Frühlingsspaziergang an der Wiener Ringstraße: im Blütenfieber II & ein Geburtstagspost

Tatsächlich ist es schon wieder soweit: der Geburtstag des Episodenfilms jährt sich. Am 6. April poppte ein orangenes Pünktchen in meinen Benachrichtigungen auf, um mich daran zu erinnern, dass es bereits 9 ganze Jahre her ist, seit ich Paleica auf dieser Plattform registriert habe.

Ganz zu Beginn sah es hier übrigens so aus:

WordPress hat sich inzwischen weiterentwickelt und verändert – und auch der Episodenfilm. Ich erzähle die Geschichte vermutlich jedes Jahr wieder, aber Entstehungsgeschichten von kleinen Dingen, die zu großen Projekten werden, vergisst man eben nicht so leicht. Ich registrierte ein Blog, weil irgendwie alle eins hatten. Die Cutenews-Phase hatte ich ja übersprungen, da ich zu dieser Zeit nicht mehr die Muße hatte, mich mit Programmierung auseinanderzusetzen und PHP zu lernen. Abgesehen davon, wusste ich einfach nicht, was ich jeden Tag hätte erzählen sollen. Aber dann ließ es mir doch keine Ruhe. Livejournal war zu dem Zeitpunkt kostenpflichtig und nur auf Einladung möglich – die ich nicht hatte. Myblog lief neben meiner Haupt-Seite nebenher, wollte sich aber auch nicht so wirklich für mich etablieren oder die statische Seite ablösen. Warum auch immer ich dann bei WordPress gelandet bin, weiß ich heute nicht mehr, aber mit diesem Tag begann ein sanftes Pflänzchen zu wachsen, das heute schon zu einem recht stattlichen kleinen Bäumchen geworden ist. Ich schrieb zu Anfang über Menschen, die mir auf der Straße und in öffentlichen Verkehrsmitteln begegneten, merkte aber schnell, dass mir das Talent zum Geschichtenerzählen nicht (mehr) innewohnte. Und dann kam die Panasonic Lumix mit ihrer Makrofunktion – und so veröffentlichte ich am 24.4.2008 meinen allerersten Fotobeitrag mit dem Titel „Die Wunde eines Baumes“. Der Artikel ist noch online, leider ist das Bild nicht mehr sichtbar, da ich damals den Webspace der Uni Wien verwendete, der mit meiner Exmatrikulation gelöscht wurde.

Föhrenwälder sind wunderbare Wälder. Sie sind hell und freundlich, man fühlt sich frei und sorglos.

Doch dann kommt man näher und betrachtet die Details. Man erkennt – auch hier ist nicht alles so gut, wie es scheint.

Ich begann Bilder mit kurzen, assoziativen und metaphorischen Texten zu verknüpfen und fand so für lange Zeit einen bestimmten Stil und eine Möglichkeit, mich auszudrücken, ohne zuviel Persönliches zu verraten. Und tatsächlich fingen irgendwann Menschen an, zu lesen, was ich zu zeigen hatte.

Im Laufe dieser 9 Jahre hat sich nun Vieles verändert. Allen voran ich, die Autorin – oder Protagonistin, wie ich mich hier nenne. Dass der Episodenfilm als „Drahtseilakt“ ins Leben gerufen wurde und ich damals die „Seiltänzerin“ war, erklärt einiges über meine damalige emotionale Situation. Der Blog hat mich nun über sehr, sehr viele Lebensphasen hinweg begleitet und ist als Medium zu einer Art Freund geworden.

Das Internet ist geduldig

schrieb ich schon andernorts einmal. Ein Widerspruch im ersten Blick – doch gar nicht mehr so unlogisch bei weiterer Betrachtung. So schnelllebig es ist, so schnell alles morgen verschwindet, was heute wichtig war, es ist immer da, es lässt sich immer mit Inhalten füllen, es ist seelischer Mistkübel und Denkarium.

Ich begann diesen Blog, weil ich spürte, dass sich in meinem Leben etwas anbahnte, das ich verarbeiten werde müssen. Ich sollte Recht behalten. Dieses Erlebnis begleitete mich über Jahre hinweg und ist auf unterschiedliche Art und Weise hier mal mehr, mal weniger eingeflossen. Eines weiß ich aber gewiss: ohne die Möglichkeit, hier schreiben zu können, ohne dieses Ventil, wäre es noch wesentlich schwieriger gewesen, meine Gedanken und Gefühle wieder in eine andere Richtung entwickeln zu lassen.

Heute befinde ich mich in einem völlig anderen Lebensabschnitt und in einer völlig anderen Lebensphase und daher sollen die Bilder, die ich zu diesem Anlass in die Welt hinaus puste, auch metaphorisch und symbolisch zu verstehen sein. Der Episodenfilm entstand, weil etwas zu Ende ging. Aber der Episodenfilm lebt auch, weil Neues anfängt. Und so zeige ich euch heute, im Vergleich zur Wunde einer Föhre, mit der hier alles begann, noch mehr vom puren Leben, von der frischen Lebendigkeit des Frühlings und von all dem, wie ich mein Leben heute sehen möchte.

Ich halte den Frühling in den Händen.

***

***

***

***

***

***

***

***

***