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Leben in Zeiten von Corona

Vor etwa zwei Wochen habe ich meine gesundheitsbedingte selbst auferlegte Tagesmedienabstinenz unterbrochen, weil die Welt begann, sich langsamer zu drehen und auf einmal gefühlt stehengeblieben ist. In der ersten Märzwoche waren wir noch auf unserer Branchenmesse. Mit Händewaschen, teilweise ohne Händeschütteln, mit Desinfektionsmittel und Verunsicherung, aber wir waren dort, in der Annahme, dass es sich auch diesmal wieder um einen Medienhype handeln würde. Eine Woche später war alles anders.

Die Grenzen waren noch offen, aber es gab Passkontrollen, selbst zwischen D und Ö. Die Restaurants waren noch geöffnet, aber es wurde empfohlen, zuhause zu bleiben. Großveranstaltungen waren bereits abgesagt, aber die kleinen Bühnen versuchten noch, unter 100 Personen weiterzuspielen. Die Unis hatten bereits so weit wie möglich e-Learning angekündigt, aber Schulen und Kindergärten hielten ihren Betrieb noch aufrecht. Von persönlichen Treffen wurde abgeraten, aber es gab noch keine Judikatur im Falle von Nichteinhaltung.

Ich gebe es zu, ich gehörte auch zu jenen, die aus Angst vor der „Sperre“ diese Tage noch ausnützte und machte, was ich geplant hatte. Einen Cornettoccino holen und ihn in der Sonne mit einer Freundin trinken (mit Sicherheitsabstand). Mit meinen Eltern essen gehen. Ohne Körperkontakt. Mit meiner Wiener Pia-Selbsthilfegruppe auf meiner Couch „Der Besuch der Alten Dame“ anschauen. Und beim Verabschieden meinem Lieblingsmädchen an die Schulter weinen. Mit Körperkontakt. Weil ich in dieser Sekunde vor nichts mehr Angst hatte, als vor dem, was kommen würde. Aus unterschiedlichen Gründen.

Vermutlich gab und gibt es im Internet über nichts in so kurzer Zeit mehr Memes als über Corona. Einer davon lautete:

Your grandparents were called to war. You’re being called to sit on a couch. You can do this.

Als ich das gelesen hatte, fühlte ich mich erstmal mies. Ja, sie haben ja recht. Wie lächerlich ist es denn, wegen ein bisschen zuhause bleiben, wegen ein bisschen geschlossener Geschäfte, wegen ein bisschen Einschränkung im Leben, wegen ein bisschen Verzögerung der Ausbildung so ein Tamtam zu machen? Und JA, objektiv gesehen: total lächerlich. Bleiben Sie zuhause. Kein Thema. Dennoch: das ist nicht, worum es geht. Das ist nicht, was Angst macht, das ist nicht, was sich so schlecht anfühlt. Es ist die Unsicherheit, diese absolute Kontrollunfähigkeit, das Ausgeliefertsein und aktuell auch der Verlust der persönlichen Freiheit, die für so gut wie jeden von uns immer ein selbstverständliches Gut war. Und: wie schnell sich alles ändern kann und wie machtlos man dagegen ist.

Und auch, wenn all diese Maßnahmen Sinn machen, wenn sie vielleicht schon früher hätten kommen sollen, wenn sie vielleicht länger andauern sollten als sie werden, ist es ganz normal, sich davon belastet zu fühlen. Denn wir erleben eine Situation, die wir nicht kennen. Wir hören nur Vokabular aus der Assoziationskette „Krise“ – zum Teil werden von Politik und Medien gezielt Kriegsmetaphern verwendet. Das verunsichert. Das macht uns Angst. Seltsam wäre es, wenn es anders wäre. Dabei ist es Besonnenheit und Ruhe, die wir jetzt brauchen, um einfach einen Tag nach dem anderen geschehen zu lassen. Um uns zu fragen, was brauchen wir heute, damit wir gut durch den Tag kommen, was ist vereinbar mit den Bestimmungen, die derzeit gelten? Was können wir tun, um anderen, die noch schwierigere Situationen haben, zu helfen? Wen können wir anrufen, wem können wir Einkäufe bringen, wo können wir uns engagieren? Keine Hamsterkäufe, keine Corona-Parties, keine Gewalt.

