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Bayern Kurztrip: Frillensee & wie Schmerzen mich verändert haben

Anlässlich meiner Anmeldung zum Frauenlauf und dem ersten Lauftraining, an dem ich teilgenommen habe (resp. die Gruppe, in die ich mich selbst eingetragen habe), habe ich begonnen zu bemerken, wie stark ich mich in gewissen Aspekten verändert habe und fand den Ursprung in meiner Schmerzerfahrung.

Ich war nie dünn. Außer als ich auf die Welt kam, da war ich unterernährt. Aber ich war kein dünnes Kind und ich war kein dünner Teenager und ich bin kein dünner Erwachsener. Aber ich war ein sportlicher Mensch und Sport hat in meinem Leben lange eine wichtige und gleichzeitig zwiespältige Rolle gespielt. Ehrgeiz war mein zweiter Vorname und bevor ich nicht kotzend über der Kloschüssel hing, empfand ich das Training nicht als ausreichend. Als hätte ich mich zu sehr geschont und nicht alles gegeben.

Nach einer 40km Fahrradtour an einem 33 Grad heißen Sommertag ging ich abends noch Tennisspielen. Bei den Handballmatches ließ ich mich als Kapitän in keinem Spiel auswechseln und kämpfte am Ende dagegen, bewusstlos umzukippen. Damals war ich 12 und diese Art der Kontrolle über meinen Körper machte mich stolz. Nicht er bestimmte meine Grenzen, sondern mein Kopf.

Dann entwickelte sich ein kompliziertes Verhältnis zu Sport. Ich wurde älter und hatte wenig Lust, meine freie Zeit allein mit meinem Eltern auf dem Fahrrad im Nirgendwo zu verbringen, während sie keine Lust hatten, mich bei Trainings und Matches zu unterstützen. Dies führte dazu, dass Sport nach einem Fahrradunfall meiner Mutter ganz und gar aus meinem Leben verschwand. Ich vermisste nicht viel, da ich mit anderen Dingen beschäftigt war. Unglücklich verliebt sein, Mathe hassen, mich selbst hassen, HTML lernen. Als ich studierte begann ich mir Gedanken darüber zu machen, ob ein Leben ohne Sport denn so gesund und klug sei. Ich hatte allerdings ständig irgendwelche Probleme, die das Auspowern beim Sport für mich ohnehin ausschlossen. Von meinen permanenten schweren Verkühlungen abgesehen hatte ich nach dem Tod meiner Großmutter lange das Gefühl, nicht richtig Luft zu bekommen, nicht tief atmen zu können. Trotzdem zwang ich mich immer wieder dazu, laufen zu gehen. Keine 3km, ohne Pulsuhr, ohne auf die Zeit zu achten. Vermutlich viel zu schnell und über meine damaligen Verhältnisse. So verlor ich immer wieder bald den Spaß daran. Ein gesundes Maß kannte ich nicht und für die ständige Überforderung war ich nicht mehr gut genug in Form. Irgendwann entdeckte ich das Angebot von USI, dem Universitätssportinsitut, die Kurse für so ziemlich alle nur erdenklichen Sportarten organisierten und die mir endlich wieder Ballsport ermöglichten. Die alte Begeisterung flammte wieder auf. Spielen bis zum Umfallen. Mit gebrochenem Finger weiterspielen, je mehr Einsatz, desto besser und Schmerzen gehören halt dazu.

Und dann kam der Rücken. Ich hatte endlich wieder zurückgefunden zu etwas, das mir in meinem Leben lange gefehlt hatte. Ein körperliches Ventil, das Energie abbaut. Und dann ging einfach nichts mehr. Ob ich wollte oder nicht. Keine Aktivität, die mich an meine körperlichen Grenzen brachte, da dies darin endete, dass ich mich tagelang nicht mehr bewegen konnte und auch ohne Physiotherapie nicht wieder wirklich in „Normalzustand“ zu bringen war. Auf einmal wurde mir bewusst, wie wichtig die physische Aktivität für mich war. In dem Moment, wo ich wollte und nicht mehr konnte. Ein klassisches Aha-Erlebnis. Was ich in den letzten Jahren so oft als Last und Pflicht empfunden hatte, als „muss“, das ich meinem Körper schuldete, entwickelte ich einen völlig anderen Blick auf Sport und Bewegung.

Zu meinem großen Glück ging es irgendwann wieder bergauf. Die Probleme lösten sich nicht in Luft auf, aber Sport war wieder möglich. Doch es hatte sich in mir etwas verändert. Irgendwo im Nacken saß und sitzt immer die Angst, es zu übertreiben. Etwas kaputt zu machen. Der Ehrgeiz war tot – oder zumindest im Koma. Dankbar für das, was geht. Bloß nicht überschätzen, denn wer weiß, was dann ist. Das Vertrauen in meinen Körper ist kaputt gegangen und ich habe bis heute nicht geschafft, es wieder aufzubauen. Das ist einerseits gut, da ich Sport aktuell sehr konsequent mache, aber ohne mich zu drillen. Es ist andererseits schlecht, weil ich mich zu wenig fordere. Der Sport hilft mir, das Vertrauen langsam, langsam wieder zu verbessern. „Zu kitten“ wäre noch weit zuviel gesagt. Aber es beginnt etwas in mir zu erwachen. Der Wunsch, Berge von oben zu sehen. Der Wunsch, sie mit zwei Brettern unter den Füßen hinunterzufahren. Der Wunsch, das Leben unter Wasser zu entdecken. Laufen, bis ich nicht mehr kann, weil es kaum ein besseres Gefühl gibt, als alles zu geben, leer zu sein und sich völlig erschöpft die Couch verdient zu haben. Draußen zu sein. Sonne zu spüren oder Regen. JA, ich wünsche mir meinen Ehrgeiz zurück. Aber dennoch möchte ich mir eines behalten: den guten Umgang mit mir selbst. Ich will mich nicht mehr drillen, weil ich mich und die Begrenzungen der Physis hasse. Ich will Gas geben, weil ich die Möglichkeiten des Körpers aufregend finde. Ich arbeite daran. Es wird besser. Und für das Frauenlauftraining werde ich es mit der schnelleren Gruppe versuchen.

Wiki: Der Frillensee ist mit dem Eibsee entstanden, als sich ein Teil des Zugspitzmassivs löste und einen Krater verursachte, der sich dann mit Grundwasser füllte. Ein weiterer Bergsturz trennte den Frillensee vom Eibsee. Beide Seen sind aber nach wie vor unterirdisch verbunden und der Wasserspiegel hat stets die gleiche Höhe. Die Morphologie vom See und seiner Umgebung wird durch Bergsturzblöcke dominiert. Nur am Südostufer ist eine kleine Schotterbank zu sehen, die von einem nicht mehr existenten Bach angeschwemmt wurde.

51 Antworten auf „Bayern Kurztrip: Frillensee & wie Schmerzen mich verändert haben Hinterlasse einen Kommentar

  1. Deine Spiegelungen mag ich sehr. 😉
    Ansonsten glaube ich, dass es ein guter Schritt ist, seinen Körper kennen zu lernen und auch seine Grenzen. Zu spüren, was (noch) geht und was nicht (mehr), das Überpowern hat doch oft wenig damit zu tun, sich selbst wahrzunehmen, sondern mehr mit einem inneren Drang, den Körper zu dem zu zwingen, was der Kopf will. Kann man machen. Hat aber Konsequenzen möglicherweise.

    • dankeschön! ich war sooo begeistert und verliebt von diesem finding am ende des tages. das war echt noch ein kleiner schatz, den wir da entdeckt haben.
      damit hast du bestimmt recht. es war sicherlich weder gut, noch klug oder gesund, was ich da betrieben habe. es ist aber gut, seine grenzen zu kennen und ich glaube auch, dass es in ordnung ist, manchmal darüber hinaus zu gehen. aber nicht, wie ich, damals aus hass, sondern aus begeisterung. und nicht in aller regelmäßigkeit.

  2. Wunderbar ruhige Fotos sind das! Ein sehr krasser Gegensatz zu dem exzessiven Treiben, das Du Deinem Körper zugemutet hast. Ich wünsche Dir jedenfalls, dass Du es schaffst, diesen guten Weg – auf dem du Dich ja jetzt befindest – konsequent und vor allem gesund UND munter weiter zu gehen.
    Liebe Grüße
    moni

    • liebe moni, ich glaube das war es auch, was mich dazu bewegt hat, sie zu dem text zu wählen. es ist ein kontrast, ein spiegel, es ist eine reflexion. tja, manchmal entsteht einfach etwas, ohne dass man so genau weiß, warum und wieso.
      danke für deine lieben wünsche. ich hoffe das auch sehr. es ist viel persönliche arbeit damit verbunden, aber zum schluss hat es sich hoffentlich gelohnt!

