Bayern Kurztrip: Königssee & Paleica, die misanthropische Menschenfreundin

Ende September letzten Jahres hatten der Herzmann und ich die Gelegenheit, am Heimweg einer Preisverleihung für seine Dissertation, dem sich bereits lang auf der Bucket List befindlichen Königssee einen Besuch abzustatten. Die Landschaft war schlichtweg traumhaft, das Rundherum – um ehrlich zu sein – weniger. Und darum passen diese Bilder auch perfekt zu diesem Gefühl, dem ich heute Luft machen muss.

Der Königssee ist landschaftlich wunderschön. Er liegt eingebettet in eine beeindruckende Berglandschaft, am Fuße des Watzmann und bildet etwas wie einen Fjord. Es ist einer dieser Orte, an denen die Zeit stehen bleiben könnte. Wären da nicht die Busladungen voller Touristen, zwischen denen man sich durch eine riesige, nie endenwollende Fress- und Souvenirmeile ans Ufer des Sees kämpfen muss, nur um dann festzustellen, dass man wohl zwei Stunden anstehen müsste, um eines der überladenen Boote zu erreichen.

Daher kann ich nur sagen: der Königssee ist nicht unbedingt geeignet für Langschläfer und schöne-Jahreszeit-Touristen, denn von Vor- und Nachsaison-, sowie frühen und späten Besuchern konnte ich auch anderes lesen. Trotzdem konnte ich zumindest ein paar Eindrücke mitnehmen, die das diesige Licht des letzten Septembersamstags zugelassen hat.

Und wie mit dem Königssee, so geht es mir auch mit Menschen.

Auf Twitter kam mir irgendwann der Gedanke, die oxymoron’sche Bezeichnung „misanthropischer Menschenfreund“ in meine Beschreibung einzufügen. Das liegt daran, dass es Menschen gibt, die ich aus ganzem Herzen liebe und für die ich wohl eine Niere spenden würde, wenn sie eine bräuchten. Die meisten anderen finde ich aber irgendwie eher nicht so sympathisch. Ich bin da auch nicht sehr wählerisch wie sie aussehen, woher sie kommen, welchem Geschlecht sie angehören oder welche Eigenschaften sie haben. Die große anonyme Masse da draußen, die mag ich nicht besonders. Also euch natürlich schon, euch kenne ich ja. Aber die anderen, die ich nicht kenne. Die dürfen auch ruhig mal da bleiben wo der Pfeffer wächst.

Was nicht heißt, dass ich nicht das Talent habe, Menschen, die ich zum 1. Mal sehe, innerhalb von fünf Minuten so lieb zu gewinnen, dass sie in den Kreis der Ersterwähnten aufgenommen werden und sie auch manchmal etwas aufdringlich gern zu haben. Ja, das gibt es. Aber es gibt halt auch die vielen anderen. Manchmal reicht es, ein Foto zu sehen um zu wissen: du und ich, das passt einfach nicht.

Und wie ich so im Laufe vieler Erlebnisse feststelle, passt es eben oftmals nicht. Beruflich lebt man damit, schließlich wird man irgendwie ja auch bezahlt, um auch den größten Idioten am Telefon oder am Messestand noch ein Lächeln zu schenken. Privat bin ich da wenig kompromissbereit. Ich lege wert auf Respekt im Verhalten, auf Ehrlichkeit, auf das Recht, seine Befindlichkeit auszudrücken. Außerdem auf eine gewisse Sensibilität, Einsichtsfähigkeit und Diplomatie im Konfliktmanagement. Ja, ich bin anspruchsvoll – daher ist der Kreis der Menschen, mit denen ich mich bedenkenlos gern umgebe, nicht übermäßig groß. Aber für alles andere ist mir schlicht meine Zeit zu schade.


Pin me on Pinterest:

Verfasst von

Internetmethusalem. Schütze Aszendent Jungfrau, Freudianer, Tolkienist, Freizeitfetischist, zwanghaft neurotisch, begeisterungsfähig, Kommunikationsjunkie, Träumermädchen. Ein Kopf voll Gefühl, ein Herz voll Gedanken.

