Fotostopps durch Portugal: Postkartenstadt Sintra

Sintra, diese kleine Stadt, nicht weit entfernt von Lissabon. Bekannt als ehemalige Sommerresidenz von Königen, mit einem Nationalpalast im maurischen und manuelinischen Stil und einer riesigen, märchenhaften, mittelalterlichen Burganlage mit besonderem Brunnenmotiv (dazu mehr ein andermal) – und noch einigem mehr.

Ein malerischer Ort voller Postkartenmotive. Ein Ort, an dem es zwar von Touristen nur so wimmelt, aber der trotzdem eine seltene Ruhe ausstrahlt. Eine Ruhe, bei der ich abends im großen Garten unserer kleinen Unterkunft sitze und Karten aus Papier, am liebsten mit Füllfeder, nachhause schreiben möchte.

Kennt ihr diese Momente? Ich habe mich daran erinnert, als ich diese Woche – durch einen doofen Zufall etwas verspätet – wunderschöne Weihnachtspost von Anne bekommen habe.

Sollten wir nicht wieder viel mehr Karten schreiben? Und Briefe? Es gibt für mich kaum etwas Schöneres, als nach einem Arbeitstag nachhause zu kommen und zwischen all den Rechnungen und Werbungen, die mich anbrüllen und an mir zerren, ein kleines Stück Aufmerksamkeit von jemandem zu bekommen. Etwas, das ich anfassen, aufbewahren und immer wieder lesen kann – so richtig analog.

Darum spreche ich mich jetzt hier einmal ganz klar und deutlich (wie ironisch, in meinem digitalen Blog) dafür aus, wieder mehr Stift und Papier zu benutzen und mehr Briefmarken zu kaufen, um anderen eine kleine Freude zu machen, die zuhause an den Kühlschrank oder die Wand gepinnt wird und einem jedes Mal ein Lächeln entlockt, wenn man daran vorbeigeht.

Ob aus dem Urlaub oder von zuhause, mit Motiven, die man irgendwo eingesammelt und auf Postkarten gedruckt hat (diese kann man bei verschiedenen Onlinediensten einfach selbst erstellen). Ganz egal. Hauptsache es werden liebevoll Gedanken und ein kleines Stückchen Seele in die Tinte und in die Worte gemischt.

Verfasst von

Internetmethusalem. Schütze Aszendent Jungfrau, Freudianer, Tolkienist, Freizeitfetischist, zwanghaft neurotisch, begeisterungsfähig, Kommunikationsjunkie, Träumermädchen. Ein Kopf voll Gefühl, ein Herz voll Gedanken.

39 Kommentare zu „Fotostopps durch Portugal: Postkartenstadt Sintra

  1. Da bin ich voll bei Dir. Wir schreiben zu wenig. Als ich noch in Berlin lebte und mein Praktikum in Potsdam bei den Schlössern und Gärten gemacht habe, arbeitete da eine Frau – ich glaube, sie gehörte zu den Sicherheitsleuten dort -, die sich sehr auffällig in wunderschöne Kleider und Hüte kleidete und altmodische Briefe schrieb. Filmreif, aber eben auch wirklich schön. Sie ist mir im Kopf hängen geblieben, genau aus dem Grund: weil das etwas ist, das uns im Leben fehlt. Der Sinn fürs Schöne, Langsame, Altmodische, das eben auch ein Brief oder eine Postkarte sein kann.

    1. das ist schön und ich finde sowas auch toll. jetzt, wo du das schreibst, fällt mir eine kommilitonen auf der TFM ein, die sich immer im Stil von Dita von Theese gestyled hat. Die muss sich jeden tag echt viel zeit genommen haben, um haare und make-up so hinzubekommen. im alltag wirkt das übertrieben, aber es bleibt hängen. irgendwie fand ich das auch immer cool.

  2. Liebe Paleica,
    ich schließe mich Dir voll und ganz an. Ich bedauere es so, dass heutzutage keine Karten und schon gar keine Briefe mehr geschrieben werden. Es ist wirklich etwas ganz Besonderes inzwischen, wenn man persönlich, „altmodische“ Post bekommt! Ich habe auch selber schon viele Karten geschrieben, hatte allerdings manchmal den Eindruck, dass es als „aufdringlich“, „unmodern“ und vor allem „verpflichtend“ angesehen wird. Dabei will ich doch immer nur etwas persönliches damit auf den Weg bringen. Ich habe alle Postkarten und persönliche Briefe aufgehoben und ich stehe dazu. Wie gerne schaue ich mir diese Karten manchmal an, lese wann und wer sie geschrieben hat und fröhne den Erinnerungen. 😉
    Bei Postkarten-Aktionen hier im Netz habe ich bisher immer und mit viel Freude mitgemacht!
    Langer Rede kurzer Sinn, ich finde es eine wertvolle Geste und werde auch weiterhin immer wieder mal etwas persönliches schreiben, eigenhändig zur Post bringen und mich an dem Gedanken erfreuen, dass der Empfänger sich auch freut!
    Lieben Gruß und einen harmonischen Donnerstag wünsche ich Dir,
    herzlichst moni

    1. mir gehts auch so. ich weiß noch, dass ich vor 2 oder 3 jahren von meinem besten freund ganz unerwartet einen 10seitigen brief bekommen habe, das war so was besonderes. seine freundin hat mir heuer zum valentinstag eine selbstgebastelte und gemalte karte geschickt und dann eben anne. all diese stücke sind mir so wertvoll und daran merke ich, wie besonders das ist, denn diese kleinigkeiten bleiben einfach in erinnerung.
      ich finde es auf jeden fall schön, dass du dich davon nicht abbringen lässt, denn ich glaube schon, dass deine empfänger sich sehr darüber freuen!

  3. Huhu liebe Paleica, kaum habe ich mir einen neuen Füller gekauft, schreibe ich auch wieder mehr Postkarten und Briefe. Mit dem richtigen Werkzeug und schönem Papier macht es einfach Spaß auch wenn das Tempo mit den zehn Fingern auf der Tastatur nicht mehr mithalten kann 😀 Liebe Grüße, Annette (und Portugal zählt übrigens zu meinen Reisefavoriten: Tolle Menschen, viele alte Steine, Meer, Sonne und so vieles mehr)

    1. oh wirklich? das ist ja schön! ich habe unlängst – für meinen aktuellen tagebuchkalender – meine alten wieder ausgegraben, gesäubert und schreibe täglich ein paar sätze damit, das macht richtig viel freude.
      klar, „analog“ und mit der hand dauert alles länger – und noch einmal mehr, weil man auch verhältnismäßig aus der übung ist.
      ich habe vor einigen jahren für eine gute freundin und schiller-begeisterte die gesamte bürgschaft handschriftlich abgeschrieben und ihr geschenkt. das war irgendwie eigentlich auch total schön, weil durch das schreiben auch zeit da war, sich dem werk wirklich zu widmen.
      ich habe mich übrigens in portugal auch sehr verliebt. ein wirklich tolles und wunderbar vielseitiges land!

      1. WOW, was für ein tolles, personalisiertes Geschenk! So etwas gibt man nie wieder aus der Hand und hütet es wie einen Schatz, der es ja ist

  4. Erwischt!! Ich hab ewig keinen Brief mehr geschrieben… Ich bin da sehr zwiegespalten, zum einen gibt es nichts schöneres als alte Briefe zu halten und zu lesen, zum anderen fehlt einfach auch die Zeit dazu. Klar, man nimmt sie sich auch nicht, aber ich kanns irgenwie verstehen. Alles ist schneller, alles ist ungemütlicher. Es kostet Überwindung dem entgegen zu wirken… Die Fotos find ich übrigens genial!!

    1. ja, es ist leider wirklich so – man NIMMT sich die zeit nicht. vielleicht auch, weil man einfach gar nicht weiß, ob das gegenüber das auch wertschätzt und die hemmschwelle wird mit der zeit erstaunlich groß, die handschrift rostet ein und vielleicht hat man auch das gefühl, dass etwas, das man auf papier schreibt, bedeutungsvoller sein muss als das, was man in bildschirme tippt. ich weiß es nicht, aber ich vermisse briefe schreiben, handschriften lesen und postkarten bekommen, obwohl ich mich da genauso selbst an der nase nehmen muss.
      es freut mich, dass die bilder gefallen, ich war eigentlich gar nicht so sicher, ob sie eines tages das licht des blogs erblicken werden, aber dazu haben sie dann glatt perfekt gepasst 🙂

      1. Absolut passend, wäre ja schade um die Fotos gewesen… Schon auch krass wie Groß- und Kleinschreibung, Grammatik und Zeichensetzung unter Messenger, Chats und Co. leiden…

      2. oh ja, da hast du leider absolut recht :/ mir tut das ja immer weh, aber sprache ist nunmal kein starres system und sie verändert sich je nach ihrem gebrauch. man darf wohl auf die kommenden reformen gespannt sein. allerdings – das englische kommt auch ohne höflichkeitsform und weitgehend ohne großschreibung aus…

  5. hm, ja Briefe und Postkarten haben wirklich was sehr persönliches. Ich freu mich immer darüber – wobei ich auch selten eine schreibe. Dabei habe ich ein Kisterl voller Karten.
    Deine Bilder laden wie immer zum Träumen ein.

