Go East 2017: Wege durch die Plitvicer Seen & 11 Jahre Paleica auf WordPress

Meine Blogzeit ist derzeit wesentlich begrenzter als ich das mag. Meine verbliebenen Leser wissen das. Als ich mich nach viel zu langer Zeit durch meine Benachrichtigungen scrollte, war auch die von WordPress dabei, die mir zum Bloggergeburtstag gratulierte. Dieser fällt nämlich auf den 6. April. Ein Widder ist er also, mein Blog. Geboren im chinesischen Jahr der Ratte. Soso. Für mich ist der „wahre“ Geburtstag jedoch der, an dem ich den ersten Fotopost veröffentlichte und das war am 24. April 2008, an meinem Schreibtisch im Haus meiner Eltern, ein Bild aus dem Föhrenwald, der auch heute noch einer meiner liebsten Orte ist.

Ein bisschen über die Geschichte – und zugleich ein paar meiner liebsten Blütenkitschmakros – gibt es im Geburtstagspost zum 9. Jubiläum. Das werde ich darum jetzt nicht alles wiederholen. Doch seit diesem Zeitpunkt hat sich wieder viel geändert. Zum Beispiel die Zeit, die ich fürs Schreiben und für die Bildbearbeitung aufbringen kann. Die Frequenz der Postings ist stark zurückgegangen, meine Kommentare sind seltener geworden. Wie bei so vielen, die hier in all den Jahren meinen Weg gekreuzt haben.

Und vielleicht ist es jetzt Zeit zu fragen: wer bin ich? Was macht mich aus? Was beschreibt mich? Und: passt das zu dem, wer und was ich sein will? Und: was trägt dieser Blog dazu bei?

Ich bin… weiblich. 32 Jahre alt. Sternzeichen Schütze. Aszendent Jungfrau. Geboren im Jahr des Tigers. Ich bin relativ normal groß und wiege etwas mehr als ich sollte. Ich habe mal hellere Haare, mal dünklere und sie sind mal länger, mal kürzer. Meine Augen sind mal grüner, mal brauner, meine Laune mal heller, mal dünkler. Ich bin die, die immer alles richtig machen will obwohl ich weiß, dass ich das nicht für mich tue. Ich bin voller Gedanken und Geschichten, voll von Liebe, Freude und auch voll von Schmerz. Die Gedanken, die gehören mir. Allesamt. Sie kommen aus dem Kopf, aus dem Bauch, aus dem Herzen. Aber die Gefühle, die sind nicht alle meine. Die kommen auch von anderen Menschen, die mich im Laufe meines Lebens geprägt haben. Das weiß ich heute. Vielleicht bin ich deswegen irgendwann dazu übergegangen, mehr auf meinen Kopf zu hören, weil mich der weniger leicht zu trügen scheint. Die Gedanken sind erklärbar. Die sind nachvollziehbar. Die haben Gründe, Kausalitäten. Aber die Gefühle, die sind einfach.

Und für diese Gefühle, für die brauche ich diesen Ort. Wenn sie zu stark werden, wenn sie zu weit weg sind. Wenn sie zu dunkel werden und zu schwer zu tragen. Wenn sie mich verwirren, wenn sie mich lähmen. Wenn die Gefühle zu Worten werden und mir die Luft abschnüren, dann öffne ich eine Schleuse, durch das sie in dunkelgrau auf leuchtend weiß aus meinen Fingern fließen können, bis sie sich in Bits und Bites, in Pixel und Punkt hier wiederfinden.

Es ist das, was mich rettet, immer wieder, seit vielen Jahren. Dass meine Gefühle und Texte hier sein dürfen und im besten Fall jemand vorbeikommt, sie liest und mir Worte spendet, die sich mit meinen verweben und die Geschichte ein bisschen neu schreiben, die Richtung drehen und den Kurs soweit verändern, dass es weitergeht.

Ich bin ich, weil es Worte gibt. Weil es das Internet gibt. Weil es diesen Blog gibt. Weil es euch gibt. Und wahrscheinlich werde ich das immer sein.

Danke.

Zum Post sehr ihr Bilder von einem der zauberhaftesten Orte, an dem ich je war.
Die Plitvicer Seen in Kroatien, ein Ort wie im Wunderland.