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Erinnerungen an Norwegen und eine Antwort zur ewigen Frage des „Ich“

Es ist noch nicht ganz vorbei mit meinen sprudelnden „Kopfgefühlen“ und „Herzgedanken“. Vielleicht ist das der Abschluss, um das Triumvirat der Beiträge zum weit gefassen Thema „wer bin ich und wer will ich sein“ zu vervollständigen. Den Anstoß bot dazu ja die Blogparade „ab morgen darfst du nochmal leben„. Durch die für mich einerseits distanzierte Rückschau und emotionale Bewertung meiner großen Lebensentscheidungen ist anscheinend ein weiteres Steinchen ins Rollen gekommen. Die erste Antwort darauf gab es letzte Woche mit den „Gedanken über die Empfindung der Bedeutungslosigkeit„. Manchmal braucht es, wenn man in so einem Prozess unterwegs ist, nicht viel um einen Schritt weiterzugehen. Um neue Antworten zu finden und neue Fragen zu stellen. Und da stehen wir heute. Untermalt mit neu bearbeiteten und noch nicht gezeigten Impressionen von meiner Norwegen-Kreuzfahrt im Mai 2013 gibt es ein paar Impulse zur ewigen Frage des „Ich“.

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Wer bin eigentlich ICH? Diese Frage beschäftigt vermutlich viele Menschen. Ich bin Christina. 28 Jahre jung. 1,66 cm klein. Ich habe immer irgendwas zwischen dunkelblond und dunkelbraunen Haaren, zwischen schulterlang und naja, länger halt. Ich trage gerne Sonnenbrillen und Handtaschen (wenn der Rücken es zulässt). Jeans und flache Schuhe. Ich hab etwas mehr Kilos als ich möchte, aber keine Lust mehr, mich deswegen über die Maßen aufzuregen. Ich bin ein Beziehungstyp. Ein Musikliebemädchen. Filmliebhaberin und Momentesammlerin. Tolkien-Fan und Freud-Jüngerin.

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Es gibt viele Worte, mit denen ich mich beschreiben kann. Aber was beschreiben diese Worte? Sie beschreiben meinen Charakter, mein Aussehen – aber beschreiben sie mein Wesen?

Was ist die Essenz von mir? Was ist das Innerste, was mich ausmacht? Der kleinste gemeinsame Nenner meines Ichs?

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Ich stolperte über dieses Foto. Ein Unfall, als wir gerade dabei waren, dieses Foto zu machen. Irgendetwas daran gefiel mir, trotz Haut- und Speckfalten und Doppelkinn und Plastiksackerl. Ich finde mich in diesem Foto. Ich bin ich in diesem Foto.

Ich erinnere mich daran, wie wir dieses Bild gemacht haben. Das Herumgehopse, Selbstauslöser, hinlaufen, auf die Kanone klettern, rechtzeitig da sein (oder auch nicht), in die Kamera grinsen (oder auch nicht), Outfit justieren, nochmal von vorn. Wir hatten Riesenspaß dabei, obwohl wir sahen, dass ein mega Gewitter im Anzug war und wir aller Wahrscheinlichkeit nach pitschnass zum Schiff zurückkommen würden. In diesem Moment war alles perfekt. Es war sogar der Tag, an dem wir zwei ansonsten so der Melancholie zugeneigten Deprivögel feststellten: wir sind eigentlich grade verdammt unbeschwert und glücklich.

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Nach der Reise hat sich etwas verändert. Auf einmal war da Endgültigkeit. Vom Weg, den ich eingeschlagen hatte. Ernsthaftigkeit. Vom Berufsleben ohne Ausrede zum Studieren. Gleichgültigkeit. Vom Kind des anderen. Vermeintlich – denn nichts ist endgültig und nichts ist ernsthaft und nichts ist gleichgültig – doch das konnte ich damals nicht wissen.

Aber diese Attribute haben mein Wesen begraben und mich vergessen lassen, weil ich es nicht mehr sein konnte.

