Anfang April machte ich meinen ersten Ausflug mit dem neuen Familienmitglied, der Sony Alpha 6000. Ich war ja schon länger nicht sooo happy mit der Wahl meiner Canon G15, da ich mit dem Fokus der Kamera, besonders im Nahbereich, oft Schwierigkeiten hatte und auch mit der Menüführung nicht so gut zurecht kam. Lange liebäugelte ich mit einer Fuji, der hohe Preis schreckte mich allerdings ab, zumal ich das Gerät ja nicht als Hauptkamera verwenden wollte. Dann hörte ich von der Sony Alpha 6000, machte mir auf einer Veranstaltung selber ein Bild davon und las mich in einige Testberichte ein.

Da ich ja das zweifelhafte Vergnügen habe, mehrere Messen im Jahr als Veranstalter mitbetreuen zu dürfen, entwickelte sich der Wunsch nach einem kleinen, handlichen Gerät, um nicht jeden Tag mit großem Rucksack und zumindest einer Festbrennweite und einem Zoom anreisen zu müsste (rückenunfreundlich!) und das man für ein Gruppenfoto auch mal jemand anderem in die Hand drücken kann. Wichtigstes Kriterium: Lichtstärke. So begegnete mir die Sony Alpha 6000, mit beeindruckenden ISO-Werten und enormer Autofokusgeschwindkeit (für ihre Größe) – also genau die zwei Parameter, die in den oft nicht gut ausgeleuchteten Hallen und sich unterhaltenden Menschen von Bedeutung sind. Eigentlich wollte ich noch ein Weilchen warten, aber da Amazon eine besondere Aktion anbot und es das gewünschte Gerät (in weiß) in meinem Fachgeschäft des Vertrauens nicht gab (wo ich üblicherweise alle meine Sachen kaufe, think global, act local und so!), entschied ich mich spontan. Ursprünglich war sie für meinen Vater gedacht, letztendlich machten wir dann den Tausch, Canon gegen Sony.

Mein erster arbeitsfreier Testausflug (den Messehärtetest hatte sie gut überstanden) führte mich zur vielseits beliebten und oft fotografierten Magnolie vor der Votivkirche.

Mein Fazit: Autofokus ist top. Naheinstellgrenze ist ok (Bilder dazu habt ihr schon hier gesehen). Der digitale Sucher ist nicht ganz meins aber definitiv besser als das analoge Futzelchen der Canon G15, wenn auch natürlich etwas zeitverzögert. In der Hand liegt sie gut, ich mag es, dass man am Objektiv zoomt und nicht an einem Knopf. Optisch ist sie ein Hingucker, vor allem mit meinem bunten Kameragurt. Sie ist herrlich leicht und auch für meinen Rücken problemlos tragbar, weil sie wortwörtlich kaum ins Gewicht fällt.

Was mir nicht so gefallen hat: die Zeitverzögerung, wenn man ein Bild anschauen will. Es dauert ein wenig, bis die Kamera vom aktiven Modus auf den Play-Modus umschaltet. Grade, wenn es schnell gehen muss, wenn man wissen will, ob man am Motiv etwas nachjustieren sollte, finde ich das etwas störend. Für meine mangelnde Geduld ist das manchmal eine kleine Zerreißprobe, für Menschen mit normalen Geduldsverständnis vermutlich kein Problem 🙂
Die Akkulaufzeit kommt mir im Moment nicht ganz so lange vor, das muss ich aber erst nochmal überprüfen.

Alles in allem bin ich aber sehr happy mit dem Gerät. Sie bietet einstellungstechnisch die meisten Möglichkeiten,die auch die große bietet, obwohl ich gestehen muss, dass ich grade viel mit dem Automatikmodus unterwegs bin, da dieser hier sehr intelligent agiert und meist die gewünschten (richtigen) Ergebnisse liefert. In dünkleren Räumen leistet sie mehr als die D90. Theoretisch könnte man natürlich mit anderen Objektiven erweitern, da mein Wunsch aber vorrangig war, klein und leicht unterwegs zu sein, werde ich versuchen, mir das vorerst nicht anzugewöhnen.

Was mir außerdem gefällt: die Kamera verfügt über ein bewegliches Display, was mir bei eventueller Blätter- und Tropfensuche künftig ein verrenktes am Boden robben ersparen könnte.

Sie wird für mich sicher kein Ersatz für die Große, einfach weil ich die Art und Weise zu fotografieren mit einer Spiegelreflexkamera lieber mag. Das Einstellungsdisplay, die Rädchen, es geht einfach schneller, leichter, ist übersichtlicher. Der Display der Großen ist nicht so sonnenblind, ich kann mir viel schneller ein Bild über die bereits enstandenen Bilder machen, sie liegt durch die Größe besser in der Hand und ich kann präziser fotografieren. Den Zweck, für den die Kleine eingezogen ist, wird sie aber vermutlich gut erfüllen können. Für Messen, zur Dokumentation und zur Befüllung der Social Media Kanäle (hier werde ich beizeiten wohl auch die WLAN-Funktion testen) und immer dann, wenn der Apfel nicht reicht, aber die Große zu schwer ist.

