Ostersonntag auf den Steinhofgründen & Unperfekt statt Selbstoptimierung

Ist zwar schon ein bisschen her, aber eigentlich hatte ich gehofft, am Osterwochenende schon bunt blühende Bäume vorzufinden. Leider nein (die habe ich heuer schon wieder verpasst 😦 ) – aber ein paar Detailaufnahmen gehen ja immer und so konnte ich euch trotzdem wieder ein bisschen was mitbringen. Allerdings sind schon wieder Blätter dabei. Tut mir leid, sie ziehen mich magisch an, ich kann einfach nicht an ihnen vorbeigehen.

Außerdem habe ich bei Sanna gelesen, was sie alles nicht kann und fand es sehr sympathisch. Die Idee dafür hatte sie von Katja, die eine Ode an das Unperfektsein geschrieben hat. Ich fand die Idee schön und wollte sie auch gern aufgreifen. Ganz im Sinne dessen, was ich letztens unter dem Titel „Mehr Menschsein in der Blogosphäre“  geschwurbelt habe.

Das Internet hat sich vierlerorts von einer Gemeinschaft der zahllosen Tagebuchschreiber und Gedankenteiler zu einem Platz für Selbstoptimierung und Perfektion nach außen hin gewandelt. Manchmal hat dies gute Gründe und Vorteile, aber es sollten auch die schattigeren Seiten nicht verkommen, denn sie schaffen Menschlichkeit. Darum erzähle ich euch jetzt auch von 10 Dingen, die ich nicht kann:

  1. Einparken, wenn mir jemand zusieht. Ich bin überhaupt ein ziemliches „Lulu“ (wie man bei uns so schön sagt), was das Autofahren angeht. Ich habe ziemlich großen Respekt vor dem Verkehrsmittel, das jedes Jahr relativ vielen Menschen das Leben – und im Fall des Falles auch sehr viel Geld kostet. Leider kann ich aufgrund meiner Lebenssituation nicht einfach ganz drauf verzichten, aber wenn es nicht sein muss, bleibt es eher stehen. Also fehlt auch Übung und Routine in ungewohnten Situationen. Und wenn ich dann mein Auto irgendwo parallelgeparkt abstellen soll, während bestenfalls noch eine Bim (Straßenbahn) hinter mir steht und wartet – no way! Da schmeiß ich dann schonmal die Nerven.
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  2. Semmeln, Hamburger oder anderes rundes Gebäck „gradeaus“ essen. Irgendwann habe ich mir den Tick angewöhnt, immer rundherum zu essen und die Mitte für den Schluss aufzuheben. Klar, da ist normalerweise am meisten Füllung und der letzte sollte dann schon auch der „beste Bissen“ sein 🙂
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  3. Stresssituationen am Telefon klären. Ich bin da für mein Geschlecht vermutlich untypisch, aber ich hasse es, zu telefonieren. Ich mag es nicht, mit jemandem akustisch zu kommunizieren, ohne Mimik, Gestik, Körpersprache zu sehen. Wenn es sich dann noch um ein berufliches und heikles Telefonat handelt, ist der Schweißausbruch perfekt.
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  4. Mit High Heels gehen. Ich bekomme davon Knieschmerzen, Kreuzschmerzen und Fußschmerzen.
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  5. Impulsiv sein. Ich denke prinzipiell IMMER bevor ich rede. Und zwar bis ans Ende der nächsten drei Dekaden. Das mag sehr tugendhaft erscheinen, ist aber oft eher ein Schmarren, weil man dazu neigt, um der Harmonie willen Vieles runterzuschlucken, das sich dann total unnötig aufbauscht und irgendwann als unnötige Bombe erst recht explodiert.
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  6. Dauerhaft auf Zucker verzichten. Ich halte prinzipiell sehr viel von bewusster und ausgewogener Ernährung. Ich koche sehr gerne und auch viel, ich überlege mittlerweile oft drei Mal, ob ich das Fleisch oder die Pizza wirklich essen will. Alles schön und gut – nur der Zucker macht mir einen Strich durch die Rechnung. Mein persönliches ganz großes Laster. Schokolade, Lebkuchen, Eis, Kekse, Kuchen – ich liebe es alles und in nicht allzu mikroskopischen Mengen.
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  7. Insekten und Spinnen angreifen. Oder anschauen. Ich habe eine wohl ziemlich ausgeprägte Arachnophobie und selbiges für Insekten. Diese Lebewesen lösen bei mir (ungerechtfertigter- und völlig irrationalerweise) ein derartiges Ekel- und teilweise Angstgefühl aus, gegen das ich völlig machtlos bin. Bei Spinnen geht es soweit, dass ich nichtmal ein Foto anschauen oder eine Stoffspinne anfassen kann.
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  8. In lebenden Gewässern schwimmen. Noch eine seltsame, wenn auch nur halb-irrationale Angst vor mir. Ich bekomme Panikzustände in lebenden Gewässern, wenn ich nicht a) stehen und b) auf den Boden sehen kann. Ich beginne zu hyperventilieren und Wasser zu schlucken. Begründen kann ich die Angst in diesen Momenten nicht. Weder sind es Haie, noch Quallen, Welse oder anderes. Seegras löst interessanterweise völlige Hysterie aus. Vielleicht, weil ich als Nichtschwimmerkleinkind 2x ins Wasser gefallen bin?
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  9. Mit dem linken Auge zwinkern. Aus irgendeinem genetischen Grund kann ich nur beide Augen schließen (logisch) oder mit dem rechten Auge blinzeln/zwinkern. Mit dem linken geht das nicht.
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  10. Meeresfrüchte, Innereien, Schwammerl und anderes „wabbeliges“ Zeug essen. Ich bin bekennender Konsistenz-Esser. Wenn sich etwas im Mund komisch anfühlt, dann kann ich das nicht essen. Komisch fühlt sich alles an, das wabbelig ist und gefühlt nicht wabbelig sein sollte (Innereien vs. Pudding). Schwer zu erklären, ist aber so.