Go east 2017: Maribor & Kroatienroadtrip mit Apfelaugen

Die meisten von euch haben wohl mitbekommen, dass wir Anfang Juni auf Urlaub waren. Hiermit gibt es einmal einen kleinen Überblick über unsere Reiseroute und abgetippte, frischestmögliche Erinnerungen. Fotos von der Großen und Details zu den Stopps folgen im Laufe des Jahrzehnts 😉

Sommerurlaub 2017. Aufgrund einiger größerer Ausgaben in diesem Jahr kommt eine teure Fernreise nicht in Frage. Ich verarbeite immer noch mein Trommelfellrisstrauma aus Irland, wenn die Anreise also auf dem Landweg passiert, macht es auch nix. Die Europa-Karte deutet ganz eindeutig auf ein mittlerweile sehr beliebtes Reiseziel, das aufgrund eines Naturspots und einer besonderen kleinen Stadt eh schon eine Weile auf der Bucket-List steht. Also geht es 2017 nach: Kroatien.

Als Österreicher mit mittlerweile 3 Jahrzehnten auf dem Buckel grade erst einmal im Rahmen einer Stundentenpartytour kroatischen Boden betreten zu haben, ist geradezu exotisch und wohl auch an der Zeit, geändert zu werden. Also öffne ich Google Maps, tippe ein: Wien – Plitvicer Seen – Dubrovnik und schaue, was mir die digitale Straßenkarte ausspuckt. Machbare 1000km in eine Richtung. Lässt sich in 2 Wochen Urlaub mit Zwischenstopps bestimmt wunderbar aufteilen. Fotos von türkisblauen kroatischen Stein- und Kiesbuchten tauchen von meinem Auge auf und ein kleiner Hoffnungsschimmer rührt sich, meine allerersten Schnorchel-Gehversuche von Mallorca zu vertiefen. Ich reise also erstmal mit dem Finger auf der Landkarte, um unsere Streckenabschnitte festzulegen, dann lese ich gefühlte zehntausend Bewertungen auf der blauen Buchungsplattform und habe irgendwann eine Reiseroute für 15 Nächte mit Wandern, Städtetrips und Badeurlaub zusammengestellt. Der 4. Juni kam schneller als erwartet und wir starteten, erstmal Richtung Slowenien. Unser erster Halt:

Maribor

2016 lernte ich ja zum ersten Mal Slowenien kennen. Auf unserem Mädels-Trip nach Triest übernachteten Nina und ich in Ljubljana. Die zweitgrößte Stadt unseres kleinen Nachbarlandes hatte ich sofort ins Herz geschlossen. Maribor hat mich zugegebenermaßen weniger begeistert. Fazit: ganz nett, aber kein Muss. Dennoch waren wir froh, diesen Stopp eingelegt zu haben, denn zu unserer ersten „richtigen“ Station war es dann doch noch ein Stück.

Nationalpark Plitvicer Seen

Unser Urlaub begann in Wahrheit erst richtig, als wir die Eurozone hinter uns gelassen und das Navi uns angewiesen hatte, die Autobahn zu verlassen. Der Nationalpark Plitvicer Seen ist nämlich nicht, wie ich angenommen hatte, ein kleines Fleckchen Wald am Weg in den kroatischen Süden, sondern ein riesiges UNESCO Weltnaturerbe, mitten im kroatischen Nirgendwo. So zuckelten wir in Summe also 3,5 Stunden durch Ortschaften und über Bundesstraßen, an denen der Osten auch noch als solcher erkennbar war, bis wir von der Pampa-Bundesstraße auf einen Pampa-Feldweg abbogen, um unsere Unterkunft zu erreichen. Was hier grade ein wenig flapsig-ironisch klingt, beschreibt nur meine Eindrücke während der Fahrt. Denn angekommen im wunderschönen idyllischen Garten unseres schnuckeligen kroatischen Hosts war ich bereits verliebt und mein ansonsten Aszendent-Jungfrau-dominierter Verstand schaltete ab und ließ dem Sternzeichen-Schütze-dominierten Herzen den Vortritt.

