Schmelzende Schneeflocken im Makromodus & [Wort] Alliteration

Felix schenkte mir vor einer Weile den Begriff Alliteration. Das hat mich gefreut, denn ich liebe Alliterationen. Magische Mottos. Schmelzende Schneeflocken. Stein, Stahl und Wasser (naja, so einigermaßen). Kopfkult vs. Körperkult.

Wikipedia sagt:

Alliteration ist eine literarische Stilfigur oder ein rhetorisches Schmuckelement, bei der die betonten Stammsilben benachbarter Wörter (oder Bestandteilen von Zusammensetzungen) den gleichen Anfangslaut (Anlaut) besitzen.

…und setzt sich aus den lateinischen Begriffen ad (zu) und littera (Buchstabe) zusammen.

Habt ihr schon einmal Schneeflocken beim Schmelzen zugesehen? Es ist faszinierend und fast schmerzhaft, wie die einzelnen Kristallarme unerbittlich zu Tropfen werden und auf einmal für immer verschwunden sind.

Es ist wie sichtbar gewordene Zeit. Die Schneeflocke fällt, trifft auf eine Oberfläche und löst sich innerhalb kürzester Zeit auf.

Kleinigkeiten wie diese erinnern an das große Ganze, an die Unaufhaltbarkeit der Erdumdrehung, an die Unmöglichkeit, Momente festzuhalten und an die Vergänglichkeit von Schönheit. Jeder Moment ist einzigartig und kostbar. Das ist nicht neu, aber nicht immer zeigt es einem das Leben so deutlich wie in dem Moment, in dem eine Schneeflocke vor deinen Augen schmilzt und ein perfektes Kunstwerk verloren geht als wäre es niemals da gewesen – nur eine Feuchtigkeitsspur hinterlassend, wie eine verschwommene Erinnerung.

Verfasst von

Internetmethusalem. Schütze Aszendent Jungfrau, Freudianer, Tolkienist, Freizeitfetischist, zwanghaft neurotisch, begeisterungsfähig, Kommunikationsjunkie, Träumermädchen. Ein Kopf voll Gefühl, ein Herz voll Gedanken.

49 Kommentare zu „Schmelzende Schneeflocken im Makromodus & [Wort] Alliteration

  1. Eine tolle Idee, und nein, einer Schneeflocke hab ich definitiv noch nicht zugeschaut… Aber irgendwie empfinde ich das als spannend, die Zeit ist in dem Fall schon gnadenlos 😉 Aber so ist das, ein ständiges Kommen und Gehen… Gut so, sonst wären wir in dem Fall wohl relativ schnell sehr hilflos und ziemlich eingeschneit 😉 Dir einen guten Start in die neue Woche!!

    1. haha, eingeschneit, überschwemmt und alles mögliche andere 😉 ja, die erde sorgt schon weitgehend dafür, dass sich das alles ausgeht ^.^ aber grade sowas finde ich einfach extrem spannend. zeit und physik so hautnah. dir auch einen guten start!

  2. Oh, wie wunderschön!!!! Ganz tolle Bilder und du hast Recht, gerade an solchen winzig kleinen Begebenheiten sieht man, wie schnell die Zeit vergeht. Man sollte sich gut überlegen, wem und was man seine Zeit schenkt… und genießen, sofern es einem möglich ist. Zu schnell rinnt alles vorbei … sehr schön eingefangene Zeitmomente 😉

    1. dankeschön ❤ und JA, absolut. kein moment kommt je zurück, wenn er vorbei ist, ist er verloren. oder hat sich zu einem erinnerungswürdigen gehirnsynapsenfragment geformt. danke für deine worte ❤

  3. Hach, das ist einfach richtig schön ❤
    Die Bilder und diese literarischen Worte dazu – WUNDERBAR. 🙂 Ich muss mir dafür auch unbedingt mal Zeit nehmen, Schneeflocken zu fotografieren.

    1. ❤ ❤ und JA, das solltest du unbedingt! ich hatte ja dann ein paar tage später noch glück und konnte auch nicht schmelzende schneeflocken einfangen. das ist einfach unglaublich wunderschön und faszinierend. der gedanke mit der zeit kam dann ganz spontan. man steht daneben, betrachtet dieses perfekte kunstwerk und binnen sekundenbruchteilen ist es einfach weg…

  4. Tolle Idee, liebe Christina,
    im Sommer dem Gras beim Wachsen zuschauen und im Winter beobachten, wie Schneeflocken schmelzen, einfach perfekt!
    Angenehmen Wochenbeginn
    und lieben Gruß
    moni

    1. das stimmt ❤ obwohl man schmelzende schneeflocken glaube ich fast einfacher beobachten kann als wachsendes gras. aber man kann sich dafür in eine wiese legen und ihren geräuschen lauschen – auch da wird einem ein bisschen dimension der welt bewusst, finde ich.
      hab eine schöne woche!

    1. vielen lieben dank – auch für deine geschenkten alliterationen 🙂
      hihi, habe mich schon gewundert. obwohl harvorland klingt auch schön! ich hoffe, bei euch klopft bald der frühling an. bei uns soll es morgen soweit sein.

  5. schöne Bilder! 🙂
    Viel zu oft möchte man die Zeit anhalten, den Moment einfrieren und viel zu schnell stellt man fest, dass man die Zeit nie aufhalten, nie ändern kann. das Lebengeht weiter und die Zeit schreitet voran, ob man will oder nicht.

    1. ganz genau, du sagst es. und man kann sich entweder ewig darüber grämen, oder einen weg finden, das zu akzeptieren. dann vergisst und verdrängt man es wieder und wird wieder davon überrascht und überwältigt. ach, dieses leben!

  6. Wow, die Bilder sind wunderschön geworden. Bei mir schneit es im Moment auch wie verrückt aber ich habe leider kein Makroobjektiv für die Analoge Kamera hier… Auch wenn die Flocken hier wahrscheinlich groß genug für ’normale‘ Aufnahmen wären 🙂

    1. dankeschön! zuerst hab ich mich ja geärgert, dass die kristalle nicht geblieben sind aber dann dachte ich, machst du eben was anderes draus 🙂
      ohne makroobjektiv ist es vermutlich ziemlich schwierig, die schneeflocken zu erwischen, aber man kann es ja trotzdem versuchen, wenn sie mit dem freien auge sichtbar sind ^.^

  7. Wunderschöne Winterbilder waren (herzer)wärmend. Mist, nicht ganz geklappt mit der Alliteration und klingt auch noch holprig … naja … 😀
    Aber wirklich wunderschöne Fotos und auch das Gefühl, das sich in mir ausbreitet (so ein bisschen Wehmut ob der kurzen Lebensdauer der Schneeflocken) hast du wunderbar mit deinen Worten getroffen. ❤

    1. hihi, so übel fand ich deine alliteration gar nicht 😀 mit ein bisschen übung bist du bald profi 😉
      und dankeschön fürs lesen und wahrnehmen der worte. es freut mich sehr, wenn ich damit etwas in dir getroffen hab ❤

    1. oh ja, das ist wohl wahr. ich wusste bis vor einem jahr auch gar nicht, dass man diese kleine welt tatsächlich so deutlich sehen kann. eine faszination, die mich wahrscheinlich nicht mehr loslassen wird. aber das ist auch total in ordnung 🙂

  8. Was für schöne Bilder! Schneeflocken sind einfach sooooo faszinierend! Als es nun die letzten Tage so kalt war, hat es bei uns auch immer wieder „geflust“ und durch die Kälte hat man mal so richtig schön die Strukturen gesehen… Sah noch mal ganz anders aus, als der bisherige, pappige Schnee, der sonst immer gefallen ist. 😉
    Und das Licht und die Farben auf deinen Fotos tun ihr übriges. 😉

    Meine Eltern hatten nur einfach lange genug Zeit sich dran zu gewöhnen! 😛 Die kennen das ja nicht anders; und wenn sie helfen können, machen sie das dann auch gerne. Wobei ich auch einfach viel vorsichtiger geworden bin. Das Wohnzimmer habe ich heile zurück gelassen. 😉

    Ich kann das bei London halt gar nicht beurteilen! So an sich würden mir jetzt auch andere Städte einfallen, die ich aktuell wesentlich faszinierender finde.
    Aber da ja bei uns wirklich grässliches Wetter war und man kaum die nächste Häuserzeile sehen konnte… das kann halt auch echt dein Eindruck kaputt machen.

    Solch unerklärte Morde, Ereignisse etc haben halt immer eine gewisse Anziehung. So Mystery Sachen mag ich ich gerne. Ansonsten bin ich nämlich nur schwer zu gruseln. 😉

    1. es ist lustig, ich habe erst letztes jahr – beim ersten schneeflockenexperiment – angefangen, bewusst zu bemerken, dass es so unterschiedliche beschaffenheiten des schnees gibt. heuer hab ich mich dafür schon gefragt, wie mir das nicht früher auffallen konnte. da es bei uns ja meistens nicht SO kalt ist, haben wir häufig den sehr nassen schnee, bei dem, einmal gefallen, keine kristalle mehr entdeckt werden können. letzte woche gab es dafür eine schneedecke, die nur aus kristallen bestand. wunderschön – leider hatte ich keine zeit, mich der fotografisch zu widmen, da ich während dem tageslicht messedienst hatte 😦

      ein glück – ich glaube nicht, dass es jemals soviel zeit geben könnte, dass meine eltern sich an sowas gewöhnen würden 😉 aber darum bist du ja wohl auch die tochter DEINER eltern, hihi.

