Meine „Idee Sommer“

Platon schrieb in seinem philosophischen Lebenswerk über die Ideenwelt. Kurz umrissen stellt er sich vor, dass in unseren Köpfen zu allen Dingen, die wir kennen, eine „perfekte Idee“ existiert, aus der wir dann reale Dinge ableiten und erkennen können. Das bedeutet also, wenn wir ein Pferd sehen, erkennen wir es als solches, obwohl das Pferd in unserer Vorstellung, wenn wir an den Begriff denken, vermutlich anders aussieht, als ein x-beliebiges, das wir in der Realität sehen. Dennoch wissen wir, dass es ein Pferd ist. Ich finde diese Gedanken durchaus spannend und entdecke doch in der Realität immer wieder Dinge, bei denen mir sofort das Konzept der „perfekten Idee“ durch den Kopf schießt. So passierte es mir bei den ur, uralten Bildern aus Kos, über die ich unlängst stolperte.

Denn das, was ich dort mit meiner ur, uralten Minolta Digitalkamera aufnahm, entspricht bis heute der „Idee Sommer“, die es in meinem Kopf gibt. Weißer Sandstrand, sandige Füße, Sonnenschirme und ein türkisblaues Meer. Orangenes Licht, das die sonnengebräunte Haut glänzen lässt und ein formvollendeter Sonnenuntergang. Diese Bilder hingegen sind übrigens analog gescannt und unterliegen dem Urheberrecht des Herrn Punkt.

Auch wenn es in diesem Jahr – nicht wie damals – zwei schulfreie Monate für mich gibt und mein Urlaub bereits verbraucht ist, habe ich mir vorgenommen, den Sommer, dem bereits langanhaltende, hohe Temperaturen prophezeit werden, richtig zu erleben. Ich will die nächsten drei Monate das Tempo wieder ein bisschen drosseln und mir neben all den unvermeidlichen Verpflichtungen und all jenen, die ich mir zusätzlich selbst auferlegt habe, Momente zum Abschalten finden. Abends an den See fahren und am Wochenende raus aus der Stadt, ans Wasser oder auf die Berge. Das leichte Leben wieder entdecken, das mir bei all dem Fokus auf den Mut ein wenig abhanden gekommen ist und mir für diese Zeit die Gelassenheit aus 2017 wieder ein wenig an die Fahnen heften.

Der Welt zusehen und dabei spüren, wie sie sich dreht.

***

Der Mond und die Dampfwolken über dem Festivalparkplatz haben sich hier in Erinnerung an alte Zeiten hinzugeschummelt. Ich hoffe, ihr verzeiht.

Verfasst von

Internetmethusalem. Schütze Aszendent Jungfrau, Freudianer, Tolkienist, Freizeitfetischist, zwanghaft neurotisch, begeisterungsfähig, Kommunikationsjunkie, Träumermädchen. Ein Kopf voll Gefühl, ein Herz voll Gedanken.

34 Kommentare zu „Meine „Idee Sommer“

  1. Diese perfekten Ideen kommen ja manchmal auch von perfekten Augenblicken, in der Vergangenheit erlebt, die sich aber nur schwer wiederholen lassen. Du hast selbst mal davon geschrieben.
    Für diesen Sommer wünsche ich dir einige dieser Augenblicke, die an deine perfekte Idee heranreichen.
    Liebe Grüße. Jörg

    1. ich danke dir sehr, lieber jörg! ja, einige dieser augenblicke wären schön. ein paar davon durfte ich schon einsammeln und ich hüte sie wie einen schatz!

  2. Auch die Vergangenheit war nicht immer perfekt. Aber wir erinnern uns an die perfekten Momente und das ist ganz gesund so.
    Ich wäre nur froh, wenn der Sommer nicht so klebrig heiß werden würde, wie in den Jahren zuvor. Ich kann mich nämlich an Sommerregen erinnern.

    Schöne Sommerzeit!
    LG Sabienes

    1. nein, die vergangenheit war genauso viel oder wenig perfekt wie die gegenwart. die erinnerung verklärt halt vieles. dennoch weiß ich noch, wie es sich angefühlt hat, als ich meine zehen in diesen weichen, weißen sand gesteckt habe…
      klebrig heiß, das wird uns zumindest heuer nicht erspart bleiben. es entwickelt sich schon sehr danach… mein vorsatz ist, mir wenn möglich genügend abkühlung zu suchen und das beste draus zu machen.

      meine liebe, ich kann bei dir nicht kommentieren 😦 😦

  3. Ich hoffe hingegen, dass wir diesen Sommer auch im Norden mal ordentlich verwöhnt werden. Den letzten Monat sah das schon ganz gut aus. Ich brauche auch mal wieder einen tollen langen Sommer, den man genießen kann und wie du schreibst, einfach mal entschleunigen und die Seele baumeln lassen. Genießen, viele warme Tage. Und nicht dieser Stress, weil es einmal 2 Tage schön ist und man alles gleichzeitig erleben muss.

    1. ich drücke euch die daumen! ich habe schon gelesen, dass ihr diesmal ganz gut mit dabei seid. bei uns ist ja seit fast 3 wochen wirklich sommerliches badewetter. verrückt – so einen mai hatten wir zuletzt glaube ich vor 15 jahren.

  4. Liebe Paleica,
    die Suche nach Perfektionismus verstellt uns oft den Blick für den wunderbaren Augenblick.

    Alfred Polgar sagte:
    „Lebenskünstler ist, wer seinen Sommer so erlebt, dass er ihm noch den Winter erwärmt.“

    Sei also in diesem Sommer eine Lebenskünstlerin. ♥
    Herzlichst
    moni

    1. liebe moni, ich danke dir für dieses schöne zitat! ❤ ich denke auch, dass man achtsam sein muss in seiner wahrnehmung, weil man viel kleines glück verpasst, während man auf das große wartet.

  5. Oh ja, deine Idee Sommer teile ich aus ganzem Herzen und mit Sand zwischen den Zehen und Salz auf der Haut. Grüße aus Athen, wo der Sommer uns und Platon zum Schwitzen bringt…

    1. genau das! ach, das meer, das ist halt doch der inbegriff von sommer.
      athen, auch ein flecken erde, den ich eines tages mit eigenen augen sehen muss. soviel geschichte, die dort liegt.

  6. Wunderschöne Aufnahmen!!! Und ja, da kommt wirklich ne Menge Sommer rüber! Ich möchte das ähnlich angehen und auch mal drosseln. Das Tempo… Und sich einfach mal wieder ein bisschen Zeit lassen. Eine schöne Idee die in den letzten Tagen witzigerweiße in mir gewachsen ist. Schön das Du mit diesem Beitrag mal wieder direkt in meine Gedanken eindringst 😉 Danke dafür und Dir einen wundervollen Sommer!!

    1. viiielen dank! schon unglaublich, was man mit tollen motiven machen kann, selbst wenn man die schleißigsten kameras hat 😉
      tempo drosseln und zeit lassen ist ganz bestimmt eine super idee. ich rase ja auch schon wieder durch die gegend, allerdings merke ich, dass ich den speed nicht mehr lange aushalte. ein bisschen noch, dann darf ich hoffentlich wieder etwas zur ruhe kommen…
      danke für deine worte, das freut mich sehr!

      1. Ein weiterer Beweis dafür, dass neben dem Motiv halt doch das Auge die größte Rolle spielt, Kamera ist und bleibt (fast) völlig egal 😉

      2. 🙂 wenn man sich sozusagen „nach der decke streckt“ und versucht, das optimum aus dem gerät rauszuholen, das man dabei hat, kann man zawr nicht jedes motiv umsetzen, wie es im kopf erscheint, aber man kann mit kleinem gepäck trotzdem viele tolle augenblicke festhalten und das ist ja durchaus etwas wert 🙂

  7. Genau so will ich dich hören und erleben! Mach das man, so wie du es dir vorgenommen hast! Ich freu mich auf Sommerbilder ala *vor der Hautür* ! Spannend! ❤

  8. Das sind wunderschöne Fotos, die du da hast! Ich hab mir auch vorgenommen, das meiste aus meiner freien Zeit herauszuholen. Und so gehe ich z.B. nach der Arbeit noch gerne zum See. Dann fühlt es sich wie Urlaub an, obwohl ich keinen freien Tag hatte. 🙂

    Alles Liebe,
    Claudia von http://thatsmeonline.net/

    1. dankeschön ❤ und wenn man bedenkt, wie alt sie sind und mit welcher kamera sie aufgenommen wurden… das fasziniert mich einfach irgendwie.
      mit dem see geht es mir übrigens auch so. ich habe zwar keinen in gehweite, aber immerhin trotzdem in nach-der-arbeit-weite. und den abend am wasser ausklingen lassen fühlt sich einfach ganz anders an, nach abschalten und pause.

  9. Sehr schöne Fotos. Hier in meiner Grillstube (Dachgeschosswohnung) ist’s auch schon „Sommer“. Natürlich nicht vergleichbar. Bring uns Sand vom Strand mit und viele schöne Berichte!
    Laß es im Dschungel schneien, Andreas
    https://dschungelpinguin.com -leider im Moment offline-

    1. ich habe tatsächlich sand vom strand mitgebracht. der wurde an der handgepäckskontrolle dann auch hardcore durchleuchtet. erst im nachhinein ist mir eingefallen, dass die das ja auch für koks oder sprengstoff halten könnten. freundlicherweise haben sie mir dann aber geglaubt, dass es nur sand ist und mich meine flasche mitnehmen lassen.

    1. danke meine liebe! im moment zerrt es noch an allen ecken und enden an mir, ich hoffe, das legt sich noch. es scheint grade eine zeit zu sein, in der viel unterschwelliges aufbricht…

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