Wien im Glas: die Votivkirche & Anleitung zur Nutzung des Seelenschlüssels: wie geht Traumdeutung auf psychologischer Basis?

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Seit Wochen ringe ich mit mir, weil ich einen Text schreiben will, der sich aus einem Gefühl speist, doch dieses Gefühl will sich nicht und nicht in Worte zwängen lassen. Vielleicht ist es nicht reif, denn dieses Sträuben der Worte kenne ich sonst nicht, üblicherweise tanzen sie vor meinen Augen während sie sich im Moment in den Windungen meines Gehirns zu verstecken scheinen. Ein anderes Gefühl sagt mir aber, dass ich schreiben will und dass ich mich hinsetzen und die Ruhe finden soll, damit die Worte sich ans Licht wagen.

Also versuche ich es zum zweiten Mal. Beim ersten Mal entstand ein sehr sachlicher und distanzierter Text über das Unbewusste, vielleicht, weil ich das Gefühl habe, euch erst einmal vertraut machen zu wollen mit dem Thema, das bei mir so präsent ist. Für mich ist es normal, mit Dingen um mich zu werfen, die sich für andere vielleicht wie ausgemachter Humbug anhören. Doch was will ich euch, was will ich mir mit diesem Text eigentlich sagen?

Es geht mir ein wenig darum, festzuhalten, was in meinem Leben grade ein großes Thema ist. Da es sich aber hier um meine innersten Dinge dreht, ist es auch für mich ein Balanceakt, nicht zu viel und nicht zu wenig zu erzählen. Um überhaupt drüber schreiben zu können ist eine Art Einleitung notwendig, denn auch bei mir war es ein Entwicklungsprozess und um zu verstehen, womit ich mich heute viel beschäftige ist es hilfreich, wenn man das theoretische Konstrukt kennt, auf Basis dessen ich an und mit mir arbeite. Wer es interessant findet, der kann vielleicht für sich etwas daraus mitnehmen, wer nicht, sieht sich einfach die Bilder an 🙂

Wie manche von euch wissen, schreibe ich so nebenbei bei Bedarf ein gänzlich anonymes Traumblog (wer die URL wissen möchte, der schreibe mir bitte. Aus google-technischen Gründen will ich das hier nicht verlinken). Ich habe damit angefangen, weil ich in meinem Leben schon oft genug die Erfahrung gemacht habe, dass Träume der Schlüssel zum Unbewussten und damit zu den dunklen Kammern der Seele sind. Träume aufzuschreiben und zu analysieren ist für mich Hobby und Therapie gleichzeitig. Sie sind so spannend und aufregend und verraten so viel!

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Ob ich mich an Träume erinnere oder nicht ist zum einen Übungssache, aber zum anderen auch phasenspezifisch. Es gibt Zeiten, da erinnere ich mich wochenlang nicht einmal an einzelne Fragmente, während es dann wieder Wochen gibt, in denen hintereinander intensive Geschichten stattfinden, an die ich mich noch Stunden nach dem Aufwachen erinnere. Früher habe ich mich sehr viel mit meinen Träumen beschäftigt, aber aus welchen Gründen auch immer hat das aufgehört. Letztes Jahr, während meines ersten Reha-Zyklus, hat das intensive Träumen wieder begonnen – und damit ein Prozess der immer noch andauert.

Traumdeutung: warum mir Google nicht sagen kann, was mich beschäftigt

Traumdeutung ist nämlich ganz und gar nicht so ein esoterisches Instrument , wie sie manchmal daherzukommen scheint, wenn man sie ernsthaft betreibt. Die Wissenschaft ist sich in vielem was das Thema betrifft uneinig, aber eines wissen sie alle: Träume dienen dazu, Erlebtes zu verarbeiten. Und wenn sie das tun, enthalten sie Informationen, die man extrahieren kann. Um sich ernsthaft mit seinen Träumen auseinanderzusetzen gibt es nun zwei „Grundgesetze“:

