Mein Wort für 2018 und ein Splittermoment.

Ohne Bilder.

Es war vor einer Woche, der 3. Tag in diesem neuen Jahr. Den ersten verbrachten wir weitgehend erschöpft und auf der Couch gammelnd, da wir seit langem mal wieder ein sehr ausgiebiges und lustiges Silvester gefeiert hatten. Am 2. läutete der Wecker zu früh, wir waren noch nicht wieder erholt von der durchtanzten Nacht und pilgerten zum Geburtstagsfrühstück. Den restlichen Tag verplemperten wir im Dorotheum, beim Essen und mit einem neuen PC Game. Doch am 3. war es an der Zeit, das frisch geschlüpfte Jahr beginnen zu lassen. Ich warf einen Blick in die To Do Liste, raffte mich zu einem Anruf auf, begann mit dem Basteln der Dankeskarten und vor allem: zeichnete mein Wort für dieses Jahr, in dem das 21. Jahrhundert nun Volljährigkeit erlangen sollte. Ich bin kein Numerologe, habe aber dennoch gewisse Affinitäten oder Antipathien zu zahlen. An sich mag ich ungerade Ziffern und Zahlen, geraden gegenüber hege ich meist eher eine Abneigung, außer es sind runde Zahlen und üblicherweise mache ich bei der 8 eine Ausnahme, da sie das aufgestellte Unendlichzeichen ist und unabhängig davon recht hübsch aussieht. Ich wollte in diesem Jahr also eine Ausnahme machen und die gerade Zahl am Ende nicht vorverurteilen.

Ich zeichnete mein Wort, dessen Findung etwas länger gedauert hatte als die Gelassenheit 2017. Zuerst kam mir der Selbstwert in den Sinn, doch ich war nicht restlos überzeugt, mein Gefühl sagte mir, dass es etwas besseres geben müsse. Und dann kam es, im Halbschlaf, kurz vor dem Aufwachen, da dachte ich: was ist das Gegenteil von ängstlich sein? Etwas, das Furchtlosigkeit ausdrückt, ohne eine Negativbezeichnung zu sein. Und da war mein Wort:

Mut

2018 möchte ich mutig sein. Ich will mutig sein und tun, was ich für richtig halte. Ich will mutig sein und Entscheidungen nicht aus Angst, sondern aus Überzeugung treffen.

Mut, Mut, Mut. Was für ein wunderbares Wort, das in meinem Leben und in meinem „Gedankenschatz“ viel zu kurz kam, da es immer die Sicherheit war, die meine Werte dominiert hatte. Durch sie entfernte ich mich immer weiter von dem, was ich bin und was ich sein möchte und daher bemühe ich jetzt den Mut, um mir wieder näher zu kommen.

Ich will mutig sein und mein Leben in die Hand nehmen. Denn ich habe nur eines und es ist dieses und am Ende ist es sowieso vorbei.

Ich war beschwingt und begeistert, ich empfand genau das, was ich empfinden wollte, wenn ich mein Wort gefunden hatte. Ich glaubte, Recht zu behalten, oh ja, dieses Jahr könnte wundervoll werden, gerade Zahl hin oder her.

Nach einem wunderbaren Abend mit Musical Melodies von Mark Seibert war ich so voll Energie, ja, das bin ich! Doch dann kam die Hiobsbotschaft. Eine Whatsapp-Nachricht auf meinem Sperrbildschirm, liebe Christina, Nadine hat… und ohne weiterzulesen wusste ich, dass es nun passiert war, worüber ich mich schon lange sorge. Trotzdem kam es so unerwartet, denn ich hatte gedacht, ich dürfe mich verabschieden. Es ist so vieles unfertig, ungesagt, unerzählt, aber vermutlich liegt das in der Natur der Sache, in diesem Alter. Nur wenige Stunden später faltete ich das Kuvert für ihre Karte, die ich ihr mit ein paar Bildern der Hochzeit beim nächsten Treffen mitbringen wollte. Nun werde ich sie wohl auf ihr Grab legen.