  3. Danke für den wundervollen Beitrag zum Thema Sport. Wenn ich auf mein sportliches Leben zurück blicke, dann komme ich genau von der anderen Seite. Auch ich kenne das Hin- und Her von Vorsätzen und dem Scheitern daran. Aber eher aus Bequemlichkeit. Ich wünsche mir beim Sport mehr Durchhaltevermögen und Ehrgeiz. Die Natur hat mir einen schlanken Körper geschenkt, deshalb war Sport für mich nur Hobby. Und auf das Runners High warte ich bis heute 😉
    Liebe Grüße
    Christine

    • liebe christine, das ist wohl ein großes glück. es ist schön, zu sport einen entspannten zugang zu haben. das hatte ich nie – genauso wie auf der anderen seite zum essen. wenn es wirklich etwas ist, das dir wichtig ist, drücke ich dir fest die daumen, dass du es bald kennenlernst 🙂

  4. Sport habe ich nie bis zum Exzess betrieben. Vielleicht auch deswegen, weil ich schon von Haus aus sehr viele Schmerzen mit mir herumtrage, da benötigte ich diese zusätzlichen nicht auch noch. Aber ich kann das verstehen, wenn der Kopf der Chef sein will und man danach handelt. Mittlerweile habe ich gelernt, dass Kopf und Bauch miteinander entscheiden sollten. Dabei muss man allerdings geübt haben, auf sein Bauchgefühl zu hören … diese Entscheidungen sind dann meist ein guter Mittelweg. Auf diese Weise habe auch ich meine Schmerzen etwas eindämmen können, weil sie mich nicht mehr ständig ausbremsen müssen, da ich dies nun selbst tue. Ich wünsche Dir auch, dass Du ein gutes Mittelmaß finden kannst … vielleicht im 2. Drittel der schnelleren Frauengruppe ;-). Ein frohes Osterfest mit Deinem Liebsten wünsche ich Dir… LG Marion

    • du hast absolut recht. kopf und bauch sollten immer miteinander kommunizieren und es sollte nie einer versuchen, den anderen zu overrulen – das geht selten gut aus.
      ich finde es auch ein bisschen erschreckend, wieiviele menschen offenbar mit unterschiedlichen schmerzen leben. man bekommt das ja von außen oft gar nicht so mit.
      danke auch für deine wünsche. ich bin schon sehr gespannt, wie es mir mit der flotteren gruppe gehen wird 🙂
      auch für dich schöne ostern meine liebe – ich hoffe, du bist bald wieder „zurück“!

  5. Hach ja, da kommen Heimatgefühle auf! Wobei ich ja gestehen muss, dass man als Einheimischer echt nur noch am Eibsee ist, wenn das Wetter so schlecht ist, dass es nur für einen Spaziergang dort reicht. Bei schönem Wetter hab ich den schon eine gefühlte Ewigkeit nicht mehr gesehen! 😉

    Bei mir war es ja eher immer anders herum. Eher immer zu wenig drauf als zu viel. Und sonderlich Ehrgeizig was den Sport angeht, war ich auch nie. Na ja, seit ein paar Jahren hab ich da ja eine gewisse Disziplin gefunden und gehe brav zwei Mal die Woche hin. Und ich muss sogar gestehen, dass ich (obwohl mir Sport nie so wirklich viel Spaß macht) es vermisst habe, als das mit meinem Bänderriss war. 😉
    Mag mir gar nicht vorstellen, wie eine Verletzung/Erkrankung erst nervt, wenn man mal wirklich gerne Sport getrieben hat!

    Oh ja, die Partnachklamm war wirklich sehr schön vereist! Die letzten beiden Winter waren da wirklich krass und wunderschön!