    1. mir gehts wie dir. ich freue mich drüber, schreibe aber selbst zu selten. das sollte ich eigentlich wirklich ändern, finde ich. es macht nämlich wirlich spaß, etwas zu gestalten.
      danke, es freut mich sehr, dass die kleinen mitbringsel aus der stadt gefallen!

      1. gestern hab ich einen alten Brief wiedergelesen, den ich mal heimgeschrieben habe. Ich hab mich echt schiefgelacht und Erinnerungen aufgefrischt. Ich hab gesehen, wie ich einiges leider schon vergessen habe.

  6. So ein Blick auf sommerliche Motive tut im Moment sehr gut, danke dafür. Und gleich morgen schreibe ich endlich wieder einen Schwung Postkarten! Du hast ja so recht …

    1. ja gell, so geht es mir auch. aber die tage werden freundlicher, heller und bald werden wir uns kaum noch an den eisig schneidenden wind des winters erinnern!
      und wenn ich dich dazu „anstiften“ konnte, dann freu ich mich sehr!

  7. Da darf ich Dir wirklich zustimmen, liebe Palaica. Wenn ich daran denke, dass mein Mann und ich uns früher, als wir nur befreundet waren, jede Woche geschrieben haben. Was waren da für verrückte Briefe und Karten dabei, immer voller Kreativität und natürlich auch immer etwas verrückt. Heute erhalte ich von meinem Patenkind gelegentlich eine Karte aus dem Urlaub und eine Tante, mit über 90 gehört auch zu denen, die mir noch schreiben. Alles andere läuft ausschließlich digital ab. Die Handschrift ist unterirdisch, es fällt schwer, leserlich zu schreiben … Tja, da heißt es, sich am Riemen reißen und vielleicht tatsächlich einen neuen Füller kaufen … so als Belohnung im Voraus. Danke für die schöne Anregung zum Wochenende. LG sendet Dir Marion

    1. oh was für eine schöne erinnerung, die ihr euch da geschaffen habt ❤
      ich schreibe eigentlich immer ein paar karten aus dem urlaub, aber üblicherweise nur an die familie. bei den freunden scheitert es meistens daran, dass ich die aktuellen adressen nirgends aufgeschrieben hab. bei meiner großen amerikareise habe ich das aber gemacht. vorher adressen gesammelt und dann wirklich an alle, die mir wichtig sind, eine karte geschrieben. das hat echt spaß gemacht.

  8. So schön! Interessanterweise hast du ganz andere Eindrücke von Sintra fest gehalten als ich… Ich war die meiste Zeit nämlich oben auf der Festung!

    1. ich war ja auch wegen was anderem dort, aber am weg dahin habe ich zumindest das eine oder andere bild gemacht und gemerkt, dass es auch außerhalb der paläste eine wirklich süße stadt ist 🙂

  9. Das mit „mehr Postkarten schreiben“ sehe ich genau so. Ich freue mich immer wieder wie Bolle, wenn eine Karte in den Briefkasten flatter. Das habe ich mir unter anderem auch als Vorsatz für 2018 notiert.

    Traumhafte Bilder by the way! Ich war noch nie in Portugal. Warum eigentlich nicht? *lach*

    1. oh ich freu mich wahnsinnig, dass ich anscheinend doch einige menschen wieder an postkarten erinnern und dafür begeistern konnte. das ist so toll. und das schönste war: offenbar hatte eine freundin von mir zur selben zeit einen ähnlichen impuls. ohne dass sie den beitrag gelesen hat, hat sie mir genau in dieser woche (einfach so) eine karte geschrieben. das war echt sooo cool!

      portugal würde dir bestimmt gefallen. das solltest du unbedingt auf die bucketlist setzen!

  10. Ich finde auch wir könnten alle wieder mehr handgeschriebene Briefe und Postkarten gebrauchen.
    Letztes Jahr hatte ich ja sogar mal aus einem meiner Fotos eine Postkatte produzieren lassen und diese nicht nur an liebe Freunde und Bekannte geschickt, sondern auch an liebe Blogger, deren Adresse ich mich frecherweise aus dem Impressum bedienen konnte, um Ihnen mal eine Freude zu bereiten. 🙂

    Lieben Gruß,
    nossy

    1. oh jaaa, das finde ich auch! ich denke, dass es einfach schön ist, wenn man ein paar so stücke hat, die man aufhebt und auch wieder durchblättert. diese ewigen durchlaufposten finde ich einfach schade und ich vermisse nachrichten mit bedeutung einfach.
      das finde ich übrigens eine super idee und darüber hab ich auch schon nachgedacht. anne hat das ja bei mir auch gemacht. also nicht mit einem foto, aber einer ihrer selbstgemachten karten, die ich so liebe. darüber hab ich mich sooo gefreut. und eine freundin hat mir zum valentinstag auch eine karte selbst gebastelt, mit aquarellfarben und so. solche dinge sind einfach so schön!

      1. Dir hätte ich damals auch gerne eine Karte geschickt
        Nur deine Adresse hatte ich leider nirgendwo gefunden und fragen wollte ich auch nicht, weil das (meiner Vorstellung entsprechend) den Überraschungseffekt geschmälert hätte. 😉

      2. ooooh wie schade :/ ja ich bin da etwas komisch, was das angeben der adresse betrifft. ich hab sie jetzt zwar im impressum stehen, weil es rechtlich einfach irgendwie heikel ist, aber eben ohne vollen namen und ohne hausnummer. ach jetzt bin ich ein bisschen traurig.

  11. Ich liebe es auch, handgeschriebene Post von lieben Menschen zu bekommen oder selbst zu verschicken (puh, ein Glück, dass die Karte diesmal bei dir angekommen ist!). ❤ Das ist einfach etwas ganz anderes als eine Mail oder Whats App-Nachricht, selbst wenn genau der gleiche Text darin steht.
    Allein schon die Haptik von Briefpapier oder einer (Post-)Karte… im Urlaub mache ich mir auch immer Gedanken, wem ich welches Postkartenmotiv schicke. Witzigerweise verschicke ich da tatsächlich gern gekaufte Postkarten – auch wenn die oft furchtbar kitschig sind und ich die gleichen (oder etwa stilvollere *hust*) Bilder selber aufgenommen habe, irgendwie gehört das für mich mit dazu. 😀

    Post von anderen bewahre ich auch immer auf – ein paar Karten hängen bei uns am Kühlschrank oder an der Magnetwand im Werkelzimmer, andere klebe ich im Fotoalbum ein.

    Liebe Grüße
    Anne

    1. jaaa, so schön, dass es diesmal geklappt hat ❤
      das stimmt. es ist oft gar nicht sooo wichtig, was drin steht. es ist einfach die bedeutung des gesamtpakets. dass sich jemand die mühe gemacht hat, eine karte auszuwählen oder gar zu gestalten und dann etwas hineingeschrieben, eine briefmarke gekauft… das allein zeigt schon, dass man sich gedanken gemacht hat und das ist ein wunderbares geschenk, finde ich.

      ich verschicke auch gern gekaufte postkarten, obwohl ich zugegebenermaßen schon immer versuche, die hübscheren modelle zu finden. und wer was bekommt ist sowieso immer eine große herausforderung 😀 aber mir macht das wahnsinnig viel spaß.

      ich hebe die karten auch alle auf. die neuesten stehen dann immer auf unserem glaskasten und dann kommen sie in eine schreibtischlade zu den anderen ❤

  12. Ich schreibe ab und an einfach so Karten an Freundinnen und Familie. Eher selten, aber ich mache es. Und aus dem Urlaub gibt’s immer eine Karte von mir. Geschrieben per Hand, vorher ausgewählt beim Kartenstand. Nicht per App verschickt, mit Fotos von uns, was ja jetzt auch ganz im Trend ist. 🙂

    1. stimmt, diesen trend gibt es ja neuerdings auch. ist auch eine witzige idee, aber ich bleibe ebenfalls gern bei den klassischen oldschool und oft gar nicht so hübschen postkarten 🙂

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