Go East 2017: Kroatien Unterwasser & [Wort] nachhaltig

Manche von euch haben vielleicht vor einiger Zeit das Posting über mein erstes Unterwassererlebnis gelesen. Für alle anderen: ich hatte Zeit meines Lebens so viel Angst vor lebenden Gewässern, dass es mir nicht möglich war, die traumhafte Unterwasserwelt mit eigenen Augen zu sehen. Ich habe es 2015 tatsächlich geschafft, mich dieser Angst zu stellen und arbeite jetzt Stückchen für Stückchen daran, mich meinem Traum zu nähern, diese Welt selbst zu erkunden. Heuer in Kroatien war es wieder so weit.

Ein wundervoller, leerer Strand, nur 10 Autominuten von unserem Apartment entfernt, auf der Insel Ciovo, in der Nähe von Trogir. Wunderbar klarer Einstieg, weitgehend seeigelfrei, türkisblaues Wasser und weiße Kieselsteine.

Zum Wiedereingewöhnen erstmal viel Ruhe. Und eine Krabbe.

Ein paar Tage später, unsere Lieblingsbucht in Brela, mit Schriftbarschen.

Einzelne Schwimmkünstler, die wir ein bisschen in der Bucht verfolgt haben.

Zaubermomente, in denen zwei Universen aufeinandertreffen.

Kleine verrückte Fischschwärme. Wunderschön einfallende Lichtstrahlen. Und diese unbeschreiblichen Abstufungen aller Türkis- und Blautöne.

Für Schnorchel- und Taucherfahrene mag das Mittelmeer, besonders in der Gegend, langweilig erscheinen. Aber das ist es für mich nicht. Jeder Fisch ist ein kleines Wunder, jede Krabbe ein Lebewesen außergewöhnlicher als alle Aliens, die sich Menschen je ausdenken konnten. Atmen unter Wasser, eintauchen in ein völlig anderes Universum, nur einen Schritt von meinem entfernt. Absolute Stille, in der nichts hörbar ist als der eigene Atem. In der die Zeit stillsteht und Stunden wie Minuten verrinnen. Faszination im Hier und Jetzt. Ein Stück Himmel auf Erden.


Es ist ein unbeschreiblich faszinierendes Universum, das sich uns unter Wasser auftut. Eine Welt, die der an Land manchmal gleicht und die manchmal so anders ist. Ein sensibles Ökosystem, in dem der Mensch noch keine Hochhäuser und Fabriken gebaut, aber dennoch sehr stark eingegriffen hat.

Natürlich war mir immer bewusst, dass es wichtig ist, achtsam mit diesem Planeten umzugehen. Es machte mich schon immer wütend und verzweifelt zu lesen, wie ignorant viele Nationen dabei sind, unseren Lebensraum für alle, die darauf leben, zu schützen. Und auch, wenn mein ökologischer Fußabdruck kein vorbildlicher ist, gebe ich mir Mühe, wo ich kann – denn irgendwo muss man beginnen. Ich wünsche mir, dass das unnötige Plastik aus unseren Supermärkten verschwindet und dass wir das, das wir benutzen, zumindest ordnungsgemäß entsorgen. Ich wünsche mir, dass Menschen beim Zähneputzen das Wasser abdrehen und dass jeder, der zwei gesunde Füße hat, 200m nicht mit dem Auto zurücklegt. Ich wünsche mir, dass ich mich selber bessere, wo ich heute vielleicht unbewusst und unachtsam Schlechtes tue. Ich wünsche mir, dass nach umweltfreundlicheren Alternativen geforscht wird und es den Menschen leichter gemacht wird, sich dafür zu entscheiden. Und dass die Verantwortlichen für Deep Water Horizon irgendwann ihr Karma trifft.

Seit ich meinen Kopf unter Wasser gesteckt habe, habe ich zum ersten Mal einen Begriff davon bekommen, was mit der Verschmutzung der Meere gemeint ist. Es krümmt mir den Unterleib zusammen, wenn ich lese, dass Wale sterben, weil ihr Magen voll von menschlichem Unrat ist. Es drückt mir die Luft ab, wenn ich sehe, wie sich Delfine in Fischernetzen verfangen und verenden und es bricht mir das Herz, wie Haie mit eingewachsenen Angelhaken in den Flossen leben müssen oder mit abgeschnittenen Flossen zurück ins Meer geworfen werden.

Natürlich bin ich keine Heilige und schade mit meinem Lebensstil oft der Umwelt. Das ist mir bewusst. Auch, dass es viel Verbesserungsbedarf in meinem Alltag gäbe. Manchmal frustriert es mich so sehr, dass ich das Gefühl habe, so lange Industrienationen keine Verantwortung übernehmen, ist alles andere ohnehin zwecklos. Aber wenn wir alle so denken, wird es nie Veränderung geben. Darum versuche ich, zumindest kleine Dinge zu tun, die weder aufwändig noch schmerzhaft sind. Dazu gehört für mich zu aller oberst: Plastik gehört in den dafür vorgesehen Müll. Nicht auf die Straße. Nicht in die Wiese. Und schon gar nicht ins Wasser. Plastik wird von der Natur niemals abgebaut. Es integriert sich nicht in einen Organismus. Aber es kann recycelt werden. Denn Verpackungsmaterial, Kanister, Plastiksackerl und Millionen anderer Dinge liegen bereits zu Hauf am Meeresgrund und töten täglich die Bewohner dieses magischen Universums. Jedes Ding, das wir ordnungsgemäß entsorgen, rettet vielleicht eines dieser Leben. Bitte, denkt daran.

Mein Beitrag zu Myriades Wort: nachhaltig.

Schaut dazu auch Markus‘ Beitrag 42 things I found at the beach an.


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