Ich bin hin- und hergerissen zwischen einer Menge an verschiedenen Emotionen. Ich mache mir Sorgen, weil mein Opa in seinem Seniorenwohnheim momentan völlig isoliert von persönlichem Kontakt ist. Ich fürchte mich ein bisschen, wie wir als Land, als Staat, als Demokratie die Wirtschaftskrise bewältigen werden, die auf uns zurollen wird. Ich habe Angst um die Existenzen von Freunden, die Selbstständig sind und derzeit kein Einkommen haben. Ich bin erstaunt darüber, wie Politik und Medien momentan an einem Strang ziehen, um diese Krise gerade irgendwie in Schach zu halten und vor allem: um den Menschen im Land klarzumachen, dass wir hier alle unseren Teil beitragen müssen, ohne in Panik zu verfallen. Ich bin begeistert darüber, wieviele Menschen sich Gedanken machen, wie sie helfen können und versuchen, für andere da zu sein. Ich bin sprachlos zu sehen, wie schnell sich dieser Rückzug von uns Menschen in der Natur bemerkbar macht.

Gerade lässt sich wenig planen, einschätzen, wissen. Aber vielleicht ist es das, was wir als Gesellschaft auch gerade lernen müssen. Dass es einfach ein vollkommener Irrtum ist, anzunehmen, wir als Menschen hätten diesen Planeten unter Kontrolle. Diese Krise ist die Möglichkeit für jeden von uns, einmal tief Luft zu holen und den eigenen Alltag zu hinterfragen. Die eigenen Bausteine des Lebens. Jetzt spüren wir, was und wer uns wirklich wichtig ist. Was fehlt uns, wenn es nicht da ist? Vielleicht werden wir diese Chance nutzen, für einen der großen Paradigmenwechsel der Menschheitsgeschichte. Lasst mich ein wenig pathetisch werden und träumen. Vielleicht erleben wir mit, wie aus einem heliozentrischen Weltbild ein soziozentrisches Weltbild werden kann. Weil jeder von uns gespürt hat, dass es alleine nicht geht. Dass unsere Welt von einer Sekunde auf die andere aus den Angeln gehoben werden kann. Dass Freiheit und Gesundheit letztendlich die einzigen Dinge sind, die wirklich Bedeutung haben. Vielleicht ist es aber auch nur meine eigene Erkenntnis. Mein Leben hat es gewiss verändert.

Die Bilder stammen aus Osttirol, vom Tristachersee. Ein Ort, der aktuell komplett in Quarantäne und von der Öffentlichkeit abgeschottet ist. Unvorstellbar noch vor zwei Wochen.

Von Paleica

Internetmethusalem. Schütze Aszendent Jungfrau, zwanghaft neurotisch, begeisterungsfähig, Kommunikationsjunkie, Psychotante. Ein Kopf voll Gefühl, ein Herz voll Gedanken.

49 Antworten auf „Leben in Zeiten von Corona“

Sehr genau hast du beschrieben, was wohl viele von uns umtreibt – bis hin zu dem Satz: vielleicht stehen wir vor einem Paradigmawechsel? Ja, und ja. Nur das Durchatmen fällt gerade etwas schwer. Da müssen nun die Erinnerungen helfen: wie war es doch gleich, am Meer zu stehen und durchzuatmen?
Jedenfalls bist du keinesfalls allein mit deinen Gefühlen und Gedanken. Und für die schönen Fotos möchte ich extra danken. Sie bereichern meine Vorstellungswelt von einer ungestörten Natur.

dankeschön, das freut mich sehr zu lesen! ja, vorstellen… ein bisschen mit musik untermalen und das passende essen dazu, dann wird es schon etwas leichter, aber trotzdem. und bis dahin, den mut nicht verlieren. ein tag nach dem anderen.

Danke für die wunderschönen Bilder und deine mal wieder so treffend formulierten Worte dazu, Liebes.

Kannst du mit deinem Opa wenigstens telefonieren und so die Verbindung halten, ihm etwas Abwechslung und Kontakt zur Außenwelt bieten?

