Go East 2017: Zadar & [Wort] Zeitlupenmomente

Ich stelle fest, dass ihr noch so wenig über unsere traumhafte Kroatien-Reise gesehen habt, obwohl sie nun schon wieder so eine Ewigkeit zurückliegt. Der Sommer ist bereits vorbei, die ersten braunen Blätter säumen die Gehsteigkanten, die Luft riecht rauer, aber die Erinnerung an die warme Jahreszeit ist noch so frisch, dass die noch warmen Septembersonnenstrahlen uns bei geschlossenen Augen noch ein Weilchen in diesen Modus zurückversetzen. Wenn ich mir die Bilder anschaue, die ich von unserem Roadtrip durch Dalmatien mitgebracht habe, wird mir auch gleich wieder ganz warm ums Herz.

Kroatien ist ein Land, das unglaublich viele Schätze verbirgt und Kontroversen beherbergt. Kroatien ist mit unbeschreiblich wunderbaren Naturplätzen gesegnet. Das kroatische Mittelmeer ist türkisblau, glasklar und karibisch warm. Die Plitvicer Seen vermitteln das Gefühl eines exotischen Dschungels und die vielen, vielen Altstädte, die durch das UNESCO Weltkulturerbe geschützt sind, erzählen unendlich viele Geschichten.

So vielseitig wie das Land ist auch seine Bevölkerung und die Reisedestinationen. In Österreich ist Kroatien vor allem für seine Partyszene in Seglerkreisen bekannt. Alkohol, schöne Frauen und lange Nächte. Doch das ist nicht das Kroatien, das ich bereist habe. Kroatien ist vielleicht ein wenig wie Mallorca. Man muss einfach nur dem Ballermann aus dem Weg gehen. Und das funktioniert wohl am besten in der Vor- oder Nachsaison. Wer also noch ein paar Urlaubstage übrig hat, dem lege ich dieses Land guten Gewissens sehr ans Herz. Denn bisher habe ich nur ein einziges Mal eine vielseitigere Reise gemacht – und das war an der amerikanischen Westküste.

Die Zeiten, die die Altstadt von Zadar am meisten geprägt haben, fanden wohl in folgender Epoche statt:

Im 2. Jahrhundert v. Chr. unterwarfen die Römer die Stadt, bauten ein Kapitol, Befestigungsanlagen, Thermen und einen Aquädukt. Nach 59 v. Chr. war Zadar römisches Municipium, ab 48 v. Chr. eine Kolonie römischer Bürger. Nach dem Niedergang des Weströmischen Reiches wurde Zadar Hauptstadt des byzantinischen Themas Dalmatien. Von da an wechselten die Herrscher der Stadt: erst fränkische, zu Beginn des 9. Jahrhunderts byzantinische. Infolge der Plünderungen durch Seeräuber begab sich Zadar um 1000 unter venezianischen Schutz und wurde von dem oströmischen Kaiser Alexios I. förmlich abgetreten.

Aber Zadar hat nicht nur tolle alte Steine. Zadar hat auch tolles blaues Wasser. Es war 2017 mein erster Blick auf das Meer und der ist immer besonders.

Außerdem gibt es einen kleinen botanischen Garten.

Auf unserem Nord-Süd-Roadtrip von Wien über Slowenien bis Dubrovnik lag Zadar quasi auf der Strecke. Da die Stadt von der Reederei unseres Vertrauens bei einer der beliebten Mittelmeer-Routen ebenfalls angefahren wird, dachten wir uns, ein Besuch wird sicherlich keine vergeudete Zeit sein – und wir behielten recht. Es war 2017 das erste Mal richtig Sommer, das erste Mal das Meer riechen, das erste Mal den Süden spüren. Es war verwirrend intensives Italien-Gefühl in einem Land, das gar nicht Italien ist. Es war der Anfang von einigen traumhaften Tagen, in denen sich dieses Land definitiv einen Platz in meinem Herzen erobert hat, weil es mich dazu gebracht hat, alles Schwere hinter seiner Grenze zurückzulassen.

Es war der Anfang einer Reihe von unbeschreiblich schönen Zeitlupenmomenten, die diesen Sommer geprägt haben.

Danke an Karina für dieses wunderbare Wort!


Pin me on Pinterest!