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Der große Zauber der kleinen Welt: Schneeflocken im Makromodus

Wenn ich meine 69 Seiten Entwürfe durchforste, wundert mich meine aktuelle Fotografiemüdigkeit gar nicht mehr so. Ich habe soviele Herzensprojekte umgesetzt in den letzten Jahren. Strände, Feuerwerk, Seifenblasen, Raureif, Gegenlicht, Wassertropfen, Herbstblätter, Schneeflocken. Für jedes dieser Dinge hat mein Herz höher geschlagen und jedes tut es noch, wenn ich die Bilder sehe. Natürlich reizt es mich immer noch, aber das Erfolgserlebnis, der Spaß, die Freude sind nicht dieselben, da man unweigerlich zu vergleichen anfängt. Hab ich es dieses Mal besser hingebracht? Ist das Foto „perfekter“ geworden? Wenn ja, schön, wenn nein, frustrierend. Wenn ja, entwerte ich gleichzeitig das „alte“ Bild. Eine Zwickmühle. Also hat sich meine Fotografie verändert. Zur Zeit ist es einfach ein Stimmungsbarometer, eine Sammlung von Momentaufnahmen, nicht ein jagen von Motiven. Und das fühlt sich gut an, weil dadurch auch der Druck weniger geworden ist. Der Output aber natürlich auch. Was widerum damit zusammenhängt, dass der Blog ein wenig auf Sparflamme läuft und damit die Postingplattform der Bilder einen enormen Backlog aufbaut. Immerhin habt ihr die Ponta da Piedade noch nicht gesehen, das Schloss Miramare, das meiste von Kroatien und von Amerika, Kuba und Mexiko will ich gar nicht erst anfangen. Was für eine Einleitung. Eigentlich wollte ich die gar nicht schreiben. Nunja, jetzt steht sie da und für euch gibt es erstmal: Schneeflocken.

Die Bilder sind ziemlich genau ein Jahr alt und waren mein zweiter Versuch, den kleinen, kalten, weißen, eisigen Zauber abzulichten. Meinen ersten seht ihr hier, wenn ihr wollt.

Vor ziemlich genau einem Jahr, am Parkplatz vor meinem Exbüro. Vor ziemlich genau einem Jahr, als alles grade einfach in einer grautrüben Suppe verschwommen war, völlig übermüdet und erschöpft, vom täglichen 6 Uhr-Weckerläuten, von den auslaugenden unterschwelligen Daseinsberechtigungshinterfragungen und den psychischen Ringkämpfen, die ausgefochten wurden. Es ist also ziemlich genau ein Jahr her, als ich den unumstößlichen Entschluss gefasst hatte „so geht’s nicht mehr weiter“. Als aus dem zögerlichen „könnte“ ein standhaftes „will“ geworden ist.

Ein Jahr, das so viele Turbulenzen enthielt, die ich nie hätte kommen sehen. Bei denen ich oft dachte: „Gut, dass man es vorher einfach nicht weiß.“

Und ich habe eine Entscheidung getroffen: Den unbequemen, aber richtigen Weg zu gehen.

Ich habe hier immer mal wieder von dieser Art von Entscheidung gesprochen. Ich habe sie schon einmal getroffen, viele Jahre vorher und in einem ganz anderen Lebensbereich. Und so schwer und hart es war, so richtig war es auch und so stolz bin ich heute darauf. Als ich an diesem Tiefpunkt stand wusste ich, dass es an der Zeit ist. Den Weg zu wählen, auf dem die Steine die Sicht versperren, bei dem aber dahinter vielleicht eine ziemlich geile Aussicht auf einen wartet. Ich bin ihn gegangen. Und gehe ihn noch. Und werde ihn weitergehen.

Von Paleica

Internetmethusalem. Schütze Aszendent Jungfrau, zwanghaft neurotisch, begeisterungsfähig, Kommunikationsjunkie, Psychotante. Ein Kopf voll Gefühl, ein Herz voll Gedanken.

46 Antworten auf „Der große Zauber der kleinen Welt: Schneeflocken im Makromodus“

Klasse Fotos. Irgendwie habe ich dieselben Bedenken und muss mir das auch anhören ;-), dass sich alles wiederholt und man vergleicht mit früheren Versuchen. Allerdings ist trotzdem alles in jedem Moment immer ganz anders. Man entdeckt ein ganz anderes Licht oder ein ganz anderes Detail… Und das macht es wert, weiter zu fotografieren 🙂
Ohne Projekte oder große Ziele – einfach den Moment einfangen und sehen, was sich ergibt.

LG Lutz

ja, du hast sicher recht. und solange die lust da ist, ist ja auch alles ganz wunderbar. bei mir ist sie einfach ein bisschen hinter das gefühl gerutscht, mich „gezwungen“ zu fühlen. aber ich denke, es liegt an bestimmten rahmenbedingungen und nicht an der fotografie selbst. wer weiß, vielleicht kann das eines tages wieder anders werden. ich hoffe es!

Wunderschöne Schneeflockenkristalle …. was für zauberhafte Strukturen die Natur hervorbringt, und das in so einem vergänglichem Element wie dem Schnee. Wundervoll.
Ein Makro: das steht noch auf meiner Liste!!! 😉 Tolle Bilder.

nicht wahr? schneeflockenkristalle gehören zu den ganz großen faszinationen für mich auf dieser welt. so perfekte schönheiten. eine schier unendlich weite welt, die sich da verbirgt.

da hast du wohl recht. aber manchmal ist es gar nicht so unbedingt der wettbewerb sondern einfach das gefühl, es auch mal „gut sein lassen“ zu können. einfach zu sagen, ok, ich nehme wahr, es ist schön. ich MUSS es nicht fotografieren und es so versuchen festzuhalten, mitzunehmen. es darf auch einfach mal vergänglich sein. obwohl das irgendwie auch wieder schwer für mich ist. aber zu oft habe ich das gefühl, dass das bild dem moment nicht gerecht wird und den moment habe ich zu wenig wahrgenommen, weil ich mich zu sehr aufs foto fokussiert hab, und ja, so ist man manchmal seltsam zerrissen.

Die Schneeflocken 004 sind mein Favorit, einfach ein wunderbarer Naturzauber und herrlich festgehalten von Dir! Oh ja, es ist schon gut, dass man nicht weiß, was die Zukunft bringt. Aber auch Entscheidungen, die man im jetzt und heute getroffen hat, sollte man im nachhinein und mit Abstand betrachten und sich wirklich bewusst machen, dass man diese Entscheidung getroffen hat, weil man bemüht war, das „Richtige“ zu tun.
Guten Start in eine hoffentlich gute neue Woche,
herzlichst moni

danke meine liebe ❤
das denke ich auch. man hat seine gründe, warum man entscheidungen trifft und in dem moment versucht man immer, das beste rauszuholen. auch, wenn man es im nachhinein vielleicht lieber anders gehabt hätte, man darf nicht vergessen, warum man eben einen bestimmten weg beschritten hat.

Alles Gute weiterhin für Deinen Weg. Dein Leben gehört und nur Du lebst es. Wenn ich mein Leben nicht für mich selbst lebe, wer sollte es dann für mich leben? Du hast die Verantwortung. 😘

Aber … 69 Seiten Entwürfe!? Wow!

das stimmt! aber es ist oft ein langer weg, das nicht nur im kopf zu wissen, sondern auch im herzen zu spüren…
jaaa ich hab mich vertippt. 69 beiträge, nicht seiten 😉

Wunderschön, wie du deinen Weg beschreibst. Schön wegen der klaren und schnörkellosen Sätze. Sie verstärken die Ahnung wie schwer ein solcher Weg ist. Alleine schon das Losgehen, das Weitergehen und das Ankommen. Letzteres vielleicht nicht mehr ganz so schwer und mit weniger Ballast auf den Schultern.
Und wunderschön die Bilder. Ist es nicht faszinierend wie herrlich und fantastisch ein solcher Eiskristall ist? Unglaublich, das du das einfangen konntest.

ich bin auch immer wieder nahezu fassungslos über die vollkommenheit von naturphänomen, von so alltäglichen kleinigkeiten wie schneeflocken.
und wenn ich jemals, jemals irgendetwas „echtes“ schreiben werde, dann wünsche ich mir von herzen, dass du eine kritik darüber schreibst. ich schreibe etwas und du schreibst etwas über das, was ich schreibe und es ist immer so, als würde ich ein bisschen was neues über mich selbst lernen. danke dir dafür ❤

