Blätterleuchten & die Unmittelbarkeit der Liebe in „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“

Unlängst sah ich einen Film. Einen, der schon seit einer gefühlten Ewigkeit auf meiner Watchlist stand. Ich wollte einen gemütlichen Abend zuhause verbringen und mir ein bisschen Pause von Superhelden und Geistercops gönnen, die sonst das gemeinsame Abendprogramm definierten, da mich die erdachten Mörder bereits nächtelang verfolgten. Ich wollte ein bisschen Abstand und ein bisschen was fürs Herz. Und bekam einen Tsunami an Emotionen, der mich stundenlang nicht losließ.

Das Schicksal ist ein mieser Verräter

Amazon Prime sagt: „Hazel und Gus sind zwei außergewöhnliche junge Menschen, die den gleichen Humor und die Abneigung gegen Konventionelles teilen und sich ‚unsterblich‘ ineinander verlieben.“

Mehr wusste ich nicht über den Film, der es schaffte, mich genau in der allerersten Sequenz zu packen.

„Depressionen sind keine Nebenwirkung von Krebs. Depressionen sind eine Nebenwirkung vom Sterben“

…sagt Hazel in der allerersten Szene. Und das beschreibt diesen Film eigentlich schon gut. Die Nüchternheit, der Pragmatismus, mit dem die Protagonistin ihr Schicksal beschreibt. Gleichzeitig bedeutet das nicht, dass sie sich damit arrangiert hat. Doch dieses Verständnis über das Ende des Lebens, mit dem die meisten (mich eingeschlossen), die grade mittendrin stehen, kämpfen, das hat sie erlangt. Der Film beinhaltet so unendlich viele kleine kluge Weisheiten über das Leben und die Liebe und ist dennoch nicht überheblich oder unecht. Es ist eine Liebesgeschichte, wie sie sich nur zwischen Teenagern abspielen kann, eine dieser absoluten Geschichten, die die Literatur über die Liebe schon immer beherrschten. Das Romeo und Julia des Krebszeitalters. Ich möchte nicht spoilern und werde daher nicht weiter auf den Inhalt eingehen. Wer sich einer solchen Geschichte stellen möchte (und ich wähle bewusst diese Wortwahl), dem sei sie ans Herz gelegt. Wer sich auf so etwas einlassen kann, den wird sie berühren. Es ist schwere Kost und kann tief gehen – ich habe noch nie mehr Tränen geweint als bei diesem Film und ich habe lange darüber nachgedacht, wieso. Und auch, wieso ich das hier mit euch teilen möchte.

***

Das Schicksal ist ein mieser Verräter zeigt für mich die Unmittelbarkeit der Liebe. Dieser Begriff kam mir in den Sinn und ich wusste erst selbst nicht, was ich mir damit sagen, wie ich ihn interpretieren sollte. Langsam formt sich ein Bild davon. Die Liebe in diesem Alter, unter dem Damoklesschwert des Sterbens ist wahrscheinlich die reinste Form der Liebe, die ein Mensch empfinden kann. Es geht um keine vernünftigen Kriterien, die bei Menschen, die eine Zukunft haben, eine Rolle spielen. Es ist egal, welche Ausbildung jemand hat, welches Familienverhältnis, wieviel Geld. Es gibt keine Perspektive außer dem Hier und Jetzt. Dennoch stimmt es nicht, dass sich die Frage nach der Sinnhaftigkeit der Liebe nicht stellt. Der Film erinnert daran, warum es wert ist, jemanden zu lieben. Warum es wert ist, den Schmerz zu riskieren. Und warum Verlust der allergrößte Schmerz ist, den ein Mensch empfinden kann.

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blog_blaetterleuchten14

Hazel und Gus erinnerten mich daran, worum es geht und zu welchen Gefühlen ein Mensch fähig ist, wenn er die Zukunft und die Vergangenheit außen vor lässt und das Hier und Jetzt wahrnimmt. Wie man sich einsaugen lassen kann von diesem Gefühl, das größer wird als man selbst.

