Projekt 52 – Freiheit (Woche 19)

Diese Woche muss ich mal wieder auf ein Archivbild zurückgreifen. Wie soviele in der letzten Zeit sind auch diese in Paris entstanden. Aber ich warte schon seit geraumer Zeit auf ein Thema oder eine Gelegenheit, die ganzen Detail- und Makroaufnahmen zu veröffentlichen. Und diese Woche finde ich passt es sehr gut.

Das Thema lässt mal wieder Raum für ein bisschen eigene Gedanken und individuelle Interpretation (das tut natürlich jedes Thema, aber bei manchen gibt es eine offensichtliche Bedeutung und man muss für etwas weniger Offensichtliches um-die-Ecke-Denker sein und Hirnschmalz aufbringen, bei manchen muss man so oder so etwas Individuelles machen). Was ist Freiheit eigentlich? Es ist das Gegenteil von Gefangenschaft. Es ist, morgens aufzustehen und sich selbst fragen: ‚Was möchte ich heute gerne machen?‘. Es ist keinen Zwang haben. Es ist nicht auf jemanden Rücksicht nehmen müssen wenn man dazu gerade keine Lust hat. Freiheit ist, mit jemand Besonderem durch die engen Gassen von Montmartre zu gehen, mit der Kamera in der einen und einem Baguette oder einem Crêpe in der anderen Hand, sich die Sonne ins Gesicht scheinen lassen und nicht an seine Diplomarbeit oder andere Sorgenmacher zu denken.

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Freiheit ist dort, wo man durch das Gestänge des eigenen Käfigs (den man sich vielleicht sogar selbst gebaut hat, den man um sich selbst herum bauen hat lassen) nach draußen schaut. Dorthin, wo man gerne hin möchte, wo man sein möchte.

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Aber Freedom ist just another word for nothing left to lose…

28 Replies to “Projekt 52 – Freiheit (Woche 19)”

  1. Freiheit… Dorthin, wo man gerne hin möchte, wo man sein möchte.
    Das hast du gut gesagt, Paleica.

    Was ist Freiheit? Gibt es überhaupt eine Freiheit? Wenn man die Crusoe-Variante mal auslässt.
    Es ist die Möglichkeit der freien Entscheidung. Eben Dinge zu tun, zu lassen, wie man es gerne will/möchte.

    1. ich weiß nicht. ich glaube nicht, dass es freiheit gibt, weil ich denke, dass wir viel mehr durch unter- und unbewusste vorgänge gesteuert sind als wir das glauben. da ist viel mehr vorprogrammiert als wir wahrhaben wollen. deswegen denke ich, dass es freiheit für uns nur in einem sehr beschränkten rahmen geben kann.

      aber genau das empfinde ich auch als freiheit, das zu tun, was man gerne möchte. womit man sich selber wohlfühlt.

      1. Im Grunde gibt es keine Freiheit. Freiheit zu verreisen bedeutet z.B. die „Unfreiheit“ zu haben, mit einem Job genügend Geld zu verdienen.
        Die Freiheit, zu tun und zu lassen was man will, setzt ebenso die „Unfreiheit“ voraus, in seinen Möglichkeiten den Einflüssen von außerhalb Rechnung zu tragen.

        Egal wie, Freiheit findet auch im Kopf statt und somit nehmen wir uns Freiheiten ohne darüber nachzudenken, was oder wer uns diese Freiheit letztendlich ermöglicht. 😉

        1. das stimmt. sobald man in einem gesellschaftssystem lebt, ist die freiheit enorm eingeschränkt. aber auch wenn nicht – wir müssen essen, trinken, schlafen, allein schon die körperlichen bedürfnisse machen uns unfrei.

  2. Wie Du richtig meintest . Freiheit ist eine Sache der Interpretation. Ich definiere Freiheit nicht nur mit dem morgens aufstehen und „frei zu entscheiden – What to do!“ …

    Sondern ich gehe da noch eine Schritt weiter! Freiheit ist für mich, mich mit jeder Frage „frei“ auseinander setzen zu können – Beamte, wie Polizisten, Soldaten und Co (sind die besten beispiele) haben diese Freiheit nicht!

    Sie dürfen weder Ihre nicht politik-gesetz-konforme Meinung kund tuen, wie zum Beispiel an bestim. demonstrationen teil nehmen. In meinen Augen sind Sie Gefangene eines Systemes, dass Sie selber nicht beeiunflussen können – Sie sind meiner Meinung nach Sklaven einer Übermacht (Regierung) und sind stets dazu angehalten Folge zu leisten, wenn der Boss sagt „Soundso“ … da gibt es kein „Ja aber, das finde ich nicht richtig“ … sondern „indenarschkriech“…

    Freiheit ist das zu machen, das zu denken, und so zu agieren, wie man es will! Gedankenfreiheit, Meinungsfreiheit ..etc… aber über dieses Thema kann man ewig schwadronieren ..

