Gedanken Neuerscheinung Projekt

50f – roh: in Wort und Bild.

Weil es schon so lange ruhig war um’s 50f gibt’s da mal wieder was Neues. Ein Foto, das im Juni entstanden ist, von einem der größten Bauprojekte in Wien, wenn nicht sogar in ganz Österreich – dem Hauptbahnhof.

blog_50f-roh
*

Ich finde es sehr faszinierend, wie dort die Gebäude aus dem Boden wachsen. Überhaupt ist das immer so eine Sache – wenn ein altes Haus niedergerissen und etwas Neues gebaut wird, erinnert man sich schon sehr kurze Zeit später kaum noch daran, wie es einmal ausgesehen hat.

So geht es mir auch sehr oft mit anderen Dingen in meiner Erinnerung. Eine Sache wird durch eine andere ersetzt – freiwillig, unfreiwillig, zum Guten oder zum Schlechten, aber kurze Zeit später weiß ich kaum noch, wie die Realität mit dem vorigen Lebensinhalt sich angefühlt hat. Über Dinge, die mir wichtig genug erschienen sind, gibt es vielleicht den einen oder anderen Text, der im Internet herumschwirrt und mich daran erinnert, weil ich mich durch die Worte zurückversetzen kann. Andere Dinge sind einfach derartig verblasst, dass ich sie nicht einmal mehr mühevoll aktivieren kann. Das Vergessen jedoch ist manchmal gefährlich, weil man so dazu neigt, die Erinnerung rosarot zu färben und die Gegenwart immer als irgendwie weniger gut zu empfinden.

Gleichzeitig habe ich Angst vor dem Vergessen. Meine Erinnerungen gehören zu mir, sie gehören mir, ich gehöre ihnen. Ich bin meine Erinnerungen und das, was das Erlebte aus mir gemacht hat ebenso wie alles, was ich aus dem Erlebten gemacht habe. Wenn ich es vergesse, bin ich nur noch ein Bruchstück von mir. Wenn ich die Momente vergesse, dann habe ich die Zeit vielleicht nicht lebenswert genug genutzt. Ich habe sie verstreichen lassen, ohne zu genießen oder ohne zu lernen. Deswegen fotografiere ich. Denn ein Foto speichert so vieles. Wenn ich meine Bilder betrachte erinnere ich mich meist, wie ich mich gefühlt habe, vielleicht sogar, was ich gedacht habe. Es ist wie träumen. Im Bruchteil einer Zeitspanne kann eine ganze Geschichte ablaufen. Eine Geschichte gegen das Vergessen.

48 comments on “50f – roh: in Wort und Bild.

  1. Von unserem früheren Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker gibt es den Satz, wer sich des Vergangenen nicht erinnere, sei dazu verdammt, es noch einmal zu erleben. Und Christia Wolf, eine der wichtigsten ostdeutschen Schriftstellerinnen (ich habe gestern über sie einen Vortrag gehalten) hat sinngemäß gesagt, dass das Erinnern die Brücke in die eigene Vergangenheit sei. Ich merke auch, dass ich wichtige Details vergesse, andererseits glaube ich, dass alles noch da ist und man nichts vergessen kann. Es ist so, wie Du sagst: Es bedarf des Aktivierens.

    • ja, das ist wohl eine stilisierte aussage von freuds theorie zum „wiederholungszwang“.
      manche dinge können aber einfahc nicht mehr aktiviert werden, weil sie zu tief verscharrt irgendwo liegen. das funktioniert meist nur durch einen trigger, aber nicht, durch bewusstes erinnern-wollen. zb wie man sich an einem ganz normalen tag in einer anderen situation gefühlt hat, welche gedanken einen begleitet haben. diese erinnerungen sind irgendwo fort.

      • Trigger – ja, durchaus. Wahrscheinlich gibt es auch „Schutzmechanismen“ gegen die Bedrohung, wahnsinnig zu werden.

        • ja – auch das gibt es unbestritten. natürlich ist es ein schutz- und abwehrmechanismus, vor allem, die bedeutung zu verringern. aber manchmal macht grade die fehlende erinnerung die sache auch wieder interessant.

  2. Roh-(Bau) – interessante Interpretation….!

  3. Hi,
    durch die stürzenden Linien finde ich bekommt das Bild etwas Besonderes. Eigentlich will man das ja nicht aber in dem Fall betont es die Dynamik im Bild. Ein gelungenes Bild!

