochte im Laufe des Traums zu jemandem wurde, der mir sehr nah stand, mir ihre Katze Christian anvertraute, die durch unvorsichtiges Aufheben meinerseits ein Bein verlor, konnte ich noch keine brauchbaren Schlüsse ziehen.
  3. Welches Buch fandest du so richtig schlecht?
    Doris Lessing: The Grass is singing. Ein furchtbar anstrengendes und mühsames Semester im Englischunterricht. Brrrrrr.
  4. Deine schönste Kindheitserinnerung?
    Die Sommer bei meinen Großeltern.
  5. Von welchem Gegenstand könntest du dich nie trennen?
    Vom Verlobungsring meiner Großmutter. Und meiner externen Festplatte, mit allen Fotos.
  6. Wenn du wählen könntest, wie alt möchtest du jetzt in diesem Moment sein?
    Mit allen Konsequenzen? Dann bleibe ich jetzt erstmal 30.
  7. Was macht dich wütend?
    Hinterhältigkeit. Böse Absichten. Gleichgültigkeit.
  8. Ein Buch das du weiter empfehlen kannst?
    Eines? Dann empfehle ich aus dem Kontext heraus jetzt ganz unbedingt einmal „Mitzi aus dem Vorderhaus, 2. Stock“. In jedem anderen Kontext auch. Aber abgesehen davon, wie kann man sich für eines entscheiden? Die Mitte der Welt – Andreas Steinhöfel. Siddharta – Hermann Hesse. Der Herr der Ringe – J.R.R. Tolkien. Gut gegen Nordwind – Daniel Glattauer. Ruhm – Daniel Kehlmann. Traumdeutung – Sigmund Freud. Die Bücherdiebin – Markus Zusak. Tagebuch – Anne Frank. Sophies Welt – Jostein Gaarder. Der Name des Windes – Patrick Rothfuss. Und hunderttausend andere, die grade nicht aktiv präsent und doch ein Teil von mir sind.
  9. An welchem Ort hängt dein Herz?
    Italien.
  10. Wie viel Zeit verbringst du mit deinem Blog?
    Zu viel!

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45 Replies to “Mikro-Honeymoon die Donau flussabwärts: Bratislava”

    1. bratislava ist auch wirklich eine super nette stadt, die man einfach ganz gemütlich erkunden kann. es freut mich, dass auch die fragen gern gelesen wurden 🙂

  1. Was für wunderschöne Fotos du mal wieder mitgebracht hast! 🙂
    Ich bin ganz verliebt in das Blau auf den Wolkenbildern.

    In Bratislava war ich noch nie, ist von hier aus leider auch ein ganzes Stück weg. Aber deine Aufnahmen und die Schilderung machen auf jeden Fall Lust darauf, der Stadt irgendwann mal einen Besuch abzustatten.

    Liebe Grüße
    Anne

    1. dankeschööön 🙂 ich mag das blau auch total. himmel und wolken haben es mir seit letztem jahr überhaupt besonders angetan, ich kann gar nicht aufhören, sie zu fotografieren :-O
      ja, von euch aus ist das leider nicht grade ums eck, das stimmt wohl. aber vielleicht kombinierst du es ja mal mit einem wien-trip 🙂 dass es sich auch auszahlt 🙂

  2. Tolle Fotos, tolle Fragen und Antworten von Dir! Ich finds schön, dass Du Dir Zeit nimmst fürs/zum Bloggen und Deine Beiträge und Fotos immer sehr inspirierend. Einen schönen Tag wünsche ich Dir! Liebe Grüße!

    1. danke, danke und danke 🙂 und gleich noch eins hintendran, nämlich fürs besuchen kommen und lesen. ohne den austausch würde es nämlich all das hier schon sehr sehr lange nicht mehr geben! du hast mir ein ganz wunderbares kompliment gemacht, das freut mich sehr und es bleibt.

  3. Mal wieder volles Programm bei Dir 😉 Aber der Reihe nach… Erstmal wunderbare Bilder von Bratislava, eine Stadt die ja auch furchtbar gerne mal sehen würde… Aber einmal mehr wirds wohl an der Entfernung und den Zielen die höher angesetzt sind scheitern… Ich mag auch die Fragen und Antworten dazu. Und beim Thema Traum hats direkt *päng* gemacht… Denn glaub es oder nicht, in meinem Traum vorgestern hast Du tatsächlich ne Art Hauptrolle gespielt ;-)) Ich überleg noch warum und woran es liegt, find aber eigentlich das man sowas auch einfach mal stehen lassen darf 😉 War auf jeden Fall nett, Dich „wiederzusehen“ ;-)))

    1. also ich roll das mal von hinten auf: dass dein unbewusstes mich in deine nächtlichen geschichten eingewebt hat find ich irgendwie cool und super spannend. freut mich 🙂 und ja, das darf man wohl 😀 und es freut mich natürlich, wenn es gern gelesen wird und ja, bratislava. also ich fand es wirklich super nett, aber ich muss schon auch fairerweise sagen, dass andere orte bestimmt spektakulärer sind. wenn es sich zufällig ergibt, lohnt es sich bestimmt, aber es läuft dir auch nicht davon 🙂