Aber dafür verspreche ich eines: Nadinechen, ich werde für dich mutig sein, weil du es nicht mehr kannst. Ich werde jeden Tag aufstehen, für dich, weil es dir nicht mehr vergönnt ist. Ich werde Bergluft und Meerluft und Wienluft atmen und dir von jedem meiner Atemzüge ein klein wenig abgeben. Ich bemerke erst jetzt, wie oft ich an dich denke. Und weil ich sonst nichts mehr tun kann, werde ich versuchen, die beste Version von mir zu sein, die mir möglich ist, denn das ist dein Vermächtnis.

Verfasst von

Internetmethusalem. Schütze Aszendent Jungfrau, Freudianer, Tolkienist, Freizeitfetischist, zwanghaft neurotisch, begeisterungsfähig, Kommunikationsjunkie, Träumermädchen. Ein Kopf voll Gefühl, ein Herz voll Gedanken.

82 Kommentare zu „Mein Wort für 2018 und ein Splittermoment.

  1. Liebe Paleica,
    beim lesen deiner Worte kamen mir gerade die Tränen, auch wenn ich Nadine nicht kannte berühren mich deine Worte sehr. Ich fühle mit dir.
    Solch ein Verlust vergeht nie ohne Schmerz.
    Mit Mut kannst es allerdings schaffen, dich an all die schönen gemeinsamen Momente und Augenblicke zu erinnern.

    Mut ist ein schönes Wort, ein wertvolles Leitwort, dass dabei hilft die tiefen, verrückten Ideen und verborgenen Sehnsüchte zu wecken und zu erfahren.

    Ich wünsche dir, trotz des traurigen Beginns, ein wundervolles, wertvolles und wichtiges Jahr 2018.

    Lieben Gruß
    nossy

    1. danke fürs lesen und mitfühlen meine liebe. es war mir so wichtig darüber zu schreiben und ich fühle mich, als wäre das immer noch erst die spitze des eisbergs und als gäbe es noch soviele worte, die ihren weg an die oberfläche finden müssen, weil sie ihren ursprünglichen adressaten nicht mehr erreichen können.
      ich fand es vor allem passend, weil sie einer der wohl mutigsten menschen war die ich kannte und die sich nie nie nie von ihrem schicksal hat unterkriegen lassen – das ist es, was ich immer unglaublich an ihr bewundert und das mich so sehr beeindruckt hat. und jetzt will ich mir sie zum vorbild nehmen und mich nicht hinter sicherheit und feigheit verstecken, denn wir wissen alle nicht, wieviel zeit wir haben, unser „echtes“ leben zu leben.

    1. danke liebe annette. ich möchte mir zuviel schmerz gar nicht anmaßen, aber es tut mir weh zu wissen, wie schwer es für sie war loszulassen und zu gehen.

    1. ich danke dir sehr herzlich. es war das mindeste, das ich tun konnte und auch musste. ich wollte hier etwas schaffen, das (mich) an sie erinnert. und es ist noch viel zu klein, aber mehr worte konnte ich noch nicht finden.

  2. Liebe Palaica, Mut braucht es auch, um einen Weg weiter zu gehen, den man mit einer Gefährtin begonnen hat und ohne diese nun fortsetzen muss. Es ist mutig, zu sagen, dies jetzt für diese Person weiter zu tun, denn dies ist alles andere als einfach …. Aber, Du möchtest es schaffen und Du wirst den Mut dazu haben! Dies wünsche ich Dir und sende Dir auch mein herzliches Beileid! LG von Marion

    1. ich danke dir sehr liebe marion. ich habe wirklich das gefühl, dass ich das tun muss, weil ich mich sonst ihr gegenüber wirklich schämen müsste. ihr wurden so viele steine in den weg gelegt und sie hat nie aufgegeben und mich in ihrer art so sehr beeindruckt, dass ich einfach das gefühl habe, das mitnehmen zu MÜSSEN und mir selbst damit eine kleine anmaßende Rechtfertigung zu geben, wieso so etwas überhaupt passieren darf auf dieser Welt.

