Über das Phänomen, sich „wo anders“ „wie daheim“ zu fühlen: Yosemite

Es war mal wieder an der Zeit – die Fotos aus Yosemite zu sichten. Das eine oder andere davon habt ihr vielleicht schon in anderem Stil in einem anderen Beitrag gesehen. Ich habe aber wieder ein paar neue Eindrücke entdeckt, die mir in der Distanz der Erinnerung auf einmal gefallen haben und die wieder etwas ausgelöst haben. Ob das je aufhört (ich hoffe nicht. Oder dass es bis dahin neue Fotos von weitweitweg gibt ^.^) …

Ich weiß nicht, ob ihr dieses Gefühl kennt. Ob das etwas ist, das Reisenden sowieso geläufig ist, oder ob ich da einen speziellen Vogel hab. Jedenfalls habe ich im Yosemite Nationalpark eine sehr interessante Entdeckung gemacht: es fühlt sich toll an, ganz weit weg von zuhause zu sein und etwas zu finden, das „wie zuhause“ ist.

Zum ersten Mal machte ich ja diese Erfahrung in Teneriffa, am Weg zum Teide. Wie ich in diesem Beitrag beschrieben habe, legt man auf der Straße ja einige Höhenmeter zurück und so ändert sich auch die Vegetation mehrmals innerhalb einer Wegstrecke. Schon da war es ein lustiges Erlebnis, auf einmal einen Wald um sich zu sehen, der genauso gut in der Steiermark wachsen könnte. Doch in Kalifornien war ich auf einmal richtig weit weg von zuhause. Es war sonst alles richtig anders und richtig klischeehaft amerikanisch. Und dann fährt man durch diesen Park, im Valley fließt der Merced River, die Felsen ragen in die Höhe, es wachsen Nadelbäume, es gibt Seen und Wiesen und die Landschaft ist auf einmal tief österreichisch. Und dann passiert etwas ganz Eigenartiges. Man spürt auf einmal, wie die Welt „ein Ganzes“ ist und gar nicht so groß und fremd, wie man glaubt, wenn man daheim in seiner Komfortzone sitzt und auf einer Landkarte die große weite Welt ein klein wenig ängstlich bewundert.

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Vor einem Jahr war ich grade mittendrin in meinem persönlichen, kleinen Abenteuer. Es hat mich ein bisschen verändert, weil es mir soviel bedeutet und gegeben hat. Und auch wenn es nur ein paar Tage, ein Wimpernschlag im Raum der Zeit war, so hab ich beim Anschauen der Bilder jedes Mal ein kleines bisschen Heimweh nach dem Gefühl des „voll und ganz-Seins“.