50f – Heimat und ein Geburtstagsgruß

Diesmal erinnert mich WordPress zum 1. Mal an meinen Bloggeburtstag (welch ein netter Zug), dabei hätte ich sogar zum 1. Mal selbst dran gedacht 🙂 ein halbes Jahrzehnt gibt es diesen kleinen Ort im WWW, den ich seit langem „Episodenfilm“ nenne, nun schon. 5 Jahre, 650 Posts, über 25.000 Kommentare (von denen vermutlich rund 10.000 Antworten von mir auf eure Kommentare sind) und rund 260.000 Besuche zählt dieses kleine Konglomerat an Bildern und Bildwortkombinationen.

Ich habe in dieses Hobby vermutlich mehr Stunden gesteckt als in jedes andere. Es begleitet mich schon sehr, sehr lange und bietet so gleichzeitig eine kleine Dokumentation über viele meiner Erlebnisse. Es ist gewachsen, es hat sich entwickelt und verändert. Und vor allem ist es mit Sicherheit ein kleiner Teil von mir geworden. Ein Teil von mir ist Paleica, ein Teil von mir lebt im Episodenfilm. Früher sagte man: Papier ist geduldig. Das Internet ist noch viel geduldiger. Man kann es nicht nur mit allem füttern, man bekommt sogar etwas zurück, weil es immer jemanden gibt, der gerade etwas Ähnliches sieht, etwas Ähnliches erlebt, sich an etwas Ähnliches erinnert oder von einem ganz anderen Standpunkt etwas dazu zu sagen hat. Das Internet ist – meiner Meinung nach – die größte Erfindung der Zeit, in der ich lebe. Es hat in das Leben der Menschen eingegriffen und es für viele verändert. Vielleicht nicht immer zum Guten, aber jedes Ding hat nunmal auch seine Schattenseiten.

Ich bin kein klassischer Digital Native mehr, ich habe in der Schule noch Referate geschrieben, für die ich das Material aus der Bibliothek zusammengetragen habe. Ich habe in meiner Kindheit noch Brieffreundschaften gehabt und in Telefonzellen telefoniert. Aber dann habe ich mit der DFÜ-Verbindung gekämpft und daheim gestritten, weil ich mit dem Internet zu lange die Telefonleitung blockiert habe. Als wir eine Flatrate hatten, habe ich mich ganz in die virtuelle Welt einsaugen lassen und festgestellt, dass Virtualität Realität nicht ersetzen kann. Ich hatte eine uboot-Nickpage, ich habe auf jetzt.de Tagebuch geschrieben, meine erste Seite mit beepworld gebaut und mich wie ein Schneekönig gefreut, als es Frameseiten zum Auswählen gab. Ich hatte eigenen Webspace und habe iFrames und table-Layouts gebaut. Mein erster Blog war selbstgelayoutet mit einem aus diversen anderen Seiten zusammengestückelten Quellcode bei myblog. Ich habe das Internet wachsen sehen. Es ist mit mir erwachsen geworden. Und ich bin gespannt, wohin es sich noch entwickelt.

 

blog_50f-heimat

Ich habe mich dafür entschieden, diesen 50f-Beitrag mit dem Geburtstagspost zu verbinden, weil Heimat etwas ist, das nicht unbedingt ortsgebunden ist und damit irgendwie zu all diesen Gedanken passt. Home is where your heart is und das Herz ist meist dort, wo etwas ist, für das man entflammen kann. Heimat ist dort, wo Menschen sind, bei denen man das Smartphone einen Abend lang in der Tasche hat. Heimat ist an jedem PC, an dem man von der ganzen Welt aus seinen Blog lesen und seine Mails checken kann. Heimat ist in alten Texten, die man geschrieben hat. Heimat ist dort, wo man sie sich erschafft und wo man sie zulässt. Heimat ist für mich, wenn ich Berge sehe, Heimat ist mein Bett, Heimat ist der Vienna International Airport, nach einer Reise. Heimat ist vielleicht hinter diesem Fenster. Oder hinter dem Fenster, das sich im „echten“ Fenster spiegelt. Für irgendjemanden bestimmt

Happy Birthday, Episodenfilm!

„We do not remember days, we remember moments…“