Ich habe eine Fotogratief. Seit unserer Hochzeitsreise im April/Mai habe ich kaum noch eine von den Kameras in der Hand gehabt. Nur der Apfel, der ist mein ständiger Begleiter, dokumentiert und konserviert Momente, aber um des Festhalten Willens, nicht, um wirklich zu sehen. Denn das ist der Unterschied, zwischen der Dicken und dem Schlanken. Die eine ist dazu da, ruhig zu werden, geduldig zu sein, die Welt bewusst anschauen, einen Schritt zurückzugehen, von draußen zu betrachten, zu gestalten. Der andere ist just point and click, mitnehmen was geht, ein visuelles Denkarium.

Meine Lieben, vielleicht hat der eine oder andere schon gemerkt, dass die Veröffentlichungsfrequenz zuletzt zurück gegangen ist. Die letzten Monate waren das reinste Chaos und mein Leben hat sich nach langer Zeit einmal wieder völlig auf den Kopf gestellt. Es ist viel passiert und auch wenn einiges davon notwendig war, war vieles davon nicht unbedingt schön.

 

Bei Seegeflüster las ich unlängst zwei Beiträge zum Thema Pferde, einmal unter dem Titel „Stallgeflüster“ und einmal unter „Mythos Pferdemädchen„. Da die Begeisterung meiner Eltern, Pferdegeruch und Stallmist im Auto herumzukutschieren, endenwollend war und auch noch Christopher Reeves Reitunfall kurz vor meinem ersten Kontakt mit den großen Vierbeinern stattgefunden hatte, waren meine Möglichkeiten, ein „echtes“ Pferdemädchen zu werden, begrenzt – um nicht zu sagen: nicht vorhanden. Dies sollte aber nicht bedeuten, dass meine tiefe Liebe für alles, das Fell und vier Beine hat, jemals wirklich verschwand. Sie war nur tief verschüttet und kam dank meiner Therapie sehr plötzlich wieder zum Vorschein und drang in mein Bewusstsein.

Stellt euch vor – nach all den Jahren habe ich es nun endlich einmal geschafft, am Picture my Day-Day mitzumachen, juhu! Mittlerweile ging er bereits in die 25. Auflage, diesmal veranstaltet von der lieben Barbara von magnolienherz.de und war direkt auf meinen Geburtstag datiert. Eine wundervolle Gelegenheit, endlich mal dran zu denken, auch mal ganz banale Erinnerungsfotos ohne ästhetischen Anspruch zu machen 😉

In meiner Suchbegriffliste, die das Dashboard von WP.com ausspuckt, befand sich einige Zeit lang folgende Frage:

Ist es dumm, die Vergangenheit nicht loszulassen?

Dass jemand über dieses Keyword auf den Episodenfilm gestoßen ist, fand ich irgendwie interessant und dachte, ich könnte diese Frage doch auch einfach aus meiner Sicht beantworten. Und irgendwie lustigerweise passt dieser Beitrag auch ganz perfekt zu einer wunderschönen Idee, auf die mich Lovisa vom Schwedenlichterblog aufmerksam gemacht hat. Denn sie fordert uns auf, die Lichtmomente unserer Kindheit zu zeigen.