Eine Hymne ans Empowerment

Ich will nicht gehorsam,
gezähmt und gezogen sein.
Ich will nicht bescheiden, beliebt und betrogen sein.

Und will ich die Sterne, dann finde ich selbst dorthin.
Ich wachse und lerne und bleibe doch wie ich bin.
Ich wehr mich, bevor ich mich verlier!
Denn ich gehör nur mir.

Und willst du mich finden, dann halt mich nicht fest.
Ich geb‘ meine Freiheit nicht her.
Und willst du mich binden, verlaß ich dein Nest
und tauch wie ein Vogel ins Meer.

Ich warte auf Freunde und suche Geborgenheit.
Ich teile die Freude, ich teile die Traurigkeit.
Doch verlang nicht mein Leben,
das kann ich dir nicht geben.
Denn ich gehör nur mir.

Bald 20 Jahre ist es her, dass diese Zeilen teil meines persönlichen Soundtracks wurden. Wie das so ist mit diesen Aufnahmen, die man wahrscheinlich tausend Mal gehört hat, gehen sie einem irgendwie in Fleisch und Blut über. Auch wenn man sie jahrelang nicht hört vergisst man den Text nicht und kennt die Betonung jeder einzelnen Silbe. Damals war das Schlusslied (also die Reprise davon) mein Lieblingslied, Melodie und Essenz hatten seit damals immer einen Platz in meinem Herzen ohne dass ich wusste, was es mir eines Tages bedeuten würde.

Heute bin ich einfach nur überwältigt davon, welche Brücken Musik und ihre Interpretation schlagen können, welche Gefühle bewegen, welche Verbindungen herstellen, welche Schlösser sie aufsperren kann.
Und darum, an dieser Stelle etwas, das ich in den letzten Texten noch nicht explizit gesagt habe:
Danke, Pia!
Danke dafür, dass du diesem Lied deine Stimme und dein Herz gegeben und damit so vielen Menschen Antrieb und Kraft geschenkt hast. Danke für all deine Arbeit an und mit dir selbst, die du in deinen Interviews teilst und die der goldene Kleber für meine Scherben sind.
Und: danke Michael Kunze, danke Sylvester Levay – für auf den Tag genau 27 Jahre seit der Uraufführung von Elisabeth und diesem Lied.