    Bei mir klappt das mit den Sternen und der unendlich Einstellung am besten bei 24mm (also was halt bei mir das weinwinkligste war). Hat deine Kamera so was wie live View? Ansonsten muss man halt immer ein Foto machen und rein zoomen; was etwas umständlicher ist. An sich müssen die Fotos aber vor allem schön weiß, ohne Farbstich, wirken, dann passt das schon. 😉

    Horrorfilme schocken mich echt sehr selten; das müssen schon wirklich eher diese Psycho-Dinger sein. Und da ist meine Schwelle zu Albträumen auch echt hoch.

    Ich fand ja auch die erste Folge von Black Mirror ganz gut; erst danach fingen für mich die Probleme an. 😉
    Ich war dann bei Mindhunter besser aufgehoben.

    • ^.^ das glaub ich gern. die dinge, die bei einem selbst ums eck sind, sieht man oft am aller seltensten 😀 man kennt es halt, hat es schon x mal gesehen. obwohl andererseits gibt es auch da wieder orte, deren faszination einen niemals loslässt, finde ich.

      ich denke es ist schon eine gute sache, dass du bewegungstechnisch etwas gefunden hast, das dir auch spaß macht. sport ist ja neben reiner körperlicher arbeit auch gut für den geist, ich glaube nicht, dass der mensch zum sitzen gemacht wurde. wobei das in deinem job ja zumindest zu shootingszeiten ohnehin kein problem ist. wenn man aber wirklich den ganzen tag am bürosessel sitzt, ist es glaube ich für den bewegungsapparat und für den kopf enorm wichtig, sich körperlich zu betätigen.

      ich muss acuh unbedingt mal eine vereiste klamm sehen. bei uns gäbe es ja auch einige zur auswahl. hach hach.

      also ich habe das mit live view schon probiert, konnte da aber meistens nicht fokussieren, da die sterne im weitwinkel einfach VIEL zu weit weg waren, um vom sensor erkannt zu werden. ich weiß nicht, kann gut sein, dass sich das vollformat da einfach nochmal ne ecke leichter tut. ich glaub, ich muss einfach mal bei tageslicht schauen, wo die unendlich einstellung am besten passt und das dann verwenden.

      mindhunter haben wir jetzt auch auf der watchlist, aber noch nicht begonnen. ich schau ja nicht gern x sachen parallel und momentan haben wir eh eben sherlock und bates‘ motel. black mirror hab ich für mich abgehakt – letzte woche haben wir die erste folge gesehen und sowas brauch ich echt gar nicht. ich vertiefe mich ja in serien, um den alltagslärm im hirn abzuschalten. da sind worst case szenarios über die technologie und digitalisierung dann doch mehr als kontraproduktiv ^.^

  6. In meinem Büro ist es gerade ganz ruhig. Alle sind in Mittag und ich habe mich reingeschlichen, hier zu den schönen Bildern. Wunderschön und ich werde im Sommer bestimmt dort hin fahren. Nicht immer nur der Eibsee.

    Schön auch deine ruhig Erzählung über das Verhältnis zu Sport und deinem Körper. Es heißt, dass es manchmal gut ist, wenn einem der Körper signalisiert, dass ihm manches zu viel geworden ist. Das sei ein wichtiges Warnsignal. Blöd nur, dass einem keiner erklärt wie man damit umgeht. Ich glaub du bist auf dem richtigen Weg.

    • der frillensee liegt ohnehin direkt neben dem eibsee. es ist nur ein ganz kleiner see, den ich zuerst fast nicht gesehen hab aber es war eine wunderbare entdeckung und die spiegelung war einfach traumhaft schön.
      der körper signalisiert soviel. es ist nur irgendwie in unserer zeit und gesellschaft schwer geworden, drauf zu hören. der körper hat zu funktionieren, punkt. zumindest war und ist das meine wahrnehmung, mit der ich mich oft sehr, sehr schwer tu. grade seit ich auf sehr *schmerzhafte* weise lernen musste, dass der körper nunmal unser limit IST, ob wir das wollen oder nicht.
      ich gebe mir jedenfalls wirklich mühe, einen mittelwert zu finden. aber es ist schwieriger als man sich das vorstellt, wenn man noch nie in so einer situation war, glaube ich.