    Gruß

    1. Ich glaube, Freiheit ist für jeden Menschen ein Begriff, den er individuell definiert. Da gibts im Grunde kein Lexikon, das sagt, Freiheit bedeutet – allgemeingültig – dies oder jenes. Und vermutlich hat es für jeden etwas damit zu tun, bei dem man selbst, das Umfeld oder etwas, das man kennt, an seine Grenzen stößt. Aber es stimmt, dass selbst in unseren demokratisierten Ländern nicht jede Person absolute Rede- und Meinungsfreiheit hat.

  3. Hi Paleica,
    erst einmal sehr schöne Fotos. Die gefallen mir beide sehr gut. Vor allem der Schärfeverlauf. Das Thema Freiheit ist wirklich frei interpretierbar. Sind wir denn alle wirklich so frei? Irgendwie ist man doch immer gebunden und hat nicht die wirkliche Freiheit alles zu machen was man will. Ich denke man ist immer irgendwie gefangen…Für mich ist das Thema wirklich schwer, weil die definition von Freiheit ja wirklich sehr verschieden sein kann.
    lg Thomas

    1. da bin ich ganz deiner meinung. aber das ist ja grade das schöne bei diesen themen, dass jeder etwas umsetzen kann, das ihm selbst am herzen liegt.
      und nein, ich glaube nicht an die freiheit. schließlich sind wir ja auch von der natur programmierte lebewesen mit instinkten und trieben. außerdem ist dann da noch unser unterbewusstsein und unser unbewusstes von dem wir nicht einschätzen können, wieviel es uns steuert. ich glaube, dass die persönliche freiheit, die wir haben, sich in einem erschreckend kleinen rahmen bewegt. und trotzdem ist es so schwer, in diesem kleinen rahmen ein bisschen frei zu sein.

  4. Die Sonne scheint (wider Erwarten), also „pfeif auf den Haushalt und raus in die Natur“ – die Freiheit nehm ich mir 😉

    Hab ein wunderschönes Wochenende, liebe Grüße!
    Eveline

    1. das ist dieser rahmen der persönlichen freiheit, über den ich mich grade vorhin geäußert habe (= viel spaß dabei!

  5. Schöne Fotos – und noch schönere Gedanken dazu.
    Freiheit, was ist Freiheit und wieviel ist sie wert? Dass Freiheit nichts anderes ist, als nichts mehr zu verlieren zu haben, ist sehr weise gesagt 😉
    eigentlich möchte doch niemand frei sein, nur für den Moment, im nächsten sehnen wir uns doch schon zurück in die warme Sicherheit des gemachten Nestes ^^, auch wenn wir das nur ungern zugeben.

    Auch ich dürste mit jedem Schluck Wärme nach kalter Freiheit, nach dem großen Ding, nach dem ungewissen Abenteuer, das mich verschluckt und neu erfunden wieder ausspuckt. Aber das Abenteuer kann ich nur voll und ganz genießen, wenn ich weiß, dass zumindest mein Herz bei jemanden ist und auch ich jemanden bei mir habe. Irgendwie. Komplette Freiheit bedeutet auch komplette Isolation.

    1. ja, janis joplin hatte zwar vermutlich da nicht mehr allzuviele helle momente, aber damit hat sie wohl ein sehr prägendes zitat geschaffen. man oszilliert immer zwischen dem wunsch nach freiheit und geborgenheit, beides lässt sich nicht vereinbaren und doch brauchen wir das eine und das andere um unsere grundbedürfnisse zu befriedigen.
      diesem letzten absatz habe ich nichts hinzuzufügen außer: du hast in worte gefasst, was ich nicht geschafft habe. danke

  6. Käfig => Freiheit – die Idee gefällt mir sehr gut. 🙂
    Ich werde diesmal aussetzen da meine Camera noch immer beim Service ist, aber in Sachen Umsetzung hätte ich einen ähnlichen Ansatz gehabt.

    Andy

    1. ohje, beim service? wieso denn? die neue?
      danke, als ich das thema gelesen hab hatte ich sofort diese bilder vor augen, die ich schon seit ich wieder aus paris zurück bin online stellen wollte, ich hab nur auf die richtige headline gewartet (=

      1. Ja, die neue 5d MKII. Bitter.
        Macht immer wieder Error 20 – scheint ein Fehler beim Verschluss zu sein, jetzt bin ich wieder auf der alten 350D aber der Unterschied ist doch enorm.

        Die Idee mit einem „Gitter“ und der „Freiheit“ im Hintergrund trifft es perfekt. Ich wollte schon den Dachboden meiner Eltern plündern und einen Wellensittich- oder Meerschweinchenkäfig zweckentfremden, aber das ist dann aus anderen Gründen nichts geworden.
        Aber vielleicht nehme ich mich des Themas noch einmal an wenn die Camera wieder zurück ist (hoffentlich nächste Woche).