„Ich verliebte mich, wie man in den Schlaf gleitet. Langsam zuerst und dann rettungslos.“

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Der Film traf mich – wie das immer wieder passiert – zum passendsten aller Zeitpunkte. An dem Tag, an dem ich mir die Frage stellte, warum ich in meinem Leben immer eine Prise Drama brauche. An dem ich die Frage mit der Erklärung beantwortete, dass man erst unter dem Schatten des Verlustes die wahre Intensität seiner Gefühle spürt. An diesem Punkt stehe ich, sehe diesen Film und frage mich: geht es auch anders? Und ich weiß es nicht. Es wäre anmaßend zu sagen, dass ich nachvollziehen kann, was Menschen in so einer Situation durchmachen, das kann ich zum Glück nicht. Aber ich kenne die Wahrhaftigkeit und die Bedingungslosigkeit, mit der man jemanden lieben kann. Gleichzeitig merke ich immer wieder, wie die Dinge, die wirklich Bedeutung haben, im Alltag oft zu kurz kommen, untergehen. Wie wenig man manchmal spürt, zwischen frühem Aufstehen, einem ermüdenden Arbeitstag und einem Abend mit Freunden unterwegs und wie sehr man sich gelegentlich auf belanglose und irrelevante Dinge fokussiert.

***

Ich weiß, wie es ist, wenn einem ein Verlust den Atem nimmt und die Motivation, morgens das Bett zu verlassen. Ich weiß, wie sehr psychischer Schmerz sich in physischen Symptomen bemerkbar machen kann. Wie sehr Verlust prägen und verändern kann.

“Die Sache mit dem Schmerz ist, dass er verlangt, gespürt zu werden.”

Und das ist wahr! Schmerz gehört zum Leben dazu. Wenn wir Angst vor dem Schmerz haben, leben wir nicht mehr.

***

„Ich kann nicht von unserer Liebe sprechen, also spreche ich von Mathematik. Ich bin kein Mathematiker, aber ich weiß so viel: Es gibt unendlich viele Zahlen zwischen null und eins: 0,1 und 0,12 und 0,112 und eine unendliche Zahl anderer. Zwischen 0 und 2 gibt es natürlich noch viel mehr unendlich viele Zahlen und zwischen 0 und einer Million erst recht. Manche Unendlichkeiten sind größer als andere Unendlichkeiten.“

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62 Replies to “Blätterleuchten & die Unmittelbarkeit der Liebe in „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“”

  1. Depressionen sind keine Nebenwirkungen des Sterbens, sondern des Lebens!

    Großartige Fotoblättervielfalt!!
    Liebe Morgengrüße vom Lu

    1. ich glaube ehrlich gesagt, sie sind sowohl als auch…
      und ja, blätter – ein nie endenwollendes motiv 🙂

      1. Nun…Depressionen sind da, wenn wir leben…wenn wir sterben, dann werden sie aufgelöst…

        Das ist der Grund, warum Menschen mit starken Depressionen den Wunsch zu sterben verspüren, und dies dann oft auch durch Suizid realisieren…

        Hab einen schönen Tag, Paleica, liebe Morgengrüße vom Lu

        1. ja, das stimmt – aber dennoch denke ich, dass depressionen durch krankheiten ausgelöst werden können, durch das nahende sterben, das sich der betroffene eben nicht wünscht, weil er leben will. ich glaube, es gibt unterschiedliche auslöser von depressionen und unterschiedliche gründe, warum sie entstehen… also ich denke, es gibt depressionen, weil man sterben will aber auch depressionen, weil man leben will. das ist sicherlich nicht klinisch korrekt, aber vielleicht weißt du, was ich meine.
          auch für dich einen schönen tag!