      • Ich werde dieses Kleinod sicher besuchen.
        Zum Glück bin ich mit einer recht guten Gesundheit gesegnet und muss kaum auf meinen Körper hören. Noch. Das nimmt jetzt rapide ab. Aber ich glaube es ist ein bisschen vergleichbar mit dem Geist und dem was man ihm abverlangt an beständiger Kreativität und anstrengender Flexibilität (nicht der gesunden und wichtigen). Da merke ich manchmal, dass ich auf die Bremse treten muss. Trotzdem bin ich mir bewusst, dass ich körperlich bisher großes Glück habe. Das Limit des Körpers zu erkennen ist im wahrsten Sinne des Wortes schmerzhaft und ich drücke dir ganz fest die Daumen für den Mittelweg :-*

      • ich danke dir liebe mitzi ❤ ich habe das gefühl, dass ich momentan tatsächlich ganz gut unterwegs bin in richtung mittelweg. es macht mir wieder spaß, die grenzen zu spüren und es tut mir gut und ich will sie weiter hinaus schieben, aber nicht um jeden preis.
        ich kenne das ganze übrigens auch von der geistigen seite gut. man zapft sich selbst oft viel zuviel leistung und energie in den unterschiedlichsten belangen ab, obwohl man weiß, dass das eigentlich nicht mehr wirklich drin ist.

  7. Beeindruckend, wie gnadenlos ehrlich du hier bist, vor aller Welt, liebe Paleica. Dann hoffe ich, dass du die Balance halten kannst, zwischen dem, was dir gut tut und dem Ehrgeiz.
    Liebe Grüße

    • liebe andrea, danke für deine worte! es ist mir wichtig, dass das möglich ist – darum schreibe ich ja auch immer noch unter pseudonym und versuche, den blog und den nickname von der „realen“ welt abgesehen von menschen, die mir wirklich nahestehen, fernzuhalten. denn es ist einfacher, diese erfahrungen mit fremden zu teilen als mit entfernten bekannten. schräg manchmal.
      danke dir für deine lieben gedanken. das hoffe ich auch!

  8. Erstmal meinen Respekt für die wundervollen Bilder!! Anfangs war ich ein bisschen verwirrt was den Bezug zum Text angeht. Aber letztendlich ist das (wieder mal) eine runde Sache!! Krass wie unterschiedlich der Ehrgeiz doch verteilt ist 😉 Manchmal könnt ich davon ein bisschen mehr gebrauchen, gerade dann wenn es um Sport geht 😉 Insgesamt ein sehr schauenswerter Beitrag!!

    • dankeschön! ich bin manchmal auch verwirrt, warum ich mich für diese bilder entscheide und wir haben das thema ja häufiger, wenn ich drüber nachdenke fällt mir meistens schon eine assoziationskette dazu ein, aber offensichtlich ist es nicht immer. ich könnte im moment auch wieder etwas mehr ehrgeiz gebrauchen. aber ich habe das gefühl, dass es langsam wieder kommt. allerdings war konsequenz da noch nie meine stärke, was auch nicht sehr hilfreich ist!
      freut mich jedenfalls, dass der beitrag gefallen hat. obwohl bild und text nur mit zwei zugedrückten augen zusammenpassen 😉

  9. Spannend!
    Dein Gefühl Sport bis zum Umfallen zu machen… es irgendwie zu müssen oder zu wollen…
    das ist mit so fremd!
    Auch wenn ich mich jetzt mehr bewege als früher, einfach weil es meiner Gesundheit zuträglich ist – sport machen würde ich das noch nicht nennen.
    Ach wie schön, dass wir alle so verschieden sind. Wär das sonst fad.

  10. Liebe Paleica,

    Ich kenne das mit dem exzessiven Sport auch. Ich hatte eine Phase nach dem Studium, ich hatte gerade meinen ersten Job angefangen, da hatte ich das Gefühl, ich müsste mich zum Ausgleich bewegen. Ich schrieb mich bei einem Fitnessstudio ein, und hatte selten ein so gutes Körpergefühl, ich liebte Kraftsport. Ich ging jeden zweiten Tag ins Studio, das Krafttraining brachte mich in ein extrem gutes Gefühl, irgendwann fing ich an auch die Ruhetage mit Sport zu füllen.

