In 16 Tagen um eine kleine Welt: Florida, Mexiko, Kuba

Nachdem ich 351 Fotos von meiner Nikon Kamera bearbeitet aus Lightroom exportiert habe, sowie 132 Bilder aus der Olympus Unterwasserkamera, von denen ich das eine oder andere gerne als Poster bei helloprint drucken lassen will, ist es Zeit für einen ersten Post über unseren „Honeymoon in weit weit weg“ und dafür, euch zu erzählen, was ich die letzten drei Wochen in meiner vollständigen Blogabstinenz so getrieben habe.

Wie manche von euch, die mir auf anderen Kanälen folgen, schon mitbekommen haben, ging es für den Herzmann und mich nun endlich wieder auf große Reise. Lange hat die Destinationsfindung für diesen besonderen Trip gebraucht. Zuerst war Südafrika im Fokus, aufgrund meiner beruflichen Reisezeitmöglichkeit mussten wir das aber schnell wieder ad acta legen, genauso wie Neuseeland. Auch die einstmals verrückte Idee, eine Alaska-Kreuzfahrt zu machen und diese mit New York und den Niagarafällen zu kombinieren, war letzlich nicht die erste Wahl, da meine erste Anforderung durch meine unschöne Erinnerung an die Irland-Heimreise einen Direktflug von Wien aus ohne weitere Folgeflugstrecken war. Außerdem sollte diesmal ganz unbedingt die Möglichkeit bestehen, Unterwasserwelt zu erkunden, es sollte aber auch über Wasser genug los sein, damit im Falle von zickenden Nebenhöhlen nicht das ganze Programm sprichwörtlich ins Wasser fallen musste. Wenn möglich eine gute Kombination aus ein bisschen Abenteuer erleben und Seele baumeln lassen. Darauf gibt es für mich schnell eine Antwort: Amerika. Die österreichische Stammfluglinie fliegt sowohl Ost-, als auch Westküste seit zwei Jahren direkt mit guten Zeiten und vernünftigen Preisen an (#notsponsored). Jetzt galt es noch zu entscheiden: welche Seite? Den Südosten (Florida) hatte ich mit meinen Eltern als Kind 3x besucht und deswegen irgendwie nicht als so „besonders“ empfunden, weil es fast so vertraut wie zuhause ist. Der Westen ist meine Herzensregion, allerdings mit dem dort gewünschten Programm eher dicht gedrängt und nicht so zum Entspannen geeignet. Also die geliebtgehasste Suchmaschine angeworfen, recherchiert und recht bald doch – wenn auch ein wenig zwiespältig – für den Osten entschieden, denn da in der Nähe liegen einige Orte, die man im Zuge einer Reise wohl besuchen könnten und die dem ganzen noch ein bisschen abenteuerliches Etwas geben.

Langer Rede, kurzer Sinn: nach einer Weile stand die Route fest:

Wir würden am 25. April von Wien direkt nach Miami fliegen und dort am 28. April auf der Royal Caribbean einchecken, um eine Mexiko und Kuba Kreuzfahrt zu machen. Nach sechs Tagen am Schiff wollten wir noch die Florida Keys erkunden und die Reise am vielleicht weißesten und weichsten Strand Nordamerikas, in Fort Myers (danke an Ladyvenom, die mich vor einem Jahr damit angefixt hatte), ausklingen lassen. Klingt doch gar nicht mal so übel!

Ich empfehle zur Untermalung für den Post folgenden Song:
https://open.spotify.com/embed/track/1rfofaqEpACxVEHIZBJe6W

Das erste Mal seit Jahren war die Reise nicht nach konkreten Fotomotiven aufgebaut. Natürlich wollte ich Bilder mitbringen, aber vor allem wollte ich karibische Stimmung erleben, unter Wasser atmen und weichen Sand zwischen meinen Zehen spüren. Fotografische Eckpunkte waren die Strandhäuschen in Miami Beach, die Maya-Pyramiden, Unterwasserschildkröten, bunte Oldtimer in Havanna, Pastellholzhäuser in Key West, Palmen, Strand und einen Sonnenuntergang am Fort Myers Pier. Also gut, ich gebe zu, ein bisschen was stand schon am Programm, aber das „Erleben“ stand tatsächlich mal wieder im Vordergrund 🙂

Ich spoilere nun: es hat tatsächlich alles geklappt und sogar noch soviel mehr. Ich war ein bisschen in Sorge, ob Florida zu wenig abenteuerlich ist, zu zivilisiert, zu wenig wild und natürlich. Ich habe mir wieder viele Gedanken über das Reisen an sich gemacht, die Art und Weise, wie ich die Welt erleben kann und will, welche Anforderungen ich selbst habe und welche Erwartungen von außen kommen. Wahrscheinlich werde ich dazu noch einen extra Post verfassen, da das für den Reiseüberblick, den ich euch geben möchte, einfach den Rahmen sprengen würde. Auf jeden Fall durfte ich wieder etwas mehr darüber lernen, wie es mir auf dieser Welt geht, was es bedeutet, einen österreichischen Pass zu haben und das echtes und wahres Erleben nicht nur dann sein kann und darf, wenn man an und über seine Grenzen geht.

Auf jeden Fall darf ich resümieren, dass diese 16 Tage zu den wunderbarsten Erfahrungen meines Lebens gehören und wieder so anders waren als alles, was ich bisher erlebt habe. Der Rahmen der Kreuzfahrt hat mir die Sicherheit gegeben, mich in für mich fremde und exotische Gefilde zu wagen und in meiner Komfortzone Nordamerika hatte ich die innere Ruhe für das „große Wildlife“. Wir haben uns an freilebende Alligatoren bis 3m Luftlinie herangewagt, sind mit einem Riffhai und einer Meeresschildkröte geschnorchelt und haben riesige Seesterne aus dem Sand gelockt. Wir haben fossile Haifischzähne aus dem Sand gesiebt, sind auf Mayapyramiden geklettert und in Cenotes eingetaucht. Wir haben die zwei Gesichter Havannas gesehen, mit Menschen geredet, Vögel beobachtet und die fettigsten, leckersten Amistylefoods gefuttert. Wir haben Bücher gelesen, der Sonne beim Untergehen zugeschaut und der Brandung des Atlantiks und des Golf von Mexiko gelauscht, sind unter dem nordamerikanischen Sternenhimmel gelegen, haben uns die Zunge an mexikanischer Salsa verbrannt und mit vielen Menschen geplaudert. Wir sind rund 1.000km mit unserem Jeep Cherokee und Spotify durch Florida gecruised, haben Key Lime Pie, Craft Beer und Cider getrunken und das Empfinden der Zeit maximal ausgedehnt.

Jetzt sind wir wieder da und ein bisschen leer.