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Ich wachse und lerne und bleibe doch wie ich bin.

Es gäbe so viel zu sagen und zu schreiben im Moment aber aus verschiedenen Gründen ist das nicht möglich. So viele Gedanken, die sich drehen im Kopf, die sich formen zu Worten, die letztlich nur leise geflüstert werden obwohl man sie laut herausschreien will. Doch das muss warten. Auch wenn die Zeit dazu kommen wird, da bin ich zuversichtlich, noch ist sie nicht da.

Das einzig Beständige ist die Veränderung.

Kein Bild von Grashalmen und Wassertropfen wird jemals zweimal gemacht werden, trotz all der Quadrillarden Bilder, die es auf diesem Planeten gibt und noch geben wird. Alles verändert sich. Immer und ständig.

Wir Menschen sind ein Teil von diesem Ganzen. Auch wenn ein Fluss immer derselbe Fluss bleibt, so wird er doch immer von anderen Wassertropfen geformt. Ist es mit uns Menschen nicht ähnlich? Wir sind die gleichen, trotz immer unterschiedlicher Eindrücke und Erfahrungen, die wir täglich sammeln.

Und wie auch Flüsse sich über ihre Lebensdauer verändern, sich andere Wege bahnen, Gräben graben, Steine schleifen, Dämme sprengen, Gebiete überschwemmen, Pflanzen und Tiere versorgen, so ändern auch wir uns mit all den Erfahrungen die wir machen – wenn wir das zulassen.

Doch das bedeutet auch, dass wir manchmal an einen Punkt kommen, wo wir eine Kante brechen müssen, an der wir lange gefeilt haben oder einen Umweg nehmen, wenn sich mancher Steinhaufen vor uns auftürmt. Veränderungen, die sich im Inneren schon lange anbahnen, manifestieren sich irgendwann im Außen. Das wirkt manchmal abrupt und unerwartet, doch letztlich ist es nur die Konsequenz dort weiterzugehen, wo uns das Leben hintreibt, auch wenn das oft nicht der Weg ist, von dem wir dachten, dass wir ihn gehen werden.

Diese harten Brüche sind nicht nur hart für andere, sondern auch für uns. Die neuen Kanten müssen erst wieder geschliffen, das neue Bett gebahnt werden. Das ist oft mit Schmerz und Durchhaltevermögen gepaart und mit Glauben und Vertrauen an und in sich selbst.

Vor ziemlich genau einem Jahr habe ich mir schwarze Tinte unter die Haut malen lassen.

Und will ich die Sterne, dann finde ich selbst dorthin
Ich wachse und lerne und bleibe doch wie ich bin
Ich wehr mich, bevor ich mich verlier!
Denn ich gehör nur mir

Ich hätte nicht gedacht, dass ich es so bald so nötig haben werden würde, daran erinnert zu werden. Doch…

„wie man plant und denkt so kommt es nie.“

2020 hätte das Jahr sein sollen, in dem endlich alles geregelt ist. 2020 ist zu dem Jahr geworden, in dem ich alle (meine) Regeln gesprengt habe.

Auf die Punkte wurden Fragezeichen gesetzt und jede Säule meines Lebens stand und steht auf dem Prüfstand. Jetzt bin ich da, genau da, genau in diesem Szenario, das mich anno dazumal so geprägt und mir eine Richtung eröffnet hat, die ich vor einiger Zeit endlich zu meiner Priorität gemacht habe.

Ich laufe. Ich werde schneller, weil ich all dem davonrennen will was hochkommt, wenn es dunkel ist und regnet und man draußen diese Sommerregennachtluft einatmet.

Für dich sind echte Menschen nur die Menschen
Die so denken und so aussehen wie du
Doch folge nur den Spuren eines Fremden
Dann verstehst du und du lernst noch was dazu!

Auf einmal fühle ich mich wie eine Figur in einem Computerspiel, die ein neues Level erreicht. Als würde sich ein Energiefluss auf einmal einen Weg durch meine Schädeldecke bahnen und mich ein leuchtender Schatten umgeben, weil sich für einen Moment zumindest der Kopf und der Bauch und das Herz verbunden haben und man sich selber spürt wie man ist und wie man sein will und das ist anders als man immer hätte sein sollen. Und wollen. Und damit begreift man, dass es der Abschied ist, der den Schmerz verursacht.

Der Abschied von einem Selbst, das es niemals wirklich gab.

Von Paleica

Internetmethusalem. Schütze Aszendent Jungfrau, zwanghaft neurotisch, begeisterungsfähig, Kommunikationsjunkie, Psychotante. Ein Kopf voll Gefühl, ein Herz voll Gedanken.

24 Antworten auf „Ich wachse und lerne und bleibe doch wie ich bin.“

Puh, das liest sich wie ein spannendes Kapitel in einem ziemlich dicken Buch – vermutlich das Buch deines Lebens.

Dein letzter Satz lässt mich aufhorchen. „Der Abschied von einem Selbst, das es niemals wirklich gab.“
Hm. Ist es wirklich so? Will man damit nicht auch etwas leugnen? Es klingt alles auch ein wenig wie eine Zerreißprobe. Wie eine Neuorientierung. Ein sich neu zurechtfinden.

Um das zu begreifen, blicke ich mal auf mein Leben zurück. Da gab es reichlich von diesen harten Brüchen.
Für mich habe ich entschieden, alle diese Selbst von mir, die ich in den verschiedenen Abschnitten gelebt habe, anzunehmen, auch wenn mir, im Nachhinein, nicht jedes dieser Selbst wirklich gefällt und ich auf manche eigentlich gern verzichtet hätte. Doch haben mich diese ganzen Selbst doch auch zu der Frau werden lassen, die ich heute bin.

Doch vielleicht meinst du es auch ganz anders. Das macht ja nichts. Ich habe etwas für mich aus deinen Zeilen mitgenommen und das ist das Annehmen.

Danke für deine wundervollen Zeilen.

Liebe Grüße von Herzen, Kaya

liebe kaya, ja, das ist definitiv ein kapitel ganz direkt aus dem „buch meines lebens“, da hast du recht. und ich freu mich sehr, dass es sich spannend für dich liest.

ich glaube es kann so oder so sein. es gibt die abschiede von den selbst-versionen, aus denen man sich weiterentwickelt hat und es gibt den abschied aus dem selbstbild, das eigentlich „nur“ durch ein fremdbild erschaffen wurde, dem man versucht hat zu entsprechen und irgendwann merkt, der schuh passt mir nicht. weißt du, was ich meine?

ich verstehe gut was du meinst. und damit hast du bestimmt recht – alles das, was wir erlebt haben, macht uns zu dem menschen, der wir geworden sind – und der wir werden.

alles liebe für dich!

Das stimmt genau – das mit den nicht passenden Schuhen, meine ich. Ich schrieb darüber auch mal einen Beitrag.

Wir bekommen häufig etwas übergestülpt, nehmen es auch ab und zu – ungefiltert – als unser eigenes an. Bis wir dann merken, es gehört gar nicht zu uns. Das wieder loszuwerden, ist nicht immer leicht. Doch es ist machbar. Wir treffen auch häufig Entscheidungen, die uns nicht guttun. Ich bin mir nicht sicher, ob wir diese trafen, weil wir meinten, sie treffen zu müssen oder… Vermutlich aus demselben Grund.

Diese Brüche gehören dazu und erscheinen mir auch wichtig – wenn wir aus diesen Rollen, in die wir uns pressen ließen, befreien wollen.

Bewusst-werden. Bewusst-sein. Bewusst-bleiben. Auch nicht immer einfach…

Auf jeden Fall hast Du es spannend verpackt.

Für Dich auch alle Liebe!

hallo, du liebe da in wien, dein text ist berührend, die fotos ganz wunder-voll und ich finde es unverschämt, dass du einfach so von mir hier schreibst. *lach* natürlich geht es um dich, aber du weißt ja, du bist meine soulsista! 🙂 ❤ verwandle dich, sei, was du bist, was dir zu werden … bestimmt ist? … oder besser und anders gesagt: was in dir angelegt ist. finde und hebe den schatz, der in dir liegt, werde die, die du bist, wahrhaftig und schön wie eh und je! ja, vertraue und geh weiter, schritt für schritt, im außen, im innern. der abschied von selbstbildern mag mitunter schmerzhaft sein, doch das wahrhaftige echte erwartet dich und nimmt dich liebevoll in seine arme. ich weiß wie weh das alles tut, während man hindurch geht. woher? weil ich denselben weg gehe oder einen ähnlichen, meinen eben. du machst das gut. alles liebe, gib nicht auf. küsschen und dicke umarmung aus berlin von deiner soulsista.

❤ schon immer wieder lustig und interessant, oder? wie sehr man einem anderen, ganz fremden menschen, doch aus der seele schreiben kann und sich dieser so gar nicht fremd anfühlt, obwohl man doch nur so wenig voneinander kennt. ach es wäre schön, mal mit dir in wien oder berlin auf einen kaffee zu gehen!

ich danke dir von herzen für deine worte, sie lesen sich wie eine warme tasse tee an einem kühlen und feuchten herbsttag. es tut immer so gut zu hören und lesen, dass auch andere diesen weg kennen, gegangen sind, vielleicht schon weiter sind, auch mal gestolpert sind und ihn dennoch nie für aufgebenswert befunden haben.

Und will ich die Sterne, dann finde ich selbst dorthin
Ich wachse und lerne und bleibe doch wie ich bin
Ich wehr mich, bevor ich mich verlier!
Denn ich gehör nur mir

….das ist so wunderschön! Ich hoffe du kannst es lesen und glauben. Anstrengend ist es wohl im Moment. Es klingt so. Es klingt aber auch nach Kraft die du hast. Auch das ist anstrengend. Kraft haben wollen oder müssen.
Eine Umarmung. Und Armreif weitere dazu. Was für ein seltsames Jahr das doch ist. 😘😘💚

du kannst dir gar nicht vorstellen, wie sehr mir diese worte ins herz geschrieben sind. sie haben letztes jahr eine stelle in mir berührt, die lange von allem verschlossen war und seitdem sind sie immer da und retten mich jedes mal wieder. schon verrückt, oder?
manchmal bin ich schon sehr müde und frag mich, wieso es notwendig ist, wieso man diese kraft überhaupt finden und mobiliseren muss, warum es denn nicht auch anders geht. aber so ist das halt. das leben passiert und es gibt dinge, durch die man durch muss, denn die alternative – ist nunmal keine.
ein seltsames jahr, wem sagst du das. hoffentlich wird das nächste besser. mit einer mitzi-lesung irgendwann, in person. das wäre schön.

Mutige Worte, die mir direkt ins Herz sprechen, verlasse ich doch gerade selbst wieder einmal die alte Umlaufbahn und nichts ist mehr wie es war und wie ich es mir gewünscht hätte, gerade wo ich dachte, ich sei endlich bei mir angekommen,

hallo du, schön dass du bei mir gelandet bist und danke für deine worte. mir geht es grade genauso wie dir. aber auch wenns schwer ist… nicht aufgeben. ankommen, tun wir das je? wir hoffen es, wir wünschen es uns, aber ankommen und stillstand, das würde uns wahrscheinlich gar nicht guttun. zumindest sage ich mir das immer wieder, in den zeiten, in denen sich das leben wie ein reißender fluss anfühlt, oder man grad irgendwo zwischen zwei stromschnellen festhängt (ich mag offenbar wassermetaphern fällt mir grade mal wieder auf). ich wünsch dir alles gute und schick dir aus der ferne viel kraft!

leider lassen sich diese momente so schwer festhalten. aber wenn ich sie aufschreibe, dann kann ich sie nicht vergessen und erinnere mich selbst immer wieder daran, das hilft ein bisschen.
auch dir ganz liebe grüße und ich freu mich sehr, dass dir die bilder gefallen! ❤

Liebe Paleica,
wieder einmal hast du mit deinen Worten etwas in meiner Seele berührt und inndieser Resonanz hat sich ein Gedicht geformt.

Vielleicht beginnt alles
was ursprünglich und wahrhaftig ist
mit einem Flüstern,
zart und zerbrechlich dahin gehaucht,
damit das, was aus unserem Innersten wächst,
weil es dafür eigentlich keine Worte gibt,
nicht durch laute Gedanken zu früh,
ehe es noch ausgereift ist, erstarrt.
Behutsam, sorgsam
und auch mit einer gewissen Ehrfurcht
sollten wir lauschen
was das Leben uns zuraunt.
Es spricht mit einer Stimme,
sehr fremd und doch zugleich auch innig vertraut,
wie wenn wir uns selbst
aus einer tiefen Ferne zärtlich lockend
zurückrufen in heimatliche Gefilde.

Ich schicke dir eine liebevolle Umarmung.
Beate

liebe beate, es ist so schön, wenn meine gedanken deine so berühren, das ist wirklich das schönste kompliment, das ich bekommen kann. ich glaube ich spüre gut, welches gefühl in deinen worten liegt. diese zarten wahrheiten, die man in seinem leben auf dem weg manchmal verloren hat und die sich mit der zeit wieder zu wort melden und die man dann schon voll verstehen möchte aber wenn man sich darauf stürzt lauft man gefahr, dass sie einem doch erst wieder entgleiten, darum muss man geduldig sein und ihnen zeit geben bis sie sich stark und mutig genug fühlen…

Das Leben ist ein Fluss, der durch eine Landschaft mäandert. Und so sind Veränderungen von Haltungen, Gefühlen und Meinungen nichts Ungewöhnliches. Sie gehören dazu. Sind Teil des Ichs, des Seins.
„Wer bin ich? Und wenn ja, wie viele?“
Ganz liebe Grüße,
Werner

Es ist eines der großen Geheimnisse der Natur, auch der des Menschen. Das unbekannte namens Ich. Wir verändern uns ständig, schon auf ganz naturwissenschaftlicher Ebene, unsere Zellen teilen sich, sterben ab. Wir werden Älter. Und sagen doch fast immer zu uns selbst: Ich. Ganz dahintergestiegen ist da niemand, kein Philosoph, kein Religionsverkünder, kein Naturkundiger.
Geschweige denn ich!

das stimmt. in der medizin gibt es ja den streit der zwei lager, ob das ich existiert oder nur eine evolutionäre funktion des körpers ist, weil es unsere überlebenschancen steigert. verrückte theorien gibt es, die bei längerem nachdenken gar nicht mehr so verrückt anmuten. schon interessant, diese ewige philosophische frage nach dem ich.

Wie heißt es so schön „Während du Pläne schmiedest, fällt Dein Schicksal lachend vom Stuhl!“ Ich glaube das kennen wir alle. Und wenn man denkt, man haut eine „Baustelle“ beendet und es kommt jetzt ein „ruhiger Hafen“ zum entspannen, hat das Schicksal bestimmt noch einen drauf zu setzen 😉

„So viele Gedanken, die sich drehen im Kopf, die sich formen zu Worten, die letztlich nur leise geflüstert werden obwohl man sie laut herausschreien will.“

Ich kenne das – zu viele Gedanken bremsen das Leben. Man bewegt im Geiste alles und kommt doch kein Stück weiter.

„Der Abschied von einem Selbst, dass es nie wirklich gab.“ – na, ich bin gespannt, was da laut heraus geschrien werden muss. Ich habe eine Idee dazu… und bin gespannt! Manchmal scheint bei unserem persönlichen Glück eine höhere Macht die Hände im Spiel zu haben… wenn der Kopf nicht mehr weiter kommt…- vertrau auf Dein Schicksal! Und auch aus negativen Zeiten kann man etwas Positives ziehen!

Herzliche Grüße und alles Glück der Welt für Dicht!

Birgit

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