Mein Wort für 2020: Selbstvertrauen

In diesem letzten Jahr, das für mich immer noch gefühlt das aktuelle Jahr ist, hat mich so Vieles überrascht und völlig unvermutet getroffen. So auch, dass – nach gesellschaftlichen Konventionen – das Jahrzehnt zu Ende geht. Das macht bei einem Menschen wie mir, der sehr viel mit diesen strukturellen Konzepten anfangen kann, gleich noch ein bisschen mehr Druck für „alles neu“, „alles abschließen“. Was aber unverändert bleibt, ist, dass es bei mir keine guten Vorsätze gibt, weder für das neue Jahr, noch für eine ganze Dekade. Stattdessen gibt es das vierte Jahr in Folge: ein Wort. Diese Geschichte mit dem Wort, die hat sich wirklich bewährt und passt in all ihren Facetten ganz wunderbar zu mir.

Ein Wort ist etwas, auf das ich mich gut einstellen kann. Darauf kann ich mich fokussieren, das kann ich gut mit mir herumtragen, das kann mich immer begleiten, ohne mich zu verwirren, das kann bei Entscheidungen mein Ratgeber sein, an Gabelungen die Richtung anleiten. Über ein Wort kann ich am Anfang des Jahres nachdenken, was wünsche ich mir davon, was erhoffe ich mir? Und am Schluss lässt sich ein schönes Fazit schreiben, wie war mein Jahr mit diesem Wort?

Gelassenheit, Mut, Balance/Inspiration haben die Jahre 2017, 2018 und 2019 geprägt. Es ist Zeit für ein neues Wort auf meiner persönlichen Reise und dieses Mal war es ganz klar, es war einfach da und es lautet:

 

Selbstvertrauen

Dieses wunderschöne Wort war in den letzten Jahren immer wieder in der engeren Auswahl, aber es war nicht der richtige Zeitpunkt dafür, andere Themen waren immer vordergründiger. Doch jetzt ist es soweit. Am letzten Tag des alten Jahres stand ich in der Dusche und kurz blitzte der Gedanke durch meinen Kopf, dass es an der Zeit für mein neues Wort wäre, und da war es einfach da. Standalone. Laut und deutlich.

Als ich am 1.1. dann per WhatsApp von einer Freundin eine Karte bekam, die sie für mich für das kommende Jahr gezogen hat und deren Stichworte Selbstverpflichtung und Selbstvertrauen waren, war es besiegelt.

Wenn ich zurückdenke, dann wurden Situationen, in denen etwas schief gegangen ist meist dann kritisch, wenn mir das Selbstvertrauen gefehlt hat. Egal, ob es sich um Führerschein, Präsentationen, Mobbingerfahrungen oder was auch immer gehandelt hat. Selbstvertrauen, mir selbst zu vertrauen, ist ein sehr altes Thema für mich.

Als Kind, bis ich etwa 7, 8 Jahre alt war, hatte ich jede Menge davon. Doch dann hat sich etwas verändert und bis heute konnte dieser Schmerz nicht ganz heilen und Angst und Scham, die ich damals empfunden habe, haben viele meiner Entscheidungen und Lebenssituationen bestimmt.

Darum möchte ich mich in diesem Jahr, mit diesem ganz besonderen Neubeginn, genau dort hin wenden, genau da ansetzen und Situationen, denen ich schon mein Leben lang aus dem Weg gehe, neu bewerten, mit einem neuen Blick neu erleben. Ich will es mehr genießen, Erfahrungen außerhalb meiner Komfortzone zu machen, ich will mir selbst mehr zutrauen, ich will meiner Angst Fehler zu machen oder bei etwas zu scheitern begegnen und zulassen, dass es sie gibt. Ich will mir selbst zugestehen, dass ich nicht alles, was ich angreife, versuche, ausprobiere, schon können muss. Ich will lernen, dass Fehler in Ordnung sind, denn sie gehören zum Leben. Ohne Fehler gibt es keine Entwicklung, kein Wachstum.

Und ohne Entwicklung und Wachstum gibt es nur existieren, aber kein Leben.

Meine Worte aus den vergangenen Jahren: