Minifotoausflug in den Setagaya-Park & Blogparade „Ab morgen darfst du nochmal leben.“

Scroll down to content

Patrick von living-memory.de hat zu einer interessanten Blogparade aufgerufen: „Ab morgen darfst du nochmal leben.“ Bis 15.7. läuft sie noch. Er stellt folgende Fragen:

  • Was würdest Du anders machen?
  • Warum würdest Du Dich diesmal anders entscheiden?
  • Wie würde diese Entscheidung Dein Leben beeinflussen?
  • Was denkst Du, wo, was und wer wärst Du heute?

Los gehts!

Ich gehöre ja selbst auch zu der Sorte Menschen, die das „was wäre wenn“ und das „wenn ich das damals gewusst hätte“ und co manchmal gern zelebrieren. Darum finde ich das Gedankenexperiment interessant. Nämlich genau in dieser Art: was würde ich anders machen, würde ich wissen, dass…, denn: wenn ich den Wissensstand auch abgeben müsste, würde ich klarerweise dasselbe wieder machen, ich habe ja auch damals die Entscheidungen „nach bestem Wissen und Gewissen“ getroffen. Untermalt mit Bildern.

Schule

Gehen wir zurück zu meiner ersten (großen) Entscheidung, die ich bewusst selbst getroffen habe: nach der Unterstufe nicht die Schule zu wechseln. Ich habe das eine zeitlang immer wieder bereut. Heute würde ich es allerdings so wieder machen, denn auch, wenn es an meiner Schule nicht nur Vorteile gegeben hat, habe ich dort wunderbare Freundschaften erlebt, die ich nicht würde missen wollen und die Möglichkeit gehabt, einen gewissen Bereich meines „Ichs“ zu entfalten, der für mich bis heute wichtig ist. Diese Entscheidung bliebe bestehen.

blog_setagayapark1504-5

Meine Bedürfnisse

Etwa zu der gleichen Zeit fing ich immer mehr an, mit vielen Dingen aus meinem alltäglichen Tagesablauf unzufrieden zu sein.Aus verschiedenen Gründen habe ich es mehr und mehr für mich behalten, bin mehr und mehr im Stillen unglücklich geworden und habe innerlich viele negative Gefühle entwickelt, die mir bis heute nachhängen. Wenn ich es irgendwie könnte, würde ich das anders machen, vielleicht mehr Streit in Kauf nehmen, um meine Unzufriedenheit auszudrücken und nicht soviel Angst vor Konflikten zu haben.

Ich hätte mich selbst versucht anders zu sehen. Mich nicht von Idealbildern wahnsinnig machen zu lassen.

blog_setagayapark1504-1

Studium

Hier hätte ich definitiv den größten Bedarf, eine andere Wahl zu treffen, da die Entscheidung für das Studium einfach aus den falschen Gründen gefallen ist und ich mich darum nie wirklich damit identifizieren konnte. Heute würde ich mich von meinem Wunsch, Psychologie zu studieren, nicht abbringen bzw. mich nicht verunsichern lassen, dass es nicht das Richtige sein könnte und ich hätte es einfach ausprobiert. Die beruflichen Möglichkeiten, die ich nun ergriffen habe, wären mir dennoch offen gestanden, aber ich hätte auch die Option, in eine ganz andere Richtung zu gehen (ich hätte meine Seelenschwester nicht kennengelernt – hätte sie aber auch nicht gehen lassen müssen.)

Diese Entscheidung ist heute die einzige, von der ich sagen kann, dass ich sie definitiv „falsch“ getroffen habe – weil ich auch damals schon wusste, dass die Gründe dafür nicht die richtigen waren, sondern die „Angst, die Komfortzone zu verlassen“, gewonnen hat (ein leidiges Thema in meinem Leben). Zum Glück ist das meiste im Leben nicht „unrevidierbar“ – aber dennoch mit einigem Aufwand verbunden, den man sich erst einmal antun wollen muss.