51 Kommentare zu „Bayern Kurztrip: Königssee & Paleica, die misanthropische Menschenfreundin

  1. ob ich einen Menschen mag oder nicht entscheide ich in der Regel im Sekundenbereich beim ersten Blickkontakt. Ich bilde mir meine Meinung und lag bisher oft richtig damit ! Nicht immer das gebe ich auch zu ! Ich war über 15 Jahre im Aussendienst und habe wirklich sehr viele Erst-Kundenkontakte gehabt und auch hier wusste ich in der Regel bei ersten Kontakt „das wird was oder auch nicht“ ! Viel ist Bauchgefühl meiner Meinung nach. Respektieren sollte man aber alle !!!

    1. ich glaube, es ist auch ganz normal, dass da einfach etwas in einem abläuft, das einen menschen erstmal sympathisch macht oder nicht. letztlich ist auch viel chemie und wenn diese nicht stimmt, dann hat das gegenüber sowieso keine chance. aber auch persönlichkeit und charakter manifestieren sich bei vielen in kleinen aspekten im außen und das unbewusste nimmt einfach eine unzahl mehr an informationen auf und verarbeitet sie, als wir uns nur vorstellen können.

  2. Ich bin auf diese wichtige Einstellung zum Thema Menschen leider erst sehr viel später im Leben gestoßen als Du! Heute verfahre ich ebenfalls in dieser Art und Weise und ich kann damit heute sehr viel besser leben als früher. LG sendet Marion

    1. das glaube ich dir gern! ich bin da einfach etwas radikaler geworden, weil so wenig zeit ist für menschen, die mir wirklich etwas bedeuten, dass ich diese einfach nicht mit anderen verschwenden will. wieviel besser es mir damit geht, merke ich immer dann, wenn ich mit „anderen“ konfrontiert werde. immer kommt man dem ohnehin nicht aus, es gibt auch private „verpflichtungen“, wo man gute miene zum bösen spiel machen muss.

  3. Am Königssee war ich ich mal zur Hauptreisezeit und ich kann mich nur sehr grob daran erinnern, denn es waren Menschenmengen unterwegs, Reisegruppen, die von Reiseführern mit Megaphonen angeführt wurden. Ein No-Go für uns alle, wir sind schnell wieder gefahren.

    Was Menschen angeht, die ich an mich heranlasse, da bin ich auch wählerisch. Ich lerne schnell neue Menschen kennen, weil ich eine sehr offene Art habe. Obwohl ich viele Menschen kenne, sind nicht viele Menschen in meinem engen Kreis, ich mag absolut gar keine Lügner, derjenige fliegt sofort raus, und ich erkenne fast jede Lüge. Schlimm sind auch Menschen, bei denen es nur um sie geht, die Menschen suchen, die ihr Ego pflegen, auch sehr unangenehm. Ich kann sehr gut Menschen ziehen lassen. Wenn bei mir ein Too Much erreicht ist, bin ich sehr konsequent.

    Herzliche Grüße, Bee

    1. das versteh ich! wir waren glaub ich in summe auch grade mal etwas über 2 stunden da und ich war natürlich enttäuscht, weil ich mir aufgrund der vielen idyllischen bilder einfach etwas anderes erhofft habe. generell hab ich sowas noch nicht erlebt, zumindest nicht hier bei uns. einfach verrückt.

      ja das mit dem lügen. ich muss schon ehrlicherweise sagen, dass ich auch jemand bin, der ab und an zu einer notlüge greift, um jemanden nicht zu kränken und manchmal auch, um mir diskussionen zu ersparen. meiner erfahrung nach machen das allerdings die meisten menschen und damit hab ich jetzt nicht wirklich ein problem. aber diese falschen personen, die von herzen unehrlich sind, bei dingen, auf die es ankommt – ohje ohje! ja, menschen die quasi „angehimmelt“ werden wollen sind definitiv auch nix für mich. aber wie es so schön heißt „überall blüh’n die neurosen“ und töpfe finden ihre deckel.

      mir geht es da auch so. obwohl ich geduldig bin und es viel braucht, bis es genug ist. aber wenn, dann bin ich konsequent.