          1. Ich verstehe dich gut, und deine Sätze klingen auch irgendwie gut, und durch Krankheiten kann alles entstehen, das ist also nicht der eigentliche Ursprung,

            die Kwelle der Krankheit Depression ist die Verzweiflung, ist, am Leben zu verzweifeln, DAS ist der Grund, nicht das Sterben an sich, Paleica, das kann ja auch schön sein, von Krankheit, auch Depression erlösen…

            Take care, Lu

            1. ja, das verstehe ich. ich bin mit dem krankheitsbild nicht so vertraut, aber nicht jede depression bewegt sich in richtung suizid, oder? weil wenn man am leben verzweifelt, weil man sterben muss… weißt du, was ich meine?

              ich gestehe allerdings, dass ich das zitat einfach emotional nachvollziehbar fand – es ist aus einem buch und daher würde ich auch nicht unterschreiben, dass es klinisch korrekt ist ^.^

              1. Ja, das kenne ich auch…
                es kann den flotten Lebenswillen ziemlich eintrüben…

                Nein, das wäre ja schlimm, aber immer noch gehen viel zu wenig Menschen in eine Therapie, wenn sie zum Beispiel mit einer endogenen Depression kämpfen.

                Ohne professionelle Hilfe aber ein vergeblicher Kampf, der sehr oft im Alkoholismus mündet…

              2. ja, damit hast du bestimmt recht. es ist schon erschütternd und traurig, wie wenig weit verbreitet es noch ist, sich bei psychischen problemen die möglichkeit auf heilung zu holen. aber alles was halt nicht chemisch auf dem papier nachrechenbar ist, ist halt für die krankenkassen noch nicht wirklich „wahr“ und viele können es sich wohl auch nicht leisten. zumindest in Ö gibt es ja nur sehr wenig unterstützung dafür, wenn es kein Akutfall ist.

              3. Nun…hier in D ist das schon sehr viel besser geworden, was die KK angeht, dein Hausarzt muss nur eine Überweisung ausstellen, die von einem Gutachter noch unterstützt werden muss, dann kann’s losgehen…

                ICH sehe das größte Problem bei Depressionen weiterhin darin, dass viel zu wenig Menschen es selbst akzeptieren und selbst therapiert werden wollen…

                Die Angst vor der Meinung der „funktionierenden Menschen“ in der knallharten Leistungsgesellschaft ist groß!!
                Dann lieber so tun als sei nix, krank melden ab und zu, Trinken…

              4. echt? oh das ist super. bei uns wird das soweit ich weiß von der KK nur übernommen, wenn man diagnostiziert im burnout ist oder halt wirklich ins krankenhaus geht. ambulante therapien für „funktionierende“ menschen werden nur mit etwa 25% von der KK unterstützt.

                aber ja, das problem der akzeptanz ist bei dieser krankheit sicher ein großes. oft halt auch deswegen, weil es lange „noch irgendwie geht“. aber wenn therapien für psychische probleme weniger stigmatisiert wären, wäre vermutlich auch die akzeptanz zumindest für manche leichter. allerdings habe ich das gefühl, dass das zumindest beim weiblichen anteil meiner generation etwas besser wird…

  2. Liebe Paleica, immer wieder toll zu lesen, wie Du die Dinge des Lebens beschreibst, danke dafür. Der Film ist klasse, ich habe ihn damals im Kino gesehen, nachdem ich das Buch gelesen hatte. Dieses Buch möchte ich Dir wärmstens empfehlen. Auch nach dem Film, ja. Einen schönen Wochenstart wünsche ich Dir, liebe Grüße von Nebenan.

    1. und immer wieder danke fürs lesen und fürs kommentar dalassen ❤ wenn das buch so toll ist werde ich es unbedeingt auf die leseliste setzen.
      alles liebe auch an dich zurück!

  3. Eben deinen wunderschönen Fotos haben mich die Zitate aus dem Film angesprochen. Ich denke er kommt auf die Liste „will ich ansehen“
    Eine. Guten Wochenstart!