Ich bin auch hin- und hergerissen zwischen einem „Reiß dich zusammen, du verbringst nur Schutzmaßnahmen in einer relativen Luxusumgebung“ und dem „Doch, es _ist schlimm und es darf dir an die Nieren gehen“. Tagsüber dominiert ersteres, ab dem Abend letzteres-

Und ironischerweise beschränken mich viele der aktuellen Schließungen und Verbote nicht einmal praktisch, sondern nur in der Theorie. Auch in normalen Zeiten würde ich jetzt nicht über die Grenze fahren. Auch in normalen Zeiten wollte ich in den nächsten Wochen weder zu Ikea, noch essen gehen, noch auf irgendein Konzert. Home Office ist mir sogar lieber als die stundenlange Fahrt ins Büro.
Man sollte also meinen, dass mich das alles gar nicht sonderlich tangiert.
Und dennoch – ja, ich finde die Situation belastend. Nicht nur aufgrund der naheliegenden Sorgen um meine Familie und ältere Nachbarn und Bekannte. Sondern auch, weil sehr Vieles einfach vorerst nicht mehr möglich ist – definitiv First World Problems wie das Training im Sportverein oder vielleicht doch spontan etwas essen zu gehen. Der Gedanke daran, dass viele der dieser Optionen einfach nicht mehr existieren – etwa, dass vertraute Geschäfte oder Restaurants auf einmal einfach dunkel und leer sind – hat etwas Beklemmendes.

Aber ja, das ist normal. Die Welt wurde abrupt aus ihren Angeln gehoben und verändert unser Leben gerade massiv. Veränderungen machen Angst, das ist so. Vor allem, wenn wir nicht freiwillig selber etwas ändern, sondern verändert werden.
Also versuche ich ruhig zu bleiben… und den Fokus auf das zu richten, was gerade gut ist. Dass die Natur aufatmet, ist ein wichtiger Aspekt davon. Dass sich vielleicht einiges in der Gesellschaft zum Positiven wandelt, ebenfalls. Ich träume mit dir. 🙂

Liebe Grüße
Anne

liebe anne, vielen dank für deine worte ❤ es hat ja eine weile gedauert, bis ich selber welche gefunden hatte und grade bei so brisanten themen ist dann immer die frage, wie die leserbubble drauf reagiert und es tut gut, kommentare wie deine zu lesen, besonders in dieser zeit!
ja, mein opa und ich, wir telefonieren. er darf auch zum glück wieder rausgehen spazieren, das war nur eine kurze so harte restriktion. an seinem geburtstag werden wir uns dann per telefon durch die glasscheibe der terrasse immerhin kurz sehen, wenn auch ein kleiner und schwacher, dennoch ein trost.

bei mir schwankt es auch. da mir grad mein leben aber ein bisschen aus den bahnen rauscht, geb ich mich dem auch hin, wie es kommt.

ich kenn das übrigens, wenn man sich nur in der theorie von was eingesperrt fühlt, das kann sich trotzdem ziemlich begrenzend anfühlen. ich hatte letzte woche so einen moment, als ich dran dachte… wie es jetzt ist, könnte ich nicht ans meer. egal wie dringend ich das rauschen des wassers hören möchte. und es ist jetzt nicht so, als wäre ich sonst ständig dort oder wäre mir ein urlaub storniert worden, auf den ich mich lang gefreut hatte. aber trotzdem. theoretisch keine chance.

bei uns soll ja so in 2 wochen wieder ein langsames hochfahren kommen. ich bin sehr gespannt, ob das klappen wird…

liebe grüße zu euch rüber!

Ich kann dem so viel nachempfinden und kann die Schnelligkeit der Ereignisse noch kaum begreifen. Auch wenn mich das daheim-bleiben persönlich nicht so stört, finde ich es auch furchtbar dass ich nur hilflos zuschauen kann während andere ihre Gesundheit aufs Spiel setzen damit wir halbwegs weiterleben können 😦 Hoffentlich lernt die Menschheit etwas daraus: Dass wir Probleme nur gemeinsam lösen können. Dass die Berufe, die während der Krise das Leben weiter ermöglichen, besser gewertschätzt und bezahlt gehören. Dass wirtschaftliche Interessen nicht über alles stehen müssen. Und vor allem, dass wir einfache Hygiene-Regeln beibehalten 😉 Alles Gute nach Wien und bleib gesund!

es wäre so schön, wenn diese krise zumindest einen lerneffekt hätte. ich bin langsam wirklich gespannt, wie sich das leben „danach“ anfühlen wird. gestern bei einem unserer gruppencalls hatten ein freund von mir und ich im selben moment denselben gedanken: es ist schon auch interessant, was man WIRKLICH vermisst und einem grade wirklich wichtig vorkommt…
alles liebe über den großen teich, ich hoffe, ihr seid nach wie vor gesund!

Liebe Christina,
du hast es wirklich auf den Punkt gebracht. Mit Worten und in Bildern. Es ist die Hilflosigkeit, die uns so verunsichert, gell.
Jeder von uns braucht jetzt viel Kraft, Mut und Zuversicht, um nicht zu verzweifeln an dieser für uns alle unbekannten Situation.
Seien wir beherzt, tun wir jeder für sich das Beste, seien wir füreinander da, pflegen wir gerade jetzt das Miteinander ♥
Guten Wochenstart und bleib gesund und munter,
herzlichst moni

liebe paleica, wieder ein sehr schöner text von dir, auch die fotografien sind ganz wundervoll. den fisch würde ich sehr gern zeichnen, der ist ja grandios! darf ich?
was die derzeitige situation angeht – ich schrieb ja schon bei mir auch darüber, dass ich zwei tage im schockzustand war -, ich möchte dazu hier auch noch ein paar worte verlieren, vielleicht hilft es dir.
mir ist klar geworden, dass der schock ausgelöst wurde durch das gefühl von „überschwemmt-werden“ von informationen und auch von den rasant erlebten oder gesehenen veränderungen. das ging ja wirklich so schnell! kaum kam die meldung, waren die städte und grenzen schon dicht!
mir ist klar geworden, dass ur-ängste in mir dadurch berührt wurden, die eben schon ur-alt waren und ich habe eine neue perspektive dazu gefunden. nach überprüfen der realität, soweit mir das möglich war (lach), hat sich im innern etwas gelöst und entspannt – der schock war weg, ruhe trat ein.
gerade im bewerten von situationen, aber auch von gefühlen o.a., ergibt sich auch ein entsprechendes erleben. ich beispielsweise erlebe die ausgangssperre nicht als ausgangssperre, auch nicht als hausarrest. aber sähe ich es so, hätte ich vermutlich ein beklemmendes gefühl. das liegt aber eben an der bewertung.
ich empfinde die ruhe im moment als sehr angenehm. du schreibst über die natur und wie sie sich erholt. so erlebe ich es auch. bei mir.
natürlich sind die steigenden zahlen nicht ohne wirkung aufs fühlen und denken. ich für meinen teil, habe mich entschieden, soweit möglich, die medien reduziert zu konsumieren, tatsächlich mich danach zu orientieren: was tut (mir) gut, was nicht. informieren tu ich mich natürlich dennoch.
was deinen opa angeht – ich dachte, vielleicht kannst du ihm einen brief schreiben und schicken? oder fotos – von dir, entweder fotos, die du gemacht hast oder fotos von dir (und deinem schatz) und deiner wohnung. oder rufe ihn an.
gefühlt mögen wir voneinander getrennt sein, doch andererseits bringt uns die derzeitige situation auch näher.
du schreibst von kontrollverlust. ich beispielsweise erlebe es gerade als beruhigend, wie viel und wie schnell etwas entschieden wird. ich weiß natürlich nicht, ob ich weiterhin so denke und empfinde, doch im moment ist es so.
irgendwie ist da in mir, trotz allem, auch viel vertrauen. und das fühlt sich schön an.

fühl dich feste umarmt. virtuell kann ja nichts passieren. *gg*
hab einen schönen tag, trotz allem.
liebe grüße aus berlin, *umarm*

Naja, er ist ja grade knapp zwei Wochen jetzt zu Hause, die Dritte soll in drei Monaten sein. Durch Corona und mega Gewichtsverlust, sehe das alles nicht. Hab Dank für deine Anteilnahme! Und lieben Gruss zurück!

hallo meine liebe, ich danke dir von herzen für deine wunderbaren worte ❤
ich glaube, ich verstehe gut, was du meinst. bei mir kam da noch ein anderer sehr wesentlicher aspekt dazu – oder viel mehr: kommt. mir ist klar geworden, dass ich ehrlich zu mir sein muss und eine entscheidung die mein leben sehr stark beeinflussen könnte, treffen werde müssen und davor bin ich schon eine weile davongelaufen. jetzt geht das nicht mehr und ich hab angst vor allem, was kommt…

mit meinem opa telefoniere ich praktisch täglich, aber übers telefon schaffen wir leider wenig qualitytime, weil wir beide denkbar schlechte telefonierer sind. aber am montag, an seinem geburtstag, werden wir mal durch die glasscheibe der terrasse bei seinem seniorenheim telefonieren, da sehen wir uns immerhin kurz.

ich versuche grad ein bisschen hoffnung darin zu legen, dass ein bisschen leben in 2 wochen wieder losgehen soll. ich hoffe, dass damit alles gut geht, schauen wir mal.
ich wünsch dir eine schöne zweite wochenhälfte ❤

Ein sehr feinfühliger Beitrag von dir, liebe Chriistina! Das dass nicht alles so harmlos ist, habe ich mir schon mitte Januar gedacht. Schlimm genug, das da nicht schon die WHO die Ohren gespitzt hat. Die hygenischen Verhältnisse müssen sich einfach auch in China ändern. Hund, Katze, Maus und vorallem Ratte gehören einfach nicht auf den Speiseplan und schon gar nicht auf einen (Wochen)Markt, wo sich Viren & Co. ungehindert vermehren können.

Ich hoffe mein Schatz und ich überstehen die kommenden Wochen/Monate, gehören wir doch zur Risikogruppe. Und die gerade überstandene OP vom Schatz, macht es noch schlimmer. Und in drei Monaten soll die letzte OP sein, das sehe ich mal gar nicht……. Es zerrt schon an meinen Nerven, die erste OP war ja letztes Jahr zu Pfingsten… Vorallem Männer ticken in solchen Situationen sowieso in bissel anders.
Wüttend macht mich das ich wirklich kein Mehl, keine Eier und kein Sonnenblumenöl bekomme (vieles Andere aber auch nicht). Hamsterkäufe gehen gar nicht!
Trotzdem mache ich mir jeden Morgen wieder neuen Mut, auch wenn dieser schon manchmal Mittags aufgebraucht ist. *zwinker

Für die Natur ist es natürlich wundervoll, man sieht so gar wieder Fische in den Gewässern ivon Veniedig! Das hat doch auch was.

Lass dich mal umämeln! Das schaffen wir auch alles!
Und die Ideen von der Wolkenbeobachterin, finde ich richtig gut!
Darüber wird sich dein Opa sicher freuen!

Liebe Grüße zu dir sende,
deine Britta

P.S. Und natürlich haben mich wiedereinmal deine Bilder zum Text berührt!
Das ist auch für mich eine Art von Draussen sein, Freiheit!

liebe britta, herzlichen dank für deinen kommentar ❤ ich muss ehrlich sagen, dass ich das total unterschätzt hab. auch aufgrund der rückmeldungen, die ich von menschen hatte, die mit den virologen in unserem hauupt-krankenhaus in österreich hatten, da wurde das ja auch lang viel zu harmlos eingeschätzt.

wie geht es euch? seid ihr gesund? ich kann mir vorstellen, dass das in eurem fall wirklich schwer und schlimm aushaltbar ist, noch viel mehr als für alle anderen. als wäre die situation sonst nicht schon schwierig genug. wie ist die lebensmittelversorgung bei euch, hat sich das hamstern beruhigt? bei uns war das ja zum glück nur an einem einzigen wochenende.

dass die natur so schnell drauf reagiert finde ich beeindruckend.

alles liebe für dich, ich drück dich virtuell aus der ferne zurück!

Moin Moin meine Liebe,
nun habe ich ein wenig ruhe und kann Dir Antworten.

Zunächst wünsche ich Dir und Deinen Lieben, ein schönes Osterfest!
Auch wenn es gerade nicht so schön ist, bin ich mir sicher Du machst es dir ein wenig heimelig! ;o)

Von Tag zu Tag fällt es mir schwerer hier in der Bude zu hocken. Jeden *Draussenaufenthalt* plane ich durch. Immer in Gedanken, keine Viren mitzunehmen. Das wäre fatal, nicht nur für mich, sonder hauptsachlich für mein Schatz. Der ist eh nur noch Haut & Knochen und eine Infektion, würde er wohl nicht wegstecken können. Das Blödeste ist, das ich keinen Führerschein habe um mal für mich alleine zu sein, um wieder Atmen zu können… Mal einfach einsteigen und weg…Dabei steht das Auto vor der Tür…. :o( Männer sind in Krankheit ja wirklich schwerer zu ertragen. *gg

Und nööö, hier sind immer noch viele Regale im Einkaufzentrum leer. Wir müssen schon ein wenig weiter fahren um alles zu bekommen… Leider. Aber ich habe ja gelernt, aus sehr wenig viel zu machen. (Habe ja schon mit 14 Jahren das elterliche Haus verlassen, das prägt. *grins) Ich sage immer: Hunger ist der beste Koch …. ! (Sakasmus muss sein *lol)

Also meine Süsse,
dich auch mal virtuell fest in die Arme nehme und ich hoffe du bist gesund!!!

Wir lesen uns….

Liebe Oster-Grüße zu dir schicke,
Britta

danke dir meine liebe! mein ostern war heuer sehr, sehr seltsam, aber es war okay. es ging mir jedenfalls besser als viele wochen davor.
ich weiß nicht, wie es bei euch ist, aber bei uns ist langsam aussicht auf ein paar lichtblicke und ich hoffe sehr, dass das alles gut geht und läuft und wir uns langsam wieder in richtung normalität und freiheit bewegen.

alles liebe für dich und euch und vor allem natürlich: bleibt gesund!

All deine Gedanken und Befürchtungen teile ich, ein kleines bisschen auch die Hoffnung, die bekanntermaßen zuletzt stirbt. Es ist eine Chance und die birgt ja irgendwie jede Krise. Ich bin da aber nicht sonderlich optimistisch und denke, es wird Menschen geben, deren Sicht und Handeln sich dauerhaft verändern wird. Vielleicht sind es die, die nicht nur stark reflektieren, sondern auch spüren, wie gut sich manches jetzt anfühlt, z. B. Zeit mit der Familie zu verbringen und nicht nur wie eine WG zusammenzuleben. Der Rest wird vermutlich die Ärmel hochkrempeln und ans „Aufräumen“ gehen, damit es weitergeht (wie bisher). Viele von denen, die es können, werden sich mehr oder weniger skrupellos in und nach der Krise auf Kosten anderer bereichern, sie tun es ja jetzt schon. Selbst im Kleinen: Die einen riskieren ihr Leben und helfen und die anderen riskieren Leben, weil sie total egoistisch sind. Die einen spenden, die anderen tätigen egoistisch Hamsterkäufe und machen Krawall im Supermarkt. Und so werden die einen gewinnen und die anderen verlieren, war es nicht immer schon so? Das schlimmste „Virus“ für die Erde ist der Mensch.

Die Natur gibt mir im Moment ganz viel Kraft und innere Ruhe, die übrigens auch deine Bilder ausstrahlen. Wenn ich durch die Natur streife, ist da fast alles so wie immer. Etwas aber ist anders: Obwohl im Moment sehr viel Menschen dort unterwegs sind, ist es extrem viel ruhiger, denn über Hamburg gibt es kaum noch Flugverkehr. Eine „himmlische“ Ruhe. Das empfinden sicher viele Ortsansässige so, aber würden sie tatsächlich den Preis dafür zahlen, der da ist, nicht mehr fliegen zu können?

Liebe Grüße und komme gut und gesund durch diese Zeit!

Conny

ja, man sieht glaube ich in der zeit viel vom wahren ich vieler menschen. einfach weil man gar nicht anders kann als zu merken, was einem wichtig ist. die natur ist für mich auch grad ganz wichtig. ich bin sehr froh, dass wir draußen sein können, auch wenns da unterschiedliche auffassungen gibt, wieviel davon und wie und was okay ist. in der natur ist alles irgendwie noch ein bisschen „normal“ – nur ruhiger. gestern ist mir zum ersten mal so richtig aufgefallen, dass es keine kondensstreifen am himmel gibt.

alles liebe für dich ❤

danke lieber werner, ich gebe mir mühe. du auch!
ganz herzliche grüße ins nachbarland. schon ein komisches gefühl, dass wir grade physisch völlig abgeschirmt sind.