      1. Man muss immer einem Treffen mit jemand anderem mindestens neutral eingestellt sein, quält man sich bzw freut man sich nicht denjenigen zu treffen und das häufig, dann ist das ein Zeichen. Und für mich unmißverständlich. Manche Menschen definieren sich über die Anzahl der Freunde, da gehöre ich absolut nicht zu, so etwas wird natürlich extrem getriggert durch fb etc.

        Mut zur Lücke – wenige, dafür aber aufrichtige Freunde!

      2. das stimmt leider – und ich glaube, je jünger die leute sind, umso mehr spielen diese „zahlen“ eine rolle. ich fand das nie wichtig, ich habe immer schon auf die qualität wertgelegt und war meist recht rigoros, wenn ich enttäuscht wurde. was nicht heißt, dass ich auch menschen hinterhergelaufen bin. aber nicht, weil ich sie aufgrund der „zahl“ nicht verlieren wollte, sondern aus anderen gründen. das bleibt wohl im leben auch nicht ganz aus.
        ich habe nicht mehr viele, aber sehr wertvolle freunde. mit jedem davon möchte ich mehr zeit verbringen, als ich kann und alle die, die geblieben sind, sind aus gutem grund in meinem leben.

  4. Ich war vor vielen Jahren mal zur Weihnachtszeit mal am Königsee. Es war einfach nur toll!
    Wir hatten den See für uns ganz alleine mit einem tollen Licht und schneebedeckten Bergen.
    Ich habe mir dann auch vorgestellt wie es dort im Sommer wohl hergeht… Grauenvoll denke ich.
    Selbst alle Läden hatten damals Geschlossen, das war wirklich ein sehr wohliges Bauchgefühl.
    Schöne Augenblicke zeigst du von deinem Tripp!

    1. na das klingt ja toll. dann sollte ich wohl mal versuchen, im winter da hin zu fahren. obwohl ich ja grade die bilder mit dem vielen grün so schön finde, seufz. im sommer ist es aber definitiv keine option, da nochmal hinzufahren, brr. höchstens wenn ich mich echt mal aufraffen könnte, mir den wecker zu stellen. aber als anti-morgenmensch, der jeden tag gezwungen ist, sich um 6 aus den federn zu quälen, ist das einfach nicht besonders verlockend.

  5. Was für ein interessant geschriebener Beitrag, der mich persönlich sehr nachdenklich gemacht hat.

    Zuerst möchte ich dir beipflichten, dass es einfach traurig ist, was der Tourismus aus dem Königsee gemacht hat. Da ich ja im Chiemgau aufgewachsen bin, war Berchtesgaden eins der beliebtesten Ziele, die mein Vater unseren Besuchern gezeigt hat. Früher bestand ja der „Urlaub“ nur aus gegenseitigen Verwandtenbesuchen, Auslandsreisen konnten sich meine Eltern erst später leisten.

    Als ich nach Jahren mal wieder zum Königsee kam, war ich entsetzt über das Disneyland-Niveau das ähnlich wie in Neuschwanstein dort die Touristen im Fließbandsystem abfertigt.

    Ich gebe zu, den Begriff „oxymoron“ musste ich nachschlagen, aber danach konnte ich nur schmunzeln. Ja, es ist wirklich etwas widersprüchlich, ein Misanthrop und gleichzeitig Menschenfreund zu sein, aber mir geht es ähnlich. Menschenmassen machen mir Angst, aber wenn man sich die Mühe macht, die einzelne Person näher kennenzulernen, hat fast jeder Mensch etwas Liebenswertes an sich.