    1. es lohnt sich wirklich!
      und danke – auch für dich! meiner war ganz wunderbar, weil ich soviel von dir nachzulesen hatte ❤ und morgen geht dein büchlein auf reisen!

      1. Oh..ich freu mich schon sehr darauf 🙂 Eine Tasse Tee und dann blättern und genießen. Damit machst du mir eine große Freude

  4. 🙂 ich habe zuerst das Buch gelesen. Sehr zu empfehlen und ganz beeindruckend wunderbar. Mir ging es ähnlich wie dir. Der Film war später mein Sahnehäubchen, allerdings eher ein Dessert. Zum Schmelzen schön. Das Buch hat mich mehr berührt.
    Und ich glaube fest daran, dass das nichts mit dem Teenageralter zu tun hat, sondern mit der Fähigkeit, im Augenblick zu sein, die uns mit dem Älterwerden zu oft abhanden geht. Mit der Fähigkeit, einen Menschen als das zu sehen, was er ist, auch gegen alle Vernunft und gegen alle eigenen Bedürfnisse und Planungen und Wünsche.
    Ich lese gerade ein Buch, was irgendwie dazu passt.
    Falls es dich interessiert: Herzenhören, von Sendker. Hätte ich nie gekauft, bekam ich aber geschenkt und bin tief beeindruckt.
    Einen schönen Wochenstart wünsche ich dir.

    1. ich habe es gedanklich schon auf die leseliste geschrieben, nachdem ich es mehrmals empfohlen bekommen habe. ich weiß jetzt schon, dass ich endlos heulen werde. aber manchmal tut es gut, diesen gefühlen raum zu geben.
      mit der fähigkeit hast du sicher recht, aber tendenziell verlernt man es nach der teenagerzeit…
      danke auch für den anderen tipp. werde ich mal im hinterkopf behalten…

      1. Ach, das ist doch wunderbar, wenn Worte solche Emotionen auslösen können. Ich finde das grandios. Genieße es, berührt zu werden! 😊

  5. Ich kenne nur das Buch und habe geheult wie ein Schlosshund… Mich hat das Buch auch sehr sehr berührt und nachdenklich gemacht. Eigentlich hatte ich es nur gelesen, weil ich es vortesten wollte für mein Patenkind. Es läuft ja unter Jugendbuch… Ich habe es für sie um ein Jahr verschoben aber dafür einigen Erwachsenen verschenkt… Und Andrea kann ich nur beipflichten, „Herzenhören“ ist auch ein solches tiefgehendes Buch!! Vielen Dank für Deinen schönen Beitrag, die Fotos passen sehr schön! Liebe Grüße, Wanja

    1. danke für die infos, ich denke wohl ich muss das buch unbedingt noch „nach“lesen. und es freut mich, dass du findest, dass die fotos passen. ich wollte etwas, das schönheit und vergänglichkeit vereint und das tun herbstlicht und gefallene blätter für mich ganz speziell.

  6. Ich glaube diesen Film kann ich mir nicht anschauen. Auch wenn er sicherlich wunderschön ist, trotzdem… ich habe so meine Probleme mit diesen Geschichten, da leide ich definitiv zu viel mit. Darauf kann ich mich daher immer nur sehr selten einlassen. 😉
    Ansonsten heule ich drei Tage und kriege mich gar nicht mehr ein.

    Wie wahr! Es geht wirklich immer soooo schnell vorbei. Da fiebert man wochenlang und dann schwups! Weihnachten ist rum.
    Schade, dass du krank geworden bist, so was nervt ja richtig!

    Schön, dass das offensichtlich ein so überraschender und schöner Antrag für dich war! 🙂 So soll’s sein!

    Die heißen Quellen stinken aber ganz schön. 😛
    Island ist halt wirklich relativ gut erreichbar. Nicht zu lange Flugzeit und dort kommt man auf Grund der Ringstraße, die geteert ist, auch ganz gut vorwärts (auch wenn die wirklich schönen Flecken abseits davon liegen). Aber Island ist halt soooooo teuer. Zum Teil schone echt unverschämt teuer.
    Dabei würde es mich schon sehr dahin ziehen.

    Ich war da auch etwas baff. Gerade, weil ich eigentlich mit Kindern kann und die auch mag. Ich wusste gar nicht mehr was ich dazu sagen sollte! Und als ich den Jungen dafür geschimpft habe, hat die Mutter auch noch nichts gesagt. Da frage ich mich dann schon…

    1. ja das versteh ich absolut. es gibt acuh filme, die ich mir absolut kein zweites mal antun würde. liebe von haneke zum beispiel. ich konnte erst nach ner woche über den film reden ohne sofort in tränen auszubrechen. verrückt. aber hin und wieder bin ich in stimmung und es tut gut, dieses ventil aufzumachen.

      haha ja, den geruch sieht man halt auf fotos nie 😀 aber das hat mich auch damals beim whale watching sehr geflasht. diese tiere sind unfassbar genial, aber sie stinken wirklich so richtig!

  7. Ein wunderbarer Film der sich perfekt dazu eignet, auf Deinem Blog genutzt zu werden. In vielerlei Hinsicht… Mit den Bildern, den Gedanken, dem Schmerz… Du fügst alle Elemente so schön zusammen… Ich hab das Buch nicht gelesen, aber ich war trotzdem sehr beeindruckt (was auch an der schauspielerischen Leistung lag). Ein Film der ne Menge hinterlässt… Stimmungsvoll untermalt mit den Blättern…!

    1. dankeschön! ich kenne das buch bisher auch nicht, ich kenne auch nur den film und der hat mich wirklich aus den latschen gekippt. er ist wohl einer von denen, die ich nicht vergessen werde. und es freut mich, dass du die blätter dazu bemerkt hast 🙂

  8. Nach diesem wunderschönen Blogeintrag und den Kommentaren kommt zunächst erst mal das Buch auf meine Leseliste. Oder ich werde es gleich als ebook erwerben … 😉 Das 2. erwähnte Buch schaue ich mir auch mal an. Nun ja, Bücher sind meine Schwäche und wenn es so viele Fürsprecher gibt …

    Leben im Hier und Jetzt – kann man wieder lernen. Ist anstrengend und klappt nicht die ganze Zeit, aber man kann wieder bewußter und aufmerksamer werden. Aber man braucht Mut, weil einem dann auffällt wie viel in unserem modernen Leben unsinnig und nebensächlich ist. Leider versteht das aber kaum jemand.

    Ich danke Dir für Deine schönen Worte.

    1. ich habe das gestern übrigens auch gemacht – buch gleich gekauft und zu lesen begonnen. der film dürfte sich sehr stark an der buchvorlage orientiert haben, zum teil sind zitate wirklich wörtlich übernommen, was ich wunderschön finde, denn so kann ich alles noch einmal nachlesen.

      ja, am leben im hier und jetzt arbeite ich, aber im alltagstrott gelingt es oft nicht.
      danke fürs lesen und deinen kommentar!

  9. Ok das klingt jetzt auch nicht unbedingt nach einem Thema, mit dem ich gerne befasse aber das hat mich jetzt trotzdem sehr neugierig gemacht. So viel Drama – da werd ich wohl auch die Taschentücher bereit halten… Sehr gefühlvoller Beitrag übrigens!

    1. dankeschön! und nein, gerne ist sicher das falsche wort. aber irgendwie finde ich es dennoch wichtig, diesem thema auch gelegentlich platz einzuräumen. taschentücher sind aber in jedem fall notwendig!