    Gruß
    Oli

  4. Ich mag deine Gedanken zum Erinnern und Vergessen. Da steckt sehr viel Wahres drin und mir geht es ähnlich. Ich schreibe seit Jahren Tagebuch… aber letztlich vergisst man wohl wirklich sehr viel bzw. neigt dazu Dinge im Nachhinein zu verschönern und zu verklären. Nur bei meiner Schulzeit passiert mir das nie… ^^

    Da kann ich dir aber nur recht geben. So ist das eben mit der Fotografie. Gerade die Tatsache, dass man durch’s durch den Sucher schauen auf ganz andere Dinge aufmerksam wird, ist doch das faszinierende. Wir versuchen eben den Leuten Dinge zu zeigen, die sie selbst vielleicht nicht gesehen hätten.

    So richtig große Kellerspinnen sind aber auch eklig. Die Exemplare bei uns waren dann doch etwas kleiner… mit denen kam ich gerade gut klar.
    Aber ganz ehrlich, im Urlaub hab ich jetzt so ein paar Insekten gesehen… im Vergleich sind unsere direkt putzig.

    Wir haben dieses Jahr auch keine gute Autobilanz. Meine Mama hatte auch erst einen Unfall, irgendwer hat uns nen schönen großen Kratzer reingemacht etc.pp. Und all die Baustellen… ich bin nächste Woche an drei aufeinander folgenden Tagen in München und freu mich jetzt schon irrsinnig auf die Fahrerei. So toll… ^^ (ich hoffe man liest die Ironie heraus).

    Mhm, ich persönlich bin ganz froh, dass ich die Menschen nicht so leicht an mich ranlasse. Was Männer angeht wurde mir da wohl so einiges erspart. ^^ Ich persönlich habe aber auch erst seit Ende der Schulzeit das Gefühl wirklich ich selbst zu sein. Kommt vielleicht auch daher, dass ich mich recht schnell selbstständig gemacht habe. Erst jetzt fühle ich mich mit mir selbst wohl. Aber ich musste feststellen, dass mir gerade durch die Arbeit etc gleichaltrige Männer viel zu doof geworden sind. Männer mit 22/23 haben echt nur Schrott im Hirn.
    Gott, das hört sich jetzt an als stünde ich auf alte Säcke, wenn ich mir das so durchlese. Aber eigentlich meine ich damit bloß, dass die Männer im Freundeskreis doch eher schon Ende 20 sind und das doch sehr angenehm ist.

    So, wie du schon auf facebook festgestellt hast, bin ich wieder da. Momentan noch arg im Chaos versunken, aber das wird langsam wieder. Nein, es war nicht die Schulter. Die hätte mich wohl nicht so endgültig außer Gefecht gesetzt. Das tat damals zwar weh, war aber nicht ganz so tragisch. Dieses Mal war’s schon etwas schlimmer, aber ich hab’s überstanden und mir geht’s wieder gut.

    • wirklich? also wir haben da ja eh schonmal geredet. mit meiner schulzeit ist es halt die sache, dass ich zwar das schulsystem an sich nciht mochte, aber halt meine engsten freunde aus meiner klasse und das daher schon ganz schön war. wenn mich auch megaviel mordsmäßig genervt hat.
      danke jedenfalls für deine lieben worte zu meinen gedanken 🙂

      ich hoffe, du erzählst jetzt auch eni bisschen über euren urlaub? es gibt da schon so destinationen, wo ich genau aus dem grund einfach nicht hinfahren kann. australien zb. ich würde tot umfallen vor schreck. ein freund von mir saß auf einmal 20cm von ner schwarzen witwe entfernt, mitten in einem kaffeehaus.

      ohje /: 2013 ist einfach kein gutes jahr für blech!

      da magst du recht haben. ich war ja immer das megaemotionsbündel. mittlerweile hat sich das etwas gelegt, aber was ich da früher immer mitgemacht und reingesteckt hab wenn ich jemanden mochte… puh!
      aber ja, das verstehe ich. ich denke, grade bei männern kommt das noch mehr auf die lebenssituation an als bei frauen. grade in dem alter, wenn sie da schon berufstätig sind und verantwortung tragen müssen dann gehts vielleicht. aber besonders schlimm sind die studenten in dem alter – meistens halt. aber ja, ich weiß auch nicht, warum männer ihre kindheit und pubertät so gar nicht überwinden wollen und können.

      na dann freue ich mich, dass du wieder aufm damm bist, auch wenn dieser kommentar dahingehend recht kryptisch formuliert ist 🙂

  5. Wie schön, dass du an dieses Thema erinnerst. Ja, ein sehr schöner und ernsthafter Beitrag . Das bewußte Leben ist schlußendlich die Summe der Erinnerungen. Ich glaube, dass unser Verstand -so lange er klar im Denken und gesund ist – die Methode entwickelt, das Leben mit erinnerungswerten Ereignissen anzureichern. Eine Art Selbstschutz vielleicht: Positives wird verklärt, Negatives zur Seite geschoben, verdrängt, vergessen. Gleichzeitig aber braucht es das Erinnern. Ohne gestern gibt es kein Heute und kein Morgen.
    Du gibst mir zu denken. Danke dafür.
    Dein Foto ist gut gewählt zum Thema.

    • ja, wir bauen uns einfach unsere eigene weltkarte der erinnerungen, die für uns unser leben ausmachen…
      danke für deinen schönen kommentar!

  6. Deine Beschreibung über das Vergessen ansich, finde ich sehr schön formuliert! Ich denke ja auch, dass alles, was wir mal gesehen haben in unserem Gehirn abgespeichert ist, aber es bedarf Hilfsmittel, um das Erlebte wieder in Bildern her zu holen. dazu

    • liebe jutta – irgendwie ist dein text ins namensfeld gerutscht und deswegen nur in einem bruchteil hier angekommen 😦

  7. ein tolles Bild und über das Gebäude kann man sicher trefflich streiten. Auch dein Text ist klasse und regt definitiv zum Nachdenken an…

  8. Als ich das Bild in der Vorschau gesehen habe, dachte ich zuerst ‚Oh, wer war denn da zu besuch in Düsseldorf?‘. So auf den ersten Blick hat es nämlich etwas Ähnlichkeit mit der Baustelle hier am Köbogen 🙂

    Schön mal wieder ein paar Gedanken von Dir zu lesen, ich weiß ja, das es nicht immer so leicht ist, Zeit dafür zu finden. Ich selbst habe ja eher das problem, das ich mich einfach an alles oder zumindest viel zu viel erinnere, manchmal wünsche ich mir beinahe, leichter vergessen zu können. Man sehr gut Momente in Bildern festhalten und selbst Bilder, die vielleicht gar keinen bestimmten Ort oder Menschen zeigen, können einen dennoch an etwas ganz ´bestimmtes und besonderes erinnern. Solche Bilder mag ich am allerliebsten, ob es nun die eigenen sind oder die Bilder von anderen, wenn es auf irgendeine Art bewegt und berührt, ist es ein wunderbares Tor zur Welt der Erinnerungen.

    • oh wirklich? naja, solche riesenbauten gibt es wahrscheinlich grade an massig orten auf der welt. ist ja auch gut, aber manchmal ist es trotzdem eigenartig, wie viel altes weichen muss und ob das neue wirklich besser ist.

      danke auch für deine worte dazu. nachdem ich bei dir immer wieder soviel inspirierendes lese, wollte ich ja schon ewig mal wieder etwas schreiben. und zu diesem bild ist es einfach mal wieder geflossen, seit langer zeit. ich bin auch anscheinend oft blockiert, denn das hier ist mir auch nicht schwer gefallen. als wären die gedanken einfach in den blog gepurzelt, ohne, dass ich etwas dazu tun musste. so war es früher auch. aber auf knopfdruck geht es nicht. irgendwie müssen bild und thema und innere ruhe wohl zusammenpassen.

      viele dinge haben sich bei mir auch eingebrannt, die ich vielleicht lieber vergessen würde. aber es sind die kleinen dinge, eben diese alltagssachen, das selbst, das bei mir so leicht in vergessenheit gerät, wenn ich nciht schreibe.

      da hast du recht. manche bilder sehe ich nur an und es löst sofort einen schwall an assoziationen aus – und das immer und immer wieder.

  9. Das sieht ja wirklich nach Großbaustelle aus, interessante Perspektive !
    Deine Gedanken zum Thema Erinnern und Vergessen haben mir gut gefallen – ich denke auch manchmal darüber nach und bin dann traurig, weil ich mich an vieles nur noch bruchstückhaft erinnern kann, das länger her ist…so ist das Leben wohl und dafür gibt es wieder Neues, das man erlebt….Fotos sind auf jeden Fall sehr wichtig, um vergangene Momente festzuhalten, das gilt für mich ebenso.
    LG, Netty

    • oh ja, das ist es. die bauen da schon jahre dran und eine weile wird es noch dauern.

      ja, das leben ist so, das stimmt. aber manchmal frage ich mich, ob das wirklich gut ist.

  10. Wow, coole Aufnahme… wobei: daneben wohnen will ich nicht unbedingt (Lärm, Dreck, usw… )

    lg Michael

  11. Du hast so recht… vieles ist aber einfach nicht einzufangen. An vieles kann man sich nur noch schlecht erinnern oder hatte es schon längst vergessen und plötzlich ist es wieder da und man fragt sich, wie es je weg sein konnte. Das passiert mir gerade echt oft.
    Aber auch Sachen, die wirklich schlimm oder anstrengend waren, werden durch Verstreichen der Zeit meiner Meinung nach abgeschwächt.

    Es gibt einfach Mensche, die machen sich nie wirklich einen Kopf über Dinge, die ich wirklich wichtig finde. Dinge, die einen Menschen meiner Meinung nach auch ausmachen. Und solche, die merken vielleicht gar nicht, was sie falsch machen. Weil sie nicht darüber nachdenken und weil sie einfach akzeptieren. Sie haken nur bestimmte Dinge in ihrem Leben ab, die sie zu haben wollen meinen, aber wie gut oder schlecht diese Dinge sind, ist vielleicht egal. (Den Eindruck hatte ich zumindest.)

    • ja es gibt beides. erinnerungen werden einfach ausgegraben und sind plötzlich da wie auch die variante, dass sie auf einmal nicht mehr zugänglich sind.
      man vergisst oft die intensität der situation. oder man kann es halt nicht mehr nachempfinden.

      ja, unreflektiertheit ist glaube ich mehr als weit verbreitet. vor allem denken erstaunlich wenige menschen über sich nach, sondern meistens – wenn überhaupt – nur über andere. und sie kommen gar nicht auf die idee, dass nachdenken etwas bewirken könnte.

  12. Dabei fällt mir immer der Wienerberg ein … als wäre die Twin Towers immer da gestanden. Aber in „Komm süßer Tod“ sieht man die Baukräne im Hintergrund und da kann ich mich dann super dran erinnern.

  13. Von dir aus ist der gardasee ja etwa gleich weit weg, nur für ein WE würde ich da auch nicht hinfahren.

    Mir kommt es eben nur so vor, dass gerade die Leute, die sich keinen Kopf machen besser durchs Leben kommen. Naja.

  14. Zum Erinnern gibt es ja Fotos, und dann fallen einem noch Jahre später die besten Geschichten wieder ein, oder? 🙂

  15. Ich mag Instagram eben nach wie vor sehr gern. 😉 Wobei ich in letzter Zeit gerne auch Afterglow verwende. Danke! 🙂

    Ich hab zum Glück nie große Probleme beim Zahnarzt. Liegt aber wohl auch daran, dass ich immer brav geputzt habe und meinen Lebtag lang noch nie wegen was anderem dort war als nur mal kurz drüber schauen zu lassen und wieder gehen zu dürfen. Aber Impfen muss sich leider jeder mal lassen… oder Blutabnehmen… und das hasse ich seit ich ein kleines Kind war. Hat sich nie geändert, da werde ich immer noch panisch.

    Ich bin eben jetzt viel zufriedener. Die guten Freunde sind ja eh aus Schulzeiten geblieben, aber ich bin jetzt anderen gegenüber sicherer und offener. Zu Schulzeiten hab ich mich irgendwie oft deplatziert gefühlt. Fühle ich mich heute auch noch unter Party-Studenten oder so. 😉 Ich schätze ich hab da eben einfach auch den richtigen Charakter was die Branche angeht… zumindest arbeiten die meisten recht ernst daran und das ist eben bei vielen Studenten oft nicht so der Fall. Die haben dann eben kein Verständnis dafür, warum man so jung schon so viel arbeiten will…

    Klar, ich musste jetzt nur erst mal etwas aufarbeiten und alles erledigen was eben durch Krankheit vorm Urlaub liegen geblieben ist. 🙂 Ich hoffe Montag und Dienstag komme ich mal ein wenig zum Schreiben und somit zum Urlaub.
    Ach, die Viecher dort waren echt okay. Sehr nervige Mücken, aber zumindest keine Monster-Spinnen oder so… das hab ich mir viel schlimmer vorgestellt.

    Ich bin da aber auch noch so. Wenn mir jemand wichtig ist, dann bin ich zu 100% für jemanden da und auch sehr loyal. Da kann man wirklich auf mich zählen. Aber ich lasse aus den Gründen generell nicht allzu viele Menschen an mich ran… enttäuscht worden bin ich da natürlich auch schon sehr und das kann man einfach nicht verhindern…

    Ja, da versteht mich eine! Genau so meinte ich das! Ich kann einfach so überhaupt nichts mit den studierenden Kerlen in meinem Alter anfangen. Die sind zum Teil noch so pubertär und doof… ein paar Jahre älter geht das dann schon wieder, wenn die mal was gearbeitet haben usw. Da sind die gleich viel vernünftiger und man kann sich mit denen unterhalten. Aber bei allen anderen stoße ich mit meinem Beruf eh eher nur auf große Augen und wenig Interesse. Die wollen meistens wirklich nur feiern usw.

    Ich wollte das gar nicht so kryptisch formulieren, aber es ist schwer es irgendwie auszudrücken ohne gleich zu schreiben was ich hatte. Und das möchte ich einfach nicht im Internet erzählen (auch wenn’s jetzt nichts tragisches war).

    • afterglow? das muss ich mir gleich mal in meinem app store anschauen 😀

      naja, das ist so eine sache. wenn man kein so tolles zahnmaterial hat nützt das halt alles nix. ich putze mir seit immer mind. 2, manchmal 3x am tag die zähne, verwende jetzt immer zahnseide, hab mir die zähne versiegeln lassen – und mittlerweile trotzdem 3 plomben. eine davon schon sehr lange und die befürchtung, dass der zahn irgendwann mal probleme machen wird. auch wie sich die weisheitszähne entwickeln weiß man nie, da kann man mit putzen wenig einfluss nehmen. und mit 18 musste ich mir einen zahn aus dem kiefer ziehen lassen, weil der einfach nie rausgekommen ist, die zähne sich dann so angeordnet haben, dass sie eine geschlossene zahnreihe ergeben und der auf einmal begonnen hat, außerhalb drüber zu schieben. war jetzt auch nicht so toll – aber das ist halt so gewachsen 😦

      ich glaube, dass das halt oft erst mit dem arbeiten kommt, weil man da schon viel selbstsicherheit kriegt. also mir geht es zumindest so, dass ich jetzt fremden menschen gegenüber schon ganz anders auftreten kann als direkt nach der schule. es gibt zwar immer noch situationen, die mich schwer verunsichern, aber zumindest nicht mehr jede 😉
      und bei party-studenten habe ich mich eigentlich nie zu hundert prozentig wohl gefühlt. von dem her war ich bei meinem praktikum in der event-agentur wirklich mega-deplatziert +g+

      achso? na das geht. man hört ja auch oft von monster-kakerlaken und so. und moskitos sind jetzt auch nicht meine große leidenschaft 😉

      ich glaube, das lässt sich nie verhindern, das passiert eben einfach, dass man irgendwann man von menschen enttäuscht wird.

      das traurige ist aber, dass es einen haufen junger männer gibt, die in diesem stadium hängen bleiben und einfach irgenwdie negieren, dass sie älter werden und dieses leben immer weiter führen, auch ende 20 und über die die 30 raus. freunde von meinem freund sind da leider irgendwie in der schiene ein bissl drin. also die, über die wir uns kennengelernt haben. das war vor ein paar jahren ja alles nett und super und lustig, aber irgendwann wird es halt einfach ein bisschen, naja, peinlich. deswegen haben wir auch nur mehr sehr wenig kontakt zu ihnen.

      ja das versteh ich. und es is ja DEIN blog und so – da musst du nix schreiben, was du nicht willst 😉

