Blogvorstellung: Markus Kuhnograph

Vor einiger Zeit habe ich Markus von kuhnographotography kennengelernt. Ich bin durch Zufall über seinen Blog gestolpert, habe mich durch die Beiträge geklickt und ein bisschen kommentiert und daraus ist eine mittlerweile schon persönliche und wirklich interessante Kommunikation entstanden. Vor kurzem war er so lieb und hat mich auf seinem Blog vorgestellt und mir ein paar spannende Fragen gestellt. Dem wollte ich natürlich nicht nachstehen und bin auf den Zug aufgesprungen.

Markus fotografiert wie ich „quer durch den Gemüsegarten“. Allerdings mehr Menschen, aber auch Natur und Makro. Und Wasser 🙂 Ich habe mir ein Foto ausgesucht, das mir bei ihm besonders gefallen hat – vielleicht, weil auch ich immer auf der Jagd nach solchen Motiven bin und noch nicht das „perfekte“ Bild machen konnte. Vielleicht, weil es etwas von Fantasy hat, von Narnia und Mittelerde und einen davonträumen lässt, mit den Füßen im weichen Moos, der Duft von dichtem Wald und das Rauschen eines kleinen Bachs mit der Mystik des schwachen Lichts.

markus-kuhn_wasser

  • Hallo Markus, wir möchten dich kennenlernen: beschreibe dich in 3 Eigenschaftsworten!

offen, ehrlich und umgänglich (das wären 3 positive, negative gibt es nicht ;-))

  • Du hast ja schon einmal geblogged, warst dann ein weilchen „weg vom Fenster“ und bist wiedergekommen: warum?

So richtig gebloggt im wörtlichen Sinne habe ich vorher nicht. Es war eigentlich eine reine Fotohomepage ohne Text und nur mit Bildern. Dort waren hauptsächlich Portraits, Hochzeiten und Familienbilder zu finden. Die Pause begann im August 2013 und das hauptsächlich wegen der Geburt meines Sohnes. Geplant waren 3 Monate Pause, es wurde jedoch ein ganzes Jahr. Grund dafür waren größere, gesundheitliche Probleme die ich aber inzwischen wieder im Griff habe. Und da haben wir dann auch den Grund fürs „Comeback“… Ich wollte im August 2014 wieder voll einsteigen und mich weiter entwickeln. Und da kam mir die Idee zu bloggen und damit verbunden, die Möglichkeit meine Motive auf andere, neue Bereiche auszuweiten.

  • Wenn du dir ein Suchwort aussuchen könntest, mit dem dein Blog an erster Stelle gefunden wird: welches wäre das?

Natürlichkeit. Das war es und ist es immer schon was ich mit meinen Bildern vermitteln will. Keine künstlichen Posen und kein künstliches Aufwerten von „normalen“ Bilder durch Bearbeitungsprogramme. Die Person(en) soll(en) sich vor der Kamera wohlfühlen und die Motive möchte ich so ablichten, wie ich sie in dem Moment sehe. Das klingt jetzt wie aus nem Fotografiehandbuch, ist aber tatsächlich auch mein Empfinden. Und es ist mir wichtig, das andere und vor allem ich selbst diese Eigenschaften in meinen Bildern erkenne(n) bzw. entdecke(n).

  • Der Hauptfokus deines Blogs ist die Fotografie: was siehst du in ihr und was ist dir das wichtigste in deinen Bildern? Was möchtest du, dass andere darin sehen?

Die Fotografie ist für mich eine Möglichkeit, Dinge einzufrieren und zu archivieren. Mein Gehirn funktioniert mittlerweile fast nur noch anhand von Bildern, genauer gesagt anhand von Fotos die ich selbst gemacht habe. Es gibt soviel schöne Dinge und Momente in unserem Leben. Und ich bin ein Sammler dieser Dinge und Momente, nicht nur über das anschauen und warnehmen sondern auch über das bildliche festhalten.
Es macht mir Spaß, diese Momente zu teilen und evtl. sogar einem Menschen eine Freude damit machen zu können. Wichtig ist mir dabei immer (wie oben schon erwähnt) die Natürlichkeit die der Betrachter hoffentlich wahrnimmt…

  • Du hast dich an diese Sache gewagt, ein 365er-Projekt. Was hat dich dazu bewogen und wie geht es dir damit? Was hast du bisher für dich daraus mitgenommen?