    1. das ist es leider wirklich liebe tilda und ich habe sehr stark das gefühl, dass es für solche schicksalsschläge auch nur wenig trost gibt oder gar etwas, das es einem verständlich macht. mein einziger weg ist es, sie in gedanken bei mir zu behalten und in situationen, in denen ich aus feigheit das falsche tun möchte, mich dran zu erinnern, dass sie das nie getan hat.

      1. So mache ich das auch mit meiner verstorbenen Freundin. Sie hatte einen Verkehrsunfall und ich denke ganz ganz oft an sie.
        Fühl dich lieb umarmt ❤❤❤❤

  3. Vielleicht ist aufgrund des tragischen Jahresstarts dein Jahrescredo um so wichtiger, Mut ist sehr universell einsetzbar. Todesfälle im Freundes oder Familienkreis, machen mir immer deutlich das wir uns unsere Wünsche nicht für später aufheben sollten. Gelebt wird jetzt.
    Weils irgendwie dazu passt und ich gerade dran denken musste, hab vor 3 Tagen eine interessante Doku auf 3 sat gesehen: Yalom´s Cure
    http://www.3sat.de/mediathek/?mode=play&obj=61410

    Mein Beileid
    Peter

    1. lieber peter, das denke ich auch. es ist ja fast ein wenig ironisch, dass ich genau dieses wort ausgesucht habe, das ich so sehr mit ihr verbinde, obwohl ich erst danach davon erfahren habe. umso mehr möchte ich dem in diesem jahr gerecht werden. danke für deinen link, da schaue ich auf jeden fall gerne rein.

  4. Ganz toller Beitrag! Dein Wort „Mut“ hat in dieser kurzen Zeit des Jahres 2018 auch bei mir schon eine riesengroße Rolle gespielt. Und wird es auch noch weiterhin… Zu Deinem Verlust auch mein herzliches Beileid!! Das ist und bleibt schlimm und tragisch. Aber es hilft auch zu überdenken. Und trotzdem helfen aber auch tausend Worte nicht. Du gehst in meinen Augen ganz richtig damit um. Das bewundere ich… Dir wünsche ich ganz viel Mut in diesem Jahr, geh es an! Und beschenke uns auch weiterhin mit Sätzen wie “ in dem das 21. Jahrhundert nun Volljährigkeit erlangen sollte.“

  5. Ja, Mut braucht man unbedingt für ein gutes Leben, wenn man mit sich selbst zufrieden und – wie du sagst – die beste Version von sich selbst sein möchte, im Privaten wie im Öffentlichen. Also wünsche ich dir fürs neue Jahr, dass der Mut dich begleiten möge und du oft das gute Gefühl hast, getan zu haben, was du tun wolltest und was du für richtig hieltst. mit ganz herzlichen Grüßen

    1. absolut. es passiert einfach ständig, dass man sich behaupten oder für sich einstehen muss. der weg des geringsten widerstandes ist verlockend, aber man verrät sich dabei andauernd selbst.
      danke für deine wünsche. ich hoffe auch sehr, dass ich es schaffe, diesen weg zu gehen.

  6. Mein Beileid auch von mir!
    Ist vielleicht weit hergeholt, aber eines meiner geplanten Tattoos handelt vom folgenden Leitsatz: „Angst schließt das Licht in Dunkelheit ein. Mut ist der Schlüssel“. Diese Aussage finde ich wahnsinnig inspierirend!
    Tatsächlich stammt die Aussage von einem tollen Spiel aus meiner Kindheit, Kingdom Hearts, aber wie man jetzt auch an deinem Beitrag sehen kann, steckt da so viel wahres drin!

    1. danke meine liebe. dieser leitsatz ist sehr sehr schön formuliert. das sehe ich ganz genauso.
      manchmal stecken die größten wahrheiten in den dingen, die wir schon als kinder lernen. sehr oft sogar.