  1. Traumdeutungen aus Büchern oder aus dem Internet sind niemals allgemeingültig. Eine Antwort darauf, was der Traum für uns bedeutet, finden wir nur in unserem Inneren. JA, es gibt gesellschaftlich konnotierte Systeme und JA, aus diesem Grund KÖNNEN Dinge etwas bedeuten, das sie auch bei anderen bedeuten. Müssen sie aber nicht.
  2. Niemand außer uns selbst kann unsere Träume deuten. Menschen, die uns gut kennen oder Menschen, die etwas davon verstehen, können uns auf diesem Weg unterstützen, aber sie können niemals eine allgemeingültige Antwort geben. Ob eine Interpretation stimmt oder nicht merkt man am Gefühl. Wenn man etwas enschlüsselt hat, „fällt einem die Erkenntnis wie Schuppen von den Augen“. Ein „hm, könnte sein, ja, vielleicht“ deutet meist eher darauf hin, dass es nicht der Kern der Sache ist.
Träume sind wie Motive in Glaskugeln. Verzerrt, verdreht und irgendwie befremdlich. Man muss sie erst zerpflücken, auf den Kopf stellen, näher rangehen, bis man die Geschichte erkennt.

3 Schritte-Anleitung, um meinen Traum selbst zu entschlüsseln

(ich musste grade selbst über meine Zwischenüberschrift lachen)

Wenn aber das Internet und andere Menschen uns nur bedingt helfen können, wie können wir uns selbst helfen? Es gibt ein paar einfache Anhaltspunkte, mit denen man sich auseinandersetzen kann und die durchaus Aufschluss geben können:

  • Die Verbindung des Traums zum realen Leben kann nur über das Gefühl hergestellt werden, darum ist die wichtigste Frage, die man sich auch selbst immer gleich stellen kann: was habe ich dabei empfunden?
  • Ein weiterer Punkt ist die Zeit: je länger der Traum vorbei ist, umso mehr verblasst er. Das gilt manchmal schon nach wenigen Minuten. Wenn ihr aufwacht und euch an etwas erinnert, dann erinnert euch bewusst. Am besten erzählt ihr jemandem, was ihr geträumt habt oder schreibt es gleich (!) auf. Lasst euch hierbei nicht von Lebewesen, Gegenständen oder anderen widersinnigen Dingen irritieren, die ihr zu erklären versucht. Erzählt oder schreibt, wie es euch grade in den Sinn kommt, die Wortwahl kann wichtig sein. Aus dem unhinterfragten Schreiben entstehen oft Worte und Formulierungen, die später beim Entschlüsseln helfen.
  • Am gefinkeltsten ist es, hinter dem manifesten Trauminhalt (der „Geschichte“, die sich abspielt) den latenten Trauminhalt (den Gedanken/das Gefühl, der/das dahintersteckt) zu entdecken, denn unser Unbewusstes gibt sich redlich Mühe, den wahren Gehalt zu verstecken. Träume dienen dazu, Erlebtes unbewertet zu verarbeiten. Damit das gelingt, muss das Unbewusste diese Kniffe anwenden, sonst würden wir uns am Morgen danach nur selbst verurteilen und unser Unbewusstes hätte noch mehr zu tun. Es passieren also verschiedene Mechanismen wie Verdichtung, Verschiebung und Symbolisierung, durch die das Grundthema, um das es eigentlich geht, verzerrt wird. Um dieses Puzzle im Bewusstsein wieder zusammenzusetzen, müssen wir den Traum in die kleinstmöglichen Einzelteile zerlegen und diesen Elementen Bedeutung geben – und dafür braucht es vor allem Übung.
Der latente Trauminhalt verbirgt, wie dieser Baum, den manifesten Trauminhalt, das Haus. Manchmal muss man sich durch die Zweige wühlen, unten durch ducken oder aber einen Schritt weit weg gehen um den Blick auf das relevante Thema freizulegen.

Traumdeutung: Wieso, weshalb, warum?

Dazu denke ich gibt es zwei verschiedene Ansätze:

Der eine ist: Neugierde. Weil man Interesse an diesem Thema an sich und an seinen inneren Vorgängen hat und wissen möchte, was da drunter alles so los ist. Es ist spannend, sich selbst zu einer Art Forschungsobjekt zu machen. Aber Vorsicht: es kann durchaus passieren, dass man auf dieser Forschungsreise über Erkenntnisse stolpert, die schmerzen und die einiges aus dem Gleichgewicht bringen.

Der zweite Ansatz, der vermutlich weiter verbreitete: etwas im Leben funktioniert nicht, wie es könnte/sollte. Irgendwo hakt es. Man steht immer wieder am selben Punkt, sei es beruflich, in der Beziehung, mit der Familie, mit Freunden oder der Gesundheit. Man spürt, dass irgendetwas nicht stimmt, man denkt sich „wieso passiert das immer mir?“. An diesem Punkt stand ich selbst und da kann ich definitiv aus eigener Erfahrung sagen: die Reise wird anstrengend. Aber ich weiß, dass sie sich irgendwann gelohnt haben wird.

Eines darf man jedoch nicht vergessen, eine Binsenweisheit, die viel Wahres enthällt:

Selbsterkenntnis ist der erste Weg zur Besserung.

Aber es ist eben tatsächlich der erste Weg. Der Weg, der nicht außen vorbei, drumherum drunter durch oder oben drüber verläuft, sondern mitten durch.

Dinge zu verstehen bedeutet nicht, dass sie gelöst sind. Aber erst mit dem Verstehen lässt sich das ganze Bild sehen und erst wenn man das ganze Bild kennt ist ein ehrliches und langfristiges, bewusstes Lösen möglich.

49 Replies to “Wien im Glas: die Votivkirche & Anleitung zur Nutzung des Seelenschlüssels: wie geht Traumdeutung auf psychologischer Basis?”

  1. Traumdeutung ist ein wirklich spannendes Feld! Allerdings habe ich die Erfahrung gemacht, dass es äußerst sinnvoll ist, psychoanalytisches Grundwissen zu haben und auch eine Art Kenntnis von archetypischer Symbolik – also von den Zusammenhängen sowie den Inhalten, die immer irgendwie auf unsere Seele und durch sie wirken. Außerhalb des bewussten Verstandes kommunizieren wir eben, wie Du schon gesagt hast, nicht über Sprache, sondern in Bildern – und darauf aufbauend über Gefühle – mit uns selbst, und mir gibt das immer einen sehr guten Rahmen, Träume zu verstehen. Und auch die Mithilfe Anderer. Ich selbst bin erst mal oft verwirrt und verstehe einfach nur Bahnhof. Die Kommunikation mit anderen hilft mir dann. Und das sehe ich bei vielen anderen auch. Allerdings bin ich sowieso jemand, der kommunizieren muss, damit die Knoten im Hirn sich lösen 😀

    1. da hast du vermutlich recht. ich kann das schwer beurteilen, weil ich so einen tollen lehrer in der schule hatte, der mir wirklich eine gute psychoanalytische basis mitgegeben hat, glaube ich. also sagen wir mal so – ich kenne es nicht anders, weil ich diese thematik sehr strukturiert und in gut verarbeitetem material konsumieren durfte. ich weiß gar nicht, ob ich sonst den gleichen zugang zu dem thema gefunden hätte.

      mir gehts auch so. ist aber klar, sonst hätten wir wohl keine blogs 😉

      1. Stimmt auffallend 😉 Ja, ich glaube, da hast Du Recht. Wenn so eine Basis mal vorhanden ist, dann ist man irgendwann im Zustand des ‚unbewussten Wissens‘ 😉 Frage: Ihr hattet Psychoanalyse in der Schule????

        1. ja, du sagst es. bei mir ist da halt doch glaub ich einiges sehr in fleisch und blut übergegangen ist, ich merke gar nicht mehr, dass sowas nicht für jeden selbstverständlich ist.
          nein, nicht konkret. wir hatten psychologie, aber die psychoanalyse und generell früher verteter von psychologen waren halt sehr stark prominent im lehrstoff vertreten, vermutlich, weil der lehrer für die personen (freud, adler, jung, piaget, pawlow) große sympathien gehegt hat. drum hatte ich auch den großen vorteil, gewisse methoden halt ein bisschen zu kennen, was mir die wahl meiner therapeutin doch erleichtert hat. wir haben echt viel gehört über die methoden, die in der psychoanalyse von ganz unterschiedlichen strömungen verwendet werden.

          1. Genial! Ich wünschte, das gäbe es bei uns auch! Dass Psychologie, Lebensgesetze wie Resonanzgesetz und Co. nicht in der Schule gelehrt werden ist eigentlich wirklich unverantwortlich, wenn man es mal hart sagen will… Wie genial für Dich!

            1. gesetz der resonanz hatten wir nicht. es war schon sehr geschichtlich und wissenschaftlich aufgebaut, über aktuellere themen haben wir glaub ich nicht viel gehört. schulfach eben. aber trotzdem eine tolle basis. allerdings muss ich sagen, hatte ich sichtlich in meiner schule einfach ein riesenglück mit dem lehrer. ich kenne sonst kaum jemanden aus anderen schulen, nicht mal aus anderen klassen, die bei uns die andere lehrerin hatten, die wirklich was sinnvolles draus mitgenommen haben. das ist für mich übrigens ein markantes beispiel, wieviel an einer guten lehrperson hängt. denn offenbar kann man den lehrplan auch so drüberbringen, dass es niemanden interessiert.
              aber generell ist das ein problem an den schulen, dass die lehrpläne in wahrheit veraltet sind und nicht mehr zur wertewelt der gesellschaft passen.

              1. Dazu kann ich nur sagen: Amen! Meine Schulzeit war eine halbe Katastrophe, eben wegen solchen Problematiken. Und das Hauptproblem ist die Einsichtslosigkeit des betroffenen Lehrkörpers 😀 In meinem Fall hieß das: ich hatte einen wirklich schlechten Mathematiklehrer und stand locker auf 5. Dann kam ein junger, neuer Lehrer und innerhalb von einem Halbjahr stand ich zwischen 1 und 2. Ich habe dann sogar Mathe im Abi gehabt und später im Studium Nachhilfe gegeben. Dann traf ich besagten damaligen schlechten Lehrer und er fragte mich, was ich so mache. Als ich es ihm sagte, hat der mich richtig gehend beschimpft, weil er nicht glauben konnte, dass ich Mathe können sollte. Dabei habe ich ein sehr gutes mathematisches Verständnis. Mein letzer Lehrer hatte sogar angeregt, ich möge doch überlegen, Mathe-Lehramt zu studieren! Kann man mal sehen!

                Gesetz der Resonanz ist in der Psychoanalyse ja auch eher versteckt zu finden – in Freud’s Übertragungs-Theorien (Projektion, Interaktion). Im Grunde werden sie dort wissenschaftlich erstmals erklärt. Heute ja auch über Spiegelneuronen etc. pp. Finde trotzdem, das Lebensprinzipien, Psychologie, Meditation und Co. fester Bestandteil des Unterrichts sein sollten. Nicht auszudenken, was so ein Schub an Bewusstsein für diese Welt tun würde. Ghandi sagte mal, wenn man jedem Kind Meditation beibringen würde, könnte man den Frieden auf der Welt in nur einer Generation herstellen! Krasse Idee, oder?

              2. ja, ich habe das leider auch sehr oft erleben dürfen, dass mir schlechte lehrer einiges vermiest haben. zum beispiel denke ich mir heute oft, dass mich naturwissenschaften, grade zum beispiel biologie, durchaus hätten interessieren können. leider hatte ich da durchwegs katastrophale lehrer und hab das damit so vehement abgelehnt, dass sowas nie in frage kam.
                HA! das war grade ein augenöffner. ich wusste immer schon, dass mir dieses konzept bekannt vorgekommen ist und ich ganz gut was damit anfangen konnte, konnte aber die querverbindung nicht herstellen. KLAR.
                oh ja du sagst es. das wäre eigentlich wirklich großartig. aber in unserer gesellschaft nicht auszudenken, leider.

              3. Na, die Gedanken sind immerhin frei und die Gedanken sind der Anfang von allem. Ich habe in letzter Zeit häufig den Satz gehört: Unsere Welt braucht neue Utopien. Also ich denke es mir weiter aus 😉

  2. Ich hab mal nen guten Tipp zur Traumdeutung bekommen, der auch oft ganz gut funktioniert hat. Man schreibt die Kernpunkte des Traums auf. Wenn man also träumt, dass seine Oma auf einem Sofa sitzt und Tee trinkt, dann schreibt man „Oma – sitzt auf Sofa“, wenn es wichtig ist, dass das Sofa rot war, schreibt man das dazu. Wenn sie auf einem speziellen Sofa oder in einem speziellen Raum ist, dann gehört das auch dazu.
    Und dann werden diese Eckpunkte mit Assoziationen verknüpft, denn wie du sagst: Nur man selbst weiß, was die Oma einem bedeutete oder nicht. Ob man zu diesem konkreten Sofa Erinnerungen hat oder nicht etc.
    Manchmal – nicht immer – war ich verblüfft, was für naheliegende, fast schon logische „Geschichten“ sich auf einmal aus meinem Traum ergaben, wenn man einfach die Assoziationen statt die puren Gegenstände anschaut.

    1. ja, genau das ist total wichtig! darum meinte ich „einfach schreiben, ohne sich irritieren zu lassen“. ich hatte da letztens sowas spannendes, wo ich einfach aus dem gefühl raus alles notiert hab und beim durchlesen bin ich dann über eine formulierung gestolpert, die mir auch wieder was offenbart hat. das wichtigste sind immer die zentralen elemente, also die, die man am meisten betonen will. spannend ist nur, dass man gelegentlich allein die richtige frage dazu nicht findet.

  3. Boah, wieder so ein Beitrag voller Durschlagskraft. Ich liebe es zu träumen. Ich träum oft und intensiv. Und meistens ist mir die Bedeutung eigentlich recht klar. Es ist so krass was alles passiert, in den Träumen und im Unterbewusstsein. Und irgendwie träumt bzw. verarbeitet ja jeder Mensch. Eigentlich ein nicht greifbares Thema und das obwohl es jeden Tag jeden Menschen betrifft. Allerdings redet ja auch kaum jemand wirklich offen über seine Träume… Und natürlich darf man auch den psychologischen Aspekt nicht vergessen. Du hast es wunderbar beschrieben im letzten Teil Deines Beitrags. Da muss man nix mehr hinzufügen…
    Hach ein tolles Thema. Bietet Stoff für stundenlange Diskussionen. Hätt ich jetzt richtig Lust drauf 😉

    1. man merkt wohl, dass bei mir irgendwie grad einiges los ist, gell 😉 ich beschäftige mich momentan irrsinnig viel damit und ich genieße es eigentlich auch total, weil momentan wieder soviele puzzleteile dazugekommen sind, die das bild vervollständigen und einem das gefühl geben, nicht machtlos zu sein.
      ich finde das auch total spannend, dass ein gewissermaßen so alltägliches thema dermaßen ungreifbar ist und schon fast was my(s)t(h)isches an sich hat. ich rede eigentlich viel über meine träume, zumindest mit menschen, die das interessiert. aber es ist halt auch ein heikles thema, weil man damit sein innerstes offenbart und da überlegt man dann halt gut, bei wem man das (relativ) bedenkenlos tun kann…
      freut mich, dass du es gern gelesen hast. und irgendwann werden sich solche diskussionen schon noch ergeben 😉 erstmal kommt nächste woche noch der dritte und vorerst letzte, gewissermaßen „schlüsselbeitrag“ dazu 🙂

        1. sowieso und immer wieder gern 🙂 obwohl ich momentan das gefühl habe, dass das thema für mich mit dem 3. beitrag ein wenig abgeschlossen ist. ich kann mir zwar noch nicht vorstellen, dass das der realität entspricht, aber schauen wir mal ^.^

  4. Ich finde es manchmal beinahe lächerlich, was im Fernsehen zu diesem Thema so läuft. Oder man dazu bei Google findet. Außerdem werden da auch immer nur recht allgemeingültige Träume oder Symbole besprochen. So was wie „die Zähne fallen aus“ oder „ich fliege“. Dinge, die sicherlich jeder schon mal geträumt hat, aber bei mir jetzt zum Beispiel nicht oft vorkommen. Oder eher gar nicht. 😉

    Ich habe zur Zeit tatsächlich eine recht kurze „will ich lesen“ Liste. Gerade weiß ich sogar gar nicht was ich als nächstes Lesen soll. Kommt eher selten vor, aber zur Zeit reizt mich wenig.

    Ich kann dich zu 1000% verstehen. Ich habe mich selbst ja von einer Diagnose zur anderen gehangelt und noch dazu kam gefühlt ständig irgendwas neues an Symptomen dazu. Neben den Schmerzen war es auch richtig übel, als ich Anfang des Jahres eine zeitlang auf einem Auge nicht richtig sehen konnte und eine Hornhautentzündung nicht heilen wollte. Wenn man mal zwei Monate überhaupt keine Besserung in der Hinsicht erlebt, zweifelt man schon an allem. Und es ist dann verdammt schwer auch psychisch was dafür zu tun, dass es einem besser geht. Wie soll man da denn auch noch positiv denken? Irgendwann ist doch alles einfach nur noch Mist.
    Ich habe zum Glück eine sehr geduldige Mama, die sich das alles stundenlang angehört hat. Das war immer noch die beste Medizin.
    Aber ich war jetzt schon überrascht, dass man solche Zeiten auch irgendwie bewusst gehen lassen muss und wie schwierig es doch ist so etwas hinter sich zu lassen…

    1. ja du sagst es. vor allem stört mich, dass nicht darauf hingewiesen wird, dass eine derartige allgemeine symbolik nur eine MÖGLICHE auslegungsweise ist. man kann ja derartige symbolik verwenden, aber man sollte die menschen schon wissen lassen, dass das nicht allgemeingültig. aber ja – halbwissen gibt es halt immer und überall, leider.

      oh wirklich? ich könnte dir ein bisschen was von meiner liste geben 😉 aber ich weiß nicht, ob wir da denselben geschmack haben ^.^

      oh man, da hast du ja auch einiges mitmachen dürfen… besonders deprimierend finde ich auch, dass man irgendwie von einem arzt/therapeuten zum nächsten wandert, weil irgenwdie keiner für alles zuständig ist und ich hab mich da auch oft nicht gut betreut gefühlt. unterstützung von der familie ist da schon enorm wichtig…

  5. Ohhh wie interessant! Ich wollte schon immer mal meine Träume deuten lassen, aber bin natürlich nicht darauf gekommen das selbst zu machen 😛 Die meisten Träume hake ich jedoch ziemlich schnell ab, da sie irgendwie belanglos erscheinen, aber vielleicht ist genau das eine Täuschung des Unbewussten? Dass die Wissenschaft nicht mal eindeutige Antworten findet, finde ich ja sehr spannend…

    1. träume belanglos erscheinen zu lassen ist eines der hauptziele des „zensors“, weil wir uns ja aus verschiedenen gründen eben bewusst damit nicht beschäftigen können oder wollen, von dem her haben auch belanglose träume immer aufmerksamkeit verdient 🙂 du kannst es ja mal versuchen, wenn du dich an einen traum erinnerst, ihn aufzuschreiben und die gefühle dazu notieren und schauen, ob du eine querverbindung zur realität herstellen kannst. besonders relevant sind normalerweise wiederkehrende träume, falls dir sowas schon mal untergekommen ist, da geht es meistens um ein eher größeres unaufgearbeitetes thema.
      ich muss gestehen, dass ich in der traumforschung aus medizinischer sicht nicht up to date bin, von meinem gefühl her kann ich nur sagen, dass es so mit zeit und übung schon zu funktionieren scheint und auch von ärzten grundsätzlich akzeptiert ist, was ja schon ein ziemlich großes zugeständnis ist 🙂

      1. Danke für den Tip, es gibt tatsächlich Träume die immer wieder kommen und der Verdrängungsmechanismus ist trotzdem sehr stark, ganz schön tricky ist das :/ Sehr intensive Träume beschäftigen mich schon zuweilen, da hab ich mir zwar noch keinen Reim draus machen können, aber vielleicht wird das noch 😉

        1. ja, das ist es 🙂 es hat bei mir auch eine ziemliche weile gedauert, bis mal was rausgekommen ist, weil man am anfang halt sehr gefangen ist im „manifesten“ inhalt und zuviel kognitiv arbeitet anstatt assiziativ (wenn man die beiden begriffe so einander gegenüberstellen kann, aber ich hoffe, du weißt, was ich meine!). kurz gesagt: man muss lernen, mehr zu fühlen und weniger zu denken 🙂 ich drück dir die daumen.

  6. Wenn ich nun nur kommentiere, dass ich diesen Post sehr interessant finde, wird das deinen Worten eingentlich nicht gerecht, aber so ist es. Toll geschrieben und das Thema finde ich wirklich spannend. Vor allem natürlich dann, wenn es sich um einen in großen Abständen wiederkehrenden Traum handelt, den ich so gar nicht einordnen kann. 😉 Ich werde deine 3 Schritte mal beherzigen, um meinem Traum auf den Grund zu gehen.

    Herzlichen Gruß,
    Anna

    P.S: Die Bilder sind auch ein Traum. 😉

    1. liebe anna, das ist wirklich ein ganz tolles kompliment, dankeschön ❤ ich bin gespannt, wie es dir mit deinem traum geht, vielleicht magst du mir ja erzählen, ob es geklappt hat?
      alles liebe für dich!

  7. Schön, dass du dich weiter drauf eingelassen hast, das alles zu Papier zu bringen. (Deine Traumseite klingt übrigens klasse – ich würde gerne bei Gelegenheit mal einen Blick riskieren.)

    Das mit den Träumen ist so eine Sache. In meinen Augen ist Traumdeutung (wenn richtig gemacht) auch kein Humbug. Derzeit habe ich das Glück, dass ich wenig Träume bzw. das was ich träume nicht allzu schwer wiegt. Scheinbar hat mein Kopf gerade nicht so viel zu verarbeiten, worüber ich gerade sehr dankbar bin. Ich kann aber durchaus verstehen und nachvollziehen was du meinst!
    In meinem Leben gibt es eine Person, die derzeit von Träumen geplagt wird, die auch einen Verarbeitungsprozess nach sich ziehen und andeuten. Wir reden viel, aber es ist immer schwer darauf zu reagieren, denn ich kann ja nicht hinein sehen – ich kann nicht sehen wie der Traum war und erst recht nicht ergründen, was der Traum vielleicht gerade verarbeiten will. Dennoch versuche ich so gut es geht Hilfestellung und Unterstützung zu bieten.

    Mir gefällt dein Beitrag wirklich sehr gut, ich finde schön wie du die Ansatzpunkte gefunden hast und diese werde ich mir definitiv merken und beherzigen, wenn ich einmal wieder aufwache und mir ein Traum schwer auf der Seele lastet. (ich hoffe nicht so bald :))

    Ich hoffe du kommst mit guten Gesprächen, mit Niederschreiben und Analysieren gut voran.
    Wann immer du einen Traumdeutungs-Zuhör-Partner suchst, habe ich sehr, sehr gerne ein offenes Ohr für dich ❤

    Dicke Umarmung!

    1. ja, ich war anfangs irgendwie unsicher, weil ich etwas ganz anderes schreiben wollte als letztendlich bei den ersten beiden texten rausgekommen ist – aber offenbar war das als vorbereitung für den text von heute notwendig.

      es gibt zum glück auch diese art ruhephasen, wo träume nur so kleine alltagsbegebenheiten verarbeiten und keine gröberen vorgänge los sind. das kenne ich auch 🙂

      du kannst sowieso nicht mehr machen. das einzige, womit du wirklich helfen kannst, ist, genau zuhören, weil eben menschen oft beim erzählen unbewusst dinge „verraten“ die sie selbst gar nicht bemerken und wo dir als außenstehender, der die person gut kennt, eine verbindung auffällt. und ansonsten halt immer wieder die frage „wie hast du das empfunden“ und „wo empfindest du das in deinem leben“. diese fragen sind im grunde total simpel, aber wenn man in der situation des träumers ist, kann das konkrete nachfragen immer wieder helfen (habe ich erst selbst unlängst wieder sehr eindrücklich erlebt).

      ich hoffe auch für dich, dass das nicht so bald passiert, aber wenn doch hilft es, sich damit zumindest auseinandersetzen zu können, finde ich 🙂

      und danke ❤ im moment ist der sturm glaube ich etwas verebbt. ich habe das gefühl, dass die letzten wochen etwas großes und wichtiges zutage gebracht haben und es jetzt ein bisschen anders weitergehen wird.

  8. Ich hab mich ein bißchen mit Traumdeutung beschäftigt, als ich so Anfang 20 war. Das entsprechende Buch zum Thema hat mich gerade heute wieder aus einem Umzugskarton angeschaut. Leider macht mein merkwürdiges Schlafverhalten das Ganze etwas schwierig, wenn ich so alle 2 Stunden aufwache, hab ich in der Regel nämlich keine Lust, meine Trauminhalte aufzuschreiben. Ich träume immer und erinnere mich auch gut daran, aber die Deuterei spare ich mir. Dank jahrelanger Psychoanalyse und Verhaltenstherapie weiss ich eigentlich meist, was so bei mir im Kopf los ist 🙂

    1. liebe viola, ich denke, soweit wie du dich selbst schon reflektiert und dich mit dir auseinandergesetzt hast, ist das maximal noch ein kleines gimmick. da bist du natürlich schon in ganz andere sphären vorgedrungen und dein kopf kann dir auch nicht mehr so leicht in x für ein u vormachen 🙂 das schlafverhalten ist sicher eher kontraproduktiv zur erinnerung an träume – und hört sich irgendwie auch im allgemeinen nicht ganz so entspannend an -.-

  9. Uuuh, Traumdeutung – schwere Kost.
    Meine Träume verarbeiten immer den Tag. Es tauchen Menschen auf, über die ich nachgedacht habe, oder die ich gesehen habe. Orte, Lebenslagen, die verdaut werden müssen.

  10. Liebe Paleica,
    herzlichen Dank für’s Teilhaben lassen, deine Hilfestellung und natürlich auch für die abermals sehr schönen Fotos! ❤ Ich weiß ganz genau, was du mit deinem Beitrag meinst und kann es nur zu gut nachvollziehen. Ich habe das Glück – oder das Pech – mich sehr genau an meine Träume zu erinnern, teilweise hängen sie mir tagelang nach. Je nach dem, was ich geträumt habe. Manchmal kann ich sie ganz leicht entschlüsseln und andere Male treiben sie mich fast in den Wahnsinn, weil ich nicht dahinter komme. Daher bin ich über Phasen dankbar, in denen ich mich nicht an Träume erinnern kann (weil sie scheinbar unwichtig waren).
    Über einem Traum, der von Zeit zu Zeit wieder kam, habe ich sehr lange gegrübelt, bis mir seine Bedeutung klar wurde: wenn ich diesen Traum habe, muss ich schleunigst auf die (Entschleunigungs-)Bremse treten, sonst zerbröselt es mich. Damals habe ich gelernt, dass Träume nicht nur helfen, Erlebtes zu verarbeiten, sondern auch warnen können.
    Liebe Grüße und fühl dich gedrückt, Karina

    1. danke fürs lesen ❤ ich kenne das, dass es angenehm ist, wenn die intensive traumphase nachlässt, aber ich finde es auch irrsinnig spannend, mich damit auseinanderzusetzen, wenn mir mein unbewusstest die chance dazu gibt.
      ich habe auch so einen traum. bei mir ist das immer der, wo ich weiß, dass es für mich schleunigst etwas auszusprechen gilt, das ich versuche zu unterdrücken. ja, das können sie definitiv. sie können soviel, wenn man ihnen den raum gibt, ihre wirkung zu entfalten.

  11. Liebe Paleica,

    oh je, wenn ich meine Träume immer deuten wollte, dann wäre ich mit nichts anderem beschäftigt, ehrlich wahr. Ich träume jede Nacht sehr viel und sehr lebendig, so dass es mich selbst schon stört. Und immer wenn ich den Traum der vorangegangenen Nacht für mich interpretiert und aufgearbeitet habe, kommt schon der nächste….Ich mag es aber jedes Mal, mich mit ihnen zu beschäftigen, denn sie sagen viel über mich und meine innere Verfassung aus.
    Das mit der Glaskugel ist soo schön, das habe ich letztens auch versucht und war ganz begeistert. http://foto-paletti.de/allgemein/fotografieren-mit-glaskugel/

    Liebe Grüße
    Nora

    1. so „schlimm“ ist es bei mir zum glück nicht. bei mir sind es wirklich phasen und momentan ist es wieder etwas ruhiger. ich weiß, dass ich viel träume, aber es bleibt nicht in der erinnerung, wenn dann nur in ganz kurzen momentaufnahmen und mit denen kann ich nicht sooo viel anfangen.
      deine glaskugelbilder muss ich mir gleich anschauen kommen!!

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