Spanien mit Apfelaugen & Gedanken über die Bedeutung von Reisedestinationen

Vorweg eine kurze Frage: hat letztens etwas mit meinem Feed nicht geklappt? Oder fandet ihr den Blogbeitrag zum Thema „Heimkommen“ einfach nicht interessant genug oder sind alle grade auf Urlaub? Der Beitrag lag mir persönlich nämlich sehr am Herzen, während die Reaktion, naja, sehr überschaubar war. So wenige Rückmeldungen bin ich sonst einfach nicht gewöhnt – und lieber einmal mehr gefragt 🙂

Ich bin nun mehr oder weniger wieder wirklich im Alltag angekommen. Die erste volle Arbeitswoche geschafft, die hoffentlich allergrößte Hitzeperiode überstanden, den Großteil der Fotos gesichtet, bearbeitet und in Blogbeiträge sortiert, fehlen noch die Worte, um euch alles zu zeigen. Bis dahin gibt es einen Vorgeschmack vom Apfel, eine kleine Reise querbeet durch alle Stationen, an denen wir gehalten haben. Außer Tanger – aber das ist eine andere Geschichte.

Spanien

Die erste Galerie zeigt euch Bilder von unserer Spanien Kreuzfahrt: Càdiz, Màlaga, Cartagena und Valencia.

Mallorca

Hier noch ein kleiner Eindruck von unseren Tagen auf Mallorca. Valldemossa, der Ausblick aus unserem Zimmer, das türkisblaue, glasklare Wasser, Capdepera, unser Lieblingsplatz, unsere Lieblingsbucht, Madame Paleica und der Schicksalsberg 🙂

Der Grund, warum wir uns in diesem Jahr (wieder) für diese Destination und für eine Schiffsreise entschieden haben war vordergründig mein Rücken. Ich konnte nicht einschätzen, wieviel er mitmachen würde und in dieser Kombination wusste ich, dass im Notfall der nächste deutsch sprechende Arzt nicht allzu weit sein würde. Ohne dieses Hindernis wäre es vermutlich eher ein europäischer Roadtrip geworden, Schottland vielleicht, oder Portugal oder Kroatien, vielleicht Island? Aber je näher unser Abflug kam, umso mehr freute ich mich, heuer wieder auf die „gemütliche“ Art zu reisen. Am Schiff einchecken ist immer wie nachhause kommen. Man kennt den Hausgebrauch, man weiß, wo was zu finden ist, man bezieht sein Zimmer und wacht doch jeden Tag wo anders auf. Und Mallorca ist – Mallorca eben. Eine im Grunde wundervolle Insel, die eigentlich ganz unfairerweise einen miserablen Ruf unter Reisenden genießt, obwohl sie doch soviel Schönes zu bieten hat.

Langer Rede, kurzer Sinn: meine Reise (oder nennen wir es: mein Urlaub) heuer war nichts Abenteuerliches, nichts super-Individuelles, nichts Exotisches. Und ich hatte ständig das Gefühl, mich dafür rechtfertigen zu müssen. Letzte Woche bin ich über einen (ansonsten eher unnötigen) Artikel eines Touristenforschers in der ZON gestolpert. Dort erwähnte eben dieser genau das: „Doch man relativiert den Urlaub immer ein Stück weit, sofern er nicht in exotische Länder geht.“

Ich glaube, dass es nämlich zwei Arten von Reisenden gibt: die klassischen Urlaubstouristen und die – nennen wir sie mal – Erlebnistouristen. Während die einen gern im All-Inclusive Club am Strand liegen (überspitzt gesagt) und an das Reisen an sich nicht allzu viele Gedanken verschwenden, wollen die anderen möglichst viele Eindrücke mitnehmen: Kultur, Kunst, Kulinarik, Natur oder sonstiges. Um es zu erleben, zu speichern – und nachher auch zu teilen. Gehört man also ganz grundsätzlich irgendeiner Ausprägung der zweiten Gruppe an und kommt auch in Kontakt mit anderen Individuen dieser Gruppe, passiert eben genau oben genanntes Phänomen.

Und ich sage heute dazu ganz offiziell: ich mach‘ da nicht mehr mit! Es gibt – in meinen Augen – nicht „die richtige Art zu reisen“. Reisen sind anscheinend zum Prestigeobjekt unserer Generation geworden. Niemanden interessiert, welches Auto du fährst, was auf deinem Gehaltszettel steht oder wieviele Dachterassenquadratmeter deine Altbauwohnung hat. Es gilt, möglichst viele, skurrile, abenteuerliche Erfahrungen in fremden Ecken der Welt gemacht zu haben. Und während man sich davon mitreißen lässt, kann es glatt passieren, dass man vergisst, was einem selbst gut tut. Darum: Schluss damit! Ich habe noch viel vor, die Welt ist unendlich groß und selbst in dem beschränkten Radius, der mich begeistert, zu viel für mein kleines Leben. Es gibt soviel zu tun, zu sehen, zu schmecken, zu spüren. Ich durfte nämlich in diesen Tagen eines erfahren: man kann Umwerfendes erleben, über sich selbst hinauswachsen und seinen Ängsten und Grenzen die Stirn bieten. Wahrscheinlich auf Bali, ganz sicher aber in Monterey, auf Mallorca, im Salzkammergut oder sogar vor der Haustür. Und darauf kommt es an.

Denn es muss nicht immer Asien sein! (Kann es aber natürlich, wenn man mag.)