    Einen schönen Sommertag wünscht dir
    Renate

    1. oh du kennst den königssee also noch aus einer zeit, als er ohne all dieses rundherum auskam? wie schön!
      ja ich war echt schockiert. touristenmassen bin ich ja grundsätzlich aus wien gewöhnt, aber sowas usa-styliges kenne ich normalerweise bei uns nicht und hier ist man auf das halt auch nicht wirklich ausgerichtet. die ewigen wartezeiten vergällen einem die freude dann leider auch.

      ich muss sagen, ich bin ganz schön froh, wenn diese hitzeblase vorbeizieht. hier im büro habe ich indoor 34 grad und das finden kopf und geist gar nicht mehr so toll. diesmal freue ich mich seeehr auf ein wochenende mit hoffentlich viel draußen-zeit!

  6. Meistens schätze ich Menschen bei der ersten Begegnung richtig ein, aber manchmal verschätze ich mich auch total und es sind super liebe Leute und nicht arrogant, wie ich gedacht habe. Ich stimme dir absolut zu, gerade Respekt im Verhalten und Ehrlichkeit, wie auch Freundlichkeit sind sehr wichtig.
    Ich kann zum Beispiel mit Cholerikern überhaupt nicht umgehen.
    Wunderschöne Fotos übrigens, der See erinnert mich irgendwie an Harry Potter 🙂
    Liebe Grüße
    Sophie

    1. grade arroganz ist glaube ich etwas, das viele als schutzmechanismus an den tag legen (zu denen gehöre ich auch). das glaub ich gern, dass man sich da doch gelegentlich irrt. bei cholerikern bin ich dafür geübt, mein papa war früher einer. mit denen kann ich mittlerweile doch etwas besser als mit den passiv-aggressiven. das ist meine ganz große „problemzone“.
      harry potter? stimmt, ein bisschen 🙂

      1. Da hast du Recht, um ehrlich zu sein war das bei mir früher auch so. Heute irgendwie nicht mehr, ich glaube ich bin sehr viel offener geworden und gehe öfter auf Leute zu und ein. Ich denke man lernt viel im Umgang mit verschiedenen Menschen, mein Problem ist wahrscheinlich, dass ich Aggression, Streit und all dem eher impulsiven, negativen sehr aus dem Weg gehe und am Ende alles auf meine Kappe nehme und somit den korrekten Umgang nicht lerne. Aber dass wird sich vielleicht irgendwann geben und außerdem: Nobody’s perfect 🙂

      2. ich denke auch. man kann einfach nicht mit allem und jedem zurecht kommen und das ist auch total in ordnung. wichtig ist einfach nur, dass man sich mühe gibt und auch reflektiert!

  7. Da reizt es mich doch direkt mal spitz zu fragen „Welcher Ort ist noch angenehm in der Saison?“
    Alles überfüllt, Touristen mag niemand leiden (obwohl man von ihnen lebt) die Souvenirwut hat sich ins Unerträgliche gesteigert, alles wird „to go“ erledigt: Essen, Trinken und natürlich auch das Selfie zur Erinnerung. Selbst, jetzt!!! schauen, erleben, dafür ist keine Zeit, schnell ein paar Fotos geschossen und dann weiter….

    Ja, auch ich bin sozusagen ein ausgesprochen „misanthropischer Menschenfreund“, nenne das aber gerne gesundes Misstrauen und Vertrauen in mein Bauchgefühl, in meine Intuition.

    Ich nehme mir wenn möglich Zeit genau/er hinzuschauen, verlasse mit Vorliebe die ausgetretenen Pfade, meide Menschenansammlungen. Ich war in der Vorsaison – die es ja eigentlich kaum mehr gibt – am Königssee. Es war beeindruckend und die fantastische Landschaft hast Du in Deinen herrlichen Fotos hervorragend eingefangen. Ich konnte mit dem Boot fahren und dem Klang der Trompete samt Echo lauschen. Die hässlichen Verkaufsstände und die ebenso hässlichen Verzehrstände habe ich absichtlich nicht gesehen, ausgeblendet, weggehört und recht erfolgreich ignoriert.

    Ganze Regalwände bzw. heute viele Sticks, Discs, ganze Festplättchen könnte man füllen mit diesem Thema.