  7. Liebe Christina,
    dieser traurige Start des neuen Jahres hat Deine Wortwahl als Leitwort durchs Jahr bestätigt.
    Mut gehört zum Leben, auch und gerade bei Schicksalsschlägen braucht es viel persönlichen Mut, sich dem Geschehenen zu stellen und mit ganz viel Mut versuchen, es zu verarbeiten.
    Mein aufrichtiges Beileid zu Deinem Verlust möchte ich ausdrücklich versichern.
    Herzliche Grüße
    moni

    1. liebe moni, das denke ich auch. grade in situationen, in denen es auch angst gibt, neigt man in traurigen zeiten die sichere variante zu wählen, auch wenn man weiß, dass man damit nicht glücklich sein kann. daher muss man sich das mutig sein immer und immer wieder in erinnerung rufen. auch bei intensiven dunklen gefühlen erscheint es einfacher, sie so weit wie möglich wegzuschieben, aber man muss eine balance finden zwischen sich nicht von ihnen vereinnahmen lassen und ihnen raum geben, um nach und nach zu verschwinden.

  8. Ich drücke Dich mal und wünsche auf diesem Wege mein Beileid. Es ist immer so schmerzhaft, aber irgendwann werden die Erinnerungen überwiegen – bei Deinem letzten Absatz (den ich überhaupt am schönsten finde vom Beitrag) lässt Du dies ja schon durchklingen!
    Liebe Grüße und trotz allem ein gutes, neues Jahr
    Kirsi

    1. ich werde mir auf jeden fall größte mühe geben, einfach weil ich weiß, dass das auch in ihrem sinne wäre und ich habe einfach das gefühl, dass ich ihr das auch wirklich schuldig bin. ich bin sehr sehr froh sie kennengelernt zu haben und sie war zu einer schwierigen zeit für mich eine unglaubliche hilfe, daher wird sie auch immer ein teil von mir bleiben.

  9. Bei den letzten Worten kamen mir die Tränen. Bei so einem Satz wie „ich trage es nun zum Grab“ gibt es nicht viel zu kommentieren. Dass du aber nun mutig für Nadine mit bist, das ist schön und wahrscheinlich wichtig.

    Mut. Ein wunderbares Wirt für 2018 und für das Leben überhaupt!
    Auch wenn wir uns nur flüchtig kennen traue ich mich zustimmend zu nicken, ja, das Wort hast du richtig gewählt.
    😘😘😘

    1. ❤ danke meine liebe. ich kann echt gar nicht glauben, wie sehr das wort passt und in anbetracht der umstände nur noch mehr. wenn ich mir vorstelle, dass ich am ende des jahres noch ein gespräch mit ihr haben dürfte, möchte ich diese 12 monate auf jeden fall so leben, dass ich mich nicht schämen müsste, ihr davon zu erzählen – denn wenn ich eines wirklich von ihr gelernt habe, dann ist es, dass es immer an einem selbst liegt, wie man sein leben lebt.

      1. oh das hatte sie. und sie konnte das mit einer leichtigkeit umsetzen. wenn ich ihr dabei zugesehen habe konnte ich nie verstehen, warum es mir im gegensatz dazu so schwer fällt.

  10. Liebe Paleica, mein Beileid zu deinem Verlust. Wenn man sich nicht verabschieden kann und so vieles für immer ungesagt bleibt, trifft einen der Tod eines lieben Menschen vielleicht noch mehr, jedenfalls habe ich das so empfunden.
    Es ist schön zu lesen, dass du offenbar trotzdem aus der Verlust auch die Kraft schöpfen kannst, mutig zu sein. Ich wünsche dir, dass es dir gelingt und du Ende des Jahres sagen kannst: Ja, das war ich.