Manchmal sieht man vor lauter Wald die Bäume, manchmal vor lauter Gischt das Wasser nicht.

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Und dann gibt es Menschen, fremde Menschen, die einem vielleicht nicht mal über die Maßen sympathisch sind. Aber sie sagen etwas, das Puzzlesteine, die man schon aufgrund ihrer Ähnlichkeit zusammengesammelt hat, verbindet. Und auf einmal gibt man sich selbst eine Antwort.

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„Ihr Körper ist ein Ferrari aber Sie fahren ihn wie einen VW Polo. Hören Sie auf damit.“

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„Ihre emotionale Anspannung ist in etwa so, als stünden Sie kurz vor einer Hochzeit oder kurz nach einer Trennung. Aber bei Ihnen ist das der Normalzustand, oder?“

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„Hören Sie auf damit, alles zu bewerten und in Empfindungen umzuwandeln. Nehmen Sie wahr – aber beurteilen Sie nicht. Sie können es ohnehin nicht ändern. Die Natur ist nicht dazu geschaffen, um beurteilt zu werden.“

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„Fragen Sie sich, wer Sie sein wollen. Konzentrieren Sie sich nicht auf das jetzt, auf die Schmerzen, auf das Negative. Fragen Sie sich, wo Sie hinwollen und fokussieren Sie das. Sie brauchen ein Ziel.“

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Ich habe ein Ziel. Ich will wieder werden wer ich bin. Begeistert. Fordernd. Melancholisch. Anstrengend. Rockergirl. Himmelhochjauchzend, zu Tode betrübt. Emotional, präsent, nachdenklich, reflektiert und sensibel, laut, den Kopf voller Pläne und das Herz voller Ideen. Ich bin kein stilles Bächlein, das langsam vor sich hinplätschert. Ich bin ein Wasserfall.

47 comments on “Erinnerungen an Norwegen und eine Antwort zur ewigen Frage des „Ich“

  1. Ich habe die Bilder kaum wahrgenommen, dafür Deinen sehr intensiven Text immer weiter gelesen. „Man selber bleiben und dabei ein andrer werden“ hat Wolf Biermann mal geschrieben. Das fällt mir dabei ein. Die Frage, wer Du bist und sein willst, kann sich ja immer wieder neu stellen, ihr Offenhalten bedeutet zugleich, nicht festgefahren und „fertig“ zus ein. Etwas Besseres – so anstrengend es auch sein mag – kann Dir gar nicht passieren. (Und wenn ich das auch noch sagen darf: Was Du von Deinem Aussehen zeigst, hat Ausstrahlung und ist durchaus attraktiv. Lass Dir keine Hungerhaken-Ideale einreden.)

    • hallo frank, danke für deine worte und dein kompliment, das ist schön zu hören!
      auf diese frage soll und kann es nie eine endgültige antwort geben – das ist auch gut so. denn wer glaubt etwas zu sein hat aufgehört etwas zu werden – und stillstand wünschen wir uns alles nicht!
      dennoch: es ist wichtig, im moment des jetzt stimmig zu sein, eins zu sein, dass handlungen und gedankgen/gefühle zusammenpassen.

  2. „Ich will werden, der ich bin,“ fällr mir dabei ein (es scheint mir, dass das irgendwie ein Zitat ist – und es scheint mir, dass man damit nie aufhören sollte). Aber vor allem: Toller, wie immer nachdenklich stimmender Text – und beeindruckende Fotos. Die Seen und Wasserfälle gefallen mir sehr.

    • dieses zitet ist mir schonmal begegnet, ich bemerke jedoch gerade, dass ich es damals nicht verstanden habe, während es heute glasklar ist. danke dafür! und auch für die lieben worte!

  3. hmmmmm (Einleitung, die deutlich machen soll, dass ich noch nicht weiß, wie ich jetzt meine Gedanken dazu am besten in einen Kommentar packen soll…)
    also, hmmmm…
    Was ging mir alles durch den Kopf beim Lesen?

