Ende 2017 war ich erfreut und begeistert, meine Worte aus dem Jänner gefunden zu haben, die ich für eine Zusammenführung aus Vor- und Rückschau vorbereitet hatte. Es hat mir gut getan, so anschaulich reflektieren zu können, was ich Anfang des Jahres für wichtig gehalten, was ich mir vorgenommen hatte und was ich erreichen wollte, was mir über das Jahr gelungen war und was sich aus dem Fokus verschoben hatte.

Ein bisschen zum Durchatmen (für mich und für euch) gibt es einfach ein paar harmlose herbstsonnigwarme Erinnerungsfotos von unserem London Städtetrip vor einem Jahr. Was ist nur alles passiert seither? Wer hätte all das kommen gesehen? Egal. Das Leben ist und wir können es nur nehmen und für uns das beste daraus zu machen. Sich kleine und größere Träume erfüllen – wie einen Besuch in dieser Stadt.

Wie manche von euch vielleicht schon vermutet haben, habe ich ein gewisses Faible für Brücken. Sie tauchen ja irgendwie doch immer wieder mal hier auf und sie gaben schon den einen oder anderen Reiseimpuls, sind Plätze, an die ich immer wieder zurückkehre, an denen ich mich wohlfühle, wo ich gerne stehe… und das, obwohl ich sonst für Architektur – vor allem im Bereich der Fotografie – gar nicht so wahnsinnig viel übrig habe.

Im Frühsommer 2017 hatte ich wieder die Gelegenheit, mir einen Reisewunsch von der Bucketlist zu erfüllen UND ein für mich völlig neues Land kennenzulernen. Die meisten von euch haben ja schon im Rahmen ein paar früherer Posts mitbekommen, dass wir letztes Jahr einen Kroatien-Roadtrip gemacht haben. Die bisher veröffentlichten Posts dazu:

Letztes Jahr zwischen Mai und Juni, da war ich endlich einmal zuhause, frei im Kopf und in der Lage, mich auf Mohnblumenjagd zu begeben. Wie manche von euch vielleicht schon wissen, sind sie meine allerliebsten Pflanzengewächse. Ich habe in Summe nicht so arg viel übrig für Blumen, meist wachsen sie in Wiesen, wo es kreucht und fleucht, summt und surrt und Sechs- und Achtbeiner mag ich ja – mal abgesehen von Hummeln, Bienen, Marienkäfern und Grashüpfern – nicht so besonders. Das hohe Gras sticht, irgendwas läuft einem immer über die Beine, Mücken stechen und überhaupt. Jaja, ich bin ein Draußenkind, trotzdem. Aber Mohnblumen, die haben mich erwischt. Als sie damals zwischen den Bahngleisen wuchsen, obwohl im Viertelstundentakt ein Zug über sie hinwegfuhr, als ich erkannte, dass sie so fragil sind, so großen Kräften ausgesetzt sind, auf den Boden gedrückt werden, sich immer wieder aufrichten, verblühen und im Jahr darauf wieder kommen, habe ich etwas Grundlegendes über das Leben verstanden und darum sind und bleiben sie für mich etwas Besonderes. Die erste Mohnblume des Jahres, die ich entdecke, muss ich immer fotografieren, so will es mein Gesetz. Ich bemerke sie immer, ich genieße ihren Anblick, ich jage vermutlich für immer „meinem perfekten Foto“ hinterher. Ein paar vom letzten Jahr kommen dem schon recht nahe (für mich).

Ich weiß noch gar nicht, wieviel Zeit vergehen wird, bis der erste spezifische Beitrag über unsere große Reise dieses Jahr online geht. Ich bin noch relativ weit entfernt davon, selbst genug Distanz und Überblick zu haben, um einzelne Bilder auszuwählen und euch davor zu bewahren, in einer Bilderflut zu ertrinken. Daher gibt es vorerst etwas, das schon länger zurückliegt.

Vor einiger Zeit schrieb ich in einem Kommentar an Markus:

Wasser hat einfach eine besondere Aura. die Geräuschkulisse am Wasser hat etwas, das für mich enorm beruhigend ist und Wasser hat so etwas Metaphorisches. Wenn ich am Wasser stehe, fühle ich mich einfach irgendwie auf einmal mit der Welt verbunden. Aber nicht auf eine smartphone art und weise.

Dazu passend wurde mir das Wort „aquaholic“ geschenkt.

Zum ersten Mal war ich in Paris mit Herrn Punkt, als er schon Herr Punkt war. Dabei hatte ich die winzige Panasonic Lumix, die mir die Liebe zur Fotografie eröffnet hat.

Es ist erstaunlich, wie schlecht aus heutiger Sicht die Abbildungsleistung war. Auch mein eigener Zugang zu Motiven war noch sehr – nennen wir es experimentierfreudig. Ich weiß noch, wie begeistert ich damals war, als ich rund 400 Fotos von diesen 4 Tagen nachhause brachte. Wahrscheinlich sah ich vor allem die besonderen Momente und die Hoffnung auf Heilung darin, die sich nicht erfüllte. Heute sehe ich die Bilder nüchtern, sie sind so weit weg, als wären sie fremd.