    Die Woche war 3-4 pro Woche Krafttraining, an den anderen Tagen Stepaerobic. Ich war unglaublich fit, hatte ein traumhaftes Körpergefühl, Sporttreiben kann süchtig machen, zumindest bei mir. Urplötzlich konnte ich nicht mehr laufen, hatte schlimmste Schmerzen im rechten Oberschenkel, ich konnte nicht mal mehr meinen Fuß heben. Schlussendlich, war mein Hüftkopf eingebrochen, ich musste über 3 Jahre immer wieder operiert werden.

    Ich kann fast nichts mehr machen heute, ich habe eine Rudermaschine, die ich selten nutze. Weil ich immer und überall Schmerzen habe, was zum einen sicherlich von der fehlenden Bewegung kommt, aber ich habe auch viele Krankheiten. Ich denke oft an die Zeit im Fitnessstudio.

    Die Grenze zwischen gut und zu viel ist manchmal ganz leicht überschritten, das ist wirklich so. Schmerzen zu haben ist nicht schön, man lernt damit zu leben, irgendwann ist es einfach Teil von einem. Ich bin gegen den dauerhaften Einsatz von Schmerzmitteln. Ich wünsche dir alles Gute, liebe Paleica.

    Herzliche Grüße, Bee

    • liebe bee, ich kann das gut verstehen, dass man so stark in den sport „hineinkippt“. grade aus solchen situationen dann in so ein loch zu fallen, muss ein ziemlicher horror sein. noch dazu, wenn es dann letztendlich nicht wirklich aussicht darauf gibt, dass es besser wird. damit fertig zu werden stelle ich mir wie eine ziemliche löwenaufgabe vor. ich weiß nicht, wie ich das psychisch verkraftet hätte. zu wissen, dass alle daran glauben, dass das bei mir nur eine phase ist, hat mich wirklich am leben und am kämpfen gehalten. aber wenn man vor der situation steht, muss man wohl immer einen weg finden, damit zu leben und hut ab, wie du geschafft hast, damit umzugehen! ich denke auch, dass man nicht dauerhaft und permanent schmerzmittel schlucken kann.

  11. wow das hört sich sehr intensiv an! Ich denke jeder muss einen Sport finden den man gerne macht und auch die eigenen Grenzen kennen lernen, Schmerzen sind nicht gut.
    Ich laufe seit ich 17 bin. Mit dem ipod, im Wald bekomme ich meinen Kopf klar und kann vieles verarbeiten. Das brauche ich ein oder zweimal die Woche. Mehr geht nicht, sonst bekomme ich Probleme mit dem Knie.
    Ich habe das laufen in der Schule gehasst, aber seitdem ich es nicht mehr muss sondern für mich beschlossen habe ist es das Richtige. Ins Fitnesstudio gehe ich auch, das muss ich, sonst bekomme ich Rückenprobleme, und da muss ich mich jedes Mal aufraffen, das ist Überwindung……

    • ja liebe suzy, das war es auch. ich habe sehr lange viel und oft stark an meinen limits gelebt, in unterschiedlichen gesichtspunkten. und je lieber ich einen sport gemacht habe, umso weniger habe ich meine grenzen respektiert. insofern ist es besser für mich, derzeit sportarten zu betreiben, für die ich nicht ganz so leidenschaftlich brenne, denn da bin ich wesentlich rücksichtsvoller zu mir.

      ich habe laufen früher auch gehasst und erst seit kurz vor meinen rückenproblemen einen zugang dazu gefunden. jetzt heißt laufen zu können für mich, gesund zu sein und deswegen ist es sehr wertvoll für mich geworden. fitnessstudio ist mein persönlicher endgegner und ich bin sehr sehr froh, dass ich mit dem klettern eine möglichkeit gefunden habe, muskulatur auf anderem weg zu stärken.

  12. Liebe Paleica! Den einen Teil Deiner Erfahrung (Sport verbannen, weil es so viele andere Dinge gibt) kann ich unglaublich gut nachvollziehen, weil es mir solo lange auch so ging. Vor einem Jahr habe ich jetzt mit dem Laufen begonnen und merke richtig, dass es ein Ventil für Stress ist. Angreifen, weglaufen oder totstellen – daher kommt das wohl 😉
    Schön mit dem Kampf um die Disziplin nicht alleine zu sein!