  16. Huhu Paleica!

    Besonders den letzten Absatz deines Textes finde ich toll – ich könnte analog dazu sagen: Darum schreibe ich. Seit ein paar Jahren bin ich einer so regelrechten Panik, meine Zeit zu wenig nutzen, wichtige Dinge an mir vorbeiziehen und in Vergessenheit geraten zu lassen, dass ich angefangen habe, jeden einzelnen Tag ein paar Zeilen in ein Buch zu schreiben. Und weil ich das Gefühl habe, dass nicht einmal das ausreicht, um mich später einmal zurückversetzen zu können, lege ich häufig noch irgendetwas bei – Fotos, Postkarten und Briefe von lieben Menschen, Kinokarten, Restaurantrechnungen… Ich mutiere zum Erinnerungsmessie. Und es wird immer noch nicht reichen, weil der Großteil meiner Neuronen sich eben doch mit dem befassen muss, was kommen wird, nicht mit dem, was zurückliegt. Einerseits könnte man sagen, das ständige Erinnern und Festhalten raubt einem auch irgendwie Lebenszeit, andererseits hilft es aber auch dabei, ein bisschen bewusster zu leben und die Zeit, die man wie auch immer verbringt, mehr zu schätzen.

    Das Bild ist übrigens auch von den Linien her toll – durch die Geraden und die sauberen Winkel der Kräne und dann die geschwungenen Linien des Rohbaus hat das eine ganz eigene Dynamik. Irgendwie stützt das sogar die Metapher – Erinnern ist ja auch kein sonderlich geradliniger Prozess.

    Ich bin übrigens eine furchtbar treulose Tomate. Nachdem ich Howl at the Moon nicht mehr so nutzen konnte, wie ich wollte, bin ich nach meinem Umzug in einen abgelegeneren Winkel des WWWs dann doch für lange Zeit im Alltag versunken… Schätze, das Internet und ich sind zu einer ewigen On / Off-Beziehung verdammt. Aber ich freu mich sehr, dass du hier immer noch so regelmäßig so wunderschöne Fotos und Gedanken postest. Ich hoffe von Herzen, dir geht’s gut! =)

    Liebe Grüße
    (Laura mit) Zeke(-Pseudonym)

    • liebe laura,

      ich habe mich schon gewundert, wohin du entschwunden bist. es gibt so menschen, mit denen steht man ewig lange in kontakt, dann verläuft es sich und dann vergisst man sie. und dann gibt es menschen, mit denen schreibt man – vielleicht nicht sooo oft, aber iregndwie berührt es einen und man vergisst den menschen nicht. ich habe immer wieder an dich gedacht.

      ich finde das lustig – früher habe ich das auch ganz akribisch gemacht. also ich habe von meiner teenagerzeit aus jedem jahr einen beklebten kalender mit symbolen und fotos und kinokarten und rechnungen und ich liebe diese zeitdokumente. in den letzten jahren habe ich es nicht mehr geschafft, das umzusetzen und die facebook-timeline hat das speichern dieser sammelsurien übernommen. anfangs habe ich meine statusnachrihten alle in ein kleines büchlein abgeschrieben, danach in ein dokument kopiert und seit einigen monaten liegt es irgendwie brach, das abspeichern. allerdings sollte das bald nachgeholt werden.

      so gehts mir auch – das bewusste, das zu-schätzen-wissen.

      ja, mir gehts so im großen und ganzen eigentlich recht gut 😉

      • Ich weiß, was du meinst – mir ging’s ganz ähnlich. Auch, wenn ich gerade voll und ganz im „real life“ steckte – unsere Kommentargespräche hab ich trotzdem vermisst. Wahrscheinlich ist es genau das, was mich immer wieder zurückzieht. Wirkliche Worte wechseln, die über’s Wetter und das Wochenende hinausgehen. Ich ärgere mich immer, wenn der Alltag mich einholt und ich im Zeitmanagement so versage, dass ich’s dann doch alles nicht mehr unter einen Hut bekomme. Es ist so schade. Aber vielleicht lern ich’s irgendwann noch… Tut auf jeden Fall gut, wieder hier zu sein!

        Hach, ich musste 21 werden, um mal auf diesen Trichter zu kommen – aus Teenagerzeiten bleiben mir nur die Sammlungen an lustigen Zitaten, die meine Freunde und ich immer gesammelt haben. Mensch, das waren noch Zeiten. Aber selbst wenn ich heute nur in mein 2012er-Buch schaue, fühlt sich das schon ulkig an. Manche Gedanken waren vor so kurzer Zeit trotzdem noch ein wenig anders, als sie’s heute sind. Von wegen, Menschen ändern sich nicht…
        Mit Facebook bin ich bis heute irgendwie nicht recht warm geworden, auch wenn es für eine solche Nutzung, wie du sie betreibst, ja geradezu prädestiniert ist. Muss cool sein, da so durchscrollen zu können. Aber ein bisschen Backup anderswo schadet sicher nicht – nicht, dass doch mal ein Server zusammenbricht! (Jaja, Paranoia meinerseits, ich weiß.)

