Valencias Details & Filmempfehlung: Gattaca

Wenn man zum ersten Mal eine Stadt besucht, ist man meist so mit den großen Dingen beschäftigt, dass man auf die kleinen völlig vergisst. Die Reizüberflutung ist groß und für die Details bleibt kein Platz, keine Zeit.

In Valencia hatte sich dies ein wenig anders zugetragen. Waren es gerade die Details, von denen ich mich magisch angezogen fühlte. So wie zum Beispiel die hübschen Streetart-Ecken, die ich euch letztens schon zeigte. Die Tauben auf Brunnen und Laternen, einzelne Figuren, Pflanzen vor Gebäuden oder die Naval-Orange, die sich – echt und zitiert – überall fand.

Übrigens: rechnet nicht mit Chronologie. Die Fotos kommen so zu euch, wie sie zu den Worten passen, die ich finde!

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Erfrischendes Wasser.

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Andernorts kann man sogar Tauben lieben.

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Eine Stadt mit Palmen.

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Asiatisches Flair – mitten in Spanien.

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Spuren von damals.

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Valencias berühmte Orange – auch als moderne Höhlenmalerei.

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Die Details sind es doch, die den Charme einer Stadt ausmachen. Was man zwischen den Sehenswürdigkeiten entdeckt. Die ein – mal mehr, mal weniger – unterschwelliges Gefühl der Zu- oder Abneigung auslösen.

Im Detail versteckt sich oft der Charakter. Von Städten, von Menschen und von Dingen. Und von Filmen. Und weil ich unlängst einen Film wieder angeschaut habe, der für mein Cineastinnenherz viel bedeutet und dessen Genialität definitiv in der liebevollen Gestaltung der ganz kleinen Randbemerkungen liegt, passt er wunderbar hierher, zu diesen detailreichen Bildern aus Valencia.

gattaca_klRezensionen kommen hier grade wieder etwas kurz weil Sommer ist und die Zeit vor elektronischen Medien grade alles andere als ausufernd und meine Disziplin auf dem Gebiet endenwollend. Ich kann sowas nicht gut, andere können das besser, eine kurze Beschreibung, eine vielseitige Analyse – das ist nicht mein Stil. Ich bin da anders. Ich will euch Begeisterung mitgeben und gar nicht zuviel verraten. Aber es gibt da diesen einen Film, den ich vor vielen Jahren zum ersten Mal gesehen habe. Ich erinnerte mich noch an blaustichige Farbästhetik, reduzierte und minimalistische Settings und konnte das Genre noch irgendwo in Science Fiction einordnen. Der Film war ein Knackpunkt. Er ist Schuld an meiner Liebe zu diesem Medium. Er war der erste Schritt zu meinem TFM-Studium. Er hat etwas in mir verändert und meinen Horizont erweitert.

Gut, ich schüre gerade Erwartungen, die wohl kein noch so großes Meisterwerk erfüllen könnte, aber eines sage ich euch: seht ihn euch an. Lasst euch nicht vom Entstehungsdatum „1997“ abschrecken. Es ist ein Film, den man nicht in Rücksichtnahme auf sein Alter „trotzdem“ gut findet, oder deswegen. Der Film ist gut und gültig, heute wie damals. Die Produzenten waren schlau genug, mit Technik zu sparen, sodass es keine peinlichen Sequenzen gibt, über deren ursprüngliche Visionen man nur lachen kann.

Es geht um die Geschichte nach dem Streben nach Perfektion im Menschen, die heute so relevant ist wie damals und was passiert, wenn man eingreift und gestaltet, was mit den einen und mit den anderen passiert und zwischen drin. Ein viel feinsinnigeres und realistischeres Brave New World, das mitreißt und berührt und das unterschwellig die Menschlichkeit in den Mittelpunkt rückt.

Ihr wisst jetzt nicht mehr über den Film als vorher? Gut. Dann sage ich noch einmal zusammenfassend soviel: das Genre ist irrelevant, aber man braucht es, um eine Utopie (oder Dystopie) entstehen zu lassen. Wenn ihr also damit leben könnt und Interesse an Gedankenexperimenten habt, dann lege ich ihn euch ans Herz.