In diesem letzten Jahr, das für mich immer noch gefühlt das aktuelle Jahr ist, hat mich so Vieles überrascht und völlig unvermutet getroffen. So auch, dass – nach gesellschaftlichen Konventionen – das Jahrzehnt zu Ende geht. Das macht bei einem Menschen wie mir, der sehr viel mit diesen strukturellen Konzepten anfangen kann, gleich noch ein bisschen mehr Druck für „alles neu“, „alles abschließen“. Was aber unverändert bleibt, ist, dass es bei mir keine guten Vorsätze gibt, weder für das neue Jahr, noch für eine ganze Dekade. Stattdessen gibt es das vierte Jahr in Folge: ein Wort. Diese Geschichte mit dem Wort, die hat sich wirklich bewährt und passt in all ihren Facetten ganz wunderbar zu mir.

2019 begann für mich mit dem hehren Plan, wieder das perfekte Wort für mein Jahr zu finden, als Vorsatz, als Anhaltspunkt, als Wegweiser, als Richtwert. Am 7. Jänner des Jahres teilte ich also diesen Beitrag mit euch. Während ich mich 2017 in Gelassenheit übte und mir 2018 der Mut einiges an wunderbaren Erlebnissen bescherte, sollte sich dieses Jahr alles um die Balance drehen. Ein Plan, den ich im Mai als kläglich gescheitert angesehen hatte. Doch, wie der Titel schon sagt: erstens kommt es anders und zweitens als man denkt und so erkannte ich, dass die Balance in meinem Fall nicht der Inhalt, sondern nur das Ergebnis sein konnte und sich mein Fokus auf etwas anderes würde richten müssen, um die so erhoffte Balance auch irgendwann zu finden.

Ein Jahr ist es her, seit diese Bilder entstanden sind. Im Oktober 2018 besuchten drei Generationen meiner Familie die ungarische Hauptstadt, unsere monarchische Schwesternstadt. Budapest, der Ort, an den ich schon im Sommer 2015 ein bisschen mein Herz verloren und an den ich seither schon zum 4. Mal zurückkam. Doch diesmal blicke ich ein wenig anders auf diese Bilder und diese Tage zurück.

(Wien sehen und sterben wäre jetzt als Titel irgendwie zu plump gewesen, oder?)

Wien. Wien ist mein Zuhause und mein ewiger Reibungspunkt. Ich bin hier geboren und an der Stadtgrenze aufgewachsen und doch kommt es mir so schwer über die Lippen zu sagen, ja, ich bin Wienerin und das, obwohl ich so vieles an der Stadt liebe – ich vergesse es nur so häufig und versinke im Klischee des Schwarzmalens und Schwarzsehens.

Ende 2017 war ich erfreut und begeistert, meine Worte aus dem Jänner gefunden zu haben, die ich für eine Zusammenführung aus Vor- und Rückschau vorbereitet hatte. Es hat mir gut getan, so anschaulich reflektieren zu können, was ich Anfang des Jahres für wichtig gehalten, was ich mir vorgenommen hatte und was ich erreichen wollte, was mir über das Jahr gelungen war und was sich aus dem Fokus verschoben hatte.

Ein bisschen zum Durchatmen (für mich und für euch) gibt es einfach ein paar harmlose herbstsonnigwarme Erinnerungsfotos von unserem London Städtetrip vor einem Jahr. Was ist nur alles passiert seither? Wer hätte all das kommen gesehen? Egal. Das Leben ist und wir können es nur nehmen und für uns das beste daraus zu machen. Sich kleine und größere Träume erfüllen – wie einen Besuch in dieser Stadt.

Wie manche von euch vielleicht schon vermutet haben, habe ich ein gewisses Faible für Brücken. Sie tauchen ja irgendwie doch immer wieder mal hier auf und sie gaben schon den einen oder anderen Reiseimpuls, sind Plätze, an die ich immer wieder zurückkehre, an denen ich mich wohlfühle, wo ich gerne stehe… und das, obwohl ich sonst für Architektur – vor allem im Bereich der Fotografie – gar nicht so wahnsinnig viel übrig habe.