Ich weiß noch gar nicht, wieviel Zeit vergehen wird, bis der erste spezifische Beitrag über unsere große Reise dieses Jahr online geht. Ich bin noch relativ weit entfernt davon, selbst genug Distanz und Überblick zu haben, um einzelne Bilder auszuwählen und euch davor zu bewahren, in einer Bilderflut zu ertrinken. Daher gibt es vorerst etwas, das schon länger zurückliegt.

Vor einiger Zeit schrieb ich in einem Kommentar an Markus:

Wasser hat einfach eine besondere Aura. die Geräuschkulisse am Wasser hat etwas, das für mich enorm beruhigend ist und Wasser hat so etwas Metaphorisches. Wenn ich am Wasser stehe, fühle ich mich einfach irgendwie auf einmal mit der Welt verbunden. Aber nicht auf eine smartphone art und weise.

Dazu passend wurde mir das Wort „aquaholic“ geschenkt.

Eine kurze Pause mit den den intensiven emotionalen Themen (Spoiler: nächste Woche geht es weiter!). Diesmal aber ein bisschen Fototechnik.

Seit einer gefühlten Ewigkeit gab es hier keine Nachtstadtaufnahmen mehr. Wobei, die Silvesterbilder von 2016/17 fallen in die Kategorie, sind aber doch irgendwie was ganz anderes. Wie auch immer, ich liebe es, Städte bei Nacht und beleuchtete Bauwerke zu fotografieren. Wenn dann noch Wasser drumherum ist, macht mein Herz einen Hüpfer.

„Ist bloggen noch zeitgemäß?“ fragt die Autorin von indeedsunshine.de. „Ein Blog ist das Arschgeweih eines Portfolios“ konstatiert der Stilpirat. „Schreibt bitte wieder mehr Kommentare in Blogs“ raten socialmedia-betreuung.de. „Von Fake Accounts, müden Lesern und verloren gegangener Blog Motivation“ schreibt die Supermom-berlin.de. Öha. Ich erkenne hier Müdigkeit und Verdrossenheit und Frust über die Entwicklung, die die Bloggerwelt genommen hat und es überrascht mich überhaupt nicht.

Der Herbst ist da, der Sommer nur noch eine vage Erinnerung. Das Laub leuchtet in allen Farben und Vieles davon liegt schon braun in den Bordsteinkanten oder wird raschelnd vom Wind über die Straßen geweht. Es wird nicht mehr allzu lange dauern, bis die ersten Straßen beleuchtet und die ersten Schaufenster geschmückt werden und die Weihnachtszeit in den Fokus rückt. Doch bis dahin schwelge ich noch in sommerlichen Erinnerungen, diesmal in Graustufen, denn das Gefühl der heißen Sonne auf der Haut ist schon seit einigen Wochen verblasst.

Lissabon – war das tatsächlich erst diesen Sommer? Soviel Zeit ist vergangen, seit ich auf den Spuren der verkachelten Hausfassaden und der Pastellfarben gewandelt bin. Einen Traveltipp für Lissabon muss ich wohl nicht schreiben, die Stadt boomt seit einer Weile und im Grunde haben vermutlich die meisten dazu schon Bilder im Kopf. Wie ich das gern mache, habe ich auf meinen Spaziergängen versucht, ein paar Motive zwischen den Sightseeing-Klassikern festzuhalten und mich dabei vor allem auf ein bestimmtes Farbenset konzentriert.

Porto – die zweitgrößte und namensgebende Stadt Portugals, im Norden des Landes. Die Stadt, die auch dem Portwein seinen Namen gab (wenn sie auch sonst nichts mit ihm zu tun hat, der Wein selbst kommt nämlich aus dem Ort nebenan). Eine sehr alte europäische Stadt, so ganz anders als die Hauptstadt Lissabon. Nicht pastellig und nur wenig verkachelt, dafür dünkler, satter. In meiner Wahrnehmung düsterer, melancholischer als das helle, hippe Lissabon.

Der heurige Sommerurlaub stand für den Herzjungen und mich auf sehr wackeligen Beinen. Während ich letztes Jahr sicher war, dass ich 2016 wieder quietschfidel die Welt erkunden würde, machte mir mein Körper einen Strich durch die Rechnung und beglückte mich mit ein paar, sagen wir mal, sehr hinderlichen Wehwehchen. Diese schlossen mehrere ursprüngliche Wunsch-Ziele der Bucketlist erstmal aus (keine zu langen Autofahrten wegen dem Rücken, notfalls auf dem Landweg erreichbar und Direktflug wegen den Nebenhöhlen/dem Trommelfell, außerdem keine zu hohen Kosten wegen ein paar größerer Ausgaben des Herzjungen in den letzten Monaten). Also fiel die Wahl letztendlich auf das westlichste europäische Land: Portugal, das alle Kriterien weitgehend erfüllte und uns dazu noch die perfekte Mischung aus Städtetrips, Badeurlaub und Fotobucketlistabarbeitung bot.

Wir buchten also drei Wochen vor Abflug und bis zum letzten Tag war nicht ganz klar, ob ich fliegen konnte. Soviel sei gespoilert: ich konnte! Auf ging es in unser kleines Sommerabenteuer, ein Roadtrip, bei dem wir das Land nord- und südwärts erkunden wollten, die Stationen an den Fotospots ausgerichtet.