        Kann ich mir sehr gut vorstellen, dass du schon darauf gewartet hast das Bild aus Paris einsetzen zu können. 🙂
        Ich finde es klasse.

      2. inwiefern äußert sich denn der unterschied zwischen den zwei kameras? ich kenn mich ja mit der technik gar nicht aus..!

        ja es gibt noch ein paar paris-makros und 3 fotostrecken die drauf warten veröffentlicht zu werden. aber ich denke, das wird alles eher erst nach dem farbe-bekennen-projekt sein.

  7. Hallo Paleica,
    schöne Gedanken und tolle Fotos dazu! Hachja….Paris…..

    Auch die dunkelgrünen Bilder – vor allem das erste!! – sind toll.

    Ja ich hab das Buch gelesen, hat mir sehr gefallen. Theaterstück? Gibt es das? Wie wollen die das denn rüber bringen?

    Ich habe eigentlich keinen „besonderen“ Job, ich arbeite im Büto – Buchhaltung, Verwaltung, alles Mögliche…..aber es ist vielseitig und ich habe ein eigenes, sehr schönes Büro, super Kollegen – daher geht ich gern zur Arbeit und bin froh darüber!
    Als Ausgleich gebe ich ab und an Tanzunterricht 🙂

    Ein schönes Wochenende wünsche ich Dir
    liebe Grüße
    Katinka

  8. Mit dem ersten Foto und dem Satz dazu hast du meine Auffassung von lebbarer Freiheit hundertprozentig getroffen…

    Kompliment³ 😉

  9. .. Wie recht du hast.. ich finde die selbst auferlegten Fesseln behindern uns an der wahren Freiheit..

    ich finde der Tod und der Himmel sind nun keine Gegensätze, sondern im Grunde ein und das gleiche.. nur der Blickwinkel müsste verändert werden. Je nachdem was für jeden Freiheit bedeutet… Für mich sind es stellenweise die kleinen Dinge, die man im Rahmen seiner Möglichkeiten, machen kann.. Die Arbeit früher verlassen, weil man Gleitzeit hat.. Essen und Trinken was man möchte.. Unternehmungen planen… :]

    Lass dich nicht von deinem Selbstmitleid runterziehen Sweety.. ich weiß, dass es sicherlich deprimierend ist und vorallem kann man sich bei der Stimmung selten an einem erfreulichen Gedanken festhalten kann.. aber versuch weiterhin dein bestes.. *daumendrück* denk an dich.. vielleicht hilft das ja schon ein wenig.. :]

    der umzug meiner Ellis steht bevor und da war ich gestern von 8.30 – 20.45 und wir haben gekramt, die neuen sachen schon inne neue whg gebracht etc.. war super anstrengend.. deswegen schreit mein körper noch immer.. *arg* man ist aber auch gar nichts mehr gewöhnt ..:]

  10. Wenn Dir schon Essen, Trinken und Schlafen die Freiheit einschränken … wüsste ich ein perfektes Motiv für diese Art von Freiheit: Eine Leiche!

    Übungsaufgabe I: Definiere Freiheit positiv!
    Übungsaufgabe II: Wiederhole Aufgabe I … 😉

    1. naja, die lebenserhaltenden instinkte schränken uns im begriff absolut freiheit schon ein. denn essen und trinken MÜSSEN wir. und sobald wird etwas müssen sind wir nicht mehr frei. zumindest seh ich das so! und eine leiche. ja, vielleicht ist ein toter körper frei. wer weiß. wir werdens alle nie erfahren =P

  11. Oder wie Sartre sagen würde: Der Mensch ist verurteilt frei zu sein, denn Freiheit ist vor allem Verantwortung. Und Freiheit ist auch Verantwortung sein Leben so zu gestalten, dass es gut ist und dass es das wird, dazu ist der Mensch wiederum frei.
    Ich finde der Sartre hat recht. Der Mensch ist eigentlich immer frei, aber es ist unglaublich anstrengend, diese Freiheit auszuschöpfen und manchmal lehnt man sich gerne zurück in seinem Kerkerchen, das zwar eine offene Tür hat, aber man sieht lieber durch die Gitterstäbe und beschwert sich über die Gefangenheit, weil das gemütlicher ist, aber frei ist man dann trotzdem 🙂
    Und manchmal da chauffiert uns einer aufs freie Feld, einfach so, weil er gerade lustig ist und dann fühlen wir uns frei und dann macht Freiheit Spaß.

    Ich finde selbst, dass das irgendwie wirr klingt.

    1. vielleicht könnte der mensch frei sein und erlegt sich seine zwänge selber auf, das ist möglich. wie ich beim geheimrat allerdings schon kommentiert habe kann ich es drehen und wenden wie ich es will, ich kenne keinen menschen, der von sich behaupten würde, sich tatsächlich frei zu fühlen. ohne zwänge, ohne druck, ohne einschränkungen.

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