Frühlingsspaziergang an der Wiener Ringstraße & Wien im Glas: um die Votivkirche

Um meinem Vorsatz treu zu bleiben, vor allem meine liebsten Bilder zu posten, wenn die Gefühle noch warm sind, bekommt ihr jetzt eine weitere Unmenge an Blühendem vor den Latz geknallt. Und ich sage euch etwas: es ist noch nichtmal das Ende der Fahnenstange erreicht, denn auch der nächste Beitrag wird sich um diesen verrücktbunten, wunderschönen Frühling handeln. Aber eins nach dem anderen – erst einmal: mein Lieblingspost!

Instagram ist ja ein Social Network, an dem sich grade die Geister scheiden. Die der Online Community genauso wie meine eigenen. Es ist im Moment wohl die liebste Community von vielen, treibt aber gleichzeitig schon abstrus (nervige) Blüten, wenn man an Bots und Algorithmen und Shadowbanning und und und denkt. Wie auch immer, die Plattform hätte nicht so ein Nutzerwachstum, wenn sie nicht auch viel zu bieten hätte. Wie das Entdecken von sehenswerten Spots in der eigenen Stadt.

Natürlich ist die Votivkirche nicht grade ein Geheimtipp. Bis dato fand ich sie fotografisch aber nicht über die Maßen interessant – denn wer fotografiert denn tourimäßig einfach mal so irgendeine Kirche in der Heimatstadt? Lasst es mich überspitzt formulieren, denn natürlich gibt es haufenweise Gründe dafür, aber ihr wisst schon, was ich meine.

Und dann kam Instagram und letztes Jahr wurden auf einmal unfassbar kitschigwunderschöne Bilder gepostet von dieser einen Magnolie vor der Votivkirche. Ich behaupte, unter den #igersvienna ist es mittlerweile eines der beliebtesten Motive – und gleichzeitig vermutlich der berühmteste Baum der Stadt.

Da ich letztes Jahr ja nicht sonderlich gut auf den Beinen war, hatte ich die Blüte verpasst. Aber nicht vergessen. Und so macht ich dieses Jahr gleich zwei Ausflüge. Bei meinem ersten, als ich es gar nicht erwarten konnte, stolperte ich zuerst einmal noch über etwas anderes:

Über diese wundervollen weißen Puschel, die die Kirche einrahmten. Dieser metaphorische Kontrast zwischen Mensch und Natur, ein Rahmen, den die Natur dem Menschen gibt.

Natürlich darf man sich nicht der Illusion hingeben, ich wäre allein auf weiter Flur gewesen. Nein, natürlich standen da 5 andere Instagrammer und hampelten ebenfalls um den Baum herum, um den perfekten Blickwinkel zu entdecken. Aber: wayne? Schön bleibt schön, auch wenn es vielen gefällt!

Nach gefühlten 1000 Fotos (es waren vielleicht 30), ließ ich meinen Blick schweifen. Wo war denn nun nochmal diese Magnolie genau gewesen? Ich vergesse von Mal zu Mal, dass Magnolien keine Platanen sind und üblicherweise recht unscheinbar und klein vor sich hin stehen. Doch ich konnte sie entdecken, die Blüten bereits Richtung Sonne gereckt, bereit, sich bald, bald zu öffnen. Aber noch nicht heute.

Ich war tatsächlich verliebt in all die bunten Blüten und ich habe in diesem Jahr glatt begonnen, eine gewisse Begeisterung für rosa zu entwickeln. Ich bin jetzt 30, ich darf das.

Dennoch stand es völlig außer Zweifel, dass es damit nicht getan war und dass ich ein paar Tage später noch einmal wiederkommen musste, um die Blüten in voller Pracht zu bestaunen und mit nachhause zu nehmen.

Quaxi meinte es gut mit mir und am Wochenende hatten wir strahlend blaues, frühsommerlich anmutendes Wetter, einen zartblitzblauen Himmel – und die Magnolie in voller Blüte.

Ich habe nun viele Worte verschwendet ohne richtig etwas zu sagen. Das ist sonst nicht meine Art. Oder ist es vielleicht meine Art? Wer weiß. Natürlich ist der Inhalt nicht besonders tiefgründig, immerhin funktionieren die Bilder diesmal auch ganz alleine und ich wollte euch nicht mit zuviel Hirnwichserei vom Wesentlichen ablenken.

Ich bin verliebt in diese Farben, ich habe mich tatsächlich zu Überbelichtung und rosa und weiß und hysterischem Gegenlicht und zartblauem Himmel hinreißen lassen. Es ging nicht anders. Es war stärker als ich. Und ich fühle mich richtig gut dabei.

Zum Schluss habe ich das Motiv – wie könnte es anders sein – noch in die Glaskugel gebannt. Und beim Betrachten dieser Bilder erscheint ganz klar in meinem Kopf:

Es war einmal…