      1. Wer weiß, vielleicht schreib ich ja mal nen Beitrag über den Traum ;-))) Nee, besser nicht 😉 Es gibt ja immer so viele Orte die ich sehen will, aber es läuft ja tatsächlich keiner davon weg, ich steh mir da nur selbst im Wege 😉

        1. also ich würde das sehr begrüßen – aber keine sorge, wenn du es ein wenig liegen lässt, wirst du ihn vermutlich ohnehin vergessen 😉 (zumindest ist das bei mir immer so).
          das mit dem selbst im weg stehen kenn ich auch gut. im endeffekt muss man eben den entschluss fassen, es zu machen und aus nem wunsch nen plan werden lassen.

  4. Es gibt schon kleine Einode die es zu bereisen gibt. Du machst mich neugirig auf mehr!
    Natürlich auch bezogen auf die Fragen/Antworten!
    Habe eine schöne Woche weiterhin!
    Liebe Grüße szu entsende,
    Britta

  5. ich war ja auch noch nie in Bratislava, möchte es aber irgendwie diesen Sommer noch reinquetschen. meine Mama möchte ja unbedingt mit dem Boot hinfahren, hoffentlich klappt es! und ich frag mich – wie hast du bloß die katze aufgehoben, dass sie ein bein verloren hat? würde wohl zu gern wissen, was die bedeutung des traums war! 😀

    1. na dann drück ich dir die daumen, dass es hinhaut! ich kann die bootsfahrt echt empfehlen, es ist wirklich super nett und so teuer ist es auch nicht!
      tja, haha, das hab ich mich auch gefragt. zum glück sind traum-realitäten keine real-realitäten 😉

    1. bratislava wäre wohl genau so ein fall für dich – wie linz und diese kleinen orte, die nicht sooo bekannt sind und wo es viele kleinigkeiten zu entdecken gibt 🙂 und es beruhigt mich so mittel, von dir ist es ja doch ein stück weiter weg, das ist als entschuldigung dafür angemessen 😉

  6. Besser spät als nie 😉 Mein letzter Bratislava-Besuch ist auch schon ein paar Jahre her, deswegen steht die Stadt auch noch auf meiner Spätsommer-Liste… Und die Fragen/Antworten finde ich immer sehr unterhaltsam und spannend – immer her damit 😀

    1. 🙂 wenn ich wieder fragen aufgable, werde ich sie bestimmt wieder integrieren. in den zeiten, in denen das eigene hirn etwas schweigsamer ist, ist das recht praktisch. aber meine gehirnwindungen brauchen offenbar grad ein bisschen sommerpause 🙂 bratislava ist fein, aber gefühlt sind deine ausflüge grade ne große ecke spannender 🙂

  7. Kaum zu glauben, dass Du vorher noch nie in Bratislava warst. Das ist doch quasi gleich um die Ecke. Ich war auch schon dort, im September 2005, mit meinen Kollegen von der Uni anlässlich einer Chemiker-Tagung. Die 13stündige Zugfahrt war jetzt nicht so der Hit, aber wir hatten eine echt tolle Zeit dort. Das Wetter war super, wir haben auf einem Boot auf der Donau übernachtet und ganz viele köstliche Sachen gegessen. Außerdem habe ich noch meine Tante und meinen Onkel getroffen, die dort zur gleichen Zeit mit einem Flußkreuzfahrtschiff Zwischenstop gemacht haben. Allein wegen des guten Essens würde ich dort schon ganz gerne noch mal hin. Habe gerade erst vor ein paar Tagen darüber nachgedacht, ob ich im Herbst vielleicht noch einen Trip Wien+Bratislava mache, aber aktuell bin ich doch sehr unentschlossen, ob ich wirklich etwas Geld für’s reisen abzwacken kann/möchte. Wahrscheinlich eher nicht, es geht halt nicht immer alles.

    1. ja, gell – ich konnte es auch kaum glauben. aber das sind diese dinge, die man alle irgendwie „eh immer“ machen kann. die macht man dann letztlich oft gar nicht. wenn es nur wenig planung und vorbereitung braucht, verschwindet es manchmal vom radar.
      ich versteh gut, dass du da überlegst. falls es dir doch reinpasst, würde ich mich sehr freuen! ich habe übrigens nicht auf rostock vergessen und ich komme dich ganz bestimmt einmal besuchen, heuer ist es nur auch vom urlaubstagebudget nicht mehr drin :/ der gedanke hat sich aber schon ziemlich fix bei mir eingenistet 🙂 aber wie du sagst – es geht halt nicht immer alles.

  8. Das scheint wirklich eine sehr niedliche, kleine Stadt zu sein. Irgendwie ist man ja oftmals gar nicht so wirklich in seiner Nachbarschaft unterwegs. Es zieht einen zu sehr in die Ferne. 😉

    Und ja, „Wie geht es dir“ ist wirklich ein wenig zu einer Floskel verkommen. Die meisten wollen darauf ja gar keine ehrliche Antwort bekommen.