    Du schreibst: „Es gibt viele Worte, mit denen ich mich beschreiben kann. Aber was beschreiben diese Worte? Sie beschreiben meinen Charakter, mein Aussehen – aber beschreiben sie mein Wesen?
    Was ist die Essenz von mir? Was ist das Innerste, was mich ausmacht? Der kleinste gemeinsame Nenner meines Ichs?“

    Und ich stellte fest, dass ich mir diese Frage lange nicht mehr so gestellt habe. Dass ich lange darüber nicht mehr nachgegrübelt habe, weil ich irgendwann feststellte, dass ich darauf keine Antwort habe, die nicht doch wieder nur aus Worten besteht, die mich beschreiben. Für mich war irgendwann klar, dass ich ungefähr weiß, WIE ich mein Leben – naja, nein, meinen Alltag, meine nächsten paar Jahre, diesen Moment und den nächsten – verbringen will und dass ich festgestellt habe, was mich glücklich macht. Das habe ich ganz besonders im letzten Jahr festgestellt – da wurde alles, was ich von mir eh schon wusste, noch einmal bestätigt. Vielleicht war das die Funktion der Einsamkeit und Depression? Ich stellte fest: Ich HASSE das Landleben, ich HASSE die Spießbürgerlichkeit, diese Angepasstheit, diese selbstverständliche Normalität, in der man schon aneckt, weil man einen Hut trägt oder nicht den hiesigen Dialekt spricht.
    Ich stellte auch fest: Ich will Menschen um mich. Ich will Leben und Trubel, ich will Kunst und Kultur und jeden Tag die Chance haben ein gutes Gespräch mit meinen Freunden zu führen – und neue Menschen kennen zu lernen. DANN kann ich das alleine sein auch genießen, aber nur dann. Wenn es ein freiwilliges Alleinesein ist.

    Also merkte ich, dass ich nach der Essenz meinerselbst eigentlich nicht frage, weil ich gar nicht sicher bin, ob es eine Essenz meiner selbst gibt. Gibt es MEIN Wesen, also EINES? Oder bin ich nicht einfach nur ein Mensch mit viele Facetten, der im Laufe der Zeit gelernt hat, was ihm gut tut und was nicht?

    Du schreibst weiter: „Und dann gibt es Menschen, fremde Menschen, die einem vielleicht nicht mal über die Maßen sympathisch sind. Aber sie sagen etwas, das Puzzlesteine, die man schon aufgrund ihrer Ähnlichkeit zusammengesammelt hat, verbindet. Und auf einmal gibt man sich selbst eine Antwort.“

    Jaaaa, so eine Situation hatte ich auch einmal. Und es war mir fast peinlich, „ertappt“ zu werden. „Erwischt“, dachte ich mir.
    Manchmal sagen auch einfach andere einen Satz und ich bin völlig verblüfft, wie gut sie mich einschätzen. (Und manchmal sagen sie Sätze und ich denke mir: Ich dachte, du kennst mich besser. Aber ok…)

    Tja, Himmelhochjauchzend – zu Tode betrübt will ich gar nicht werden. Das bin ich bereits… manchmal wäre es schön, wenn ichs nicht wäre. Es kann unglaubliche Energien kosten. Allerdings war das früher noch viel schlimmer, als ich wirklich unter Stimmungsschwankungen gelitten habe, die mich z.T. wochenlang jeglicher Energie beraubten. Das ist nicht mehr der Fall… vieles ist stiller geworden, aber dafür nicht weniger tief.

    So, Brainstorming Ende 😉

    • danke für deinen superausführlichen und persönlichen kommentar!
      Diesen Aspekt des Facettenreichtums finde ich auch sehr spannend. Aber für mich ist das ein bisschen was anderes. Ich weiß gar nicht, ob ich es gut in Worte fassen kann, ob es überhaupt wirklich bewusst ist oder nur ein Gefühl. Aber das eine ist eher meine Art, wie ich Dinge empfinde, das andere eher die Art, wie ich Dinge tue – glaube ich. Also, für mich.