31 Comments on “Eine Runde um die Votivkirche mit der Sony Alpha 6000 inklusive Erfahrungsbericht

  1. Oh gratuliere zum Kauf! Mir gefällt sie in weiß auch total gut 😉 Wünsche dir noch viel Freude damit 🙂

    • dankeschön 🙂 muss eh mal wieder damit raus. wobei die große auch schon laut schreit. fotografieren kommt einfach viel zu kurz zuletzt!

  2. Vielen Dank für den spannenden Erfahrungsbericht. Ich habe lange Zeit mit einer Canon 5DII fotografiert, bin zwischenzeitlich aber auch überzeugte spiegellose Sony-Anhängerin. Habe dazu übrigens erst vor kurzem einen Bericht dazu verfasst. 😊

    • ich bilde mir ein, den gelesen zu haben 🙂 wobei zwischen den „großen“ von sony und der 6000 ja schon nochmal welten liegen. aber ich denke, für den zweck, den sie erfüllen soll, passt sie mir gut.

  3. Offenbar haben die Spiegelreflexkameras sehr wohl eine Daseinsberechtigung. Das merke ich jedes Mal mit meiner Systemkamera 😦

  4. Klingt als wäre das ein gute Kauf gewesen. Die Bilder sind auf jeden Fall sehr gelungen.

    Kann dich auch total verstehen. Ich liebe es mit der Spiegelreflex zu fotografieren, aber es ist mir einfach nicht möglich sie immer und überall dabei zu haben. Vielleicht muss ich mir irgendwann auch noch so eine kleine „Ersatz-„Kamera kaufen.

    Ich wünsch dir ein wunderbares Wochenende ❤

    • ja, ich muss sagen, bisher bin ich zufrieden. ein paar mankos hat sie und es wird sich natürlich erst mit der zeit zeigen, ob wir uns aneinander gewöhnen, aber ich denke, für den zweck, den sie erfüllen soll, wird sie gut passen und alles darüber hinaus ist bonus 🙂
      ja das ist es halt. ich fotografiere halt jetzt mittlerweile schon seeeehr viel mit dem handy aber man ist da in den möglichkeiten doch extrem eingeschränkt.

  5. Liebe Paleica,
    bei der heutigen Vielzahl von verschiedenen Kameramodellen muss man selber ganz genau entscheiden, wofür man welches Gerät braucht. Wir sind zwar alle immer auf der Suche nach der „eierlegenden Wollmilchsau“, aber auch und gerade im Kamerabereich gibt es die nicht wirklich.
    Jedes Teil hat seine Stärken und eben auch seine Schwächen und ich freue mich für Dich, dass Du eine für Dich gute Entscheidung getroffen hast. Die Bilder jedenfalls sind sehr gut geworden.
    Weiterhin viel Freude,
    herzlichst moni

    • ja, da hast du recht. das ist nämlich gar nicht so einfach und ich finde, es ist kaum noch möglich, wirklich einen überblick zu bekommen. was du sagst habe ich auch schon öfter festgestellt: die eierlegende wollmilchsau gibt es nicht und irgendweldche abstriche muss man immer machen. aber wichtig ist, dass das gerät zu der eigenen sicht der dinge passt und ein bisschen annäherung und gewöhnung kommt natürlich auch dazu.

    • dankeschön ❤ ich fand dieses motiv so wundervoll. leider war ich ein paar tage zu spät, aber früher hab ich es nicht geschafft.

  6. Hach Frühling!! *schwärm* Übrigens ist die Votivkirche meine Lieblingskirche in Wien. ❤
    Super, dass du so eine Freude mit deiner neuen Anschaffung hast.
    Liebe Grüße
    Nila

  7. Ha! Da bin ich auch mal vorbeigelaufen als ich mich in Wien „verirrt“ habe 😉 Ganz sicher, die Türme vergess ich nie 😉 Und jetzt zum eigentlichen Inhalt. Die Bilder sind klasse, hätte jetzt so ganz spontan nicht unterscheiden können was die Qualität angeht… Und wieder mal ein schöner Tipp für die „kleine“ die in jede Tasche passt. Da bin ich immer noch nicht fündig geworden… 😉

  8. Sehr schöner Testbericht! Hat ja wie immer alles zwei Seiten. Meiner Erfahrung nach gibt es allerdings keinen Ersatz für „die Große“! Da habe ich mittlerweile die Suche aufgegeben, wenn es mal zwickt für ein schnelles Foto muss halt das Smartphone ran, ist aber auch keine Lösung. 😉

    LG, Gerd

    • lieber gerd, ich sehe das ähnlich. zumindest im moment. ich wüsste nichts, womit ich die große ersetzen wollen würde, einfach weil sie vom handling unschlagbar ist. im endeffekt liegt es halt im detail. allerdings traue ich mich nicht zu sagen, ob die spiegellosen systeme aufgrund ihres gewichts und ihrer technischen innovationen die dslrs irgendwann einmal verdrängen. vielleicht werden sie auch koexistieren, man weiß es nicht.
      ich habe jedenfalls festgestellt, dass mein blick für motive mit dem smartphone ein anderer ist, die ergebnisse mit den unterschiedlichen geräten sind mitunter deswegen verschieden, weil mein auge anders sieht. das finde ich auch interessant.