Du hast auch meine Gefühle sehr gut in diesem Beitrag zusammengefasst. Ich bin irgendwie wie gelähmt. Ich will nun auch wieder ein bisschen Zeit hier verbringen, aber ich weiß nicht mal richtig, was ich schreiben soll. Ich will mich irgendwie nicht noch mehr mit diesem Thema befassen. Aber drum herum kommt man ja auch nicht…. Liebe Grüße und auf bald!

hallo meine liebe, schön, dich wieder hier zu lesen. ich hab auch eine weile gebraucht, bis ich es geschafft hab, worte zu finden für diesen zustand. es ist alles sehr eigenartig und unwirklich. von woche zu woche auch… anders.
liebe grüße auch an dich!

also für mich waren die letzten wochen eine sehr große challenge. ich bin sehr schwer damit zurechtgekommen, vor allem, weil ich keine möglichkeit mehr hatte, mich vor einer wahrheit zu verstecken, vor der ich schon eine weile mittelmäßig erfolgreich davongelaufen bin. seit ich mich dem gestellt hab geht es etwas besser. aber der schock über das tempo, mit dem unser normales leben und unsere persönliche freiheit passé war, sitzt recht tief.

Hallo meine Liebe, nach fast 3 Monaten kommt hier nun auch mal meine Antwort. 😉

Du hast dich dieser Wahrheit gestellt – das ist sicherlich gut. Man kann nur vermuten, worum es geht, aber am Ende ist das ja auch nicht so wichtig. Seit du dich gestellt hast, ist dein bisheriges Leben sicher noch mehr ausgehobelt als es durch Corona eh schon war?

Und wie geht es dir inzwischen, mit den Lockerungen und dem Sommer und so?

gut ding will manchmal weile haben 🙂 schön, dich hier wieder zu lesen!

ja, das kann man laut sagen. kein stein auf dem anderen. fast keiner zumindest. aber was nützt es. irgendwann muss man den dingen eben ins auge sehen…

im moment spielt das durch das ganze restliche chaos gar nicht so eine rolle. es ist irgendwie ein nebenschauplatz, der doch immer wieder ein mulmiges gefühl hinterlässt, aber ich habe mich ein wenig aus dem allzu aktiven beobachten rausgenommen.

„das grad alles beherrscht“ – du sagst es. und auch, wenn ein bisschen erleichterung kommen soll, ein richtiges ende ist wohl lange noch nicht in sicht…
alles gute auch für dich!

Liebe Paleica,
iich durchlebe auch, wie wohl letztlich alle, ein Wechselbad der Emotionen. Ich kann auch die Chance sehen, die hinter allem liegt und hoffe inständig, dass wir sie zu nutzen wissen.
Nein, es wird gewiss nichts mehr so sein wie vorher, dazu ist das was wir gerade durchleben zu einschneidend.
Ich hatte auch ähnliche Gedanken, wie z.B.: Mensch Beate, stell dich nicht so an, sei froh, dass du nicht wie deine Eltern die Kriegszeit durchleben musst. Aber es ist hier wie immer: Jeder hat sein eigenes Päckchen zu tragen. Es ist eine sehr herausfordernde Zeit. Wir sind alle weit außerhalb unserer Komfortzone.
Sei herzlich gegrüßt mit den besten Wünschen und Gedanken

liebe beate, ja, das hoffe ich auch und diese hoffnung macht grade alles ein klein wenig erträglicher, auch wenn sie klein ist.
und ich glaube auch, dass man das nicht vergleichen kann. natürlich – es kann immer schlimmer kommen. und irgendwie arrangiert man sich. aber schwere zeiten sind es für viele menschen aus vielen gründen trotzdem und das darf man auch so empfinden, denke ich…
alles liebe und herzliche grüße zu dir!