      Die Sache mit den Stimmungsschwankungen kenne ich auch und ich hab sie oft genug verflucht. Dennoch nützt es nichts, sie zu unterdrücken – was ich glaube ich jetzt lange Zeit getan habe. Sie gehören wohl zu mir und sie sind auch schwächer, als sie waren. Aber um sie loszuwerden nur noch Neutralität empfinden, das war für mich die wahre Katastrophe. Aber ich glaube, dass es da jedem anders damit geht…

      • nein oje… loswerden. Das kann ich mir gar nicht vorstellen. Ich bin allgemein schlecht darin, Gefühle zu verheimlichen – man sieht es mir normalerweise sehr an, was ich denke/fühle/glaube/meine. Nicht immer gereicht mir das zum Vorteil 😀

        • sei froh – ich habe es begonnen mir anzutrainieren, obwohl ich immer dachte, dass das für mich unmöglich wäre. und ich konnte es verdammt gut. es ist nicht erstrebenswert!

          • Ich kann mir das gar nicht vorstellen.
            Einen Tag lang habe ich das mal getan. Ich habe gesagt, „ich reg mich heute nicht auf“. Also habe ich immer dann, wenn ich normalerweise „Was für ein SCH**SS“ schimpfen würde,einfach gesagt. „Ach, is ja nicht so schlimm“.
            Mit dem Ergebnis, dass ich am Abend GEPLATZT bin. Ich hatte wegen so einer Kleinigkeit so einen Wutanfall, weil alles aus mir rauswollte, was ich den ganzen Tag unterdrückt hatte. Also beschloss ich von da an, mich einfach mal fünf Minuten aufzuregen und dann isses auch wieder gut. 😉

            • das hast du schlau gemacht. wut, aggression und traurigkeit lagert sich sonst nämlich immer auf irgendeine andere weise ab und kommt entweder im totalen wahnsinn oder in körperlichen befindlichkeiten raus. ich schätze mal, dass beides nicht zu empfeheln ist ^.^

  4. Die Fotos sind wirklich total schön! Die Natur sieht wunderbar aus und das erinnert mich mal wieder daran, dass ich wirklich mal gerne in diese Richtung reisen möchte. Gerade seit letztes Jahr eine Freundin dort war uns sehr viel geschwärmt hat.

    Ich glaube solch kleine Sinnkrisen hat jeder irgendwie mal. Mir fällt es immer sehr schwer solche Sachen in Worte zu fassen. Zu viele Gefühle, die man gar nicht richtig beschreiben kann. 😉

    Und? Hat das mit der Hochzeit und den Locken geklappt? 🙂 Also wenn ich meine Haare zum Schlafen gehen flechte, bringt das gaaaar nichts. Außer sie sind noch wirklich nass. Aber dann sehen meine Haare am nächsten Tag grässlich aus… das sind dann keine Locken oder Wellen, sondern was ganz komisches. Das klappt bei mir immer gar nicht.
    Aber es ist echt besser solche Sachen mal vorher auszuprobieren, sonst hat man am Ende echt einen blöden Tag mit seltsamen Haaren, wenn es drauf ankommt…

    Ich frage mich auch immer, warum man so ein Land wie Alaska verlassen will. 😉 Aber letztlich ist sie der Liebe wegen gegangen und man muss halt auch sagen, dass sie beruflich nicht unbedingt die tollsten Aussichten dort hatte. Es gab also schon Dinge, die sie gereizt haben.

    Schon seltsam. Ich hatte in solchen Fächern auch immer komische Lehrer. Auch Mathe ist ja so ein Fach, dass anscheinend nur Leute studieren, die zwar wirklich was drauf haben, aber das leider nicht an die Schüler vermitteln können. Und das gehört ja gerade in solchen Fällen wirklich absolut dazu.
    Meine Schwester ist jetzt auch sehr froh, dass sie das alles hinter sich hat und jetzt herrscht erst mal unendliche Erleichterung (bis dann der nächste Abschnitt los geht).

