Lieblingsort Schönbrunn im Frühsommer I & [Wort] Gesamtkunstwerk

Dieser Ort. Dieser Ort, den ich innerhalb der letzten beiden Jahre so oft besucht habe wie vermutlich mein ganzes Leben davor nicht. Dieser Ort, der mich immer wieder fasziniert und mich auffordert, bekannte Dinge aus neuen Blickwinkeln zu betrachten. Der mich immer wieder verzaubert mit seinem Charme zwischen den Welten, zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart.

Dieser Ort hat es verdient, dass ihm dieses eine spezielle Wort gewidmet wird, das mir Myriade geschenkt hat.

Gesamtkunstwerk

Wikipedia bezeichnet damit ein Werk, in dem verschiedene Künste, wie Musik, Dichtung, Tanz/Pantomime, Architektur und Malerei, vereint sind. Umgangssprachlich behaupte ich aber, dass bei einem Gesamtkunstwerk nicht immer alle klassischen Künste angesprochen werden, sondern dass es um den Eindruck als ganzen geht, dass es eben „mehr als die Summe seiner Teile“ ist. Und Schönbrunn erfüllt vieles davon. Vorrangig ist es natürlich ein architektonisches Werk, ein Schloss, ein Gebäude. Aber das ist es nicht, was Schönbrunn ausmacht, was seinen Zauber, seine Aura so besonders sein lässt.

Das wirklich besondere daran ist, dass Schönbrunn ein lebendes Museum ist. Ich behaupte, dass jede/r Wiener/in den Blick auf das Schloss kennt. Es ist aber weit mehr als eine Touristenattraktion, viel mehr als eine bloße Sehenswürdigkeit. Es gibt die Gärten, die liebevoll angelegt sind und ein ganz eigenes Kunstwerk darstellen, die zum Schloss einfach dazugehören. Die Statuen, die künstliche Ruine, den Neptunbrunnen und den Blick auf die Gloriette. Die vielen Torbögen und Bogengänge, die von Bäumen, Sträuchern und Hecken gebildet werden. Die kleinen Teiche und das Labyrinth, die vielen Schotterwege, die sich in einem Wald rundherum verzweigen, zum Palmenhaus und zum Tiergarten führen. In Schönbrunn wird getanzt, gelacht, musiziert und gelebt. Die Menschen liegen in der Wiese und lesen, sie strömen in Massen zum Sommernachtskonzert, sie führen ihre ganz individuellen „Tänze“ auf, wenn sie laufen und die Sonne grüßen und die Kinder in Laubhaufen springen. Die Menschen, die das Leben in das vermeintliche Museum bringen, machen es zu einem vollendeten Gesamtkunstwerk, wie ich es von kaum einem anderen Ort in Wien kenne.

PS: Teil I heißt, dass es von diesem Ausflug noch einen zweiten und einen dritten Teil gibt. Und auch noch was vom Herbst. Und überhaupt. Ihr werdet irgendwann alle glauben, selbst schon 100 Mal dort gewesen zu sein 😉