    Mitfühlende Grüße

    Conny

    1. liebe conny, das gefühl habe ich auch. am schlimmsten ist für mich eigentlich, dass ich das gefühl habe, ihr zu wenig gesagt zu haben, dass mein ohr immer offen ist, auch wenn ich mal länger brauche um zu antworten und dass ich für sie da sein möchte, auch wenn es schlechte nachrichten gibt. ich wollte mich im letzten jahr einfach mit möglichst wenig dingen beschäftigen, die mir angst machen und die mein herz schwer machen und jetzt kann ich es nicht mehr wirklich gut machen, mein bauchgefühl ignoriert zu haben. umso mehr möchte ich es schaffen, in ihrem sinne zu leben, weil sie mich mit ihrem charakter, ihre stärke und ihrer herzlichkeit einfach immer wieder beeindruckt hat und weil sie mich in einer sehr schweren zeit eigentlich ein bisschen gerettet hat.

  11. Leben und Tod beschäftig meine Familie um Weihnachten rum immer. Meine Mama ist da gestorben und es ist viel Zeit zum Denken. Heuer hab ich mit dem kleinen Füchslein wieder mal ganz viel über die Toten, wo sie sind und so weiter philosohiert. Mit Kindern reden ist da Balsam für die eigenen Seele. Sie kitzeln einfach deinen Gedanken aus dir raus. Ich bin ja der Meinung die Toten leben in uns weiter, durch ihre Gedanken, Worte und Werke. Wie schön, dass dich Nadine ein Weilchen deines Lebenswegs begleitet hat. Wie schön eine Freundin zu haben (=absichtliche Zeitwahl) die dich zum mutig sein anregt.

    1. hallo eva,
      es tut mir sehr leid für dich, dass du deine mama schon verloren hast und dann auch noch um diese zeit. da ist es finde ich ohnehin immer besonders schwer, nicht schwermütig zu werden und wenn man noch so eine persönlich schwere zeit damit verbindet, sicher noch einmal mehr.
      ich bin wirklich dankbar dafür, dass ich ihre freundin sein durfte, denn sie hat mir in einer für mich schweren zeit soviel gegeben und ich habe das gefühl, dass ich ihr das nie zurückgeben konnte. ich wollte ihr gern soviel sagen aber ich wusste nie wie, ohne sie damit zu kränken und heute tut es mir wenig überraschend furchtbar leid, dass ich es nicht einfach versucht habe.

  12. Mut ist ein gutes Wort für das Jahr. Ich finde es schön, dass du jetzt für Nadine mutig sein willst. Die Bilder ins Grab mitzugeben finde ich wichtig, weil du ihr doch noch das Danke übergibst. Es ist leider immer so, dass viele Worte ungesagt bleiben. Bewahr dir die schönen Momente mit Nadine.

    1. ich glaube, mut ist für mich für die kommende zeit der einzig richtige begriff. ich verstecke mich schon viel zu lang hinter sicherheitsdenken und ängsten, aus der komfortzone auszubrechen. sie hat mich auf jeden fall so sehr geprägt, dass sie immer ein teil von mir sein wird.

      1. Aussagen von manchen Leuten, die ich mir zu sehr zu Herzen nahm und sogar glaubte. Leider glaubte ich denen, was sie über mich glaubten zu wissen. Ich zog mich dann zurück, Aber Gott sei dank gabs wieder Leute die mich aus dem Schneckenhaus rausholten.

  13. Ich weiß, dass meine Worte nicht viel bewirken können. Sie können niemanden zurückholen oder nur annähernd den Trost schenken, denn man in solchen Situationen benötigt. Aber ich möchte dir trotzdem mein aufrichtiges Beileid mitteilen. Jemanden zu verlieren ist immer eine wirklich schreckliche Situation. Und ich hoffe du behältst deinen Mut und deine Lebensfreude.

    1. danke johannes. ach diese situation sind irgendwie so schwierig. es ist für mich einfach unvorstellbar, wie sich ihre eltern und ihre schwester fühlen müssen und es tut mir unglaublich weh zu wissen, wie schlecht es ihr die letzten monate ging. auch, dass ich einfach im letzten jahr selbst durch die hochzeit so abgelenkt war, dass ich nicht die freundin war, die ich hätte sein sollen. es wird wohl noch dauern, bis ich nicht mehr jeden tag dran denke.

