Blogparade: Vom Heimkommen

Ariane von heldenwetter.de hat eine sehr schöne Blogparade ins Leben gerufen, die noch bis 13. August läuft. „Vom Heimkommen„. Die Fragen, die sie dazu stellt, sind folgende:

  • Wie erlebst du die letzten Tage auf einer Reise? Wehmut, Freude, Angst oder gemischte Gefühle?
  • Wie fühlt es sich für dich an, nach einer gewissen Zeit auf Reisen oder im Ausland wieder nach Hause zu kommen? Wie ist es, im Alltag wieder einzusteigen?
  • Hast du beim Heimkommen das Gefühl, dich verändert zu haben? In welchen Momenten wird dir das klar?
  • Bist du auch schon einmal nach einer Reise in eine Art Loch gefallen? Wie hast du dich davon wieder erholt? Hast du Tipps, wie andere mit dieser Erfahrung umgehen können?
  • Mit sich selbst auseinandersetzen oder gleich zur nächsten Reise aufbrechen – was ist besser, um den Post-Travel-Blues zu vermeiden?
  • Wie verarbeitest du deine Reise-Eindrücke? Ordnest du Fotos, machst du Vortragsabende vor Freunden oder Familie, schreibst du ein Buch?

Und wann eignet sich die Teilnahme an einer solchen Blogparade besser, als wenn man gerade eben heimgekommen ist? Also los!

Wie die meisten von euch wissen, bin ich kein „klassischer“ Reiseblogger. Ich bin auch kein Traveller und schon gar kein Globetrotter. Ich bin nur jemand, der gern ein Stückchen Herz an anderen Orten verliert und so durch Fotos immer wieder in der Erinnerung dahin zurückkehren kann. Nachhause, in die Ferne.

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Heimkommen ist so eine Sache. Während es mich früher so gar nicht in die Welt hinaus zog und heimkommen immer wieder das Schönste war, ist meine Bucket List nun zu lang für ein einziges Leben, in dem auch noch Arbeit und vielleicht eines Tages Familie Platz finden sollen. Gleichzeitig lassen es die Umstände meist nicht zu, soviel zu reisen wie man gerne möchte. Steht jedoch wieder ein Trip auf dem Plan, ist der auch irgendwann vorbei und dann folgt der Blues auf dem Fuße.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es nicht immer relevant ist, wie lange oder wie weit man weg war, sondern wie sehr man sich auf „dort“ eingelassen hat. Wie sehr man sein Herz geöffnet hat um die Eindrücke des fremden Ortes aufzusaugen. Wieviel von „dort“ man auf einmal daheim findet. Wie sehr man wirklich weg war.

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Meist ist es erst einmal so, dass ich mich zum Schluss aufs Nachhausekommen freue. Der Blues setzt erst ein, wenn ich tatsächlich wieder daheim bin, die erste Euphorie, mit der man allen vom Erlebten erzählt, abgeklungen ist, die Bilder bearbeitet sind und einen der Alltag wieder geschluckt hat. Wenn so etwas wie Gewöhnungseffekt beim 6:10-Weckerläuten eingekehrt ist.

Dann geht es ans Kalenderblättern. Wann gibt es noch freie, unverplante Wochenenden? Wie ist grade der Rückenstatus? Was könnte man denn eventuell zeitlich, finanziell und körperlich noch unterbringen? Welche Städtetrips wären grade im Angebot? Billige Flüge? Sollte die Suche erfolgreich sein und die nächste Reise gebucht werden, kann ich mich zufrieden zurücklehnen und die Vorfreude mit mir mitschwingen lassen.
Lässt sich da nichts organisieren, wird – meist inspiriert durch irgendwelche fernwehauslösenden Facebookseiten – Google Maps geöffnet und und eine beliebige größere Reise geplant – „für später einmal“.

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Das ist die schlimmste Phase. In der es an mir zieht und zerrt, in der ich die Koffer packen und abhauen möchte. Über alternative Lebensentwürfe nachdenke, über Jobs, die mir mehr Zeit lassen, vielleicht doch digitaler Nomade werden, oder Schriftsteller, oder einen Job finden, der räumlich unabhängig ist?

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Irgendwann legt sich dieses Ziehen in der Brust. Dann bin ich wieder daheim angekommen. Dann betrachte ich lächelnd Bilder von vergangenen Reisen, erstelle ein Fotobuch und stöbere in Fotokollektionen anderer, lasse mich inspieren und denke mir „Vielleicht, irgendwann, bald?“