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Frühlingsexplosion & Filmempfehlung: „Die große Reise“

Unlängst habe ich mir einen Film angeschaut, den ich seit einigen Monaten daheim habe. Für manche Filme braucht es die richtige Stimmung, dieser ist so einer. „Die große Reise“ ist ein Dokumentarfilm aus dem Jahr 2013 von Helmut Manninger, der Klosterschwestern beim Abschied aus ihrem Zuhause begleitet.

Im Grunde ist „Die Große Reise“ ein Liebesfilm. Über Frauen, die lieben, was sie tun und die den Ort lieben, wo sie es tun. Und von genau da müssen sie weg. Ihr Kloster wird verkauft. Ein halbes Leben und mehr haben sie darin verbracht. Es ist wie die Vertreibung aus dem Paradies. Wie werden die Schwestern reagieren? Wie gehorsam werden sie sein, wenn es ans Eingemachte geht?
„Die Große Reise“ erzählt vom großen Thema Abschied. Es betrifft jeden von uns. Irgendwann. Irgendwo. Und gerade dann, wenn wir am wenigsten damit rechnen. Plötzlich wird das Leben zur brutalen, unmenschlichen Angelegenheit. Die Klosterschwestern werden sogar zum Abschied gezwungen. Werden sie darin den „Willen Gottes“ erkennen können? Oder aber dagegen ankämpfen, mit „Gottes Hilfe“? Menschen, die dem Herrgott näher sind als andere, oder etwa nicht?
Aus der Pressemappe www.diegrossereise.at

Um das vorauszuschicken: in diesem Film geht es nicht um Gott oder Religion, sondern ganz im Gegenteil, um eine sehr weltliche Sache – etwas, das den Film für mich interessant gemacht hat, es geht um etwas, das gewissermaßen jedem passieren kann. Ich bin durch einen Trailer im Filmcasino darauf gestoßen und muss sagen, dass mich der Film tief berührt hat. Helmut Manninger und sein Team haben es geschafft, ein sehr persönliches und schönes Bild von Frauen zu zeichnen, von denen ich bis dato keine Vorstellung hatte.
Was war es, das mich an diesem Film am meisten berührt hat? Ich beantworte dies mit einem Ausschnitt aus dem Interview des Regisseurs:

Was ist für dich das übergeordnete Thema deines Films?
Das Loslassen. Wie Menschen mit dem Thema Abschied umgehen.

Abschied ist ein Thema, das in meinem Leben immer und immer wieder eine große Rolle spielt und etwas, das für mich schwierig ist. Darum ist auch die Auseinandersetzung damit für mich wichtig. Besonders beeindruckend ist übrigens, was die weit über 90jährige Schwester Hedemarie zu diesem Thema zu sagen hat.

Außerdem hat der Film eindrücklich gezeigt, dass es so viele unterschiedliche Konzepte gibt, sich dem Verständnis des Lebens und Menschseins anzunähern, ob es die Psychologie ist oder eine Religion, unterm Strich, wenn man genau hinhört, sind die Quintessenzen daraus sehr, sehr ähnlich.

Zum Abschluss und zum Andenken an die verlorenen Dinge, Bilder von neuem Leben, die zeigen, dass nach jedem Winter immer wieder ein Frühling kommt.

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34 comments on “Frühlingsexplosion & Filmempfehlung: „Die große Reise“

  1. Wunderschöne Frühlingsblütenbilder und anregende Worte zum Thema: Loslassen. Ein interessantes Thema, was von höherer Bedeutung ist, als wir, glaube ich, oft denken.

    • danke meine liebe. ja, das ist eines der denke ich ganz großen themen im leben, es kommt immer wieder und es entsteht viel leid aus krampfhaftem festklammern.

      • Definitiv. Ist aber gar nicht so leicht und ich glaube inzwischen, dass es an viel mehr Stellen ums Loslassen geht, als ich früher so dachte. Und in viel mehr Bereichen: loslassen eigener Vorstellungen, Projektionen, Standards, Ideen, Ansprüche, Menschen ….
        Loslassen lässt einen irgendwie friedlich werden, milder, mehr bei sich bleiben.
        Ist trotzdem nicht (immer) und sowieso nicht sehr leicht.