Eineinhalb Tage verbrachten wir nun umrundet von Seen und Wasserfällen, die man vielleicht auch mit einem Gebiet in Südostasien verwechseln könnte. Eineinhalb Tage, an denen ich verdreckt, verschwitzt und voller Staub am Boden lag, kniete, hockte, saß und tänzelte, um all die Schönheit mit nachhause zu nehmen. Zusätzlich wurden wir in unserer Unterkunft liebevoll kulinarisch versorgt. Die angesagten Unwetter ließen auf sich warten und wir hätten definitiv nicht besser in unseren Roadtrip starten können.

Zadar

In Zadar durfte ich zum ersten Mal 2017 einen Blick aufs Meer erhaschen. Wir waren nun im Süden angelangt. Ein kleiner Zwischenstopp am Weg, inspired by unserer favorisierten Kreuzfahrt-Reederei.

Trogir

Die kommenden drei Nächte verbrachten wir in Trogir. Hier wollten wir die Zehen ins Meer und den Kopf unter Wasser stecken und ein wenig entspannen vor dem zweiten Highlight. Nun waren wir wohl auch mitten in diesem Kroatien angelangt, von dem die begeisterten Segler immer erzählen. Tiefblauer Himmel und türkises Wasser, Restaurants und Grillereien an jeder Ecke.

Unser Hotelstrand war leider im Seeigel-Minengebiet, das selbst mit Badeschuhen nur schwer überwindbare sein würde (die Tücken der Stein- & Kiesstrände!) also wurden wir zu unserem Glück gezwungen, uns auf der Insel Ciovo ein wenig umzusehen. Hier fanden wir unseren ersten Schnorchel-Spot und ich sah meine erste (große!) Krabbe unter Wasser.

Trogir hat die perfekte Kombination aus einer wunderschönen Altstadt und jeder Menge Stränden bzw. Badebuchten. Erstere gehört zum UNESCO Weltkulturerbe.

Dubrovnik

Dubrovnik. Der Grund, warum Kroatien überhaupt einmal auf meiner Reiseliste gelandet ist. Diese Stadt, die mir seit Jahren im Kopf herumspukt und die mein Bild über dieses Land ins rechte Licht gerückt hat.

Dubrovnik ist voll, denn jeden Tag legen zusätzlich zu den Landtouristen noch Kreuzfahrtschiffe an. Aber ich wurde nicht enttäuscht. Diese Stadt ist ein Schmuckstück alter Zeiten und die gesamte Altstadt ist UNESCO-Weltkulturerbe.

Wenn Mauern sprechen könnten…

Lokrum

Den zweiten ganzen Tag wollte ich auf Lokrum verbringen. Aber nicht, weil ich Game of Thrones Fan bin (ich habe mich 2x an der ersten Folge versucht und bin beide Male nach weniger als 20 Minuten wieder ausgestiegen). Auch für alle anderen hält die Insel tolle Eindrücke bereit. Es gibt dort unzählige freilebende Straußen, die im Juni gerade Junge haben. Die Insel ist unbevölkert und wild – und bietet wunderschöne Badebuchten.

Podstrana

Nach den 3 Nächten an unserem südlichsten Reisespot kommen wir an unserem letzten „richtigen“ Halt an. Podstrana heißt der Badeort an der kroatischen Riviera und nachdem sich dort auch ein bekanntes 5*-Hotel niedergelassen hat, war es wohl nur mir vorerst unbekannt. Podstrana liegt an einem der wenigen langen Stränden in Kroatien, an dem sich Bucht an Bucht reihen, die im Juni weitgehend leer sind. Wir wurden von der schnuckeligen Besitzerin auf ein großes Zimmer mit riesiger eigener Sonnenterrasse upgegradet und schwelgten im Paradies.

Auch wenn Kroatien extrem touristisch erschlossen ist, ist es immer noch sehr authentisch. Denn auch Kroaten urlauben in Kroatien. Es sprechen zwar alle englisch oder deutsch, die Sprache, die man rundherum jedoch am meisten hört, ist allerdings immer noch kroatisch.

Split

Nachdem uns an unserem 2. Tag im Paradies beim Aufwachen Regen überraschte, beschlossen wir kurzerhand, uns das nahegelegene Split anzusehen. Wieder eine relevante UNESCO-Weltkulturerbe-Stätte: der Diokletianpalast. Er umschließt die Altstadt von Split und lässt in etwa die Großartigkeit römischer Kaiserreiche erahnen.

