Der zwischenmenschliche Algorithmus

Im 21. Jahrhundert verstehen wir so Vieles. Wir können so Vieles erklären und abbilden, doch von den essenziellen Dingen haben wir noch immer nicht mehr als eine Ahnung.

Das, was zwischen Menschen passiert, lässt sich vielleicht nicht entschlüsseln. Der Algorithmus, der Menschen einander begegnen lässt und darüber entscheidet, was bedeutsam sein wird, was man in den lebensbegrenzenden Momenten erlebt, was unsere Seele wirklich ist.

Die einen nennen es vielleicht Zufall, die anderen Gott, andere bezeichnen es als Natur und manche sagen dazu auch einfach Energie.

Die Momente, in denen Schein und Sein verschmelzen und die Gefühle auf der Bühne ins Publikum übertragen werden. Wenn man eine bestimmte Stimme hört und der Puls schneller wird. Die innere Wärme, die entsteht, wenn man durch eine Stadt spaziert, die man liebt, die glitzernden Lichter der Weihnachtszeit bewundert oder die spät verschwindende Sonne der lauen Sommerabende auf der Haut spürt, das erfüllende Gefühl eines Gesprächs, indem wir uns wahrhaftig verstanden fühlen.

Was auch immer es sein mag, welchen Namen wir ihm auch immer geben.

Es ist auch heute noch:

Magie.

Published by

Paleica

Internetmethusalem. Schütze Aszendent Jungfrau, zwanghaft neurotisch, begeisterungsfähig, Kommunikationsjunkie, Psychotante. Ein Kopf voll Gefühl, ein Herz voll Gedanken.

32 Antworten auf „Der zwischenmenschliche Algorithmus

    1. danke liebe birgit, es freut mich sehr, das zu lesen! meistens passiert bildbearbeitung bei mir ja mehr intuitiv als bewusst, aber ich denke, die -10 grad von diesem tag sollten mitreinfließen..

  1. Ich mag vor allem den ersten Block an Fotos und das allerletzte. Echt sehr, sehr schön geworden! Tolle Lichtstimmung und diese Details… passt einfach perfekt zur Jahreszeit! 😉

  2. Es gibt keine Zufälle. Sagten schon Agatha Christie (genau, die Dame die aus Gründen sagte, Frau solle sich einen Historiker suchen) und andere. Ob es einen Gott gibt? Das reicht von etwas zu vehementer Verneinung bis zu kindlicher Bejahung… und dann wäre das Kismet, Vorherbestimmung? Vielleicht ist alles nur Chaostheorie und eine Rechenaufgabe für Statistiker? Warum lernen Männer so selten nette Mädchen im Fußballstadion und beim Militär kennen? Wieso klappen diese langfristigen Beziehungen mit dem goldbeketteten Typen, der an der Bar seinen Autoschlüssel mit Pferdchen drauf klimpern ließ, nicht oft so, wie man sich das dachte? Warum nur heiraten Akademiker relativ oft eben solche, womöglich die Studienkollegen? Wieso lernen sich Jungs und Mädels in der gleichen netten Jugengruppe mit gleichen Interessen, sagen wir mal, Ausländer verkloppen und alle Dunkelhaarigen erst mal verdächtig finden und ein paar Mordpläne schmieden, kennen? Da müssen wir kaum überzogen eine geheimnisvolle Macht bemühen… Vieles, was nach Zufall aussieht, ist gar nicht groß überraschend. Stanislaw Lem hat das sehr schön mit der Vorfahrin, die irgendwie in der Mammutscheiße ausglitt, als sie vom Vorfahren verfolgt wird, belegt.
    Es geht natürlich auch romantischer, magischer, lieblicher. Es muß auch nicht ganz so simpel ablaufen. Der Wunsch nach dem ungelösten Geheimnis wahrer Liebe oder auch Freundschaft füllt die Bücher, nicht nur gewisse Machwerke, sondern auch die großen, von Werther bis Stefan Zweigs Ungeduld des Herzens…

    1. wahrscheinlich gibt es das nicht, also das, was wir klassisch als „zufall“ bezeichnen. was es stattdessen ist, kann man eh nicht allgemeingültig beantworten, sondern nur jeder für sich finden.

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