    • liebe tabitha, ich weiß genau was du meinst! ich glaube, mit dem kampf um die disziplin sind wir in seeehr zahlreicher gesellschaft 🙂 aber es ist auch toll zu sehen, wie gut es einem tut und doch immer wieder einen draht dazu zu finden, sich zu überwinden und es dann doch zu genießen. ich musste einfach lernen zu akzeptieren, dass ich sport in meinem leben platz schaffen muss und das bedeutet, dass für andere dinge einfach weniger raum ist.

  13. Meine liebe Paleica,
    es tut mir leid, dass du solche Erfahrungen mit dem Sport gemacht hast, bin aber sehr froh darüber, dass du ein Aha-Erlebnis hattest und jetzt einen „gesunden“ sportlichen Weg gefunden hast – und den Ehrgeiz anders einschätzt bzw. teilweise ausbremst. :o)
    Heute hatte ich auch so ein Erlebnis im Fitnessstudio. Ich habe ja gute 2 Monate gar keinen Sport mehr gemacht (außer ein bisschen wandern im Urlaub) und war am Samstag das erste Mal wieder da (nur 30 Min. Crosstrainer) und heute wieder. Heute 20 Min. Crosstrainer und danach Krafttraining. Denkste. Als ich die Hälfte der Geräte mit den notwendigen Sätzen/Wiederholungen durch hatte, hat es mich nach dem 1. Satz am „Turm“ so was von gedreht. Das war mein Ehrgeiz, der zu schnell zu viel wollte bzw. einfach wieder anküpfen wollte, als wenn es die lange Auszeit nicht gegeben hätte. Früher hätte ich mich da auch durchgekämpft (so von Ex-Handballerin zu Ex-Handballerin ;D ), aber heute früh sagte ich „Schluss. Ab in die Dusche. Das hat keinen Sinn.“ Wir werden eben nicht nur älter, sondern glücklicherweise auch reifer/erfahrener/einsichtiger. Und das ist gut so.
    Viele liebe Grüße und eine schöne Woche, Karina

    • liebe karina, das bin ich definitiv auch! es tut echt gut, sport wirklich als teil meines lebens zu haben, das eingeplant ist und auch meine aktivitäten dahingehend einfach ein bisschen angepasst zu haben. es bedeutet halt auch, dass man mit einigen menschen weniger zeit verbringt. mit anderen dafür mehr. alles geht nunmal nicht, an einem 24h tag.

      ich denke auch, dass es gut ist, zu lernen, auf seine grenzen zu achten. klar sollte man nicht immer sofort klein beigeben, wenn es mal etwas anstrengender wird (das habe ich jetzt lange gemacht), weil man dem körper die konfrontation mit seinen grenzen ruhig auch zumuten kann. aber es gibt einen punkt, an dem schluss sein sollte, weil man sich damit nix gutes tut. und den punkt zu kennen hilft definitiv 🙂

  14. Irgendwie bin ich immer sehr beeindruckt wenn Menschen eine Zeit erlebt haben, in der sie immer wieder körperliche und sportliche Herausforderungen gemeistert haben und sportlich gesehen sich immer wieder neu selbst herausfordern, da ich selbst eher zur Kategorie Faultier gehöre.

    In der Schulzeit habe ich versucht in der Handballmannschaft Fuß zu fassen. Als ich dann endlich bei einem echten Wettkampfspiel mitmachen durfte, war ich allerdings von der Agressivität der gegenerischen Spieler so erschrocken (und wurde auch beim Spiel verletzt), dass ich das Handballspielen wieder aufgegeben habe.
    Meine sportliche Leidenschaft fand ich dann im Volleyball spielen. Ich habe es geliebt und jede Gelegenheit dafür genutzt (sei es allein, indem ich denn Ball an der Wand abprallen ließ oder im freiwilligen Freizeitschulsport), ich hatte aber nie den Mut einem Verein beizutreten. Dann kam eine Verletzung im Knie dazu und mit dem Sport war es dann erstmal generell vorbei.
    Heute hält mich zwar mein Knie wieder (auch wenn es manchmal zwickt), dennoch bin ich ein echtes Faultier geworden… und muss mich immer dazu aufraffen überhaupt etwas Sport zu treiben.