blog_setagayapark1504-2

Liebe

Lange habe ich mir gedacht, dass ich hier eine ganz große Sache ganz anders machen würde. Heute weiß ich es nicht. Ganz darauf verzichten würde ich denke ich nicht wollen, trotz des ganzen Schmerzes, mit dem es geendet hat, aber ich habe in gewisser Weise zumindest für eine Zeit eine Familie gewonnen, die ich sonst nie gehabt hätte und die mir bis heute unglaublich viel bedeutet. Aber ich denke, ich würde mich weniger einschränken lassen. Ich würde mehr Ich sein. Auf meine Bedürfnisse aufpassen und mehr darauf pochen (wenn ich das ein paar Jahre zuvor nicht schon verlernt hätte, wäre das ja auch alles vielleicht gar nicht erst passiert?). Vielleicht hätte ich dann mehr Kraft dafür, den zweiten Anlauf zu dem Zeitpunkt zu stoppen, als ich wusste, dass er keine Chance mehr hat – nämlich kurz bevor er wirklich begonnen hat.

blog_setagayapark1504-3

Freundschaften

Ich hätte mehr Zeit gefunden, für Freunde, als ich wirklich Zeit hatte. Dies wäre dann auch kein Problem gewesen, weil mich mein Studium nicht so erschöpft und ausgelaugt hätte, weil ich mich permanent davon überzeugen gemusst hätte, weiterzumachen. Da ich mich in meiner Beziehung für mehr „Ich“ entschieden hätte, hätte ich mehr mit meinen Freunden unternommen und wäre auch mal außerhalb von Schul-Aktivitäten (bzw. danach) mit ihnen weggefahren. Ich wäre nicht die Person geworden „die nie Zeit hat“. Dies tut mir aus zweierlei Gründen leid: einerseits, weil ich Freunde damals im Stich gelassen habe und andererseits, weil dadurch Distanz in die Freundschaften gewachsen ist.

Es wäre zwar schon damals nicht mehr das gleiche gewesen wie in der Teenagerzeit, als es für mich nicht möglich war, aber es wäre noch machbar gewesen. Ich hätte weniger Angst gehabt vor dem Autofahren und wäre alleine dadurch viel freier gewesen (Komfortzonen-Alarm!).

blog_setagayapark1504-4

Reisen

Das ist tatsächlich ein Kapitel, das mich auch ein wenig schmerzt. Denn mein Interesse an Natur und Welt hat sich erst recht spät ausgeprägt. Reisen war in meiner Jugend und während dem Studium für mich kein großes Thema – „wegfahren“ war aus verschiedenen Gründen lange für mich sehr kompliziert und mir fehlte der Bezug dazu. Der kam erst mit der Fotografie und die Fotografie kam erst gegen Ende des (ersten) Studiums in mein Leben. 10 Tage Ausland waren mir damals leicht genug. Aus heutiger Sicht hätte ich die damalige Zeit gern mehr genützt. Es wurmt mich, dass ich das Angebot, die Summer School in Kanada oder Kalifornien zu machen, nicht angenommen habe, obwohl ich das eigentlich unbedingt wollte (Komfortzone lässt grüßen!). Dass ich mich nicht früher für und letztendlich generell gegen ein Auslandssemester entschieden hab. Dass ich nicht öfter mal in irgendwelchen Ferien in den Zug gestiegen und irgendwo hin gefahren bin. Dass ich nicht öfter auf Schiern stand. Dinge, für die mir heute die Urlaubstage und – zumindest was die Schi betrifft – die Begleitung fehlen.

blog_setagayapark1504-6

Mein Fazit daraus

Ich hätte mir weniger Sorgen gemacht und die schönen Momente mehr genossen. Ich hätte weniger Angst gehabt. Ich hätte mehr von der Welt gesehen. Ich hätte weniger geklammert und mehr riskiert. Ich wäre spontaner gewesen und lebenslustiger. Ich war immer zu ernsthaft, zu unentspannt, zu besorgt. Ich wäre gerne wirklich jung gewesen, als ich wirklich jung war.

Einerseits bringt es natürlich nichts, den „was wäre wenns“ nachzutrauern und dafür soll diese Reflexion auch nicht dienen. Man hat gewisse Entscheidungen getroffen – die besten, zu denen man in dem Moment in der Lage war. Bereuen nützt nichts und man wäre natürlich nicht die Person, die man ist. Allerdings ist man auch nicht immer die Person, die man sein will – und manches davon ist genau aus diesen früheren Entwicklungen entstanden. Dann denke ich, dass es sehr wohl sinnvoll, wenn nicht sogar notwendig ist, sich mit den Gegebenheiten auseinanderzusetzen und sich zu fragen: warum ist mir das heute noch wichtig? Was kann ich tun, um trotzdem zum Ziel zu gelangen? Und wenn es nicht umkehrbar ist – wie kann ich mich damit arrangieren und die negativen Gefühle loslassen? Tut man das nicht, schwingen die Unzufriedenheiten unterschwellig mit. Und machen beispielsweise Rückenschmerzen.

