Hier Sinn eingeben.

Und irgendwann, da kommt er ganz unvermittelt wieder. Der Gedanke nach dem Sinn. Weil er immer und immer wieder neu verhandelt werden will.

Warum mache ich das? Warum betrachte ich das Leben so oft durch ein rechteckiges Fenster? Warum verbringe ich soviel Zeit damit, die eingefrorenen Momente zu verhübschen, zu verbloggen?

Ich hatte eine fotografisch unheimlich aktive kalte Jahreszeit. Zuerst der Herbst, mit all seinen Farben und Blättern und dann der Winter, der dieses Jahr ein Winter war. Mit Schneeflocken und Seifenblasen und Sonnenglitzern. Meine Entwürfe quellen über, von Postings, die noch aus dem letzten Sommer übrig geblieben sind von den Wochenendtrips im Herbst und den fotografischen Experimenten nach dem Jahreswechsel. Nun ist – wie so oft nach diesen Phasen – die Luft draußen. Selbst das Smartphone bleibt die meiste Zeit in der Tasche und sogar die Instagram Stories bleiben still und leer. Die ersten Wochen der Inaktivität gehen meist unbemerkt an mir vorbei, doch irgendwann fällt mir auf: hoppla, da fehlt was. Es fehlt eine Gewohnheit, doch eigentlich fehlt sie gar nicht.

In meiner fotografischen Biografie kommen sie letztendlich doch immer wieder, die Kreatiefs. Diese Zeiten, in denen mir der Blog mehr als Mühsal erscheint als er Spaß macht. In der ich die belebende Wirkung vermisse, das Prickeln, wenn ein neuer Post online geht und wie ihr ihn wohl finden werdet und auch die Freude an den vielen Bildern und Worten, die ich von euch zu sehen und zu lesen bekomme. Es wird ein bisschen eine Last und es fühlt sich an wie eine Verpflichtung. Die Texte fühlen sich holprig an und die Bilder nicht stimmig. Die Fazits klingen hohl und leer.

Es sind die Zeiten, in denen ich mich irgendwie neu justieren muss. Innerlich oder äußerlich. Die Texte sprudeln im Moment nicht, die Bilder lösen keine Assoziationen aus, die Worte liegen brach. Es besteht eine Distanz zu mir und den in Pixel gebannten Erinnerungen, der emotionale Zugang, die Verknüpfung von Kopf und Herz ist gerade blockiert.

Vielleicht liegt es an den vielen Baustellen, um die sich offline meine Gedanken drehen. Vielleicht brauche ich die Energie gerade, um wieder Ordnung in das Chaos zu bringen, das derzeit ein paar meiner Stützpfeiler mal wieder ins Wanken gebracht hat. Vielleicht liegt es daran, dass ich mich gerade über vieles Auskotzen und Ausweinen möchte und das nicht zur Philosophie der schönen Momente passt und der Blog hier einfach schon ein wenig zu groß dafür ist. Dass ich keine leidenden Jammerposts mehr schreiben mag, wie früher, und ich mich gerade fühle, als hätte ich nichts Wertvolles zu sagen, nur Belangloses, wegen dem ich eure Zeit nicht stehlen will. Ich bin im Moment auf verschiedenen Ebenen verletzt, verwirrt und ein kleines bisschen ratlos. Und wenn ich selbst ratlos bin, bin ich kein guter Ratgeber.

Vielleicht werde ich die Veröffentlichungsfrequenz vorerst ein wenig zurückschrauben. Ich muss mich sortieren. Die Worte und Bilder werden mit Sicherheit wiederkommen, das tun sie immer. Aber im Moment brauchen sie ein wenig Verschnaufpause.