    • dankeschön 🙂 norwegen ist auch wirklich traumhaft schön und die ruhe, die die natur dort ausstrahlt einfach absolut unbeschreiblich. und ein großer vorteil: es ist so nah! im vergleich zu anderen wundervollen landschaften 😉

      das kenne ich auch, dass mir die worte fehlen. meist aber nur temporär, üblicherweise befällt mich kurz danach dann eine art schreibzwang, wie ich ihn momentan erlebe 😉

      jep, das mit der hochzeit hat geklappt! kannst mal schauen unter https://paleica.files.wordpress.com/2015/06/locken.jpg ich weiß nicht, wie gut mans erkennt, aber ich hab auf jeden fall bewegung in meine haare gebracht.

      ist natürlich auch wieder wahr. so wundervoll alaska landschaftlich ist, die viele einsamkeit hat sicherlich auch ihre nachteile und diese länder haben dann halt mankos in anderen bereichen.

      was macht denn deine schwester eigentlich jetzt weiter nach der schule?

  5. 😉 Ein wunderbarer Beitrag!!! Texte und Bilder schön kombiniert, der Text hat mich hinein gezogen.
    Ja, wer ist ‚ich‘? Was macht mich aus? Was fühlt sich ‚rund‘ an, stimmig? Das kann immer wieder anders sein oder sich anders besser fühlen. Sind wir nicht auch das, was wir leben, was uns dann irgendwann nicht mehr stimmig erscheint?? Hmmm …
    Aber deine Worte klingen im Vergleich zu einigen der letzten Posts zuversichtlich.
    Sie klingen nach Aufbruchstimmung, danach, etwas mehr verstanden zu haben, ein Puzzleteil gefunden zu haben, was ermöglicht, ein wenig mehr zu erkennen, eins, was du lange gesucht hast und dann hieltest du es in den Händen und dachtest: ‚Aaaaah!! Das habe ich gesucht!! Jetzt sehe ich klarer.‘
    Die Zitate, die du genannt hast, rühren tatsächlich etwas an. Da steckt ganz viel drin.
    Ich kenne das gut, plötzlich sagt irgendjemand etwas zu mir, was aus irgendwelchen Gründen funzt, was etwas in Bewegung setzt. Es muss gar nicht viel sein (und auch nicht unbedingt positiv), aber es dockt an und dann geschieht etwas.
    Deshalb denke ich manchmal, ‚Obacht mit dem, was wir zu anderen sagen, wir wissen nie, was davon der Schmetterlingsflügelschlag ist, der einen Stein ins Rollen bringt.‘ Selbst wenn es solch positive Auswirkungen haben kann.
    Es ist schön, an deinen Gedanken Teil haben zu dürfen.

    • dankeschön, das freut mich bei so persönlichen beiträgen natürlich immer am meisten! und es freut mich, wenn man das auch an den posts hört. obwohl ich hab jetzt auch für mich persönlich die anderen nicht in dem ausmaß negativ gefunden. für veränderung ist immer eine ist-analyse notwendig und das aufdecken von unzufriedenheiten, ängsten, beweggründen. erst dann kann ein prozess gestartet werden, der hoffentlich auch wirklich in die „richtige“ richtung geht.

      und ja, diesen puzzlestein hab ich letzte woche definitiv erhalten. und ich spüre innen drinnen schon veränderungen. die gefühle kommen langsam zurück zu mir, gute als auch schlechte. ich freue mich über einzelne sätze und stunden, sie schwingen und hallen nach, sie bedeuten etwas. und das ist das größte geschenk und der beste beweis, dass eben auch schmerz, zweifel und kritik im vorfeld notwendig sind.

      worte sind unglaubliche waffen. da muss cih immer an depeche mode denken „words like violence break the silence“…

      danke für das feedback zu meinem output!