    Mach ich jetzt aber nicht! 🙂
    Ich wünsche einen angenehmen Feierabend und schicke liebe Grüße
    moni

    1. haha 🙂 da hast du wohl recht, wenn saison ist sind bekannte orte selten gemütlich. aber es gibt welche, die schlimm sind und welche, die absolut unerträglich sind. der königssee gehört halt eher zu zweiterem 😉
      ich denke, ich werde wohl auch mal versuchen, zu einem anderen zeitpunkt wiederzukommen. ich glaube, es war ja zu allem überfluss auch noch ein samstag.

  8. Hey Paleica,
    ich kann deine Einstellung sehr gut verstehen.
    Im Grunde geht es mir genauso. Ich habe meine Werte und Grundprinzipien. Menschen die diese Parameter nicht teilen, möchte ich gar nicht in meinem engen Kreis haben. Ich musste auch schon Menschen aus meinem Leben gehen lassen, weil es einfach nicht mehr gepasst hat.
    So ist das Leben leider manchmal.
    Viele Grüße, nossy

    1. ja, das kenne ich. meistens war das für mich ein recht langer prozess des abschieds, aber man merkt dann einfach, dass die wege sich nunmal trennen MÜSSEN und danach ist es irgendwie wieder leichter.

  9. Nein… ausschlafen sollte man am Königssee wahrlich nicht. Wir waren ja auch recht früh dran und regelrecht geschockt, was sich am Nachmittag auf der Insel getan hat. Und das ja auch noch in der Nebensaison!
    Ein schönes Stückchen Erde, aber schon teilweise echt sehr überlaufen. Wenigstens haben die Elektroboote, da hat der König damals mal mitgedacht. 😉 Ansonsten könnte man sich vor lauter Lärm dort aber wohl gar nich mehr wohlfühlen.

    Haha, du hast es auf den Punkt gebracht! Wobei wir oft froh gewesen wären, wenn sie wenigstens Toast gehabt hätte. Gut, dass es dort so große Supermärkte gibt. Aber laut Beschreibungen waren wir schon etwas enttäuscht was das anging, angeblich klang ja alles nach tollem Frühstücksbüffet bzw. etwas mehr Auswahl. Schön blöd, dass dazu auch keiner Kommentare geschrieben hatte; aber die Amerikaner sind’s auch nicht gewohnt.
    Tatsächlich ist das schlimmste Motel (und der einzige Reinfall) jetzt aber auch von der Plattform entfernt worden. Allem Anschein nach haben sich in jüngster Zeit die Beschwerden wohl gemehrt.
    Man kann sich also doch recht gut drauf verlassen und ich kann auch behaupten, dass die Beschreibungen wirklich stimmten. Gibt einem für die Zukunft doch etwas mehr Sicherheit, dass es so schon passen wird. 😉

    Eben. So sehe ich das mit der Ehe und den Kindern auch. Theoretisch ändert eine Ehe da ja auch nichts, aber gerade rechtlich dann eben einiges.

    Wie wahr! Gerade Kuba ist ja auch voll im Kommen… die du-solltest-nicht-nach-Amerika-fahren-Leute sollten sich da mal an die eigene Nase fassen. 😉 Am besten ist wirklich man achtet nicht groß darauf und fährt eben dahin, wohin es einen zieht.

    1. ich seh schon, ich muss mir einfach irgendwann einfach die zeit nehmen, und mal eines wochentags in der früh dort sein. vielleicht lässt sich das ja auch mal mit nem beruflichen trip in den westen verbinden, mein papa ist ja eh ein frühaufsteher 😛

      ich hab mir das in den USA übrigens auch gedacht. da steht immer „continental buffet“ und dann gibt es da grade mal fettige eier, fettige würstel und vielleicht noch fettigen speck. yamms.

      ja es hilft eben nichts. entweder man will reisen und man reist, dann muss man das wohl in kauf nehmen. oder man bleibt eben zuhause. grade wir hier in mitteleuropa haben es denke ich schwer, reiseregionen zu finden, in denen aus menschenrechtlicher sicht nicht mehr schiefgeht als bei uns.

  10. Ahhh wie schön den Königssee bei Dir zu sehen 😉 Mal eine andere Sicht… So cool wie Du den Gang zum Königssee beschreibst, die ganzen (ätzenden) Verkaufsstände… Schrecklich… So wirklich schön wird es erst, wenn man dann um erste Eck mit dem Schiff ist, dann verschwindet der ganz große Wahnsinn so langsam… Was den Text angeht seh ich das ähnlich wie Du, diesen Satz „Privat bin ich da wenig kompromissbereit“ unterschreib ich aber zu 120%!!

    1. das glaub ich gern. drum muss ich irgendwann zu einem zeitpunkt wiederkommen, wo ich auch die gelegenheit bekomme, ein boot zu besteigen.
      und ja, das glaube ich ist auch durchaus gut so. erst unlängst hatte ich so einen fragebogen, wo abgefragt wurde, wieviel prozent der freunde menschen sind, bei denen man scih anstrengen und verstellen muss… da hab ich schon mal blöd geschaut. das widerspricht sich bei mir nämlich überhaupt mit der definition von freundschaft.

  11. 😀 oh ja, das kann ich dir nachempfinden. Ich erinnere mich manchmal an meine Kindheit, wo es (nach meinem Empfinden) noch so Orte gab, an denen war kaum jemand. Irgendwie herrlich und weitaus ursprünglicher. Gerade heute las ich einen Artikel über den Fuji in Japan, von dem ich tatsächlich auch mal dachte, ich müsse da mal hin, der habe doch was Besonderes. Aber nach dem Bericht hab ich lachend beschlossen, dass ich das von meiner Liste streichen kann, weil der Tourismus so unglaublich absurde Formen angenommen hat. Andererseits geht es allen so wie uns, sie wollen gern an den schönen Ort, ich vermute, viele Leute sind da kompromißbereiter und blenden den Wahnsinn gern aus. Oder stören sich weniger. Ich mags auch nicht so.
    Aber ich vermute, die meisten Menschen kann man schätzen lernen, bloss die Masse Mensch ist irgendwie absurd. Aber das geht mir immer so, egal wo …
    Deine Bilder sind trotzdem sehr schön geworden und man sieht den Wahnsinn so gar nicht, fast unglaublich 😉

    1. das glaub ich gern! und ja, früher war das bestimmt noch anders, einfach weil der tourismus noch nicht so perfektioniert und professionalisiert war. ich denke mir das oft, dass in den letzten paar jahrzehnten natürlich unheimlich viel fortschritt passiert ist, aber gleichzeitig auch ganz viel verloren gegangen ist.
      ich hab mir große mühe gegeben, den wahnsinn auf den bildern auszublenden 😉 und ja, auch ich bereiste und bereise orte, an denen es das gibt, einfach, weil man manches eben selber sehen will. wie den grand canyon zum beispiel. oder die plitvicer seen. vielleicht war es auch so erschreckend, weil ich das sonst von österreich einfach nicht kenne und nicht gewöhnt bin. bei uns ist das meiste doch irgendwie noch nicht soo erschlossen und irgendwie ursprünglicher. dieser „amerikanisierte fress- und souvenirmeile“ stört mich andernorts nicht so als da, wo ich die landessprache spreche. obwohl ich doch auch ziemlich überrascht war, dass es auf der zugspitze wlan gab.

      1. In den Alpen gibt’s doch überall oben WLAN. Verrückt eigentlich. Aber so ist das eben …
        Ich mag den Wahnsinn auch nicht wirklich. Lieber da sein, wo es ruhiger, einsamer ist. Ist aber gar nicht mehr so leicht zu finden in den Bergen, wenn man nicht stundenlang kraxeln will 😉
        Vielleicht fühlt man sich zuhause davon einfach mehr gestört? So wie die Berliner, die auch keine Lust mehr auf Touris haben ….