  14. Liebe Christina, so stellt man sich den Start in ein mutiges Jahr sicherlich nicht vor, einen Menschen zu verlieren ist sehr traurig und mehr als nur das, es ist lebensverändernd, ein Loch entsteht – nicht nur optisch, sondern emotional. Du hast dein Motto gut gewählt, mutig sein, in einer solchen Situation heißt, es akzeptieren und die positiven Erinnerungen leben lassen. Du kannst sie in deinem Herz tragen, die Trauer weicht irgendwann den schönen Erinnerungen und Bildern.
    Bitte nicht den Mut verlieren für dieses Jahr, ich verzweifele auch an dem, was das Leben mir so bietet momentan. Zwischenzeitlich kann ich wieder lachen und Spaß haben, du kannst das auch, es dauert noch ein bisschen.

    Ganz liebe Grüße, ich drücke dich

    1. es ist sovieles, mit dem man dann konfrontiert wird. dem bewusstsein der sterblichkeit im allgemeinen, allem, was man in dieser beziehung nicht ausreichend oder nicht richtig gemacht hat und auch das wissen, wie es sich für die ganz engen angehörigen anfühlt. es ist immer, als würde eine bombe mit chaotischen dunklen gefühlen platzen und es braucht, bis sich der rauch wieder verzieht.
      den mut bin ich ihr schuldig, denn das ist es, was sie mir hinterlassen hat. sie war immer mein vorbild, mit schweren zeiten umzugehen und sie war die, die mir gezeigt hat, dass das eigene leben ohne ausreden einem selbst gehört und man nehmen muss, was einem von der natur gegeben wird.

      dass es für dich momentan enorm schwer ist glaube ich gern. vielleicht ist kraft für dich das wort. ich drücke auch dir die daumen, dass es bald wieder leichter für dich wird.

  15. Liebe Paleica, welch ein Start in das Neue Jahr… Mut ist auch mein Motto für dieses Jahr. Mut und Zuversicht. Leider fehlt mir letztere noch und deshalb ist es für mich aktuell noch sehr abschreckend mutig zu sein. Andererseits ist es ohne Mut manchmal unmöglich aus einem unguten Kreislauf auszubrechen, der einem keine Zuversicht schenkt…
    Alles Gute ❤ , Heike

    1. liebe heike, du hast dir auch gute begriffe für das jahr gewählt. ich weiß, wie das ist, wenn es mit der zuversicht so schwierig ist, aber man kann schritt für schritt daran arbeiten und ich drücke dir beide daumen, dass es dir gelingt! ich habe auch angst davor, mutig zu sein – aber ich denke, es ist an der zeit, wieder ich selbst zu werden und nicht aus bequemlichkeit immer den sicheren weg zu wählen.

  16. Es tut mir so leid, mein herzliches Beileid, meine Liebe!
    Dein Beitrag ist sehr schön geschrieben. Beim Lesen habe ich mir erst gedacht: das motiviert, ich werde heuer auch versuchen mutiger zu sein! 🙂

    Letztes Jahr habe ich auch einen lieben Menschen unerwartet verloren. So schlimm es ist – ich habe es aber ähnlich gemacht wie du: ich habe für ihn meinen letzten Kurs meiner Ausbildung beendet, weil er immer hinter mir gestanden ist und gemeint hat, dass ich das locker schaffe. Damals war ich kurz davor alles hinzuschmeißen, weil es mir zu viel geworden ist (mit der Ausbildung und Arbeit), aber ich hab mich erinnert, dass er immer überzeugt davon war, dass ich es schaffen werde und so war es dann auch.

    Ich wünsche dir jedenfalls alles Liebe und Gute für das neue Jahr ❤

    1. danke meine liebe. wenn mein beitrag das auslösen konnte, dann freut mich das sehr, denn dann ist das auch ein stückchen von ihr, das ich weitergeben konnte.
      es tut mir sehr leid, dass dir so etwas auch passiert ist. aber gut, dass du es dann tatsächlich geschafft hast, dass so umzusetzen. dadurch finde ich denkt man auch immer, wenn man an den erfolg denkt, an die person, die einem geholfen hat, das zu erreichen. so sind sie immer wieder ein teil von uns und unserer biografie.