        So wie ich das hier gesehen habe, ist die Diplomarbeit ja auf jeden Fall geglückt – nachträglich von mir noch die herzlichsten Glückwünsche! 🙂 Freut mich, dass es dir gut geht!

        • mir gehts auch so. ich habe ja auch meine stillen und lauten phasen hier (obwohl, seit den ganzen projekten normal zumindest 1, 2x im monat, derzeit sogar fix jede woche) was los ist. aber es zieht einen dann doch wieder hin, der austausch, die neuen gedanken, das ordnen und schreiben, das zeigen, irgendwie ist es eine gewisse erfüllung oder ich weiß nicht. aber irgendwas hats, sonst würde man es nicht über jahre immer und immer wieder machen 🙂

          manchmal klappt es aber einfach nicht und am ende des tages ist es nunmal hier nur virtualität. die realität hat vorrang – egal, wodurch sie einen abhält.

          das stimmt. obwohl ich meine meist noch gut nachvollziehen kann, ich erinnere mich dann wirklich an viel, selbst an meine statusnachrichten vor 4 jahren. manche sind acuh total weg und kommen mir vor als wären sie nicht von mir. schon lustig.

          ja facebook ist halt kontrovers. man muss leider viel akzeptieren und kompromisse eingehen. aber für mich ist es einfach das perfekte medium.
          ach, diese paranoia verfolgt mich auch 😉

          JA zum glück. seit mai ist alles erledigt, doppelmag und fertig 😀

  17. I like the questions you raise here. I feel I have always taken photographs with the intent of representing what I see rather than it being a memory thing … like taking a picture that shows to me what I thought was worth remembering about a place, person or object … what it meant to me rather than a purely visual aid. That said I do increasingly find, taking so many pictures, that photos from even a relatively recent shoot can hold strong evocation for me … as though I am only then living that moment … that memory.

    Confused?

    I am 😉

    • it’s both things: i like to show people what i see (that’s why i’m blogging 😉 ) but i also like having those precise memories. it’s kind of a strange thing but it reminds me that i’m doing something in my life as i forget so quickly what i did last week or last month. then i often feel like i’ve wasted my time but when i’m looking at the pictures i’ve taken i see that actually i did something. that might sound confusing i’m not sure if you know what i mean 😉

  18. Liebe Paleica,

    ich bin ja wirklich ein sehr zerstreuter Mensch. und finde deine Überlegungen und Erläuterungen sehr treffend. Besonders wenn ich sehe, wie schnell die Zeit doch wieder vergeht.
    Das Jahr ist schon wieder fast vorbei, der Herbst kommt und was war? Kommt mir vor wie ein Wimpernschlag. Das Durchblättern meines Fotoarchivs hilft mir all das zu bewahren und mich bei regnerischen Tagen zu erinnern.

    Ich hoffe ich kann mich noch ganz lange erinnern, ganz lange Momente festhalten die mich bewegen, inspirieren oder einfach erfreuen.
    Und ich finde es schön, all das immer wieder mit Menschen wie dir zu teilen. Schön, dass du immer wieder den Weg zu mir findest. 🙂

    Liebe Grüße
    Janine

    • es geht mir genauso. als wäre erst gestern silvester gewesen. und dann ist es auf der anderen seite auch schon wieder sooo lange her.
      das kann ich nur zurückgeben. ich bin gern auf deinem blog und ebenso sehr freue ich mich, dich hier zu lesen!

  19. Wir halten heute alle Erinnerungen im Bild fest, früher haben wir so manches im Gehirn abgespeichert, um es dann, vielleicht bei einem guten Glas Wein, wieder hervorzukramen. Heute braucht man nur seine Dateien durchsehen, Auch wertvoll, aber anders.

    • bei mehreren gläsern wein kommen auch heute noch viele, viele erinnerungen und gedanken, die von mir aus auch gern verborgen bleiben könnten…

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