    Beim wandern gehe ich gerne an meine Grenzen. Hier habe ich auch immer dieses Gefühl empfunden, welches du beschreibst. Leider hatte ich seit 2016 keine Gelegenheit mehr dazu. 😞
    Jetzt mache ich zwar regelmäßig Tai Chi, richtig auspowern tue ich mich dabei allerdings nicht (liegt dabei allerdings in der Natur der Sache, bzw. in der Natur des Tai Chi) und im Ausreden erfinden warum ich nicht Joggen gehen kann bin ich leider auch sehr groß…

    Ich freue mich jedenfalls für dich, dass du wieder Lust, Freude und Energie für Sport verspürst. Vielleicht geht ja auch ein Fu ken (oder zwei) auch auf mich über.. 😉

    Lieben Gruß

    • liebe nossy, ich danke dir sehr herzlich für diesen unglaublich persönlichen und langen kommentar ❤
      ich kenne übrigens diese ambivalenz sportvereinen gegenüber auch. ich weiß nicht genau, woran es gelegen hat, aber ich bin da auch nie angekommen. ich war ein jahr im handballverein und zwei jahre im volleyballverein. vielleicht lag es auch daran, dass meine eltern mir nicht erlaubt haben, bei wettkämpfen mitzumachen, da die ja am wochenende stattfanden und wochenende bei uns strikt "familienzeit" war und ich vielleicht damit auch nicht die motivation hatte, mich wirklich im team zu integrieren und besser zu werden, es hätte mir und dem team ohnehin nichts gebracht.

      wandern ist eine völlig andere art von sport und auch da kenne ich das mit den grenzen sehr gut. es ist ein tolles gefühl, völlig außer atem "oben" anzukommen und ich habe über die letzten jahre auch dafür eine begeisterung entwickelt (auch wenn sie nicht ganz an den ballsport herankommt, ist es eine schöne und wesentlich einfacher umzusetzende alternative).
      es ist auch nicht immer die zeit für sport und manchmal braucht man eben etwas anderes. und auch nicht für jeden ist es das wahre. wichtig ist ja nur, dass man sich mit seiner freizeitgestaltung gut und ausgelastet und zufrieden fühlt, wie auch immer die aussieht 🙂

      danke auf jeden fall für deine lieben wünsche. sollte es dich bzw. euch mal nach wien verschlagen und ihr habt einen tag über, dann melde dich und wir wandern gemeinsam ❤

  15. Wunderschöne Aufnahmen! Da wäre ich jetzt gerne. *seufz*
    Ich war schon immer sportlich, aber Sport habe ich nie richtig gemacht. Gehöre da zu der faulen Sorte. 🙈
    Deine Leidenschaft dafür ist bewundernswert!

    Liebe Grüße! 🙋🏻‍♀️

  16. Ein Problem, das überwiegend Frauen haben. Hat wohl meistens mit dem Selbstbild zu tun. Der Körper als Feind, ihm seinen Willen aufzwingen. Meine Tochter hatte das mal und das hat mir große Angst gemacht. Aber sie hat’s überwunden, indem sie sich ihren Problemen gestellt hat. Ich hoffe, das ist jetzt vorbei und wünsche es keinem.

    • hallo volker, ich kann mir gut vorstellen, dass das als vater sehr schwierig ist, dabei zuzusehen. bei frauen ist körperlichkeit einfach nochmal auf eine ganz andere art ein thema als bei männern. nicht umsonst gibt es mittlerweile auch sowas wie „gendermedizin“. ein ungeliebtes wort, das aber wichtig ist, da unterschiedliche probleme bei den geschlechtern einfach völlig anders zum ausdruck kommen.

  17. „Genderismus“, in der Tat ungeliebt da politisch gemeint. Aber wenn Menschen ihren Körper bekämpfen, ist das doch eher medizinisch (was nichts mit Politik zu tun hat). Klar kommt das unterschiedlich zum Ausdruck, wir SIND ja auch unterschiedlich. Aber letztendlich geht es doch um’s selbe. Schließlich sind wir ja alle Menschen und deshalb sollten wir lieber nach Gemeinsamkeiten suchen und uns gegenseitig helfen. Könnte klappen, was? Also allgemein, nicht prinzipiell.

    • ja, das wäre eine schöne idee und ein guter ansatz. leider ist es offenbar schwer, die politik aus dingen rauszulassen und dann wird das logische plötzlich unmöglich.

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