      2. ja, das ist es. aber ich habe das gefühl, das ist ein deutschland-spezifikum. ich kann mich nicht erinnern, dass ich in den österreichischen bergen je wlan begegnet wäre. aber ja – alle orte, die relativ einfach zu bereisen sind, sind in unseren breiten recht überlaufen. ruhe hat man nur an diesen plätzen, die man sich wirklich erarbeiten muss.
        und ja, das tut man gewiss.

  12. Wie sehr mir deine Sätze gefallen. Die zum Königssee eh, ja ja ja und schrecklich (die Menschen). Aber vor allem die anderen, wenn du über dich als „misanthropischer Menschenfreund“ schreibst. Ich habe leider eine schreckliche Menschenkenntnis und muss erste Eindrücke regelmäßig revidieren.
    Aber sonst kann ich das auf ganzer Linie unterschreiben.

    Eine schönes Wochenende und liebe Grüße

    1. 🙂 es ist aber sehr schön, dass du dir diese irrtümer eingestehen kannst 🙂 ab und an passiert es mir auch. und ich schäme mich dann meist den rest meines lebens, wenn ich jemandem so unrecht getan habe 😉

  13. Liebe Paleica,
    ich kann dich so gut verstehen – vor allem mit deinem Oxymoron. Mir geht es nicht anders. In der Arbeitswelt kommt man nicht drum rum (was gerade mein Problem ist und das ich doch noch irgendwie verbloggen werde), im Privaten kann man es besser beeinflussen. Hier muss ich dich dafür bewundern, dass du gleich „tabula rasa“ machst und so dich und deine Zeit schützt. Das habe ich bis heute noch nicht wirklich geschafft bzw. scheinbar bin ich zu freundlich, da das niemals als „böse“ ausgelegt wird, wenn ich meinen Standpunkt klar gemacht habe („das passt nicht“). Irgendwas läuft da sehr falsch bei mir.
    Liebe Grüße, Karina

    1. liebe karina, ich versteh dich da trotzdem gut. bei mir hat das auch gedauert und es hat auch einige unschöne erfahrungen gebraucht, bis sich da in mir einfach etwas verändert hat. ich habe das gar nicht bewusst gesteuert, irgendwann ist es einfach passiert, dass sich dieses verhalten geändert hat. man kann das nicht erzwingen. ich hab auch schwierigkeiten damit, dass jemand mir meinen standpunkt als „böse“ auslegt und neige dazu, dinge im nachhinein zu relativieren, zumal ich ja niemandem auf den schlips steigen will, wenn ich jemanden mag – was ja durchaus passieren kann, wenn man unterschiedlicher meinung ist. aber wenn gewisse grundwerte auseinandergehen, wird es mir einfach irgendwann egal und ich merke, dass es dann meist besser ist, auf diese personen zu verzichten.

  14. …misanthropischer Menschenfreund das ist mal eine Definition 🙂 , kann ich verstehen. Nach dem wir auf unserer Islandwanderung oft tagelang keine Menschenseele zu Gesicht bekommen haben wars dann an den Touristen hotspots teilweise ja fast erschreckend wie sich Leute so aufführen können 😉 .
    Ist auf jedenfall eine schöne Gegend und der Watzmann steht ja recht weit oben auf meiner „Summits do do Liste“.
    Alles Liebe Peter

    1. 😀 ich mag gern abstruse definitionen 😉
      und das kenne ich auch gut. als wir damals unseren westcoast-roadtrip gemacht haben, war das zwar nicht ganz so einsam, aber die menschendichte ist doch recht gering im vergleich zu wien. als wir wieder daheim waren war es gar nicht so einfach, mich schnell wieder an die „nähe“ zu gewöhnen.
      das wäre bestimmt ein tolles abenteuer!!

  15. Ich finde du hast da eine gute Brücke zwischen dem Königssee und deiner Ansicht zur „fremden Masse“ geschlagen! Und bei beiden muss man sich manchmal die Rosinen rauspicken 😉

    1. dem kann ich nur zustimmen! man kommt halt nicht umhin, menschenmassen oft auch einfach zu „übersehen“, weil man sonst eben auch viel sehenswertes verpassen würde. aber manches ist dann einfach ZU viel.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s