Wenn Seifenblasen platzen

Es war der Beginn der großen Kältewelle Anfang 2018. Ich wachte für meine Verhältnisse am Wochenende früh auf und konnte aufgrund des Gedankenkarussells nicht mehr schlafen. Das Thermometer zeigte weniger als 5 Grad minus und ich dachte: jetzt oder nie!

Doch wie vieles andere in diesem Jahr, wollten die Seifenblasen nicht wirklich gelingen. Vielleicht war die Seifenwassermischung zu lange offen, zuviel mit Wasser gemischt oder es fehlten andere Zutaten. Die Seifenblasen „implodierten“, bevor sie hübsch frieren konnten. Aber was solls? Auch das kann interessante Motive abgeben – wie schmelzende Schneeflocken!

 

Ich mag es nah ranzugehen und die Strukturen im Eis zu entdecken. So hart, so kalt und doch so fragil. Wie die Seifenblase sich darauf setzt und auf gewisse Art und Weise mit dem Untergrund „verschmilzt“.

 

Die Symbolik dieses Fotoexperiments passt gut zu dem Start in das neue Jahr, der dieses Mal wieder recht holprig verläuft. Im Gegensatz zu anderen, die darüber schreiben, wie wahnsinnig schnell die ersten beiden Monate vorbei gingen, kamen sie mir vor wie sich endlos ziehender Kaugummi. Voller Euphorie und Begeisterung setze ich die Seifenblasen zärtlich auf ihrem Untergrund ab, schützte sie vor Wind und Sonneneintrahlung, nur um ihnen dabei zuzusehen, wie sie Risse bekommen und letztlich verschwinden.

 

Jede Seifenblase birgt die neuerliche Hoffnung auf ein geglücktes Experiment, auf das perfekte Bild und nach und nach zerbersten sie. Eine um die andere wurde geformt, abgesetzt, beschlagen, nur um sich dann zerknittert aufzulösen.

Der Februar ist nun vorbei und mit ihm hoffentlich auch die große Kälte. Gefrorene Seifenblasen wollten mir in diesem Jahr keine gelingen, aber vielleicht habe ich mehr Glück mit Knospen und Blüten? Drückt mir die Daumen.