  17. Toller Beitrag!
    Zuerst auch von mir mein Beileid.
    Trotz der Situation denkt man eher an die schönen und tollen Zeiten die man zusammen erlebt hat. Diese Erinnerungen geben einem auch eine gewisse Art von Mut für die kommende Zeit. So passt dein Motto für das Volljährigkeitsjahr wieder.
    Ich wünsche Dir das du mit Mut all deine Dinge angehst welche du geplant hast und die, die spontan kommen werden.
    Gruß
    Andreas

    1. ich danke dir andreas, fürs lesen und für deine worte! ich weiß seit sie nicht mehr da ist noch viel mehr, wie sehr sie mich geprägt hat, wie oft ich an sie denke und wie viel einfluss ihre freundschaft auf mich hatte. das ist ein großes geschenk, auch wenn jetzt erstmal eine menge schmerz dabei ist.

  18. Hallo 🙂

    Mut ist ein gutes Wort.
    Ich wünsche dir viel Kraft!

    Mut hätte auch zu mir gepasst, denn ich habe oft Angst und dann mache ich Dinge nicht, auch wenn sie mir gut tun würde. <.<

    Viel Durchhaltevermögen 🙂
    Du schaffst das!

    Liebe Grüße, Anja

    1. hallo anja, vielen dank fürs lesen und deinen kommentar! dieses problem kenne ich – daher habe ich auch genau dieses wort gewählt, denn die entscheidungen, die ich bereut habe, habe ich immer deswegen bereut, weil ich NICHT mutig war. andersrum ist mir das bisher noch nicht passiert. darum: für mehr mut, für weniger komfortzone!

  19. Liebe Christina,

    ich habe deinen schönen Beitrag zur Blogparade noch mit aufgenommen und mich sehr gefreut, dass du mitgemacht hast! Auf ein spannendes 2018 mit viiielen bunten Abenteuern! Cheers! 🙂

    Liebste Grüße,
    tellyventure

  20. Es tut mir leid für Deinen Verlust. Kein schöner Start ins Jahr. 😔

    Mein Wort für 2018 ist ähnlich wie Deines – es lautet Schaffenskraft. Jedenfalls finde ich, dass sich beide gut ergänzen. 2017 war es Vertrauen und es hat sich total bewährt und hat mich das ganze Jahr begleitet.

    (Ich suche meine Wörter übrigens immer im Rahmen des Unravel your year workbook von Susannah Conway. Seit ein paar Jahren fülle ich dieses workbook im Dezember und Januar aus. Es ist eine ganz persönliche Rückschau auf das vergangene Jahr und ein genauso persönlicher Ausblick auf das kommende Jahr. Das workbook gibt es jedes Jahr neu und ist eigentlich kein richtiges Buch. Ich schreib das, weil ich das Gefühl habe, dass Dir das auch gefallen könnte…. 😉)

    Gruß, Annett

    1. danke liebe annett. nein, das war wirklich nicht schön. langsam schaffe ich, es etwas mehr im alltag auszublenden. gleichzeitig hab ich ein wenig ein schlechtes gewissen deswegen, aber es hilft ja nix…

      schaffenskraft und vertrauen sind auch wunderbare wörter, die dich begleitet haben. ich bin sicher, das wird dir einige türen öffnen und einige schöne erfahrungen ermöglichen!
      das kenne ich nicht, aber ich werd es mir mal ansehen, das hört sich richtig toll an.