    1. du sagst es! und dem habe ich in letzter zeit ganz bewusst abhilfe geschafft. auch ein grund, warum ich dieses jahr mit dem auto in kroatien auf urlaub war. es gibt soviel zu sehen hier „in der nähe“. europa ist unfassbar vielseitig und das genieße ich grade sehr.

  9. Ich war auch noch nicht dort! Also nicht ordentlich… hat auch mit Hooneymoon zu tun…

    Also:
    Unsere Flitterwochen haben wir in Rom verbracht. Mit dem Flugzeug. Beim Zurückfliegen steigen wir in Rom am Flughafen aus dem Zug, schlendern zur nächsten Anzeigetafel… von Vienna nichts zu lesen – nix – gar nix. Gut, gehen wir zur nächsten. Überraschung, da war nix anders drauf. Nixer als nix sozusagen. Der war nämlich schon seit drei Stunden weg. Verschoben – und wir haben es nicht mitbekommen. Was folgte war einigermaßen hektisch. Wir mussten beide am nächsten Tag in der Arbeit sein, Zug dauerte zu lange, alle Flüge nach Wien kosteten ein Vermögen… und dann schob sich Bratislava in unsern Blickwinkel. Ein echt günstiger Flug brachte uns heim und der Fughafenbus dann problemlos nach Wien. Hach! War ich damals dankbar… und trotzdem war ich noch kein zweites mal dort. Blöd irgendwie.

    1. eijeijei na das ist ja eine misere. aber ein glück, dass es diese ausweichmöglichkeit gab! aber ich würde mal sagen, bratislava hat auf jeden fall einen etwas ausführlicheren besuch verdient 😉

  10. Wundervolle Bilder 😍📷👌🏻👌🏻 Wir waren vor vielen Jahren mit der Schule mal in dieser wirklich sehr netten Stadt und einmal am Flughafen Bratislava als ich nach London geflogen bin. Damals hatte ich zur Fotografie allerdings noch nicht so innigen Bezug wie heute. 😄🙈 wär eigentlich ein schöner Kurztrip für das eine oder andere Wochenende im Herbst ☺️

    @Fragen: spannende Sache mit dieser Katze… war das vor oder nach unserem Treffen? 😉 Hast du „alle sieben Wellen“ auch gelesen? Ich fand das Buch von Daniel Glattauer nämlich auch ur toll 😍😘

    1. daaaankeschön ❤ und ja! obwohl ich finde, dass WIR im herbst endlich auch mal ins waldviertel fahren sollten. mir scheint, dort gibt es soooviele coole spots und ich kenne keinen davon!
      ja, alle sieben wellen hab ich natürlich auch gelesen und ich habe beide bücher als theaterstücke auf dvd, weil ich doch ein ganz klein wenig in alexander pschill als leo leike verliebt war, OBWOHL er so klein ist und ich mir leo irgendwie größer vorgestellt hatte 😀 den traum hatte ich davor ^.^ und das lustigste ist: hätte ich ihn hier nicht aufgeschrieben hätte ich ihn tatsächlich schon wieder vergessen. btw. letzte nacht hab ich mitunter von dir geträumt!

      1. Echt jetzt? Von mir? 😳🙈 magst mir persönlich schreiben was du geträumt hast? ☺️

        Ende Oktober/Anfang November würde sich dafür gut anbieten ☺️❤️

        Von den Theaterstücken hab ich schon gehört 😍 darf ich mir die DVDs bitte einmal ausborgen bzw wollen wir viell irgendwann einen Fr/Sa Filmeabend machen und sie uns gemeinsam anschauen? ☺️😘

        1. find ich auch. das machen wir! da haben wir dann auch schon bunte blätter ❤
          klarooo das machen wir! hört sich nach einem super düstererherbsttagprogramm an!! wird eh zeit, dass ich sie endlich mal wieder sehe!

  11. Die Stadt macht auf deinen Bildern einen echt entspannten und gemütlich langweiligen Eindruck, toll zum entdecken und entspannen. Bei den Fragen fehlt allerdings eine. Es sollten doch 11 Fragen werden, oder? 😉
    Dein Traum klingt wahrlich seltsam. Manchmal ist es schon komisch, was sich unser Gehirn in der Nacht so zusammen braut.

    Ganz liebe Grüße,
    nossy

    1. oh ja, das ist sie auch. obwohl, langweilig ist sie nicht. aber gemütlich und zum entspannen schon. und vor allem noch verhältnismäßig günstig. es fehlt eine? ach je. war ich zu doof zum kopieren? da muss ich glatt nachschauen.
      JA das ist es. also ich hätte ja zu gern ein gerät, das traumbilder zeichnet, die ich mir dann am nächsten tag ansehen kann. mir fehlen so oft die worte um zu beschreiben, was ich gesehen hab. mir fehlen oft sogar die eindrücke. was komisch ist, weil es sich ja doch MEIN hirn ausgedacht hat.

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