Es ist 2008. Ich sitze am Schreibtisch vor dem ebenerdigen Fenster, das den Blick auf den Gehsteig freigibt. Es ist Herbst, irgendwo zwischen September und Oktober, es wird früh dunkel und es ist kühl in diesem Jahr. Vor allem in der Vorstadt sind die Abende feucht und klamm, vielleicht liegt es auch an der Wohnung, die Wohnung ist klein, sie ist nordseitig, hat hohe Räume, sie ist alt, sehr alt und in den Ecken ein klein wenig modrig. Sie ist schön, mit ihren Parkettböden und hohen Türstöcken und sie ist gemütlich, meine kleine Höhle, auch wenn ich sie mit Spinnen teile, immerhin ist es für ein paar Monate mein erstes eigenes Türschloss, hinter dem ich die Welt aussperren kann.

Irgendwann zwischen Spätsommer und Frühherbst des Jahres 2016 traf ich endlich einmal den glücklichen Zustand „Sonnenschein nach Regenschauer“ im Garten meiner Eltern an. Doppelt glücklich war der Umstand, dass ich daran gedacht hatte, das Makro einzupacken und so entstanden wieder einmal Bilder meines liebsten Elements, aus der Nähe.

(Darf man eigentlich sommerliche Bilder im Winter zeigen, wenn sie nicht von Reisen sind? Ich bin mir da ja nicht mehr so sicher!)