Wie immer richtig toll beschrieben von dir! 🙂

Ja, eine sehr schwere Situation. Was mich betrifft teilweise sehr belastend. Im Prinzip bin ich von früh bis spät Abends nur am „Funktionieren“. Jetzt in den Ferien ist es zum Glück etwas besser geworden. Es ist nicht leicht Homeoffice mit Homeschooling zu managen, wenn das Kind noch erst in der 1. Klasse ist. Man kann nicht immer sagen, „Kind mach mal Aufgabe xyz fertig“. Sie brauchen weiterhin Hilfe und Unterstützung bei der Einführung von neuem Lernmaterial, und Zuhause ist natürlich was ganz anderes, als wenn das Kind in der Schule von der Lehrerin unterrichtet und aufgefordert wird die Aufgaben zu erledigen. Für die Kinder ist es momentan wie lange Ferien zu haben.

Und ganz schlimm ist die Sache mit den Spielplätzen. Versuche das mal einem Kind mit 6 begreiflich zu machen, dass man diese Orte nicht mehr aufsuchen darf, auch wenn der Platz komplett leer ist…

oh dankeschön ❤

ich kann mir vorstellen, dass das mit schulkind wirklich nochmal eine enorme herausforderung ist. und für deine kleine auch, weil ja auch der ganze soziale prozess fehlt, der grad am anfang der schulzeit auch nicht zu vernachlässigen ist. ich glaube, diese zeit wird jeden von uns prägen, das geht an niemandem spurlos vorbei…

Hallo Paleica,
+wow+ was für wunderschöne Bilder!
Die jetzige Situation ist für fast alle sehr schwer und jeder hat sein eigenes Päckchen davon zu tragen….ich hoffe sehr, dass das alles bald vorbei ist!
Viele Grüße zu Dir, Katja

liebe katja, das denke ich auch. im moment sieht es ja ein bisschen lockerer aus, hoffen wir mal, dass alles gut geht und es langsam wieder in richtung normalität geht..

Ich kann dich gut verstehen. Wir haben auch noch fotografiert und uns drüber unterhalten, was wir jeweils vom „Hype“ darum halten. Der Hysterie, der Angst… wer hätte gedacht, dass wir bald Kontaktbeschränkungen haben würden? Zu dem Zeitpunkt ich zumindest noch nicht.
Und ich habe es ähnlich wie du gemacht; ich verstehe deine Gedanken also nur zu gut. Angesichts des Flickenteppichs an Regelungen und der Tatsache, dass in Bayern alles strenger ist bzw. unser Ministerpräsident mal wieder vorgeprescht ist, habe ich dann auch noch eine Fahrt unternommen. Die aktuelle Situation macht es nicht leichter, wenn die wirklich wichtigen Personen nicht im gleichen Bundesland leben… Wie sich das alles einpendeln und beschränkt werden würde, hat mir anfangs große Angst bereitet. Mittlerweile hat sich das alles eingespielt und ich muss zugeben, dass existentielle Ängste mittlerweile definitiv überwiegen.

wie gehts dir denn aktuell mit den existenziellen ängsten? kann mir vorstellen, dass das für dich echt schwierig ist, du bist ja wirklich voll davon betroffen… ist da besserung in sicht? bei uns wird ja ab anfang mai mal der versuch gestartet, einiges aufzulockern, ich hoffe sehr, dass das nicht nach hinten los geht und die zahlen im rahmen bleiben…

Liebe Paleica,
was für ein guter Blogartikel und genau das, was sich sicher viele gedacht haben. Klar gibt es Schlimmeres, aber dennoch hat man das Gefühl, ein Stück seiner Freiheit aufzugeben. Und genau das ist es, was im Leben zählt: dass wir selbst bestimmen können, wo und wann wir irgendwo hingehen, wen wir sehen, umarmen und mit wem wir reden. In guter Hoffnung, dass bald alles wieder zur Normalität zurückkehrt, wünsch ich dir noch einen schönen Abend. 😊
Liebe Grüße Verena

genau das ist es. man glaubt gar nicht, wie wichtig und wertvoll die selbstbestimmung ist, bis man sie auf einmal eingeschränkt sieht. schön, dass du den post noch gelesen hast 🙂
bei uns fühlt sich vieles schon wieder normal an, hoffen wir, dass es so bleiben darf…
alles liebe für dich!

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