      • Da sind wir ja fast der gleichen Meinung. Wie heißt es doch so schön, „das Auge macht das Bild, nicht die Kamera“. Alles andere ist doch dann nur eine Frage nach der Qualität und da kommen wir an unseren Großen nicht vorbei. 😉

        • du sagst es 🙂 technische möglichkeiten sind toll, manchmal sind technische einschränkungen auch sinnvoll, weil sie unser auge schulen. es gibt für alle situationen das richtige gerät und das auge kann sich durchaus auf das gerät anpassen – wenn der blick von herzen kommt 🙂

  9. Hast du super in Szene gesetzt die zwei Türme, ja ist nicht immer so einfach das richtige Gerät zu finden. Super das du was gefunden hast das dir „taugt“. Ich denke falls ich mir jemals ein Digigerät kauf würds mich auch in Richtung Fuji ProX1 ziehen 😉 . LG Peter

    • dankeschön 🙂 und ja, du sagst es. ich bin vom autofokus echt beeindruckt. war die woche ein paar minuten auf einer mohnblumenwiese, es war windig und die meisten bilder sind scharf geworden. wow.
      ja die fuji is sicher toll – war aber preislich für mich einfach in einem ganz anderen segment.

  10. Das Dilemma kenne ich nur zu gut, ich habe entweder die „große“ dabei oder halt nur das Smartphone, aber das ist echt nur eine Notlösung 😉
    Schöne Fotos!
    Liebe Grüße,
    Netty

    • seit dem 6s ist das smartphone bei mir zum glück mehr als eine notlösung und ich verwende es sehr gern und auch bewusst für eine gewisse ästhetik, aber es ist nunmal eine völlig andere art zu fotografieren. ich will mir aber jetzt angewöhnen, die sony immer mal wieder mitzunehmen.

    • 🙂 ich hab es gestern zum ersten mal wirklich genossen, dass ich nicht bäuchlings am boden liegen musste um die glaskugel zu fotografieren, sondern im schotter knien gereicht hat 😀

  11. Die Bilder sehen toll aus 🙂
    Ich habe auch seit einiger Zeit die Sony Alpha 6000,
    Ich bin soweit ganz zufrieden mit ihr, auch wenn mir das ein oder andere Manko auch schon aufgefallen ist, aber ist jetzt nicht so von Bedeutung 🙂

    Leider hab ich momentan mit der Kameraeinstellung so meine Probleme und weiß nicht genau wie ich sei einstellen soll, damit ich ganz zufrieden bin. Entweder find ichs zu dunkel, dann wieder zu hell, dann kommt es mir vor als wären die Bilder leicht verschwommen.. Ich werde die nächsten Tage mal einen Freund von mir fragen, ob er mir dabei helfen kann ^^

    Hast du eigentlich das Standardobjektiv oben oder hast du ein zusätzliches bestellt?
    LG Patricia

    • dankeschön 🙂 ich hab mich gefreut, noch die letzten reste der magnolie zu erhaschen, auch wenn es an dem tag grau in grau war. schön, dass du spaß mit ihr hast! ich hab sie auch gern. nicht als ersatz für die große, aber so zum mitnehmen wenn man grade mal wo unterwegs ist ist sie super. und der autofokus ist echt grandios.

      ich muss gestehen, ich tu mir bei der sony mit manuellen einstellungen auch schwer. bisher ist der automatikmodus aber so super, dass ich es noch nicht viel gebraucht hab. bei den kleinen kameras verwende ich das nur, wenn ich über- oder unterbelichten will, weil es meist eher drum geht, szenerien mitzunehmen.

      nein, nachdem das system möglichst klein bleiben soll damit es praktisch ist hab ich kein zusätzliches objektiv gekauft!

  12. Erst mal: gute Bilder, gute Texte!
    Seit letztem Sommer bin ich auch Besitzer einer Sony Alpha 6000, und ich bin auch sehr zufrieden mit meiner Wahl. Ich schätze besonders die Handlichkeit bei gleichzeitig sehr guten Bildern, das ist für mich persönlich am wichtigsten, da sie meine derzeitige Hauptkamera ist. Einzige wirklich große Schwäche: die Akkulaufzeit. Ohne Ersatzakku schaffe ich es eigentlich nicht.. 😉

    LG

    • hallo tobias, danke fürs lesen und herzlich willkommen hier!
      das kann ich mir gut vorstellen. ich finde schon, dass die akkulaufzeit echt ziemlich knapp bemessen ist. ein zweiter akku wird also irgendwann auf jeden fall auch bei mir auf der investitionsliste stehen.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: