Portugal: Porto mit Apfelaugen

Porto – die zweitgrößte und namensgebende Stadt Portugals, im Norden des Landes. Die Stadt, die auch dem Portwein seinen Namen gab (wenn sie auch sonst nichts mit ihm zu tun hat, der Wein selbst kommt nämlich aus dem Ort nebenan). Eine sehr alte europäische Stadt, so ganz anders als die Hauptstadt Lissabon. Nicht pastellig und nur wenig verkachelt, dafür dünkler, satter. In meiner Wahrnehmung düsterer, melancholischer als das helle, hippe Lissabon.

Porto ist klein und warm. Der Wind ist – anders als in Lissabon – warm. Die Stadt ist alt und überschaubar, viele Häuser sind düster, sie sehen fast verlassen aus und die Seitengassen sind still. Wir spüren die europäische Krise hier, in der Luft. Die Menschen sind bunt und fröhlich, aber nicht laut, sie sitzen abends draußen. Porto hat Persönlichkeit. Am zweiten Abend im gleichen Lokal werden wir wiedererkannt und herzlich begrüßt. Wir essen den besten gegrillten Fisch und die lokale Spezialität Francesinha. Wir plaudern mit anderen Touristen und fühlen uns zuhause, obwohl es so anders ist als daheim.