        • das bestimmt. ich weiß noch gut, wie dieses thema in meinem leben aufgetaucht ist. wir hatten damals unsere „hexenrunden“ (4 mädels) und wir haben ganze sonntage bei schnitzel und schokobrownies damit verbracht, über das loslassen zu sinnieren. seitdem begleitet es mich irgendwie. ich glaube, man muss einfach lernen, die erwartungen an innen und außen zu trennen und mehr phlegma dahingehend entwickeln, das leben zu nehmen wie es kommt als es formen zu wollen. aber das ist wohl hohe kunst des buddhismus und nicht etwas, was man mal so nebenbei umsetzen kann.

  2. Ist diese Doku – der Film, den Du gesehen hast – oder ist der Film noch anders?

  3. Diesen Film habe ich sogar schon zweimal gesehen und habe ihn auch sehr eindrucksvoll gefunden. Das Loslassen von Dingen und Orten und Lebensmodellen …..
    Dein Foto mit weißen Blüten auf weißem Hintergrund gefällt mir am besten. So eine Pracht !

    • schon, gell! es freut mich, dass du den film auch kennst – und magst. ich war wirklich unglaublich berührt, besonders beim abspann und dem schluss, den schwester hedemarie gesagt hat. ich musste sehr schlucken.
      danke für die lieben worte zu den bildern ❤

      • Im Detail kann ich mich nicht mehr erinnern.Ich weiß nur noch, dass ich sehr beeindruckt war von diesen Frauen. Gerade weil ich mit ihrer Religion gar nichts anfangen kann, beeindruckt mich ihre Lebensweise sehr …

        • mir geht es genauso. es war spannend, das menschliche daran zu sehen und ein bisschen einblick in das leben von frauen, die mir in meinem leben noch nie begegnet sind.

  4. Oh, diese Doku/Film sagt mir gar nichts. Da hab ich wohl was verpasst?! Und auch den Bogen hin zum loslassen gepaart mit den Bildern… Klasse! Ich mag diese Lichtverhältnisse sehr! Schöner Beitrag, der irgendwie melanchonisch daher kommt (und das mag ich) 😉

    • ja das glaub ich dir, ist wohl eher ein randgruppenprogramm 🙂 ich hätte auch nix davon mitbekommen, wenn ich nicht zufällig den trailer gesehen und mir den titel notiert hätte. aber ich finde, dass es sich wirklich gelohnt hat, es war ein sehr gelungener und schöner film, der mir auch ein stückchen näher gebracht hat, worum es menschen in ihrem glauben geht – das fand ich auch interessant.
      es freut mich, wenn man die melancholie durchhört. die war definitiv vorhanden. obwohl der abschluss mit den bunten und fröhlichen bildern eher den bogen nach oben spannen sollte 🙂

      • Ich finde Melancholie ja gar nicht negativ. Geht mir auch beim Thema Musik so. Ich finde das Filme, Musik und Fotos am eindruckvollsten dieses Gefühl vermitteln können. Ist ne schöne Sache eigentlich, das vermitteln von Gefühlen anhand des eigenen Handwerks/Talents…

  5. Tolle Fotos- wie immer! und tolle Gedanken!

  6. Das hort sich nach einem wunderbaren Film an. Vielen Dank für die Empfehlung!
    Deine Fotos sind alle wunderschöne, mir persönlich gefällt die erste Collagenzeile
    am besten.. was für herrliche kräftige Farben.. schön! Herzlichst, Nicole

    • oh das ist er! ich kann ihn wirklich nur empfehlen!
      und danke für die lieben worte zu den bildern – und für deinen besuch 🙂

  7. Danke, werde ich mal schauen, eine gute Woche wünsche ich

  8. Was für ein lebensnaher Film, eine – wie ich finde – sehr gelungene Doku übers Abschiednehmen. Über die Mühe, neben der Wehmut des Abschieds auch Freude zuzulassen. Das Prickeln der Neugier auf einen Neubeginn zu spüren, sich dem „weiter“leben nicht zu verschließen, kindlich anmutenden Wissendurst zu bewahren und die Kraft, optimistisch in die unbekannte Zukunft zu schauen.

    Vieles davon beinhaltet auch der Frühling, dieses immerwährende Naturschauspiel….
    Deine Fotos lassen viel von dieser besonderen Atmosphäre spüren.
    Liebe Grüße
    moni

    • wie schön, dass du sie gesehen hast! ja, das finde ich auch. gefühle, die jeder kennt von menschen, die die wenigsten kennen, glaube ich. du hast das wirklich gut in worte gefasst!
      und es freut mich, dass dir die fotos passend erscheinen, sie sollten dem ganzen traurigen ein bisschen einen hoffnungsvollen touch verleihen…

  9. Traumhafte Aufnahmen von meiner liebsten Jahreszeit…schade, dass sie bisher doch sehr schüchtern ist dieses Jahr!

    • da hatten wir wohl mehr glück, wir hatten bisher wirklcih einige traumhafte frühlingstage und soviel blühende bäume, wie ich noch nie bewundern durfte. bisher ist das immer so schnell gegangen, dass ich gar nix davon mitbekommen habe, außer auf fotos anderer ^.^

  10. Traumhaft schöne Bilder, liebe Paleica! Ich liebe den Frühling – von mir aus könnte er eeewig dauern! 🙂 Und herzlichen Dank für den Filmtipp!

    • oh ja liebe heike, das finde ich auch! und dann darf er sich ein halbes jahr später mit dem herbst abwechseln 🙂
      bitte gern. falls du ihn dir ansiehst wäre ich neugierig, wie er dir gefällt!

  11. Blumen als Motiv sind ja quasi der Inbegriff von Verlassen, Abschied, aber auch etwas Neuem… Hm

  12. Welch schöne Frühlingsimpressionen!
    An mir ist das durch die Erkrankung meiner Oma gänzlich vorbeigezogen. Leider… Na ja.
    Den Film kannte ich bis dato nicht, aber ich werde mich mal informieren. Das Thema Abschied ist jetzt gerade nicht das, was ich brauche, aber es gibt ja immer einen passenden Abend.

    • das kann ich mir gut vorstellen, oft gibt es wichtigeres. ich habe so einmal einen ganzen sommer versäumt, aber was solls, der nächste kommt bestimmt. geht es ihr besser?

      den film würde ich dir jetzt grade nicht ans herz legen. warte lieber, bis das thema bei dir selbst weniger präsent ist. sonst ist das zu hart. ich hatte das mit dem film „indien“ und mit „wenn träume fliegen lernen“, die haben mich in der damaligen situation dezent aus den latschen gekippt.

      • Hey 🙂 Wieder ein wenig Zeit für das Internet, bevor gleich wieder das Leben hier weitergeht. Sagen wir so: O. hält uns im Stress, der Haushalt und der Garten brauchen auch die Aufmerksamkeit und mittlerweile muss das Internet wirklich zurückstecken. Die Uni verlangt auch noch viel Zeit, ich komm einfach nicht hinterher. Mal schauen, wie sich das weiterentwickelt. Und bei dir? Ich habe noch 5 deiner neuen Posts auf meiner Lese-Liste 😀

        • bei mir sinds irgendwie andere dinge, aber mein kopf ist momentan ebensovoll. allerdings bleiben eher andere sachen liegen, weil das schreiben so nötig ist und ich den blog deswegen grade dringend brauche.
          ich hoffe, du hast bald wieder mehr luft!

          • Nach einem Monat – genau auf den Tag – habe ich mal wieder etwas Luft. So ein komisches Gefühl. Ich kann mich gleich hoffentlich durch deine vergangenen Artikel stöbern, bevor das Leben wieder weiterziehen will.. Immerhin hab ich MM Mai jetzt mal in Angriff genommen 😀

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