Analoge Liebe zum Film: Schönbrunn erkunden mit der Contax

Kürzlich haben wir ein lang vorgenommenes Projekt begonnen zu verwirklichen: vor einiger Zeit haben wir viele (viele!) alte Fotosachen geerbt. Darunter 2 vollständige analoge Kameras, eine Polaroid-Kamera und eine Box-Kamera. Den ersten Pola-Ausflug haben wir ja schon an meinem Geburtstag gemacht. Die Box und die beiden analogen Geräte lagen jetzt Monate voll freudiger Erwartung im Kasten, bevor der Zeitpunkt für eine Tour gepasst hat.

Ursprünglich wollten wir zuerst die Yashica testen – da haben wir die Rechnung aber ohne den Strom gemacht (und vergessen, dafür Batterien zu besorgen). Die Contax (dürfte ein Modell aus den 80ern sein) funktioniert mit AAA-Batterien, von denen wir glücklicherweise noch ein paar rumkugeln hatten. Also: 50mm drauf, Tele eingepackt und los gings.

Denkste. Erste Herausforderung für Digitalfotografen: wie lege ich den Film ein und bringe anschließend die Kamera zum Laufen? Glücklicherweise gab es ein Bedienungsanleitung. Eine Stunde später waren wir on Tour. Aber halt – wo ist denn der Autofokus? Oh, sowas gibts hier nicht – dann also noch schnell lernen, wie man bei dem hübschen Stück manuell fokussiert. Jetzt aber los.

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So sieht sie aus, das gute Stück. (Fotos mit dem iPhone 5s)

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Ein bisschen Übungsbedarf hat das manuelle fokussieren offenbar noch…

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Der Herr Eulerich hingegen war mit der Box unterwegs. Anno – spätestens – 1930. Der Film liegt leider noch unentwickelt daheim am Tisch, da wir es noch nicht ins Fachgeschäft geschafft haben.

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Was für ein Lensflare 🙂 Die erste Bearbeitung gefällt mir besser, aber da sieht man die einzelnen Flares dann nicht mehr so schön.

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Was wir gelernt haben: das Tele ist ziemlich wahrscheinlich kaputt, von den Bildern wurde keines scharf und auch keines richtig belichtet.

Ins 50mm kommt irgendwo Licht, wenn die Sonne aus einem entsprechenden Winkel einfällt. Mag nicht perfekt sein, aber der Effekt gefällt mir irgendwie trotzdem und ist für analogen Charme in Ordnung (siehe „Eintritt verboten“).

Nach ungefähr 25 Fotos ist mir das Wissen um die fotografischen Grundlagen wieder gekommen. Blende 1,7 ist vielleicht nicht für alle Szenerien passend. In der Entwicklung gesehen: Bilder mit erwünschter Tiefenunschärfe haben wunderbar funktioniert, Bilder mit großer Tiefenschärfe nicht. Hoffen wir mal, dass das mein Blendenblackout war und nicht Schwierigkeiten der Kamera.

Alles in allem hat es Riesenspaß gemacht und ich habe mich instant in die kleine Contax verliebt. So ein analoges Set (SLR mit 50mm) will ich spätestens seit meiner Seminararbeit über Henri Cartier-Bresson haben. Auch wenns keine Leica ist. Aber man fotografiert einfach anders, die Bilder haben eine andere Ästhetik und für gewisse Dinge finde ich das einfach schön. Das Tele wird allerdings nicht bei uns bleiben. Und bald kann ich hoffentlich auch die Yashica testen. Bericht folgt dann natürlich hier 🙂