Silvester // Feuerwerk & Jahresrückblick

2017 hat mit einem doofen grippalen Infekt begonnen – der aber immerhin dazu geführt hat, dass ich die Gelegenheit hatte, schon kurz nach Mitternacht in den ersten Minuten des neuen Jahres ein lange gehegtes Fotovorhaben umzusetzen: ein Feuerwerk zu fotografieren. Aus diesem Grund gibt es die Bilder für diesen Jahresrückblick seit 364 Tagen. Am 10.1. beschloss ich, in diesem Jahr eine Gegenüberstellung zu machen. Ich schreibe im Jänner, was ich mir für dieses Jahr hoffe und wünsche und stelle den Beitrag im Dezember fertig und kann direkt sehen, was sich aus meinen Wünschen und Vorsätzen und Hoffnungen entwickelt hat.
Anfang 2017 schrieb ich in meinen Kalender aus Papier, den ich liebevoll ausgesucht und den ich mir für dieses Jahr wieder zu füllen vorgenommen hatte, folgendes:

In die Mitte rückte ich „mein Wort für 2017„. Darüber habe ich bunt die Begriffe geschrieben, die für mich im Bezug auf Persönliches eine Rolle spielen. Darunter geordnet die „Pflichten“.

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  • Ich möchte in diesem Jahr lernen, gelassener zu werden. Das Leben ist nicht planbar und manchmal muss man Dinge auf sich zukommen lassen. Ich habe heute keine Garantie dafür, dass ich meine Ausbildung zur Psychotherapeutin abschließen kann, aber wenn ich es nicht versuche, werde ich es nie herausfinden.
  • Ich möchte mir selber Gutes tun und meine freie Zeit mit Dingen verbringen, die mir etwas zurückgeben. Ich möchte meine Kletterhallenbesuche eine Regelmäßigkeit sein lassen, ich möchte mit den Pferden spazieren gehen, ich möchte einen Kroatien Roadtrip machen und den Nationalpark Gesäuse besuchen. Ich will Zeit finden, um Klavier oder Gitarre zu spielen. Ich möchte meine Freunde in Dinge integrieren, die ich gerne mache und nicht immer nur losgelöst davon irgendwo über das Leben sprechen.
  • Ich wünsche mir, dass die Fotografie mein Leben begleitet und mir so dauerhaft intensivere Erinnerungen schenkt. Ich möchte ein Blogprojekt aufbauen, das sich stärker um meine Realität geht und den „neuen“ Anforderungen des Bloggens entspricht. Es gibt eine Idee, eingegrenzte Themen und eine Zielgruppe. Ich möchte dort über Themen schreiben, die ich gesellschaftlich relevant finde, über Hochzeitsplanungstodos und über berufsbegleitende Weiterbildung.
  • Ich möchte die Zeit finden, Dinge mit der Hand zu machen. Ich will stricken, häkeln und Buchstaben zeichnen.
  • Ich will mich auf die Vorlesungen meiner Weiterbildung einlassen und in dieser Sache aufgehen dürfen.
  • Und nicht zuletzt möchte ich gemeinsam mit dem Herzjungen und mit meinen Herzmädels eine Feier planen, an der wir gemeinsam eine Familie werden. Eine Feier, die zu mir und zu uns passt.
  • Was die Pflichten betrifft so hoffe ich, mehr Struktur in mein Arbeitsleben zu bringen und neue Dinge umzusetzen, die „mein“ Produkt voranbringen. Ich wünsche mir die Begeisterung und Motivation dafür, auch wenn gewisse Rahmenbedingungen noch ziemlich große Kompromisse für mich sind. Ich wünsche mir, dass ich meinen Job in Einklang mit meinem Leben stehen kann und er mich nicht am Schlafen hindert und mich gesund sein lässt.
  • Als letzten Punkt gibt es ein Thema, das Therapieinhalt werden soll. Ich möchte lernen, meine Schattenanteile zu verstehen.

Auf einer anderen Notiz-Seite teilte ich 2017 in 3 K ein, die für mich wichtig sein sollten:

  1. Kreativität
  2. Kopf
  3. Körper

An diese drei Aspekte wollte ich mich erinnern, mich darum kümmern und mich immer wieder darauf besinnen. Ist mir das gelungen?


Nun ist dieses Jahr 2017 also quasi vorbei. Ich fand diesen Beitrag in den Entwürfen, den ich – mit Ausnahme der Feuerwerksfotos – schon völlig vergessen hatte und freute mich umso mehr darüber. Denn ich kann dieses Jahr sagen: ich habe es zwar nicht geschafft, alles umzusetzen (nun, das wäre ja auch fast schon vermessen), aber vieles davon. Ich bin mir selbst treu geblieben und vielleicht sogar noch treuer geworden. Ich kann etwas über dieses Jahr sagen, das ich schon lange nicht mehr konnte: ich bin zufrieden damit. Und zufrieden meine ich nicht als der kleine Bruder von scheiße (ihr wisst schon), sondern zufrieden meine ich mit einem unterschwellig lang andauernden positiven Gefühl. Es gab 2017 für mich deutlich mehr Höhen als Tiefen (was bei weitem nicht „nur“ der Hochzeit geschuldet war). Ich habe sehr genau darauf geachtet, womit ich meine freie Zeit verbringe und habe so sehr wertvolle Stunden verbringen dürfen. Bevor ich noch auf die einzelnen Punkte eingehe, beglücke ich euch nun einmal mit der Feuerwerksgalerie von Silvester 2016/17!

  • Bin ich gelassener geworden? Eine gute Frage – allgemein denke ich aber, dass ich diese mit „Ja“ beantworten kann. Auch wenn ich immer noch ein Talent habe, mich sinnfrei in Nichtigkeiten hineinzusteigern, habe ich mir viel Mühe gegeben, nicht mehr wegen allem und jedem die Nerven zu schmeißen. Es kommt wie es kommt und verpasste Chancen öffnen die Möglichkeit für neue. Wenn ich es jedoch nicht schaffe, mich bzgl. einer Sache zu beruhigen, dann muss ich sie ändern.
  • Habe ich meine freie Zeit mit den Dingen verbracht, die mir etwas zurückgeben? Ja. Ich bin gerade über den Begriff „Dinge“ gestolpert und wusste dennoch nicht, wie ich es anders formulieren sollte. Ich bin 2017 meine ersten beiden Klettersteige gegangen, ich war „richtig“ schnorcheln, ich habe einen „richtigen“ Tauchgang (mit Sauerstoffflasche) gemacht. Ich war so oft es ging bei meinem Spaziergehpferd im Stall. Ich traf mich nicht mehr aus Pflichtgefühl mit Menschen, nur weil ich nicht wusste, wie ich nein sagen sollte. Ich habe Kletterbuddies und einen Laufbuddy. Ich habe für die Hochzeit Unmengen gebastelt und darin etwas Meditatives gefunden. Ich habe mich und meine Bedürfnisse ernst genommen so gut ich konnte, ohne egoistisch zu sein.
  • Die Fotografie ist nach wie vor ganz intensiv Thema in meinem Leben. Das Blogprojekt ist noch nicht so gewachsen, wie ich es gern gehabt hätte, aber es besteht nach wie vor und es gibt viele Ideen, die auf Verwirklichung warten, es hat sich schon ein wenig gewandelt und liegt mir nach wie vor sehr am Herzen. Ich bin aber noch nicht sicher, wie weit ich gehen werde, um es voranzutreiben, da mir auch vieles in der Bloggerwelt, wie sie heute ist, nicht so gefällt.
  • Ich habe Dinge mit der Hand gemacht. Ich habe gestrickt und gehäkelt. Zeichnen/Lettering und Gitarre spielen hängen allerdings noch in der Warteschlange.
  • Ich habe mit ganzem Herzen die Vorlesungen an der Uni besucht und auch wenn ich mit der Ausbildung ganz, ganz am Anfang stehe, stecke ich emotional schon ganz tief drin.
  • Die Feiern waren perfekt. Das Standesamt und die „Große“ hatten beide ihre ganz besonderen Besonderheiten und waren beide in ihrer Art genau das, was sie hatten sein sollen.
  • Was die Pflichten und den Job betrifft haben sich im Laufe des letzten Jahres einige Erkenntnisse herauskristallisiert, gegen die ich mich nun schon eine ganze Weile sträube. Ich fange an sie zu akzeptieren und meine große Challenge 2018 wird sein, mich danach zu richten.
  • Meine Schattenanteile sind letztlich ein klein wenig auf Eis gelegt worden. Ich hatte in diesem Jahr wenig Zeit und Energie, mich auf so ein intensives Therapiethema einzulassen und war mir sicher, dass mir selbige wohl nicht davonlaufen werden. Ich beobachte sie, ich lerne sie mehr und mehr kennen und versuche, mich von ihnen nicht kontrollieren zu lassen. Das gelingt mir besser als früher und das ist mein Fortschritt in diesem Punkt. Allerdings wird mich das Thema auch weiterhin sicherlich noch begleiten.

Als Fazit kann ich sagen: JA, ich habe es dieses Jahr wohl wirklich geschafft, meine „3 K“ zu berücksichtigen. Die Kreativität durfte in der Fotografie, der Bildbearbeitung, der Strick- und Häkelobjekte und natürlich in der Bastelarbeit für die Hochzeit ausgelebt werden. Der Kopf kommt bei mir ohnehin nie zu kurz, den muss ich zwingen, ab und an die Klappe zu halten. Die Uni hat ihm auf jeden Fall sehr gut getan. Und auch last but no least, das Körper-K, wurde dieses Jahr gut bedient. Ich habe eine Menge Sport gemacht und bin stolz auf meine Fortschritte beim Laufen (auch wenn sie hier klein sind) und beim Klettern, das mir mittlerweile so enorm ans Herz gewachsen ist.

Ganz zum Schluss gibt es ein Zitat, das mir im letzten Quartal des Jahres über den Weg gelaufen ist und das nach „collect moments, not things“ zu meinem neuen Lebensmotto geworden ist und vielleicht auch eine Art Fortsetzung davon darstellt:

Nun wünsche ich euch allen einen guten Rutsch, eine sanfte Landung und ein freudiges Wiedersehen in dem Jahr, als das neue Jahrtausend volljährig wird!

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