Angefangen hat alles nach meiner Auszeit bzw. kurz nach meiner Genesung. Ich war voll motiviert und suchte dauernd Gründe die Kamera in die Hand zu nehmen. Es waren fast schon Entzugserscheinungen… Und dann las ich was über ein solches Projekt und war irgendwie sofort begeistert. Obwohl dieser Trend ja schon recht lange im Internet kursiert war ich mir sofort sicher, dass ganau das die Gelegenheit ist, mein „Hoch“ mitzunehmen bzw. auszuneutzen und so wieder zur Fotografie zu finden. Und es hat funktioniert. Ich habe mich davor nie an Langzeitbelichtungen, Makros oder Naturbilder gewagt. Ich war schon versteift auf Menschen und Portraits. Aber das Gefühl in mehrere Bereiche einzutauchen ist großartig!!

  • Persönlich gefragt: welche Eigenschaft, die du selber an dir nicht wegdenken kannst, passt eigentlich sonst gar nicht zu dir?

Da kann ich es kurz machen: ordentlich… (im Sinne von aufräumen)

  • Welche drei Dinge willst du „am Schluss“ unbedingt erlebt haben und welche drei Dinge, die du dir für dein Leben vorgenommen hast, konntest du schon „abhaken“?

Puh, also erleben möchte ich noch: eine Reise nach New England, mindestens ein Enkelkind zu haben und bei einem Konzert meiner Wahl backstage fotografieren zu dürfen. Und was ich schon abgehakt habe: Eine Hochzeit, Kinder und eine Familie, in die USA zu reisen und New York zu sehen und mein erstes Auto vom eigenen Geld gekauft 😉

  • Da du ja auch so ein Musikliebhaber bist, mache ich einen kurzen Abstecher in eine andere Thematik: welche Band/welcher Song/welcher Musiker, egal, welches musikalische irgendwas hat dein Leben am meisten bereichert, dir aus einer schweren Stunde geholfen, dir Erkenntnis gebracht?

Also zuerst denk ich bei solchen Fragen immer an Ben Howard. Da gibt es den Song „Old Pine“. Den Song kenn ich jetzt schon einige Jahre und liebe ihn. Aber er hat mich vor allem in meiner schlechten Phase immer irgendwie begleitet und auch manchmal geholfen gewisse Tiefen besser zu ertragen. Erwähnen muss ich auch unbedingt noch ein paar Songs von Guns N‘ Roses die mich in meiner frühen Jugend begleitet haben und meinen Musikgeschmack in mancher Hinsicht auch geprägt haben (don’t cry, live and let die und you could be mine). Und der Werbesong von Nikon, „Welcome home“ von Radical Face. Ein Lied das ich immer mit der Fotografie verbinden werde.

  • Was würdest du in deinem Leben machen, wenn du keine Angst davor hättest?

einen Bungee Sprung

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Zum Schluss hat sich Markus noch ein Bild ausgesucht, das für ihn Bedeutung hat:

markus-kuhnograph_babybauch

„Das Bild hat für mich eine sehr intensive, persönliche Bedeutung. Abgebildet ist eine sehr wichtige Person in meinem Leben für die ich kurz vor dem Geburtstermin ihres dritten Kindes Familienbilder gemacht habe. Leider verstarb ihr drittes Kind wenige Tage nach der Geburt. So wurde dieses Bild für mich eine Art Sinnbild dieser unfassbaren Tragödie…“

Wer nun neugierig geworden ist, schaut am besten einmal direkt auf kuhnographotography vorbei! Es lohnt sich!

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PS: Für alle Neugierigen: ich war übers Wochenende in Paris. Mehr dazu später 🙂