Makarska

In Trogir wurde uns von unserer entzückenden Hostmami ans Herz gelegt, ein paar Orte auf der Strecke in den Süden zu besuchen. Makarska war einer davon. Da wir zudem unseren Gelsenstecker im Hotel in Dubrovnik vergessen hatten und die kleine Stadt einen DM beherbergte, hatten wir genug Grund, uns aufzuraffen und etwas mehr in den Tag reinzupacken als mit dem Gesicht am Wasser zu liegen und uns selbst beim Atmen zuzuhören. So spazierten wir durch ein weiteres wunderbares, mediterranes Örtchen, vor einer traumhaften Bergkulisse, mit ewig alten kleinen Gassen.

Brela

Etwas vor Makarska Richtung Norden liegt Brela, mit einem der angeblich schönsten Strände Kroatiens (mit Ausnahme des goldenen Horns auf der Insel Brac, wo wir es leider nicht hinteschafft hatten). Den Superlativ kann ich nicht beantworten, da ich leider noch nicht alle kroatischen Strände kenne, aber in jedem Fall war es der schönste, den wir in diesem Urlaub gesehen hatten. Glasklares, türkises Wasser und hunderte Meter weißer Kiesstrand. Weitgehend seeigelfreie Zone und dann, ganz am Ende des Strandes, findet sich der wunderschöne Rock of Brela.

Am Weg zurück nach Podstrana, irgendwo kurz nach Brela und weit vor Omis, kommt man an diesem Ausblick vorbei.

Zagreb

Leider ist es unvermeidbar, dass auch die wunderbarsten und entspanntesten, mit Erlebnissen angereicherten 15 Tage einmal zu Ende gehen. So mussten wir uns also auf den Heimweg machen. Da Wien und Podstrana leider ganze 767km trennen, teilten wir die Strecke und statteten der kroatischen Hauptstadt noch einen Besuch ab. Von Zagreb hatte ich bisher keinen Eindruck und keine Ahnung, also landeten wir völlig erwartungsfrei in unserem schnuckeligen B&B. Zagreb ist wie eine kleine und entspannte Schwester von Wien. Die gemeinsame Geschichte lässt sich an vielen Orten erkennen, die Architektur erinnert weit mehr an die Kaiserzeit als an die Zeit während des eisernen Vorhangs. Zagreb ist jung und voller Lokale und hüllte uns an einem Sonntagnachmittag noch ein letztes Mal in eine entschleunigte Entspanntheit (die kurz von einer Hangry-Attacke unterbrochen wurde, aber sonst wäre es ja auch zu kitschig gewesen um wahr zu sein!). Auch hier wurden wir wieder sehr liebevoll gehostet und brachen trotz aller Vorfreude mit leicht schwerem Herzen am nächsten Tag nachhause auf.

Mein Fazit von Kroatien: große Begeisterung. Ich habe mir selbst wieder gezeigt, welchen Reichtum an Wundern Europa für uns bereithält und wie vielseitig unsere Nachbarländer sind. Unser Roadtrip war gleichzeitig entspannt und abwechslungsreich, wir hatten mehrere Städtetrips, wir waren wandern und schnorcheln, hätten jede Menge Shopping und Party machen können, wäre uns der Sinn danach gestanden. Wir haben so viel gesehen und so vieles nicht, weil die Zeit zu knapp war. Schweren Herzens mussten wir auf die Kornaten verzichten, die Blue Cave und die Krka Wasserfälle, Mostar, Brac und Hvar hatten im Zeitplan keinen Platz mehr gefunden. Was Unterkünfte betrifft, sollte man ganz unbedingt in lokalen und kleinen Häusern wohnen, nicht nur, um die Wirtschaft des Landes und die Bevölkerung zu stärken, sondern auch, weil die Hosts unbeschreiblich nett und bemüht sind und wirklich möchten, dass die Gäste ihr Land kennenlernen. Ich habe von Kroatien türkisblaues Wasser und eine alte Römerstadt erwartet und soviel mehr bekommen und schätze mich einmal mehr glücklich, inmitten dieses winzigen und vielseitigen Kontinents geboren zu sein.