  10. Ich kann Dir nur hundert Prozent zustimmen. Mir ging es wie Dir. Ich saß zwar heulend vor dem Fernseher hatte aber keine Sekunde das Gefühl einen kitschigen Film zu sehen. Der Humor der beiden und die Intensität mit der sie spielen ist unglaublich. Großartige Schauspieler die ich bestimmt immer wieder sehen möchte 🙂 Ich hatte das Buch zuvor gelesen und war von der Umsetzung begeistert, was nur selten der Fall ist…..
    Ein sehr sehr intensiver und sehenswerter Film, nicht nur für Jugendliche ❤

    1. ja, gell. ich finde, dass sowohl schauspieler als auch regisseur das unheimlich gut hinbekommen haben. ich lese jetzt seit gestern am buch und bin erstaunt, wie nah der film sich dran gehalten hat. es ist richtig schön, die worte nachhallen zu lassen.

  11. Tolle Bilder und ebenso schöne Worte ! Ich kenne den Film und das Buch nicht aber vielleicht sollte ich mir eines mal zulegen bzw. ansehen.

    1. ich denke, es lohnt sich in jedem fall, um relationen im leben wieder mal grade zu rücken, die im alltag nur zu gern verloren gehen…

  12. Mh, ich habe bislang nur das Buch gelesen (zweimal…) – und den Film seit Monaten hier im Regal zu stehen. Bislang hatte ich mich nicht getraut, ihn mir anzusehen… weil ich befürchtete, dass die Verfilmung der Buchvorlage mal wieder nicht das Wasser reichen kann. Aber nach dem, was du schilderst, scheint auch der Film gelungen zu sein. Den werde ich mir wohl mal ansehen, wenn mein Mann nicht daheim ist… solche Filme gucke ich lieber alleine.

    Deine Blätterfotos sind wundervoll – ein letztes Aufbäumen von Schönheit, ehe die heruntergefallene Blätter zu schwarzbraunem Matsch werden.

    Liebe Grüße
    Anne

    1. liebe anne, wie schön dich hier wieder zu lesen!
      ich glaube, du kannst den film guten gewissens ansehen und wirst nicht enttäuscht werden. ich habe gestern mit dem buch begonnen und nach den ersten seiten muss ich sagen: der film hat sich fast wörtlich dran gehalten und transportiert die emotionen mindestens so gut. etwas, das mich selbst überrascht hat, denn buchverfilmungen enttäuschen mich auch meistens.
      ich verstehe übrigens gut, dass du das lieber alleine schaust. mir geht es auch so. es ist schwer, diese momente zu teilen und es tut manchmal auch gut, sich damit einfach einmal selbst zu befassen.

      danke auch für die lieben worte zu den blättern ❤

  13. Wundervoll geschriebener Beitrag und toller Film. Bei Deinen Worten hat man die Szenen direkt wieder vor Augen. Ich mag solche Filme, weil sie einen wieder ein Stück ins Leben holen (obwohl man ja eigentlich lebt, aber sich manchmal verliert) und einen daran erinnern was wichtig ist. Das vergisst oder verdrängt man viel zu oft. Und Deine Blättersammlung mag ich auch, oben mit viel Schwarzanteil und dann klart es etwas auf 😉

    1. ich weiß ganz genau was du meinst und mir geht es auch so. ich glaube, das ist auch der grund, warum ich mich diesen dingen dann letztendlich doch immer mal wieder hingebe. es ist wichtig und gut, themen, die einen beschäftigen, an denen man sich festkrallt, in eine relation zu bringen.
      und ja, blätter – sie haben so eine vielseitige atmosphäre.