  21. Auch von mir – etwas spät – mein aufrichtiges Beileid. So traurig es auch ist; so kann der Verlust eines geliebten Menschen auch Aufbruch bedeuten. Der Verlust kann deutlich machen, wer und was im Leben wichtig ist und was zu vernachlässigen ist.
    Ich kenne das Gefühl. Bei mir ist es ziemlich genau ein Jahr her…

    Ich denke an dich
    Werner

    1. vielen dank lieber werner. und ja, du hast recht. das leben geht für die, die noch da sind, weiter und da wir eben nur dieses eine leben haben, müssen wir das beste draus machen. und traurig sein und sein leben leben schließt sich ja nicht unebedingt aus. ich glaube (hoffe) ich hab es schon mal an anderer stelle gesagt, hier aber auf jeden fall auch: es tut mir sehr leid für dich 😦

  22. Oh nein, wie schrecklich. Das kommt so unvermittelt, da fehlen mir die Worte; aber ich wünsche Dir trotzdem alle Kraft der Welt, um die schweren Stunden durchzustehen.

    Liebe Grüße
    Ulrike

    1. ja, unvermittelt – das kann man wohl laut sagen. obwohl es wohl mitunter daran lag, dass ich unbewusst gewisse anzeichen ignoriert habe, weil ich sie nicht sehen wollte. ich möchte mir auch gar nicht anmaßen, ansatzweise den schmerz zu empfinden, unter dem ihre familie leidet. aber zu wissen, wie schwer die letzte zeit für sie war und so lange nicht mehr mit ihr geredet zu haben, weil sie sich nie schwach zeigen wollte, das tut mir im herzen weh.

  23. Es ist wunderbar, wie du aus diesem Verlust so gute Vorhaben herausziehst. Es ist so wichtig, bewusst zu genießen, was man genießen kann. Und das auch „für“ jemanden zu tun, der das nicht mehr kann, ist sehr schön. Eine Umarmung von mir an dich.

    1. danke meine liebe ❤ es tut sehr gut, zuspruch dafür zu erhalten. und das, was mich in solchen situationen ein bisschen tröstet, ist, mich zu fragen, wie es die person gemacht hätte. und besonders im fall von nadine hilft mir das. sie hat das leben so sehr geliebt, obwohl es sie so eingeschränkt hat. sie hat mir gezeigt, dass das leben immer etwas wert ist, wenn man einen wert darin sieht. das möchte ich nie vergessen.

  24. Oh je, das lese ich ja jetzt erst. Wie traurig – und wie wunderbar deine Reaktion darauf. Das macht Mut, solche Situationen auch selbst durchzustehen, die uns ja alle irgendwann einholen werden. Ich wünsch dir auf jeden Fall alles Gute und vor allem viel Kraft. Ja, und Mut ist gerade wirklich wichtig in dieser Welt. Und Vertrauen.
    Ganz liebe Grüße

  25. Liebe Paleica,
    es trifft mich tief das zu lesen. Auch meine Freundin ist vor etwas mehr als 2 Wochen gestorben, viel zu schnell, viel zu früh und so ungerecht. Sie war ein so lebenslustiger Mensch und wenn du von Mut schreibst, auch sie ist immer alles offensiv und mutig angegangen. Ich kann ein bisschen verstehen wie Du Dich fühlst……
    Wir sind eine Mädelsclique,sie war auch immer mit dabei. Und sie wird auch weiterhin bei allem mit dabei sein was wir machen und unternehmen, daran glaube ich fest.
    Und du hast recht! Wir sollten viel mutiger sein, Dinge nicht mehr aufschieben, jetzt leben, es kann so schnell zu Ende sein, das Leben ist viel zu kurz……
    Ich wünsche Dir ganz viel Kraft! Ich weiß wie eine Erinnerung, ein Lied, ein Film den man zusammen gesehen hat die Trauer wieder hochkommen lässt, den Schmerz dass sie nie wieder dabei sein wird. Fühl Dich umarmt ❤

    1. liebe suzy, das tut mir wahnsinnig leid für dich 😦 ja, das leben ist definitiv zu kurz und insbesondere dann, wenn man mitten heraus gerissen wird. ich wünsche dir viel kraft für die nächste zeit und dass es bald leichter wird, dass du bald mehr von den schönen erinnerungen zehren kannst als die traurigkeit überwiegt. aber es dauert und ich glaube, ganz geht das nie mehr weg und das ist auch in ordnung. es bedeutet, dass deine freundin spuren hinterlassen hat und das ist denke ich alles was zählt im leben…

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