      ich denke mal, es würde sich schon lohnen, london noch einmal eine chance zu geben. es ist ja noch zeit, irgendwann mal. ich will auf jeden fall nochmal hin, mit weniger fixem programm. obwohl es mir ja so geht, dass mich england an sich fast noch mehr interessiert als die stadt london. da gibt es schon tolle spots, die ich gerne sehen würde. die klippen in südengland, stonehenge, die cotswolds – und noch tausend andere dinge.

      ich bin total leicht zu gruseln, aber solche mystery sachen sind grade so an der grenze dessen, was ich aushalten kann. und ich liebeliebeliebe das schon sehr, muss ich sagen. ich sollte mich da vlt allgemein mal mehr damit beschäftigen 😀

    1. macht auch nix – für den täglichen sprachgebrauch ist es ja nicht unbedingt wichtig 😉
      danke für deine worte, es tut immer gut zu hören, wenn auch andere ähnlich empfinden!

  9. Wunderschön hast Du die schmelzenden Schneeflocken festgehalten – diese sogar für viel länger als ihre „Kollegen“, so im Detail habe ich glaube ich noch keine beobachtet, aber ich kann Dir sagen, wenn im Großen und Ganzen der Winter bald weg ist (vor allem dieser unglaublich kalte Ostwind) so böse bin ich jetzt gar nicht mehr – in mir ist so ein Frühlings-Sehnen!
    Liebe Grüße sendet Dir
    Kirsi

    1. mir geht es jetzt auch so – ich hab genug vom winter. aber ich hab ihn auch ausgekostet und wirklich alles (zumindest einmal) gemacht, das ich mir seit jahren vornehme. grade haben wir noch wildes schneegestöber vor dem fenster, aber morgen soll es bergauf gehen und ich glaube fest daran, dass im märz das schlimmste dann überstanden sein wird!
      danke für deine worte zu meinen bildern ❤

  10. Es gibt Blogs, da klickt man rasch durch und bei manchen Beiträgen klickt man nach 2-3 Zeilen weiter. Und dann gibt es Blogs, die strahlen sehr viel Persönlichkeit aus, man bleibt hängen und liest Texte auch mehr als einmal. Ist mir bei diesem und auch bei vorangegangenen Artikeln bei Dir so ergangen. Auch faszinieren mich immer wieder die Bildideen und die grandiose Umsetzung.

    1. oh danke! erstmal, lieber bernd, herzlich willkommen hier und dann, noch einmal, explizit, vielen vielen dank für diesen kommentar. das ist das schönste kompliment, das du mir machen kannst!

    1. ich kann mir das auch nicht vorstellen und irgendwie frage ich mich auch, wie man das wissen will – immerhin kann man schlecht alle schneeflocken der welt dokumentieren 😉 aber auf jeden fall gibt es unzählige verschiedene strukturen und jede einzelne ist zauberhaft und ein kleines wunder der natur!

  11. Ich bin ja ein Fan von Macrofotos und Schnee ist natürlich etwas ganz besonderes, gerade weil er von so kurzer Lebensdauer ist. Ich selbst habe ihn noch nicht vor der Linse gehabt, aber man benötigt ja auch immer noch etwas, was man noch machen möchte! Fantastisch filigrane Fotos fotografiert für Fans feiner Fotografie … Danke Palaica!

    1. das denke ich auch 🙂 und nur, weil man einmal schnee fotografiert hat, ist man noch lange nicht fertig damit, keine sorge ^.^ außerdem finde ich es durchaus schön, dinge auf der to do liste zu haben. bei mir sind das schneeglöckchen – ich weiß einfach nicht, wo ich die finden kann. und dann: muscheln am strand. ich habe noch praktisch keine strandfotos. und naja, noch tausend andere dinge 😉
      danke auf jeden fall für deine lieben worte!

  12. Einfach wunderschön! Die Flocken kommen in S/W wirklich toll zur Geltung!
    Ich habe zwar auch ein Makro-Objektiv, kam aber bisher gar nicht auf die Idee Schneflocken zu fotografieren
    Danke für die Inspiration!

    1. dankeschön! die sind aber nichtmal umgewandelt, mehr farbe gab es da einfach nicht 🙂
      bitte gern! mach es, du wirst begeistert sein über die unglaublich zauberhaften kunstwerke, die du durch die linse entdecken kannst! wichtig ist nur, dass es schön kalt ist und der schnee nicht zu nass ist, sonst verklebt er sich zu schnell und die kristalle sind nicht mehr sichtbar.

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