      • Gerne! Er hat mir gefallen. 😉 Aber das tun eigentlich alle deine Beiträge …
        Ich fand deine letzten auch nicht negativ. Es ist mir nur aufgefallen, dass dieser einen positiven Geschmack hatte. Ein Ausblick nach vorne 😉 Das freut mich für dich.
        Natürlich gehört das andere unumgänglich dazu. Ich meinte neulich schonmal, dass wenn es gelingt, endlich auch wieder die schönen Sequenzen im Augenblick wahr zu nehmen, dass sich dann etwas verändert und das ist doch sehr schön!! 😉
        Das Zitat zum Thema ‚Worte‘ ist sehr wahr…

        • das ist schön zu hören! es ist echt ein wahnsinn, wie sich das feedback zu meinen beiträgen in den letzten monaten verändert hat, seit sich die art meiner beiträge (wieder) verändert hat. unglaublich schön.

  6. Schön, dich einmal so kennen zu lernen. Ein richtig schöner und gut zu lesender Beitrag. Die eigenen „W’s“ erkennen. Wer bin ich, was bis ich, wo möchte ich hin. Insofern auch sehr interessant, dass du das Thema „auf Papier“ gebracht hast. Eisig warme Grüße, Andreas
    http://dschungelpinguin.com

    • hallo andreas, danke für deine lieben worte! momentan ist das ein richtig intensives bedürfnis, das zu virtuellem papier bringen, weil ich weiß – ich brauche das, später einmal.

  7. Liebe Paleica, möchte nicht versäumen, dir eine eine gute Woche zu wünschen, Klaus

  8. Und WUMMMS! Da haut sie einen um den anderen gedankenvollen Beitrag raus und beim lesen fühle ich mich gleich wieder überwältigt von deiner Art mit Worten umzugehen. Gleichzeitig so berührt weil ich mich in einigen Zeilen wiedererkenne – irgendwie.

    Ich finde deine Beitragsreihe gerade wirklich super schön zu lesen und ich hoffe vor allem, dass dir das Reflektieren und Niederschreiben hilft.
    Es ist gut, dass du dein Ziel vor Augen hast und es ist schön, dass der Wasserfall wieder anfängt zu rauschen!

    Vielleicht muss man sich manchmal selbst ein wenig verlieren, um die Fragmente zu finden die wirklich zu einem gehören.

    Ausnahmsweise kann ich heute gar nicht viel dazu schreiben, weil einfach alles was du geschrieben hast den Nagel auf den Kopf trifft (mal wieder.)… 🙂 ❤

    • ❤ dankeschön! dein kommentar hat mir gestern ein breites lächeln ins gesicht gezaubert. es ist so schön, wenn es sprudelt und man dafür auch ncoh so tolle kommentare bekommen!
      das leben ist eine reise und es gibt die phasen der orientierungslosigkeit, die man glaube ich braucht, um wieder eine richtung einzuschlagen. es ist anstrengend, aber unglaublich spannend!

  9. Wow! Ich schließ mich da nahtlos an… Wundervoller Beitrag der so gekonnt mit unserer Sprache spielt das man von Anfang an gefesselt sein muss. Deine Selbstreflektion bewundere ich ja schon lange. Toll wie Du das hier zusammenfassen kannst. Ich hab gelächelt und war bedrückt… Als wär ich Dir gegenüber gestanden. Ganz, ganz großes Kompliment. Und die Vorfreude auf Herbst steigt und steigt 😉

  10. Stefanie

    Du bist ein Wasserfall! Wie toll!

  11. Oh ja, dieses Gefühl der Endgültigkeit, gerade im Zusammenhang mit beruflichen Entscheidungen, kenne ich nur zu gut. Ist schon komisch, wie man sich quasi daran kettet, auch wenn man Tag für Tag sieht, das es nicht so nicht sein muss, weil es so viele andere vorleben.

    Die Frage danach, wer ich sein will und welches Ziel ich eigentlich habe, beschäftigt mich momentan ja auch extrem, denn so wirklich habe ich mich damit in den letzten Jahren eigentlich nicht mehr beschäftigt. Ich erinnere mich noch gut daran, wie wir damals im ersten Studienjahr gefragt wurden, wer wir sind und ich mir dazu folgendes zusammen bastelte: „Was ihr seht, bin ich nicht. Ich bin ich nicht. ich werde, wer ich sein kann.“ Damals, vor beinahe 20 Jahren, hatte ich so viele Gedanken im Kopf und das Bedürfnis, mich grundlegend neu zu erfinden, alte Lasten hinter mit zu lassen. Das ging ziemlich in die Hose und dann wurde plötzlich doch alles irgendwie anders, vor 4 Jahren. Jetzt frage ich mich: „Bin ich schon so, wie ich sein kann oder geht da noch was? Wieso nicht einfach mal mutig sein und auch etwas riskieren?“ Vielleicht bin ich ja auch ein Wasserfall und es ist endlich Zeit, ein paar Dämme einzureissen 🙂

    • ja, du sagst es. aber nicht jeder hat die nerven und die motivation und auch die idee alles über den haufen zu schmeißen. man muss doch wissen, wofür und wie es weitergeht, oder?

      wow, das, was du dir da gebastelt hast, hört sich richtig toll an. das trifft momentan auch ein wenig auf mich zu.
      man muss da glaub ich ganz tief in sich hineinhören und einfach mal spüren, ob das, was man so tut (nicht einmal beruflich gesehen, eher die kleinen dinge, alles, was zwischendurch passiert) eigentlich zu einem passt.
      ich kann mir schon vorstellen, dass in dir ein wasserfall steckt, der nur schon so gewöhnt ist, in einem stausee gehalten zu werden.

  12. Sehr schöner Text! Und ich kenne das – ich erkenne mich auch am ehesten in Fotos die nicht gestellt sind, sondern ganz spontan entstanden sind. Und in denen eben nicht immer alles 100%ig perfekt ist, denn mein Leben ist halt einfach nicht immer perfekt. Ich mag, wie du das schreibst, und ich wünsche dir ganz ganz viel Erfolg dabei, so zu werden, wie du eben bist 🙂

    • das sind immer die besten fotos. zu schade, dass es davon (von mir) so wenige gibt. das sind einfach die echten momente, die dazwischen, die auf die es ankommt.
      danke für deine lieben worte, das freut mich total zu hören! schön!! ❤

  13. Norwegen muss sehr beeindruckend sein, die Fotos sind einfach traumhaft.
    So manches Mal, wenn ich Deine tiefsinnigen Gedanken lese, komme ich mir fast etwas oberflächlich vor. Einerseits beeindruckt mich das sehr, andererseits finde ich das doch auch sehr anstrengend. Ich habe mich noch nie gefragt wer ich bin oder wohin ich will, ich entscheide einfach spontan und plane möglichst wenig 🙂

    LG Soni

    • oh ja liebe soni, norwegen ist ein traum und definitiv eine reise wert. einfach wunderschön!
      ach weißt du, die sache mit den gedanken – ich glaube, das ist wirklich typfrage. es gibt menschen, denen liegt das gar nicht und die brauchen das auch nicht, vielleicht weil sie intuitiv nach ihren vorstellungen handeln. und dann gibt es mich. wenn ich das nicht immer wieder in frage stelle, mich neu ausrichte und analysiere, weiß ich, dass ich nur wenige jahre später ganz weit weg von mir in eine ganz falsche Richtung unterwegs sein werde…

  14. Ach das letzte Foto mit dem Regenbogen ist ja traumhaft!
    Wie immer toll geschrieben, finds immer super spannend wie du deine Texte immer auf deine Bilder beziehen kannst und was du zu erzählen hast.

    • ja, gell – das motiv war der absolute hammer!
      danke für deine lieben worte zu meiner bildtextkombi. oft lösen bilder einfach assoziationen aus, die dann hier ihren platz finden. manchmal – so wie hier – gibt es allerdings gedanken, die sich bilder suchen…

  15. Sehr schön geschrieben. Am besten gefällt mir der Schluss „Ich bin ein Wasserfall“ – Yeah.
    LG Katja

    • danke liebe katja! man sagt zwar: eigenlob stinkt, aber mir gefällt das auch. es fühlt sich endlich mal wieder so irgendwie nach mir selbst an!

  16. Ein wunderbarer Beitrag, offen, ehrlich und sehr interessant. Und vor allem Mutig, wobei deine Blogbeiträge in letzter Zeit öfter schon sehr offen sind. Ich wünsche dir mehr von diesen schönen unbeschwerten Momenten, denn das macht uns zu Sozialen Menschen. Soziale Momente geben uns die Kraft für die schwierigen einsamen Dinge. Ich wünsche dir auf jeden Fall alles Gute. Die Bilder sind super, aber am meisten Lebensfreude strahlt aus dem kanonenschnapschuß…

    • danke für dein feedback, lieber jürgen, und für die guten wünsche!
      das hoffe ich auch sehr, denn das gibt einem soviel energie und lebensfreude.

  17. Hey! 🙂
    Ich finde deine Ich-bin-Beschreibung super und finde mich dort auch in den Attributen wieder – Momentesammlerin. Du bist auch dieser Marmeladenglas-Mensch, der alles positive auffängt und in Marmeladengläser packt, um in schweren Zeiten Kraft damit zu tanken ❤
    Deine Fotos untermalen das gut: du bist ein Wasserfall 😉
    Und dieses Foto, in dem du dich wiedererkennst: gerne mehr von nicht-gewollt, aber her(z/r)lich 😉 Davon lebt man!

  18. Ich kenne dieses Gefühl des Ungleichgewichts, des von Arbeit oder Nichtstun Aufgegessenwerdens, der Einsamkeit inmitten des lauten Lebens – es ist schwer sich wiederzufinden, sich wieder zu fühlen und zu verstehen. Ich finde es gut, dass du dir dessen bewusst geworden bist oder dass es dir (auch von nicht so sympathischen Menschen) bewusst gemacht worden ist. Aber bitte, versuch nichts übers Knie zu brechen und dich damit zu stressen. Es sind kleine Schritte, die man geht, und es dauert seine Zeit. Wenn bei mir die letzten 2 Jahre so weitergegangen wären, wäre ich heute depressiv und ausgebrannt gewesen – und das in dem Alter! Irgendwas läuft da schief, wir können nicht nur Leistung erbringen. Und schon gar nicht möchte ich mich in 20 Jahren fragen, wann ich denn gelebt habe.
    Schon seit ein paar Jahren sind wir uns leider nicht mehr so nah wie früher und das ist mir bei diesem Text wieder aufgefallen. Deine Beschreibung was du bist… DIESE PERSON KENNE ICH! Und so bist du auch noch immer in meinem Kopf und meinem Herzen. Und es tut mir weh zu hören, dass du dich selbst jetzt nicht mehr so identifiziert und gefühlt hast. Ich hoffe, dass du dich wieder ins Gleichgewicht bekommst und deine Facetten leben kannst, so wie du möchtest, und wieder das pure Leben aus dir sprudelt!
    (Jaja, das mit dem Wasserfall konnte ich jetzt auch nicht mehr lassen 😉 )

    • wir sind halt einfach weit oben in der maslow’schen bedürfnispyramide und die selbsterkenntnis und selbstverwirklichungsbedürfnisse sind die anspruchsvollsten, aber vermutlich auch die befriedigendsten…
      es ist übrigens sehr schön zu hören, dass es diese wahrnehmung auch von außen gibt, weil das für mich heißt, dass ich da bestimmt wieder hinkomme. es ist eine spannende reise…

  19. Pingback: 2015 in Wort, Bild und Suchanfragen - Rückblicke und Blogempfehlungen | Finding Hummingbirds

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