Das war 2016 oder Supermond und Supersonne

Eigentlich ist ja kein Posting-Slot mehr frei in diesem verrückten Jahr 2016. Die Beiträge sind vorgeplant, der Dezember gut gefüllt und selbst der Anfang des Jänner ist schon vorbereitet. Dennoch habe ich das Gefühl, dass ich speziell dieses Jahr nicht kommentarlos verabschieden kann. Kommentarlos – das zu behaupten grenzt in meinem schwafelnden Blog ohnehin an Ironie. Aber ihr wisst schon, was ich meine.

Warum habe ich gerade den Beitrag „Supermond und Supersonne“ gewählt, um dieses Jahr 2016 visuell zu untermalen? Nun, der eine oder andere von euch mag es sich vielleicht denken, was die Metapher von Tag und Nacht hier zu suchen hat. Denn genau das war es. Ein Jahr der großen Gegensätze – und welch größere Gegensätze gibt es wohl auf der Welt, als den Tag und die Nacht – dennoch verbunden durch das Sonnenlicht, das auch im Mond zu sehen ist.

blog_supermond

Die Aufnahme des „Supermonds“, der irgendwie gar nicht so super war. Aber schön sind Mondbilder dennoch immer. Schön und vertraut. Sie haben etwas Unwirkliches und Zauberhaftes für mich. Etwas Mystisches, Geheimnisvolles. Und immer auch: etwas Kaltes, Dunkles.

So begann auch dieses Jahr. Mystisch und geheimnisvoll, in Nordirland, bei den Dark Hedges und dem Giant’s Causeway.

Dunkel, als ich erfuhr, dass eine liebe ehemalige Kollegin verstorben war.

Dunkel, weil die körperlichen Challenges immer noch einen draufsetzten und mich die ersten Monate dieses Jahres fest im Griff hatten. Im Rücken, in den Nebenhöhlen und in der Psyche. Nach zwei Monaten unerträglichen Kopfschmerzen im Frühling und der zweiten Nebenhöhlenentzündung, die mich völlig außer Gefecht setzte und offiziell vorerst fluguntauglich machte, hatte ich kurzzeitig all meinen Kämpferwillen verloren, die Tränen, die ich erst kurz zuvor wieder gefunden hatten, suchten sich bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit ihren Weg nach draußen und ich wusste nicht, wie ich je wieder funktionieren – in anderen Worten: ein normales Leben – leben sollte. Der Rücken war auf einem Unzuverlässigkeitstiefpunkt angelangt und alle Zukunfts-, Reise- und sonstige Pläne lagen auf Eis. Ich wollte eigentlich nicht mehr aus dem Haus gehen, schleppte mich um 7 ins Büro und schleppte mich um 17:00 wieder nachhause, die Wochenhighlights und überwiegenden sozialen Kontakte waren die Therapiestunden, sowohl für den Kopf als auch für den Körper. Ich begann mich um meine Beziehung zu sorgen, da in diesem Zustand einfach nichts mit mir anzufangen war und ich in dieser Zeit definitiv anderen Menschen nicht zumutbar war. Das ganze hört sich absolut furchtbar an und ich kann euch eines sagen: das war es auch. Ich übertreibe nicht einmal. Es war schrecklich. Ich konnte wirklich nichts mehr finden, das mir Energie und Zuversicht gab und das hatte ich bisher wirklich noch nicht erlebt.

Aber ich hatte ein Glück. Ein großes Glück. Und das war ein Arzt der sich die Zeit nehmen konnte, mir wirklich zuzuhören. Und zwei Therapeutinnen, die etwas von ihrem Handwerk verstanden. Es stellte sich heraus, dass mein Körper offenbar Schwierigkeiten hatte, das Serotonin, das er herstellt, zu verarbeiten. Serotonin ist so etwas wie das „Glückshormon“, der Stoff im Körper, der dafür zuständig ist, dass wir positive Gefühle empfinden können. Ich konnte das nicht mehr und das, obwohl in meinem Leben eigentlich alles ziemlich gut lief (dass das nicht unbedingt einen Zusammenhang haben musste, begriff ich erst später). Und ich kann euch eines sagen: das ist echt scheiße. Ich machte mir in einer Tour Vorwürfe, dass ich nicht schätzen konnte was ich hatte. Dass ich zwischen Müdigkeit und Schmerzen ansonsten eigentlich nur ganz viel nichts empfand. Wie es zu diesem Punkt kommen konnte, sei einmal dahingestellt, Tatsache war, dass es so nicht weitergehen konnte. Und nach vielen, vielen Gesprächen mit allen Beteiligten und dem Abwägen von Für und Wider entschied ich mich, Medikamente zu nehmen.

2016 war bis Mitte des Jahres meine persönliche Hölle. Aber dank der Menschen in meinem Umfeld und ein bisschen Chemie habe ich es letztendlich geschafft, diese Zeit hinter mir zu lassen. Ich habe sehr mit mir gekämpft, das Gefühl, es mir zu einfach zu machen und die notwendigen Kämpfe nicht auszufechten – aber ich musste mir eingestehen, dass ich für diese Kämpfe keine Kraft mehr hatte und dass ich sie vermutlich ohne Unterstützung nicht würde gewinnen können.

Rückblickend gesehen bin ich unendlich froh, dass ich mich dazu entschlossen habe, diese Hilfe anzunehmen. Sie hat mir geholfen, dass alle anderen Maßnahmen, die ich ergriffen hatte, endlich wirken konnten. Ich konnte ein riesengroßes Thema in der Therapie abschließen, das mich schon mein Leben lang belastete und das ist eine unglaubliche Erleichterung. Langsam kamen und kommen auch Emotionen zurück. Ich merke erst jetzt, wie weit weg ich von mir selbst war. Darum haben sich im Laufe der letzten Monate auch meine Prioritäten, Kontakte und Horizonte verändert und sich mein Leben quasi zu 180° auf den Kopf gestellt.

Diesen Sommer ist die Sonne zurück in mein Leben gekommen. Ich habe die warme Jahreszeit so sehr genossen wie schon lange nicht mehr. Ich habe Volleyball gespielt, habe Runden auf meinem Longboard gedreht, bin mit einem Cane Corso und zwei Islandpferden Gassi gegangen, ich habe meinen ersten Mädelsurlaub gemacht, habe mit fremden Menschen gesungen und stand das erste Mal so richtig mitten in den Bergen. Ich kann wieder 4km laufen und habe beim Klettern in meinem Anfängerlevel dennoch endlich den 4. Grad erreicht. Ich habe es geschafft, Sabrina in diesem Jahr zu besuchen, ich bin 30 geworden und ich bin verlobt und das Leben ist ganz und gar nicht zu Ende. Es fängt an, genau hier, genau jetzt, jeden Tag aufs Neue, immer wieder. Es gibt schlechte Zeiten und gute Zeiten und sie sind nicht vom Alter abhängig, das hat mich dieses Jahr vor allem anderen gelehrt. Und dass man Krisen überwinden kann.

[Und da dieses Fazit unausgesprochen vom Thema Glück handelt, nutze ich die Gunst der Stunde, um euch auf einen Gastartikel von mir bei der großartigen Fee hinzuweisen. Sie hat mich eingeladen, einen Post darüber zu verfassen, was Glück sein kann. Wenn ihr es lesen wollt, schaut doch einmal hier vorbei!]

Vielleicht ist es das Schicksal der Jahre, in denen die 10 voll werden, dass sie bewegt sind. Dass sich Altes abschließt und Neues formiert. Vielleicht liegt das auch nur in mir, da mein Jungfrau-Aszendent gerne Ordnung in der Biografie hat.

Dennoch bin ich froh, dass dieses Jahr nun vorbei ist und ich hoffe, dass ich und ihr auch mit viel positiver Energie in 2017 starten könnt. Ich freue mich darauf, denn es wird einige spannende Neuerungen bereithalten und es wird ganz bestimmt nicht langweilig. Für euch die besten Wünsche – wir sehen uns im Neuen!


Ganz zum Schluss gibt es natürlich noch den Gewinner des Fotobuchs aus dem 1000. Beitrag zu verkünden: das Los hat für Mitzi Irsaj entschieden. Das Fotobuch wird sich in einigen Tagen auf den Weg nach München machen und der Empfängerin hoffentlich Freude bereiten ❤


 

Verfasst von

Internetmethusalem. Schütze Aszendent Jungfrau, Freudianer, Tolkienist, Freizeitfetischist, zwanghaft neurotisch, begeisterungsfähig, Kommunikationsjunkie, Träumermädchen. Ein Kopf voll Gefühl, ein Herz voll Gedanken.

47 Kommentare zu „Das war 2016 oder Supermond und Supersonne

  1. Solche Zeiten habe ich auch schon erlebt und ich kann gut nachempfinden wie du dich gefühlt haben musst, ich wünsche dir für das neue jahr eine gute gesundheit, glück und ganz viele momente die dein herz erwärmen.
    Alles liebe, Patricia

    1. danke liebe patricia. momentan macht mir mein immunsystem grad wieder ein wenig einen strich durch die rechnung aber ich hoffe sehr, dass das bald überstanden ist.
      danke für deine lieben worte!!

  2. ES WIRD IMMER BESSER. Denn mit den Jahren kommt die Erkenntnis: Alles geht VORBEI. Zwar auch die schönen Momente, klar, aber auch die schlimmen. Alles zusammen ergibt: ein wunderbar geprägtes, ganz besonderes, weil durch und durch individelles Schmuckstück des Lebens: deine Person, eine Einheit aus Körper, Seele, Geist (und noch viel mehr). Schön, dass du DA BIST (immer da, wo das Jetzt grad ist). Herzlichst, und ein kreatives 2017, diespringerin.

  3. Ich finde Deine Offenheit an dieser Stelle schon ziemlich beeindruckend – dass Du Dinge von Dir preisgibst, die man „üblicherweise“ nur engsten Freunden erzählt. Aber vielleicht sind wir das ja? Dass ich manches von dem, was Du beschreibst, ganz gut nachvollziehen kann, weißt Du ja. Letztlich geht es wohl darum, dem Leben nicht aus dem Weg zu gehen, es in seiner ganzen Tiefe und Authentizität wahrzunehmen und die Hoffnung, dass es einmal wirklich besser wird, nicht aufzugeben. Es ist eben nicht bloß die Generalprobe. …
    Alles Gute für 2017! Wann ist die Hochzeit?

    1. ja, frank, für mich ist das so. leider ohnehin nicht mehr ganz so wie es einmal war, weil es die anonymität von früher nicht mehr gibt, aber ich nutze diesen ort hier um dinge zu verarbeiten und dazu gehört auch so etwas manchmal dazu. du sagst es – das leben ist jetzt und es gibt keine zweite chance. die hochzeit wird wie es aussieht noch 2017 stattfinden!

    1. danke meine liebe. ich darf sie grade mal wieder genießen, ich hoffe, dass es diesmal nicht allzu schlimm wird >.<
      danke für deine lieben wünsche, dasselbe auch für dich!

  4. Schön liest sich das, liebe Christina, positiv, optimistisch, viel leichter als zu Beginn des Jahres. Das freut mich sehr für dich ❤ . Ein herzliches Prosit !

    1. liebe myriade, es fühlte sich beim schreiben auch so an. grad im moment ist mir das leichte wieder etwas abhanden gekommen, was wohl an dem fiesen infekt liegt, der grade meinen kopf bewohnt -.- aber das wird ja hoffentlich bald wieder!

      1. in der astronomie gibt es zwar einige begriffe, die mit „super“ beginnen…einen supermond gibt es aber nicht 🙂 …ist aber trotzdem ein schönes foto… 🙂

  5. ich wünsche dir ein schönes Jahr 2017. schön, dass du gute Hilfe vom Arzt bekommen hast und sie angenommen hast – wie die Fee ober mir angemerkt hat – und sich 2016 für dich persönlich doch noch ein gutes Jahr wurde.

  6. Schön zusammengefasst, offen und ungeschminkt. So muss ein Rückblick sein… Ich hoffe Du wirst auch 2017 Deinen Blog-Stil beibehalten. So macht es Freude mitzulesen. So bekommt ein Blog Tiefe. Und das ist wichtig… Danke dafür!!

    1. dankeschön 🙂 und das werde ich ziemlich wahrscheinlich – immerhin bin das wohl einfach ich 🙂 und ich hoffe natürlich, dass mir meine herzallerliebsten leser auch treu bleiben, denn nur mit euch macht das ganze spaß und sinn 🙂

  7. Liebe Paleica,
    danke für deine Worte und für deine Offenheit – gerade bei so einem „schweren“ Thema, das ich sehr gut nachvollziehen kann. Leider, könnte man an dieser Stelle sagen, aber das sage ich nicht – denn es hat mich auch einiges gelehrt und weiter gebracht. Du kannst stolz auf dich sein, dass du es durch diese dunkle Zeit geschafft hast und sie hinter dir lassen kannst. ❤
    Bei mir sind es komischerweise die Jahre in den 7er-Schritten, in denen immer etwas "bedeutungsvolles" passiert ist, vielleicht liegt das an meinem Deszendenten Zwilling, der im 7. Haus steht. ;o) (Sternzeichen und Aszendent Schütze).
    Für das neue Jahr 2017 wünsche ich dir viele zauberhafte Momente, aber vor allem weiterhin viel Gesundheit. Ich freue mich auf deine Worte und Bilder. ❤
    Alles Liebe, Karina

    1. ich danke dir ganz herzlich für deinen kommentar! ich denke, es ist wie es ist und man ist wie man ist, es gehört zu einem dazu. wäre das kein teil von uns – wer wären wir dann? insofern kann ich nachvollziehen, dass du das „leider“ auslässt – obwohl ich auch oft genug versucht bin, andere menschen darum zu beneiden, sich nicht mit derlei dingen rumschlagen zu müssen.

      die 7-er schritte sind glaube ich auch beliebt für sowas – immerhin erneuert sich der körper alle 7 jahre vollständig und hat damit auch einen gewissen zyklus/ablauf.

      ich wünsche dir für das neue jahr auch das allerbeste!

  8. Am schwierigsten ist es tatsächlich Hilfe anzunehmen. Zumindest empfinde ich es so. Und ich freue mich für dich, dass du endlich einiges herausfinden konntest bzgl. Serotonin etc. Dein Jahr 2016 war auch eher eine Achterbahn der Gefühle. Aber wenigstens gab es auch ein paar schöne Momente. :-*

    Oh nein! Wie konnte ich nur diese Verlosung verpassen. So eine Schade. Aber herzlichen Glückwunsch der glücklichen Gewinnerin, das ist bestimmt ein ganz toller Bildband. ♥

    ~

    *Es gibt noch eine kleine Antwort auf deinen Kommentar im protected Post bei mir. ;)*

    Ja. Der Kratzbaum ist schon wirklich klasse und heiß begehrt ist er immer noch. Es gibt Lieblingsplätze und nicht ganz so beliebte Plätze. Den Tritt benutzen die beiden mittlerweile auch, haben wohl festgestellt, dass es wesentlich angenehmer ist, wenn man nicht die von der Tonne runterspringen muss. Also… die ganze Strecke.

    Oh nein! Das ist ja traurig. Schade, wenn man sowas verliert. Aber ich hoffe du findest bald eine neue die dir genauso gute Dienste leistet wie die alte. 🙂

    Mit meiner Disziplin hat es auch überhaupt nicht geklappt. Irgendwie will es im Moment einfach nicht und ich glaube ich buddel gerade an der falschen Baustelle. Deswegen geht es jetzt auch erst mal in eine andere Richtung und dann mal sehen wie sich das entwickelt.

    Wir würden uns doch nie aus den Augen verlieren, liebste Paleica. ♥ Dafür kennen wir uns schon zu lange. Es gibt beim Bloggen nur einfach Höhen und Tiefen, aber die kennt ja jeder von uns. 😀

    Schade, dass es im Dezember nicht geklappt hat. Ich hoffe wir schaffen das irgendwann einmal und ich freue mich immer noch mega über den tollen Schal! ♥♥♥

  9. Tut mir leid zu lesen dass die erste Hälfte von 2016 so hart für dich war… Das Leben stellt uns manchmal wahrlich auf die Prüfung :/ Zum Glück scheint Vieles sich zum Positiven gewandelt zu haben und so soll es noch lange bleiben 🙂

    1. ja, das tut es. aber so ist es nunmal und diese zeiten gibt es und sie sind vermutlich unvermeidbar. und es liegt sicherlich auch am menschen selbst, wie man mit dingen umgeht und ich bin halt von meiner natur und tendenz jemand der sich schwer tut, dinge leicht zu nehmen, was sowas wohl auch nochmal verstärkt. aber man lernt dafür auch daraus und hat es hoffentlich nachher mal besser ^.^

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