Wunderschöne Aufnahmen! 🙂
Ich habe ähnlich viele Entwürfe bzw. bei mir sind es eher Beitragsideen, die alle noch geschrieben werden müssen. Es tut mir sehr leid, dass du diesen Fall mit der Fotografie erlebst, aber wenn es jetzt gerade so besser ist, warum nicht?
Die Fotos sind erneut ein Traum und zeigen einem aber auch wieder, wie zerbrechlich jedes Leben doch ist. ❤
Nadine

dankeschön ❤ ich liebe sie so sehr! und ich bin gleichzeitig ein bisschen traurig, dass ich heuer keine "neuen" schneeflocken gesammelt habe, ganz entgegen dem text. bei mir sind es gemischt ideen für texte und bilderstrecken. es gäbe soviel zu sagen, aber wie immer ist einfach die zeit zu knapp. man könnte das fast als geschichte meines lebens bezeichnen ^.^

Ich bin der Makro Fan überhaupt und Dein Fotos genial. Irgendwie kann ich manches stark nachfühlen, so mit den Fotos und den Projekten. Genauso geht es mir auch mit meiner digitalen Bearbeitung, früher wurde alles bearbeitet, was mir vor die Linse kam. Heute hatte ich so vieles schon einmal und meine frühere Lieblingsbeschäftigung ist deutlich weniger geworden. Ab und an muss ich dann testen, ob es mir noch gelingt, die Bilder wieder so zu gestalten, dass es mir gefällt. Dann geht es mir so, wie Du es beschreibst, genauso so. Ich habe auch noch nicht wieder die richtige Plattform zum Zeigen gefunden. Was den anderen Teil des Lebens betrifft drücke ich Dir die Daumen, das alles so wird, wie Du es für Dich siehst. Ich bin jetzt Rentner und musste einige Entscheidungen für mich treffen und ja, auch mal nicht an andere gedacht, sondern für mich geprüft, was wohl am sinnvollsten ist und nach 4 Wochen bin ich erst mal sehr zufrieden 😁
Alles Gute für die nächsten Schritte auf Deinem Weg
von Frau Doktor

oh so geht es mir auch – makro fasziniert mich wahnsinnig, etwas sichtbar machen, das das freie auge kaum entdecken kann, das ist wie schatzjäger zu sein oder geheimnissen der welt auf der spur.
oh dann gratuliere ich zum abschluss des berufsalltags 🙂 wer weiß, vielleicht ergibt sich für dich ja jetzt auch wieder etwas neues. ich kann gut verstehen, wie es dir mit den bearbeitungen geht. und ein bisschen beruhigt es doch auch, wenn andere ähnliche erfahrungen machen.

Herrliche Aufnahmen! Wie tausend kleine Wunder von der Natur gemacht… Einzigartig! Ich will das auch schon sooo lange machen und schwupps ist der Schnee wieder weg und ich habs mal wieder verpasst… Da fehlt mir einiges an Zeit bzw. Planung. Momentan herrscht eher kreatives nicht einzuordnendes Wirr-Warr 😉 Aber auch das geht wieder vorbei 😉

oh ja, das sind sie auch. manchmal frage ich mich, was es der natur nützt, schneeflocken so wunderschön zu machen? 🙂
ach weißt du, manche projekte brauchen halt ihre zeit. und das gute ist: schnee kommt ja jedes jahr wieder. ich hab dieses jahr auch pausiert, aber „das perfekte foto“ war für mich auch noch nicht dabei. irgendwann dann einmal, dann passt es. und kreatives wirrwarr ist auch oft eine gute phase, in der neues entsteht 🙂

Unnötig zu erwähnen, dass ich deine Fotos toll finde?!
Und mir fällt in dem Zusammenhang schmerzlich ein, dass ich auch noch ein wundervolles Makro-Objektiv habe, das mal wieder genutzt werden sollte. :-/

@Daseinsberechtigungshinterfragungen (Geiles Wort btw.) : DAS habe ich ja auch schon hinter mir – vor vielen Jahren schon. Wir beide haben da ja einen ähnlichen Background. Ich habe die Entscheidung auch nie bereut.

öha! dann auf auf, wenn die schneeflocken geschmolzen ist, warten bald die blüten, die das makro glühen lassen können 🙂
es beruhigt mich übrigens sehr, dass du das sagst. es ist nicht immer leicht, überzeugt zu bleiben und auch die negativen seiten der entscheidung anzuerkennen, vor allem wenn man immer wieder gefragt wird: denkst du, es war der richtige weg? JA verdammt, das war es sicher. trotzdem scheint einem halt nicht immer die sonne aus allen öffnungen. du weißt schon 😉

Das Leben ist ja keine Einbahnstraße.

Weiß der Geier, welche verschlungenen Wege das Schicksal für dich noch parat hält. Vielleicht führt dich der Weg eines Tages wieder zurück?!
Aber man wird dich dann mit anderen Augen sehen und der Respekt einiger Leute ist dir dann gewiß. 😉

es freut mich sehr, dass es dir gefällt, liebe frau zuckerbrötchen!
bei den schneeflocken braucht man etwas, mit dem ich nicht gar so gut ausgestattet bin: geduld 😉 nämlich wirklich. viel geduld. aber die motive sind so zauberschön, dass ich mich dann doch am riemen reiße und mein bestes gebe. luft nach oben gibt es eh immer ^.^

Haha, das mit den vielen Entwürfen kenne ich irgendwoher… da hab ich mich gerade wiedererkannt! 😉
Aber die Schneeflocken sind sooooooo schön! Was für tolle Strukturen… total zart und faszinierend. Und die Farben bzw. das Licht sind auch richtig magisch.

Dankeschön!
Oh ja, da kann ich dir nur recht geben. Südtirol ist wirklich sehr schön und halt von mir aus echt ein Katzensprung. Schade, dass es bei dir da anders aussieht (bei uns wird’s nur nervig, wenn der Brenner mal wieder voll ist).
Meine Eltern wollen jetzt im Herbst auch unseren Kurztrip nachmachen, weil es bei ihnen auch schon zu lange her ist, dass sie dort waren.

❤ dankeschön, das ehrt mich sehr, von dir zu hören, dass dir meine schneeflocken gefallen! ich merke immer, dass mir bei solchen bildern trotzdem zum schluss immer die geduld ausgeht. wenn etwas *halbwegs* so aussieht, wie ich es wollte, dann flutscht mir die konzentration weg. aber ich mag die bilder trotzdem sehr, weil ich die strukturen einfach schön und faszinierend finde.

ja, das finde ich schon ein bisschen fies, dass es von uns doch ein ziemlich weiter weg in die dolomiten ist. und der brenner bleibt mir ja auch nicht unbedingt erspart ^.^

Deine Bilder sind, wie immer, wunderschön! ❤
Ich beiße mir grade gedanklich in den Arsch dafür, dass ich als hier Schnee lag nicht daran gedacht habe endlich mal Schneeflocken Makros aufzunehmen… andererseits war da grade Klausurenphase also… Hm!

LG

oh dankeschön ❤ ach weißt du, ich kenne das gut. aber der schnee, der kommt wieder. manchmal ist einfach nicht der richtige zeitpunkt dafür, denn für schneeflocken braucht man eine menge zeit und geduld. nachdem es dieses jahr nicht geklappt hat, wird es nächstes jahr was 🙂

Gern!
Da hast du wohl Recht. Und nächstes _Jahr denke ich gewiss daran. (Vorausgesetzt hier schneit es nicht eh Ende März nochmal so wie letztes Jahr…)

Schneeflocken sind wirklich eines der schönsten Dinge, die die Natur hervor bringt. Ich könnte mich jedes Mal in ihren Mustern und Formen verlieren… Und ja, ich bin auch froh oft nicht zu wissen was so auf einen zukommt. Sonst würde man wahrscheinlich doch den einfachen Weg gehen.

ja, nicht wahr *.* aber es gibt in jeder jahreszeit ihren zauber. die blütenpracht des frühlings, die blätterwälder im herbst, die türkisen wasserwellen im sommer… die natur hat da schon einiges drauf 🙂
wichtig ist halt, dass sich schwere wege irgendwann bezahlbar machen, dass man auch nicht das vertrauen verliert, dass sie richtig waren.

Teilweise wie von einem anderen Stern. Makros finde ich immer sehr beeindruckend. Insbeondere dann, wenn kleine Teile die man mit den Augen kaum sehen kann, so deutlich erscheinen. Die Struktur ist bezaubernd, vor allem auf den einen Bild ist sie so gut zu erkennen. Einfach toll!

das stimmt – das macht für mich auch den zauber der makrofotografie aus. es ist unglaublich, was man mit unterschiedlichem fokus alles zum vorschein bringen kann, was die augen so nie entdecken würden.

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