Vor einiger Zeit stolperte ich wieder über meine Hochzeitsfotos und erinnerte mich an all die wunderbaren Dinge, die das Jahr 2017 bereithielt. Es war kurz nachdem ich die erste Jahreshälfte von 2018 revue passieren ließ. Während ich 2017 durchwegs mit freundlichen Gedanken gegenüberstehe, ist das bei diesem Jahr anders. Während 2017 mit all den schönen Dingen gefüllt war, mit Hochzeitsvorbereitungen, Zeit mit Freunden, neuen Erfahrungen über und unter dem Meeresspiegel, denke ich bei 2018 an den Tod von vier Menschen, an niederschmetternde Erlebnisse rund um den Familienbetrieb und die darin verwobene Familie, an enormen Gegenwind beim Vorhaben, meiner Entscheidungen wieder habhaft zu werden, und und und. Doch dann, irgendwann plötzlich, kippt ein Schalter. Während ich am einen Tag noch knapp an einem Mininervenzusammenbruch vorbeigeschrammt war, bei dem ich mit dem Kopf in den Händen wimmerte, dass ich jetzt keine Caches mehr suchen oder sonst etwas tun will, sondern mich einfach nur zuhause auf der Couch vor Prime und Netflix vergraben möchte, weil mir zu allem anderen schlicht die Kraft fehlt, plante ich kurze Zeit später nach einem Polterwochenende und einem Minibloggertreffen noch einen kleinen Kroatien-Roadtrip hinten dran. Während ich am Montag noch zeterte, dass Dieser oder Jener mit dem Kopf in den Wolken und ein anderer mit den Klauen viel zu nah an mir dran die Planung meiner zukünftigen Lebenssituation durcheinander brachten und irgendwie unmöglich machten, sehe ich am Freitag die Option für etwas ganz Neues, Unbelastetes, aber doch Machbares.

Im Frühsommer 2017 hatte ich wieder die Gelegenheit, mir einen Reisewunsch von der Bucketlist zu erfüllen UND ein für mich völlig neues Land kennenzulernen. Die meisten von euch haben ja schon im Rahmen ein paar früherer Posts mitbekommen, dass wir letztes Jahr einen Kroatien-Roadtrip gemacht haben. Die bisher veröffentlichten Posts dazu:

Wenn’s ums Reisen geht, dann geht es oft um so Vieles. Reisen bedeutet für jeden, der es gerne tut, etwas anderes. Und für die, die es nicht gerne tun, auch. Flucht, Selbstfindung, Erfahrungen sammeln, Fotografieren, Seele baumeln, das Leben verstehen, es gibt tausende und abertausende Facetten der Gründe, es zu tun (oder zu lassen). Jeder davon ist individuell, auch wenn uns das Internet so oft und gerne vorgaukelt, dass dem nicht so wäre. Denn Reisen, das zieht eine Assoziationskette hinter sich her wie kaum ein anderer Begriff. Wahrscheinlich gibt es außer fürs Glücklichsein (und Reisen wird ja oft als Allheilmittel dafür angepriesen) kaum ein anderes Konzept, für das auch nur annähernd soviele vermeintlich SEO wirksame 7 Punkte-Listen geschrieben wurden. Da ich ein Medienmensch bin, kann auch ich nicht behaupten, frei von diesen Einflüssen zu sein. Instagram, Pinterest und Co. machen genial einfache Planung möglich, laden die künftig verbrachten Urlaubstage aber schon im Vorhinein mit einer Menge bestimmter Erwartungen auf.

Nachdem ich 351 Fotos von meiner Nikon Kamera bearbeitet aus Lightroom exportiert habe, sowie 132 Bilder aus der Olympus Unterwasserkamera, von denen ich das eine oder andere gerne als Poster bei helloprint drucken lassen will, ist es Zeit für einen ersten Post über unseren „Honeymoon in weit weit weg“ und dafür, euch zu erzählen, was ich die letzten drei Wochen in meiner vollständigen Blogabstinenz so getrieben habe.

Vor mittlerweile schon wieder einer Ewigkeit habe ich begonnen, unter meinem Fotorgafinnennamen ein Portfolio aufzubauen. Dafür war natürlich eine Sache wichtig: ein gewisser durchgängiger Bildstil. Ich hatte viel probiert und mich dann in etwas verliebt, das ich in meinen Presets „folk style“ genannt habe, da es ein bisschen in die Richtung des Folk Magazines geht. Meine Begeisterung für diesen Stil war (und ist) überschwänglich, sodass ich auch hier ein bisschen davon zeigen möchte. Manche von euch, die mir schon lange folgen, wird es vielleicht langweilen. Allen anderen zeige ich gerne eine Fotostrecke von meiner wichtigsten Reise, mit der ich begonnen habe, mein Leben und meinen Alltag, meine Gefühlswelt und Wahrnehmung umzukrempeln und zu begreifen, dass mein Leben mir gehört.

Zum ersten Mal war ich in Paris mit Herrn Punkt, als er schon Herr Punkt war. Dabei hatte ich die winzige Panasonic Lumix, die mir die Liebe zur Fotografie eröffnet hat.

Es ist erstaunlich, wie schlecht aus heutiger Sicht die Abbildungsleistung war. Auch mein eigener Zugang zu Motiven war noch sehr – nennen wir es experimentierfreudig. Ich weiß noch, wie begeistert ich damals war, als ich rund 400 Fotos von diesen 4 Tagen nachhause brachte. Wahrscheinlich sah ich vor allem die besonderen Momente und die Hoffnung auf Heilung darin, die sich nicht erfüllte. Heute sehe ich die Bilder nüchtern, sie sind so weit weg, als wären sie fremd.

 

Bei Seegeflüster las ich unlängst zwei Beiträge zum Thema Pferde, einmal unter dem Titel „Stallgeflüster“ und einmal unter „Mythos Pferdemädchen„. Da die Begeisterung meiner Eltern, Pferdegeruch und Stallmist im Auto herumzukutschieren, endenwollend war und auch noch Christopher Reeves Reitunfall kurz vor meinem ersten Kontakt mit den großen Vierbeinern stattgefunden hatte, waren meine Möglichkeiten, ein „echtes“ Pferdemädchen zu werden, begrenzt – um nicht zu sagen: nicht vorhanden. Dies sollte aber nicht bedeuten, dass meine tiefe Liebe für alles, das Fell und vier Beine hat, jemals wirklich verschwand. Sie war nur tief verschüttet und kam dank meiner Therapie sehr plötzlich wieder zum Vorschein und drang in mein Bewusstsein.