Das alles hört sich an, als wäre ich etwa 90 Jahre alt und würde ein wenig einem Leben hinterhertrauern, das ich nie hatte und nie mehr nachholen könnte. So ist es nicht. Aber ein bisschen auch schon. Das klingt vielleicht dekadent und abgehoben, aber wenn man das unglaubliche Glück hatte, studieren zu dürfen und die Freiheit der absoluten Selbstbestimmung kennenzulernen, dann fühlt man sich mit einem „normalen“ Job oft eingesperrt. Obwohl ich mit dem Studieren eingespannt war, da ich meine beiden Magisterstudien mit 26 abgeschlossen hatte und nebenbei meistens gearbeitet hab, war ich räumlich flexibel. Dass mir dieser Aspekt jetzt fehlt, ist etwas, mit dem ich zu kämpfen habe. Es ist schon besser geworden, aber ich vermisse die Studienzeit dennoch enorm und würde sofort wieder tauschen. Ich bin gemacht für Prüfungsstress, nicht für Alltagsroutine. Dies ist für mich leider ein typischer Fall von „man weiß es erst zu schätzen, wenn man es nicht mehr hat.“ Das Bewusstsein, wie wertvoll diese Freiheit ist, kam mir erst sehr, sehr spät, sodass ich es versäumt habe, sie entsprechend zu nutzen. Das ist etwas, das ich heute wirklich bereue – und auch nicht mehr nachholen kann. Vermutlich zerlege ich darum alles immer bis ins kleinste Detail, damit ich nach dem nächsten Lebensabschnitt nicht wieder bemerke „Hoppla, du hast ja das Wichtigste verpasst!“.

Wenn ich all das anders gemacht hätte, dann wüsste ich heute vielleicht, wer ich wäre, wenn ich hätte sein können, wie ich bin. (So bin ich jetzt daran, es langsam und Schritt für Schritt zu lernen. Und hoffentlich eines Tages zu entdecken.)

55 Replies to “Minifotoausflug in den Setagaya-Park & Blogparade „Ab morgen darfst du nochmal leben.“”

  1. Eine sehr ausführliche Reflexion. Ich kann viele Deiner Ausführungen sehr gut nachvollziehen und würde es wohl nicht genauso, aber durchaus in Teilen ähnlich schreiben! Hätte ich mich einfach früher getraut, selbstbewusster zu sein!

  2. Ein toller, lesenswerter und sympathischer Beitrag zu dem Theme. Sympathisch eben deswegen, weil Du sehr offen über die kleinen (oder großen) Fehler der Vergangenheit sprichst. Ich wünsche Dir, dass Du weiter zu dem findest, was oder wer Du wirklich bist.

    LG Thomas

  3. Deine Bilder passen toll zu deinen Gedanken – eine Menge fließendes Wasser. Viele scheint bei dir im Fluss zu sein, sich vielleicht auch aufzulösen – auf jeden Fall bist du reif und bereit für Veränderungen. Und sieh’s mal positiv – du hast dich bereits sehr gut kennen gelernt und bist bereit für weitere Entwicklungen. Und das, obwohl du ja noch ziemlich jung bist!

    Viele Menschen wursteln sich eher unreflektiert und oft sehr unglücklich durch ihr Leben, und eine Rückschau, Reflektion, die Frage „Hätt ich’s anders machen können?“ stellen sie sich (wenn überhaupt) erst, wenn sie alt sind. Und dann endet es oft mit „Das kann doch nicht alles gewesen sein ….“

    Das Leben ist ein bisschen wie eine Reise – manche ziehen einfach los und irgendwie funktioniert’s, kann sogar sehr spannend und toll sein. Bei anderen geht’s nicht so gut, die setzen sich dann mal hin, überlegen, was warum nicht so gut war, was sie vermisst haben und was gut war, planen dann vielleicht mal ein bisschen um oder reisen ganz woanders hin.

    Ich glaube, du bist jetzt genau an der Stelle angekommen, wo du Weichen stellen kannst. Und willst. Und ich wünsche dir von Herzen die Kraft, Dinge zu verändern, die du ändern kannst und die anderen so zu akzeptieren, wie sie eben sind.
    Un bei allem – viel Freude! Und weiterhin so wunderbare Bilder

    1. ja, das ist momentan wirklich richtig – obwohl nach außen hin alles ruhig ist, ist innerlich grade viel bewegung. aber das ist auch ok so und ich habe wohl in mir auch danach gesucht. momentan versuche ich eben genau das herauszufinden. es ist grade ein ende eines dieser „7-jahres-zyklen“ und rückblickend ist es da bei mir emotional immer drunter und drüber gegangen. ich merke, dass ich grade irgendwo zwischen zwei lebensabschnitten bin und dass ich für mich nicht so klar definiert habe, wo ich eigentlich gern stehen möchte. in dieser arbeit steck ich grad mittendrin.

  4. Liebe Paleica,

    Du gehst ja recht hart mit dir ins Gericht und gibst viel von dir und deinem Leben preis. Jeder macht Fehler in seinem Leben und Fehler brauchen wir um daraus zu lernen, es so nicht mehr zu machen. Das ist ganz normal und auch wichtig, es kann nicht immer alles gut laufen. Leider bin ich nicht so der zurückblickende Mensch, der sagt, ab dem Punkt hätte das Leben vielleicht ganz anders laufen können. Es ist mir zu hypothetisch. Sorry für meine ehrlichen Worte zu dem Thema.

    Liebe Grüße, Bee

    1. liebe bee, ich glaube, es muss auhc nicht jeder so ein mensch sein – das ist ganz schön anstrengend und sicherlich nicht immer positiv. bei mir ist es einfach so, dass es oft zeiten im leben gibt, in denen ich mcih plan- und richtungslos fühle oder merke, dass ich unzufrieden bin oder das gefühl hab auf dem falschen weg zu sein und nicht weiß, wie ich es ändern kann. für solche situationen ist dieses reflektieren für mich einfach unersetzlich.

  5. In wie Vielem ich mich da doch gerade wieder erkenne….(ich sag nur Komfortzone…).
    Und trotzdem bin ich kein allzu großer Freund von dem „Was wäre gewesen, wenn“ – Denken. Dem kann man sich zwar wohl nie ganz erwähren, aber ich hab irgendwann für mich beschlossen, meine Entscheidungen nicht in gut oder schlecht zu kategorisieren. Es gibt eben einfach Entscheidungen, die zu treffen sind – und man weiß vorher nie, was dabei herauskommt und genausowenig weiß man, was dabei herausgekommen wäre, hätte man sie anders getroffen. Man könnte mit anderen Entscheidungen letztlich genauso am gleichen Punkt herauskommen. Und auch wenn nicht, dann sag ich mir halt, dass dieser oder jene Punkt ja nun auch noch kommen kann und dass man zu einem früheren Zeitpunkt vielleicht einfach noch nicht bereit dazu war.
    Außerdem neigt man bei solchen Gedankengängen auch ganz stark dazu, sich mit anderen zu vergleichen. Was haben die getan während ich das getan habe? Was haben die erreicht und erlebt obwohl wir im selben Alter sind? Diese „Checkliste“ was man in welchem Alter alles getan haben sollte…. Meines Erachtens eine völlig unnötige Selbstmarterung. Menschen sind nun mal nicht gleich und nur weil man nicht alles so macht wie der Großteil heißt das nicht, dass man was falsch macht. Wir vergleichen zu viel und achten zu wenig auf uns selbst. Das macht dann letztlich Druck und hilft auch nicht dabei, sich selbst zu entdecken und zu begreifen, weil wir immer nur vor Augen haben, was wir tun sollten und uns ärgern, wenn wir es nicht können.

    Trotzdem ist es natürlich nicht schlecht, mal diese Art von Selbstreflexion zu machen. Allerdings sollte es wohl besser wirklich den Charakter eines GedankenSPIELS haben, welches einem hilft, vielleicht neue Wege zu entdecken. Es sollte nicht in einem endlosen Bereuen und Bedauern enden, damit ist einem auch nicht geholfen. Die Dinge sind wie sie sind und man kann, wenn man Veränderung anstrebt, immer nur vom Jetzt-Stand ausgehen.

    1. liebe isi, ich glaube, „was wäre, wenn“-szenarien können sehr gefährlich sein. man kann sich gut drinnen verfangen und ewig in einer hypothetischen welt hängen bleiben. das darf natürlich keinesfalls passieren. trotzdem ist manchmal die reflexion über vergangenes wichtig, um dinge in der gegenwart und für die zukunft besser machen zu können. zumindest für mich und in meinem leben. und ich kann für mich sagen, dass ich aus heutiger sicht manche entscheidungen gern anders treffen würde. da ich dies nicht kann, ist die erste frage dann natürlich: und was kann ich tun, um mein leben trotzdem dorthin zu lenken, wo ich dachte, mir einer revidierten entscheidung zu landen? an diesem punkt stehe ich wohl gerade.

      vergleichen ist mein thema eigentlich gar nicht so. meine checklisten hab ich acuh, aber das sind innere checklisten, dinge, die mir für mein leben wichtig sind. von endlosem betrauern und bedauern halte ich übrigens auch nix – das muss man auch wirklich ganz klar voneinander abgrenzen! ich denke, es ist ein heikles thema und ein schmaler grat, zwischen sein verhalten reflektieren und einen nutzen draus zu ziehen und in fantasiewelten abdriften.

  6. Das klingt, als hättest du noch eine Menge zu überdenken und zu bearbeiten. Aber: ich finde, du bist noch jung genug, um eine Menge von dem zu tun, was du ‚eigentlich‘ tun wolltest. Dir steht noch ganz vieles offen.
    (Ich habe übrigens Probleme, hier zu lesen. Wenn ich scrolle, ’swooosht‘ die Seite ganz schnell nach oben oder unten. Komisch.)
    Liebe Grüße, Ingrid

    1. ja liebe ingrid, das hab ich bestimmt. aber ist das nicht auch irgendwo sowieso eine lebensaufgabe?
      damit hast du sicher recht. aber irgendwann muss man damit anfangen 🙂

      das mit dem scrollen tut mir leid. das ist irgendwie eine art fehler in dem theme. ich weiß nicht, wie man das beheben könnte 😦

      1. Haben andere denn das Problem bei dir auch? Aber mach‘ dir keine Gedanken, ich lese und gucke trotzdem gerne bei dir.
        Ja, sicher, das ist eine Lebensaufgabe, mit der man sicher nie ganz fertig wird. Aber schon die Erkenntnis, das Sich-Eingestehen ist ein erster, wichtiger Schritt. Und du hast ja schon eine Art Analyse geschrieben. Das ist bestimmt eine gute Ausgangslage. Ich wünsch‘ dir gute Fortschritte damit.

        1. ja, leider 😦 das freut mich! das wär ja erst was, wenn ich mir wegen dem layout leser vergraulen würde O.o

          danke liebe ingrid. es ist ein spannendes und unerschöpfliches thema!

  7. Liebe Paleica, darüber kann man natürlich laaaange und schier endlos philosophieren …. 😉
    ABER: du bist, wer, was und wie du bist, WEIL du das alles erlebt, gelebt und auch nicht gelebt hast.
    UND du gehst sehr nachdenklich und reflektiert mit dir und deinem (Er-)leben um.
    Das ist etwas ganz Wertvolles und eine gute Voraussetzung, um immer weiter zu wachsen. Dinge lassen sich erkennen und entweder kannst du deinen Frieden damit machen oder durch das Bewusstwerden eine Chance auf Veränderung von Dingen, die dir veränderungswert erscheinen, erlangen.
    Vergiss nicht: das Leben findet Jetzt statt, in diesem Augenblick. Und es ist noch nicht zuende!! 😉 Es geht viel mehr, als man zu denken bereit ist. Schau dich um 😉 Mauern entstehen im Kopf.
    Alles fließt, wie das Wasser in deinen Bildern.
    Lieben Dank für die vielen persönlichen Gedanken.

    1. ja, das kann man gewiss 🙂
      und JA, das stimmt auch. aber trotzdem: nicht immer will man das sein, was, wer und wie man ist. man will sich verändern oder hat viel mehr das gefühl: man muss sich verändern. und um herauszufinden wie und was, muss man halt auch oft in alten entscheidungen stöbern.

      1. Da gebe ich dir absolut Recht. Ich kenne das. Aber weiß man, ob man dann heute wirklich glücklicher wäre? Deshalb ist es gut, irgendwann im Jetzt anzukommen. Aber es stimmt, manchmal ist das ein weiter Weg. 😉 Liebe Grüße!

        1. das weiß man nie. ich hab es aber grade auch bei patrick unten geschrieben, ich glaub, ich habe mich was das betrifft nicht ganz richtig artikuliert. es geht mir gar nicht so sehr um das „wo ich jetzt wäre“, sondern dass ich die erfahrung gemacht habe, dass man entscheidungen leichter akzeptiert, auch wenn das outcome nicht ganz perfekt ist, wenn man im nachhinein weiß, dass man sie aus bestem wissen und gewissen getroffen hat und nicht aus den falschen beweggründen. das ist das, womit ich schwierigkeiten habe.

          1. Ich glaube, ich hab dich schon verstanden. Und ich komme mir schon seltsam vor, ich möchte dir gar nicht dauernd widersprechen :D.
            Aber weißt du, ich bin keine Freundin von der Kategorie ‚Falsch‘ oder ‚Fehler‘. Oftmals ‚konnte‘ man zu einem bestimmten Zeitpunkt keine andere Entscheidung treffen. Das jetzt zu erkennen, dass man sich vielleicht lieber ganz anders entschieden hätte und heraus zu finden, was genau einen davon abgehalten hat, DAS birgt Erkenntnisse. Tatsächlich. Und die können nützlich sein, um im Jetzt vielleicht eher zu wissen, welche Entscheidungen diejenigen sind, die sich stimmig(er) anfühlen. Es geht ja darum, dass JETZT eine Unzufriedenheit vorherrscht. Und die gilt es zu ‚bearbeiten‘.
            Im Übrigen ging mir das lange ähnlich, immer das Gefühl gehabt zu haben, nicht Ausbidlung, nicht das Studium gemacht zu haben, was MIR entspricht. Letzten Endes hat sich meine Sicht darauf aber inzwischen geändert, das ist ganz spannend. Aber eben auch nur durch eine immerwährende Dauer-Auseinandersetzung. Die manchmal sehr anstrengend ist. 😉
            Insofern stimme ich dir im Grunde so gut wie zu. Natürlich ist es sinnvoll, sich damit auseinander zu setzen.
            Wir treffen im Leben so viele Entscheidungen, nicht immer kann das vollst bewusst ablaufen. Es kann sein, dass wir Entscheidungen treffen, mit deren Konsequenzen wir unzufrieden sind. Dann gilt es, daraus zu lernen.
            😉 Hm … eigentlich müsste man über sowas bei einem Kaffee oder Tee in einem Cafe sitzen und sich austauschen oder wahlweise am Strand und Zeit haben. Interessantes Thema!!

            1. ach, kannst du ruhig. obwohl widersprechen denke ich ist hier gar nicht unbedingt das richtige wort. es ist eher so, dass wir da vielleicht andere zugänge haben zu dem thema.
              ganz grundsätzlicht stimme ich dir hier schon so – man „konnte“ nicht anders. das ist sicher richtig. aber es gibt entscheidungen, bei denen weiß man schon IM MOMENT, dass man sie nicht aus den richtigen gründen trifft. zumindest bei mir ist das so. trotzdem ist man irgendwie zwanghaft an seine angst und seine komfortzone gebunden. für mich ist das einfach nicht richtig. ich will entscheidungen nicht treffen, weil ich angst davor hab, meine komfortzone verlassen. das waren entscheidungen, die ich von anfang an irgendwie immer bereut hab. da hab ich auch keine hemmungen, das wort „falsch“ zu benutzen – schließlich war es mir ja auch in dem moment bewusst, ich war nur einfach von negativen emotionen gesteuert und so sollte man eigentlich keine großen, wichtigen und richtungsweisenden entscheidungen in seinem leben treffen. aus bequemlichkeit wider besseren wissens.

              das stimmt eigentlich – in einem kaffeehaus an der alster ließe sich das sicher besser beplaudern 😉

              1. Man sollte nicht, aber es kann sein, dass man es tut. Immer (mal) wieder.
                Du hast schon Recht, ich weiß auch genau, was du meinst.
                Ich finde nur interessanter, heraus zu knobeln, was genau einen davon abhält, die ‚Komfortzone‘ zu verlassen. Wenn man das zu fassen bekommt, dann kann man es fürs Jetzt bearbeiten und neue anstehende Entscheidungen anders treffen … Es braucht Energie, Willen und Mut und Bewusstsein, sich den eigenen Ängsten zu stellen. Nicht immer ist alles vorhanden. Aber zum Glück kommen die gleichen Fragen immer wieder auf einen zu. 😉 Und irgendwann ist man soweit, sich ihnen zu stellen.
                Wie gesagt, ganz großes Thema …

              2. angst. es sind immer diese ängste. und man weiß, selbst in dem moment, dass man grade die entscheidung wieder trifft, weil die angst da ist, die angst davor, man selber zu sein, niemand anderen dafür verantwortlich machen zu können, „ich habs dir ja gesagt“ zu riskieren, wenns schiefgeht vielleicht genau die person, die sowieso wollte, dass man die entscheidung anders trifft, um hilfe bitten zu müssen. angst, dass man der situation, die dann auf einen zukommt, nicht gewachsen ist.

              3. Ja. Die Ängste haben uns ganz gut im Griff ;-).
                Ich empfehle Verena Kast ‚Vom Sinn der Angst‘, das fand ich sehr erhellend. Ansonsten könnte ich dir noch viele Fragen stellen, aber das wäre langsam zu privat für dieses Medium. Oder zu beruflich 😉
                Wie du siehst, wieder mal ein sehr Gedanken und Austausch anregender Beitrag von dir 😉
                Einen schönen Freitagabend wünsche ich dir!!

              4. wir können ja darüber beizeiten mal mails schreiben, wenn es dich interessiert. ich wäre neugierig auf deine fragen 🙂
                was machst du denn beruflich?
                hab einen schönen wochenstart!

              5. Naja, das ist ja eher eine Frage, ob du dich darüber austauschen möchtest … aber wenn du neugierig bist, gerne, warum nicht.
                Tja, beruflich: ich höre zu und stelle Fragen 🙂 Schwerpunkt: innere Konflikte. Mache mich gerade selbständig.
                Hab auch einen guten Start!

  8. Schön… Toll geschrieben, mega ehrlich und selbstkritisch… Und das ganze toll mit den Fotos untermalt. Da fällt es einem nicht schwer durch den langen Text zu kommen ;-)… Die Antworten bzw. Fragen haben sicher einiges in Dir bewegt, so lesen sie sich auf jeden Fall…

    1. lieber markus, danke fürs lesen! und sagen wir mal so: die dinge bewegen sich in mir und haben durch den beitrag sätze nach außen geformt. es sind die themen, die gerade kreisen und um die sich grade irgendwie alles dreht.

  9. Hallo Paleica. vielen Dank für deine persönlichen Worte.
    In vielen deiner Worte habe ich Teile meiner eigenen Geschichte wiedererkannt und kann sie deswegen gut nachvollziehen. Viellleicht liegen die Wendepunkte an denen du dich gerne anders entschieden hättest etwas näher beisammen, sie kommen aber immer wieder, stehen vor der Tür und wie Jetamele schon sagte: Diese Wendepunkte erkennen, wissen das eine Entscheidung ansteht und bewußt im Jetzt den Weg in die Zukunft gehen, das ist die großen Kunst. Innehalten, Kraft zu sammeln, alleine oder mit Hilfe und die Welt neu entdecken….
    Ich wünsche dir alles liebe dafür.
    Hm… jetzt habe ich das Gefühl mir auch mal so einiges von der Seele zu reden. Das wäre so ein Punkt bei mir.

    1. lieber jörg, ich danke dir fürs lesen und deinen persönlichen kommentar! ich kann dir nur sagen: einfach mal drauflos schreiben tut unglaublich gut. oft ist alles im leben so wirr, man denkt an so vielen einzelnen gedankensträngen und irgendwie ergibt alles keinen sinn. wenn man es aufschreibt formt sich auf einmal ein bild, ein großes ganzes.
      wenn du möchtest, kannst du auch gern ein mail schreiben, ich finde austausch über derlei dinge immer spannend.

      1. Das stimmt übrigens!
        Manchmal erscheint alles wirr und unzusammenhängend. Und es dauert mitunter sehr lange, bis es sich sortiert.
        Ganz schön chaotisch, so ein eigenes Innenleben. Aber (immer wieder) darüber reden oder/und es aufschreiben hilft sehr. 😉

  10. Hallo Paleica,

    vielen Dank für Deine Teilnahme, mit einem wirklich schönen Beitrag.

    Viele Deiner Entscheidung habe ich in meiner Vergangenheit ähnlich getroffen und sie auch sehr lange bereut. Ob ich die Entscheidungen anders fällen würde? Mmhh. Heute ja.