  14. Liebe Palaica, ich habe diesen Film erst als Hörbuch und dann als Film zu mir genommen und ähnlich tiefgreifendes empfunden. Auch ich benötige immer wieder, vor allem, wenn es mir selbst sehr schlecht geht, etwas, was mir zeigt, was noch schlimmer sein kann und könnte. Ich benötige dann einen Maßstab des Schmerzes, der Größer ist als mein eigener, der die Situation die ich erlebe wieder einnordet. Wenn ich mich mit furchtbaren Tragödien und tragischen Lebensgeschichten beschäftige, dann kann ich meine eigene Situation wieder besser annehmen und hindurchgehen – es gibt mir Kraft, denn andere Menschen hatten diese doch auch, also warum nicht auch ich. Zum Glück gibt es dann aber auch sehr viele Momente in denen ich die kleinen schönen Dinge genieße, die andere Menschen oft gar nicht sehen – für diese Gabe bin ich sehr dankbar. Ich denke man kann nicht immer nur positiv oder aber immer negativ sein. Für ein ausgewogenes Leben benötigt es beide Erfahrungen und Betrachtungsweisen – dann sind wir ganz und dann leben wir intensiv. Dir ganz liebe Grüße und Hut ab für dieses wieder zu Herzen gehende tolle Thema – danke dafür! Marion

    1. oh ja, so geht es mir auch. schon eigenartig, dass diese „referenzwerte“ so wichtig sind. aber es beruhigt mich immer ein bisschen zu wissen, dass es auch anderen so geht. ich habe da ja interessanterweise so eine art internen mechanismus eingebaut. wenn ich in einer richtig schlimmen negativspirale hänge träume ich immer was ganz schlimmes, von krankheit oder tod und das lässt mich die dinge auch wieder pragmatischer sehen.
      ich denke, es gibt halt nur das eine mit dem anderen. entweder man hat generell abgeflachte gefühle, oder man empfindet intensiv, aber dann gibt es eben hohe höhen und tiefe tiefen…
      danke für deine lieben worte zum schluss ❤ es musste einfach raus, weil es mich so sehr berührt hat…

  15. Liebe Paleica, von diesem Beitrag bin ich sehr berührt, ist es doch eine ergreifende Geschichte. Deine Gedanken dazu kann ich sehr wohl, aus eigener schmerzlicher Erfahrug, nachvollziehen.
    Die Worte von Winterlicht bringen es auf den Punkt! Leider ist es so in der heutigen Zeit, wenn man Unsinniges und Nebensächliches ausklammert, erntet man oft ein Kopfschütteln. Doch ohne diesen Überfluss zu beachten, fühle ich mich sehr wohl.
    Danke für diesen interessanten Beitrag, den du mit wunderschönen Herbstblättern bereichert hast!
    Liebe Grüsse Esther

    1. liebe esther, ich danke dir fürs lesen und für deine worte!
      ich glaube, dass viele menschen heute ihre eigenen wertvorstellungen nicht mehr richtig kennen und deswegen auch oft nicht wissen, was wirklich wichtig sein sollte oder was im herzen wichtig ist. darum verstehen sie das auch nicht und können durch solche dinge nicht so berührt werden. ich bin ehrlich gesagt froh, dass ich dieses empfinden nicht verloren habe.

  16. Wunderbarer Artikel, der Film oder das Buch steht schon lange auf meiner Wunschliste. Im Moment nicht der richtige Zeitpunkt….. „Krebszeitalter“ ist ein Zitat aus dem Werk? Mit dem hadere ich…. Deine Bilder sind wunderschön, aber ich muss mich beim Lesen/Betrachten deiner Artikel immer entscheiden, ob ich mich auf das eine oder andere konzentriere und da ich deine Texte mag, fallen die Bilder oft hinten runter, also nochmal ausdrücklich, sie sind sehr schön 🙂

    1. liebe conny, wenn grade nicht der richtige zeitpunkt ist – was mir sehr leid tut, denn ich vermute einen persönlichen hintergrund dahinter – dann ist es bestimmt besser, mit dieser geschichte zu warten. nachdem ich nach dem film das buch gelesen habe muss ich diesmal erstaunt sagen, dass der film für mich sogar noch emotionaler war und ich den sogar noch mehr ans herz legen kann.
      nein, ich glaube nicht, dass das wort aus der geschichte ist, das ist denke ich eher in meinem kopf entstanden – aus dem eindruck heraus, dass diese krankheit so allgegenwärtig zu sein scheint…

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