Bildung?

Wie ist das eigentlich, mit der Bildung?

Grillparzers das goldene Vlies

Was macht Bildung zur Bildung?

Ist Bildung das, was wir gelernt haben?
Oder ist Bildung das, was wir aus dem Gelernten machen,
wie wir das Gelernte anwenden?

Ist jemand gebildet, der viel gelernt und sich viel gemerkt hat
oder ist jemand gebildet, der lieber sein eigenes Denken anwendet anstatt von anderen Gelerntes einfach zu übernehmen?

Ist jemand gebildet, der zwar mit soll und haben umgehen kann, dafür aber der Muttersprache in Wort und Schrift nicht wirklich sattelfest ist?
Kann man jemanden generell als gebildet bezeichnen, wenn er in der eigenen Sprache im Grunde nur rudimentäre Kenntnisse besitzt?

Wieso wird der Wunsch nach Allgemeinbildung belächelt, während schon in Teenagerzeit die Fachidiotie gefördert wird?

Wieviel selbständiges Denken ist aufgrund der subjektiven Information aus Gelernten, Medien und anderen Quellen überhaupt möglich?

Ist Demokratie durch zwangsläufig unzureichende Informationen und daraus resultierende Manipulation wirklich möglich?

Gibt es Objektivität?

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Paleica

Internetmethusalem. Schütze Aszendent Jungfrau, zwanghaft neurotisch, begeisterungsfähig, Kommunikationsjunkie, Psychotante. Ein Kopf voll Gefühl, ein Herz voll Gedanken.

13 Kommentare zu „Bildung?“

  1. eine direkte objektivität gibt es nicht. alles was man sagt, macht etc. ist vielleicht als objektiv betitelt ist aber immer mit der portion subjektivität kombiniert. in dem sinne kann keine demokratie oder andere form zu 100% möglich sein.

    bildung… was ist das? ich würde sagen, es ist der zustand, aus dem sehen, hören, lesen das gelernte mit eigenem denken zu verbinden und es auch anzuwenden.
    es gibt genügend fachidioten, die glauben, sie wären überaus gebildet und haben von den normalen dingen des lebens keinen schimmer.
    das problem ist wohl, wo setzt man den maßstab für bildung an. wann ist man gebildet?
    wenn man überall mitreden kann?
    wenn man tausend fremdwörter beherrscht?
    ich denke nicht. viele sonderschüler sind hervorragende handwerker, aber sind sie deswegen ungebildet? sie wissen auch vieles.
    vielleicht wird das wort einfach nur überbewertet. jemand der fehlerfrei lesen, schreiben, rechnen kann ist auch gebildet. nur eben nicht so wie ein professor doktor schlagmichtot. und der prof weiß auch nicht alles 😉

    (offtopic): man kommt zu viel zum nachdenken? hast du so viele dinge, die dich beschäftigen? im fernsehen läuft um diese zeit doch eh nix. hast keine schönen DVDs im schrank? 😉

  2. Das ist eine schwierige, eigentlich nicht zu beantwortende Frage. Selbst wenn man Grillparzer sehr gerne liest, finden sich auch in seinen Texten nur schwerliche Antworten darauf. Obwohl es natürlich immer auf den eigenen Standpunkt ankommt.
    Für manch einen ist das Lesen der BILD-Zeitung auch schon eine gewisse Bildung, vor allem weil…never endig…
    Lieben Gruß
    Kvelli

  3. Hachja… die allbekannten Reclam-Heftchen…

    Wow, also das, was Wortman und Kvelli zu deinen Fragen/Gedankenanstössen geschrieben haben find ich klasse!
    Mir wär außer „gute Frage oO“ nicht mehr viel dazu eingefallen ;D

    Liebe Grüße!

  4. wie kvelli schon sagt, der eigene standpunkt ist überaus mächtig in solch einer diskussion und somit eben wieder ein subjektiver eingriff.

    ich versteh schon was du meinst paleica, aber da kommt wieder das „persönliche“ durch: was ist ein „gewisser bildungsstand“? hab ich jetzt z.B. bildungsnotstand, weil ich von politik nicht viel weiß, weil es mich absolut nicht interessiert?
    natürlich gehört „nachdenken-anwenden-umsetzen“ unbedingt dazu. ohne geht es nicht, aber ein „schwacher“ beherrscht diese Dinge auch. nur eben in einem eingegrenzten Rahmen.

    wo ich absolut zustimmen muss: die bildungsvermittlung in der schule hat riesige schwächen. da werden dinge gelehrt, die teilweise fürs normale leben völlig „wertlos“ sind und wichtige dinge werden weggelassen, weil sie ja nicht in den lehrplan gehören…

    [offtopic] was sind denn für dich gute bücher? ;)da es anscheinend einiges zu grübeln gibt, hoffe ich mal, sie sind nicht allzu „schlimm“.

  5. „dumme“ studenten, die sich für elite halten?
    hast meine exfreundin getroffen? 😉
    im ernst: da muss ich immer an den satz von abteilungsleiter des SFB verfahrenstechnik an der uni bremen denken (als er mitbekam, dass meine tochter eine 1 in mathe im abi hatte): „wenn nur die hälfte unserer studenten ahnung von mathe hätten, wäre ich ja sehr zufrieden“.

    dieses „elite-denken“ ist es auch immer, was den schlechten ruf ausmacht. oftmals tun studenten so, als wären sie was besonderes, nur weil sie x oder y studieren, aber kaum einen schimmer von den dingen haben…

    gut gesagt: „das recht rausnehmen, auch mal nein zu sagen“. so sehe ich das auch. man kann und muss nicht überall bewandert sein. ebenso ist ein fachidiot überflüssig. ich denke, jeder für sich schafft sich schon ein brauchbares maß an allgemeinbildung.

  6. Hallo,

    also ich möchte mich an dieser Stelle einmal für die ganzen Infos bedanken. Der Blog hier ist einfach unglaublich gut gelungen. Nur weiter so!
    Lieben Gruß an alle
    Stefan

  7. Die einzig wahre Bildung gibt es nicht – wie die anderen schon gesagt haben, ist das alles subjektiv. Es hängt eben auch an der Perspektive ab, wen wir für gebildet halten oder wer uns für gebildet hält… oder eben auch für ungebildet.
    Heißt es nicht: Wir lernen nie aus und lebenslanges Lernen?

    Ich weiß nicht, ob jemand von euch Walter Moers liest *hust* – aber seine „Eydeeten“ (vgl. Rumo und die Wunder im Dunkeln) haben mehrere Gehirne – soviel Platz, dass wir uns alles aneignenen könnten, haben wir doch gar nicht 😉 Wir müssen uns auf das beschränken, was wir brauchen und das Wissen, das wir besitzen anzuwenden wissen.

  8. Objektivität…….kann es die wirklich geben? Ich glaube nicht, denn jeder Mensch sagt doch SEINE ganz eigene Einstellung aus dem Erfahrungsschatz heraus und das kann für mich niemals objektiv sein.
    Gebildet…….für mich sind die Menschen gebildet, die ihre Muttersprache gut beherrschen und ein sehr gutes Allgemeinwissen haben und eine sehr gute soziale Einstellung (das halte ich persönlich auch für Bildung). Es wird sicher daran gemessen, wem man grad begegnet, der eine Mensch weiss mehr über die Erde und der andere mehr über Biologie. Gibt es da einen Massstab….schwierig zu sagen.

  9. @nancy: nee, lesen nicht, aber ich hab moers hörbuch von „blaubär“ 🙂 ich frag mich da immer, sind eydeeten wirklich das nonplusultra? müssen wir alles wissen? ich denke, wenn wir uns in dem rahmen bilden, der uns machbar ist, haben wir schon viel erreicht.

    @angie: einen direkten maßstab, was bildung ist, gibt es nicht, denn dazu ist der mensch zu individuell ausgestattet.

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