    Dennoch denke ich, dass auch dann das Leben nur bedingt einen „planbaren“ Verlauf genommen hätte. Wer weiß, was uns dann (nach einer anderen Entscheidung) so alles erwartet hätte! Grundsätzlich wären wir auch dann wieder in ein Fahrwasser gelangt, welches uns darin hindert, immer wir selbst zu sein. Das ist das Leben.

    Das Lohnende ist doch, wenn man an den gestellten Herausforderungen wächst und zukünftige Entscheidungen dann „besser“ fällt, zumindest wohl überlegter.

    Vielleicht ist es genau so gut gelaufen, wie es gelaufen ist!

    LG Patrick

    1. hallo patrick,
      aufgrund der vielen kommentare in die richtung glaube ich, ich hab etwas im text schlecht herausgehoben. ich stimme dir absolut zu, dass wir nicht wissen, was mit unserem leben geworden wäre, wenn wir andere entscheidungen getroffen hätten. mir geht es mir um den beweggrund, aus dem heraus eine entscheidung getroffen wurde. weil ich weiß, dass ich anders hinter den entwicklungen stehe, wenn ich mir sicher sein kann, dass ich mich aus den „richtigen“ gründen so entschieden habe. das ist bei mir leider oft anders gewesen.

  11. eine super tolle Blogparade und ich finde deine Gedanken dazu total interessant. Schon komisch, was man im Nachhinein alles anders machen würde, oder was man eben auch nicht ändern würde, obwohl man dadurch richtig schlechte Erfahrungen gemacht hat.

    Wie cool, dann habe ich ja überzeugt 😀 Wo genau fährst Du denn hin? (Jetzt bin ich übrigens richtig neidisch :D)
    Liebe Grüße
    Lea
    HIER GEHTS ZU MEINER BLOGPARADE

    1. danke fürs lesen und deine worte, liebe lea. ja, das ist allerdings interessant. auch entscheidungen, bei denen man anfangs vielleicht gezweifelt hat, die sich im nachhinein als richtig erwiesen haben… man hat halt keine glaskugel ^.^
      wir starten von palma, fahren dann über cadiz, tanger (marokko), malaga, cartagena und valencia wieder nach palma und bleiben dann noch 4 tage auf mallorca.

  12. hmm, einerseits würde ich sagen: Ich hätte meine Heimatstadt verlassen und einfach woanders studiert.
    Andererseits habe ich meine besten Freunde, lauter tolle Menschen, dann an meiner Uni kennen gelernt. Wenn ich noch mal die Wahl hätte – und all das wüsste, was ich heute weiß – würde ich darauf verzichten wollen? Ich glaube nicht.

    Im Endeffekt würde ich wohl viele Dinge genauso wieder tun. Zumindest die großen entscheidenden. Bei kleinen Entscheidungen und Situationen würde ich teilweise wohl anders handeln.

    1. ich glaub, das ist das beste, was dir passieren kann. wenn du rückblickend sagst: ich hätt es wieder so gemacht.
      bei mir gibt es halt diese dinge, von denen ich im moment der entscheidung schon wusste, dass das nicht richtig ist, ich es aber meist aus angst vor dem „außeN“ der komfortzone nicht gemacht hab. diese dinge hängen mir heute schon nach…

      1. das kann ich mir vorstellen ja… man sagt ja, im Nachhinein bereut man die Risiken, die man nicht eingegangen ist, weniger, wenn man es wenigstens versucht hat.

          1. zumindest sofern man beim Risiko nicht wirklich etwas verloren hat (also sich dann vorwerfen muss, etwas leichtfertig verspielt zu haben) – dann kann man immer sagen: Naja, ich habs immerhin probiert. Sollte wohl nicht sein.

  13. „Ich hätte mir weniger Sorgen gemacht und die schönen Momente mehr genossen. Ich hätte weniger Angst gehabt. Ich hätte mehr von der Welt gesehen. Ich hätte weniger geklammert und mehr riskiert. Ich wäre spontaner gewesen und lebenslustiger. Ich war immer zu ernsthaft, zu unentspannt, zu besorgt. Ich wäre gerne wirklich jung gewesen, als ich wirklich jung war.“

    Schöne Zeilen!

  14. Ein toller ehrlicher Artikel, indem ich mich zum Teil auch wiederfinde, obwohl ich ja auch noch einige Jahre jünger bin. Die Sache mit der Komfortzone ist bei mir auch ein viel zu großes Thema.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: